Kind beisst andere Kinder. Was tun?

Hallo,

wir haben in der Krabbelgruppe das Problem, dass eines der Kinder die anderen immer wieder beisst.
Die Mutter ist mittlerweile relativ verzweifelt, weil die bekannte Vorgehensweise nichts fruchtet. Die ist bisher so:
Kind beisst anderes, Mutter kümmert sich erst um das „Opfer“, lässt das Beisskind links liegen, nachdem das Opfer getröstet ist, wird dem Beisskind erklärt, dass das weh tut, falsch ist, etc. und es bekommt eine Auszeit. Danach entschuldigt sich das Beisskind bei dem gebissenen Kind.

Hat jemand noch Vorschläge?
Wie haben das andere in den Griff bekommen?
Was sagt die psychologische Seite dazu?

Ich wäre wirklich für alle Tipps dankbar, wir würden auch gerne wieder entspannt unsere „krabbelstunden“ geniessen können…

lg
Tina

Wie alt ist denn Dracula? (owt)
owt = ohne weiteren Text :smile:

Hallo

ich denke, es würde helfen, wenn die Mutter sofort danach sagt, nein, so geht das nicht, und mit dem Kind nach Hause geht. Und dem Kind vielleicht schon vor der Krabbelgruppe und dann auch nochmal auf dem Nachhauseweg erklärt, dass man leider alleine bleiben muss, wenn man beißt, oder so ähnlich.

Ich glaube, sowas hilft ziemlich schnell.

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

da gibt es überhaupt nichts zu verzweifeln. Man verzichte auf den von Dir beschriebenen Psychoterror:

Die Mutter des beißenden Kindes wendet sich kurz mit einer um Verzeihung bittenden Geste an die Mutter des gebissenen Kindes und tut dann ihr Kind mit erhobener Stimme zurechtweisen.

lG

w

Hallo Simsy,

man hat es hier mit einem Krabbelgruppenkind zu tun und nicht mit einem voll einwilligungs- und geschäftsfähigen Angestellten.

lG

w

Hallo

man hat es hier mit einem Krabbelgruppenkind zu tun und nicht
mit einem voll einwilligungs- und geschäftsfähigen
Angestellten.

Ich glaub, du hast das falsch verstanden. Ich meinte, dass die Mutter, wenn das Kind beißt, mit dem Kind nach Hause geht.

Was soll man denn machen? Soll man warten, bis die anderen Mütter nicht mehr kommen? Meinst du, die müssen ihre Kinder beißen lassen? Beißen tut wahnsinnig weh.

Ich bin sicher, dass das Kind nicht gehen will, und wenn die Mutter sofort danach geht, wird es auch den Zusammenhang kapieren.

Viele Grüße
Simsy

Hallo!

Vielleicht ist es möglich, dem Kind außerhalb der Krabbelgruppe - oder auch in der entsprechenden Situation - was „zu Beißen“ zu geben – ein Handtuch, Jackenärmel etc., in das es reinbeißen kann. Hat bei meinem Kind sehr gut getan – die Beißwut ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, wenn auch natürlich für andere nicht annehmbar.
In welchen Situationen beißt denn das Kind? Hat es andere Möglichkeiten, seine Aggressionen auszudrücken?

A.

Ruhe bewahren und ansonsten vorbeugen
Hallo,
vielleicht kriegt es grad den ein oder anderen Zahn. (beißt es auch sonst alles?)

Wichtiger als alle nachfolgenden Zurechtweisungen, Erklärungen, Gekränktheiten, … ist sicher die Vorbeugung:

Könnte es einfach während der Krabbelstunde einen Schnuller in den Mund gesteckt bekommen? Mag der Mutter des Beissers vielleicht peinlich sein, aber das Kind wird nicht erst den Schnuller aus dem Mund nehmen, um dann zu beissen, oder?

Und ist es wirklich eine bekannte Vorgehensweise, dem Kind nicht gleich zu sagen, dass das weh tut?
Der Augenblick ist es, in dem ein Krabbelkind (wie alt genau?) lebt. Darum sollte man doch sofort sagen, was los ist - und zwar klipp und klar: Nein! Das tut weh! Ohne lange Erklärungen. Dann kann man sich gern und ausgiebig dem Opfer widmen, wenn es sein muß.
Tröstet da nicht schon die Mutter/der Vater des Opfers?

Die Mutter sollte während dieser Beißphase (in der Regel bleibt es eine Phase und gibt sich irgendwann von allein) zur Vorbeugung vielleicht einfach neben dem Kind bleiben und eingreifen, sobald sie in ihm auch nur den Gedanken „ich beiß gleich“ erkennt.
Dann das Kind vor der Ausführung des Vorhabens festhalten, ablenken, … kein großes Theater machen.
Das können auch alle anderen anwesenden Erwachsenen so handhaben, wenn sie sehen (und die Mutter grad nicht), es beißt gleich.

