KiKK Studie (Atomkraft), was wurde untersucht?

Hallo,

lese gerade die KiKK Studie zum einfluss von Atomkraftwerken auf Krebserkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren, genauer: ich versuche sie zu lesen, Teil 1.

Unabhängig von einigen mir mangels Fachkenntnissen unbekannten Begriffen und Methoden, was wurde getestet?

Gehe ich recht in der Annahme, dass zu jedem Krebsfall 3 Kinder mit ähnlichem Profil ermittelt wurden, und dann der Abstand zum nächstgelegenen Kernkraftwerk ausgewertet wurde?

liebe Grüße,

achim

Ich hab grad keine Zeit, aber vielleicht hilft dir das weiter:
http://www.bfs.de/de/kerntechnik/papiere/kikk.html
LG

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Hallo KatziKatz,

vielen Dank für den Link. In anderen Worten also:

  1. Für jeden Fall wurden 3 andere Kinder zufällig ausgewählt, die gleich alt und in ähnlichen Gemeinden wohnen.

  2. im Mittel wohnt das erkrankte Kind näher am Atomkraftwerk als die 3 „Kontrollen“

  3. durch die hohe Zahl der Fälle und Kontrollen gleichen sich die Zufallseigenschaften der Kontrollen aus.

Oder anders: es wurde nicht die Häufigkeit des Auftretens (z.B. 1 von 100.000) berechnet und und verglichen, sondern ermittelt, dass ein erkranktes Kind näher am Reaktor wohnt, als ein zufälliges, nicht erkranktes Kind. Ist das in etwa so richtig?

Vielen Dank, und liebe Grüße

achim

Hallo,
(…)

Oder anders: es wurde nicht die Häufigkeit des Auftretens
(z.B. 1 von 100.000) berechnet und und verglichen, sondern
ermittelt, dass ein erkranktes Kind näher am Reaktor wohnt,
als ein zufälliges, nicht erkranktes Kind. Ist das in etwa so
richtig?

Nach mehrmaligem Durchlesen hab ich das genauso verstanden.
Und wenn ich als einigermasse erfahrener Statistiker das dreimal lesen muss, dann spricht das nicht gerade für die Studie.

Genau das mit den Abständen wird ja als Stärke herausgestellt, aber hast du mal die beiden Histogramme (Abstandsverteilung Fälle und Kontrollen) angeschaut? Per Auge sieht man da so gut wie keinen Unterschied.
Dass das trotzdem „signifikant“ ist liegt an der grossen Datenmenge.

Gruss,
Thomas

Hallo Thomas,

habe mir die Studie jetzt ein paar mal durchgelesen. Was ich dabei nicht verstehe, ist, dass die Kontrollen nicht aus dem gleichen Ort geholt wurden. Das wäre doch m.E. eine Aussage: In jedem Ort wohnen die Fälle näher am Reaktor als die Kontrollen.

Das der Risikofaktor von etwa 1,6 auf etwa 1,0 zurückfällt, wenn man die Gemeinden ausschließt, die keine Daten geliefert haben, ist ja schon ein starkes Indiz für eine systematische Verzerrung. Dass dann aber die Fälle der Gemeinden, aus denen keine Daten angefordert wurden, weiter in die Rechnung eingehen, ist m.E. doch einfach falsch, oder irre ich mich da?

Gibt es eigentlich Daten zu der Studie? Ist vermutlich datenrechtlich problematisch, aber würde mich doch sehr interessieren

Gruß
achim