Und warum beißt es eigentlich?

Vielleicht steht das Kind von Natur aus gern oder einfach zu wenig im Mittelpunkt (großes Geschrei, Auszeit - ist doch toll)?

Vielleicht aber hat es einfach Freude am Bewirken: Ich bin es, der hier dieses klasse Riesentheater verursacht. Hat es genug andere Möglichkeiten, zu zeigen, was es kann, Reaktionen zu bewirken?

Könnte auch einfach an der Lust liegen, die Beissen bereitet.

Jedenfalls gibt es einige Kinder, die im Krabbelalter (aber auch noch mit 2) ohne weiteren Grund gern beißen. Meistens die eigenen Eltern, oft auch andere Kinder.
Das sollten alle anderen Eltern in der Krabbelgruppe wissen, sonst steht die Beissmutter in zu schlechtem Licht.

Beste Grüße
Claudia

Und ist es wirklich eine bekannte Vorgehensweise, dem
Kind nicht gleich zu sagen, dass das weh tut?
Der Augenblick ist es, in dem ein Krabbelkind (wie alt genau?)
lebt. Darum sollte man doch sofort sagen, was los ist - und
zwar klipp und klar: Nein! Das tut weh! Ohne lange
Erklärungen. Dann kann man sich gern und ausgiebig dem Opfer
widmen, wenn es sein muß.
Tröstet da nicht schon die Mutter/der Vater des Opfers?

Ich glaub, das soll den üblichen „Liebesentzug“ darstellen, um eben dieses „Ich bau scheiße, dann beachtet Mama mich und ich steh im Mittelpunkt!“ zu vermeiden, statt Aufmerksamkeit zu bekommen, wird das Kind aktiv ignoriert.

lg
Kate

„Klein-Dracula“ ist jetzt 20 Monate, beissen tut er davon ca. 4 Monate.

Die Mutti des Kindes hat die KRabbelgruppe auch schon verlassen, um ihrem Kind zu zeigen, dass man eben gehen muss,w enn man anderen weh tut. Hat nichts gebracht.

Zuerst das Trösten des anderen Kindes erfolgt deshalb, um dem Beisskind nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu geben. Sie will nicht, dass das Kind durch solche Aktionen zum Mittelpunkt der ganzen Stunde wird.

Also einfach abwarten, besser aufpassen und hoffen dass es sich irgendwann erledigt? Wenn ich das Posting über mir lese, kann das noch ne Weile dauern , oder?

Danke für Eure Antworten

lg
Tina

„Klein-Dracula“ ist jetzt 20 Monate, beissen tut er davon ca.
4 Monate.

Hat Mama-Dracula schon des öfteren geschimpft und Klein-Dracula zurecht gewiesen nachdem er gebissen hat?

Hi!

Das Kind ist also 20 Monate - damit noch nicht alt genug, langfristige Vereinbarungen zu schließen und einzuhalten.

Da hilft nur eines: auf den gemütlichen Tratsch verzichten und nah genug beim Kind bleiben, um das Beißen immer wieder im Ansatz zu unterbinden. „Nein, beißen tut weh, das laß ich dich nicht tun“ in Wort und Tat. Irgendwann kapiert es JEDES Kind, man muß nur hatnäckig genug sein. *g*

Eventuell hilft es auch, dem Kind VORSICHTIG zu zeigen, daß Beißen weht tut/unangenehm ist. Sprich: zurückbeißen. Natürlich NICHT zuschnappen wie ein Kleinkind, sondern vorsichtig zubeißend den Druck erhöhen, bis das Kind zeigt, daß es ihm unangenehm ist. So, wie man Kinder mit der Hand in die NÄHE des Ofens, der Herdplatte, der Kerzenflamme bringt, damit „heiß“ für sie eine Bedeutung bekommt. Diese Methode ist natürlich umstritten und funktioniert nicht bei allen Kindern.

Mir zeigen solche Geschichten immer wieder, daß Kleinkinder KEINEN Kontakt zu Gleichaltrigen brauchen sondern eher zu altersgemischten Kidngruppen. (Stichwort Großfamilie)

alien

Hallo

Die Mutti des Kindes hat die KRabbelgruppe auch schon
verlassen, um ihrem Kind zu zeigen, dass man eben gehen muss,w
enn man anderen weh tut. Hat nichts gebracht.

Wie oft hat sie das denn gemacht? Es klingt hier so, als hätte sie es erst einmal oder zweimal gemacht. Ich denke, das muss dem Kind schon klar werden, dass das jedesmal passiert, wenn es beißt. Und die Mutter müsste sich auch sofort das Kind schnappen, dann erst die Sachen zusammensuchen und unverzüglich gehen. Außer Kind schnappen und irgendeinem „nein“ sollte dann dann nicht viel passieren, das Weggehen müsste eher langweilig sein.

Das ist natürlich auch immer eine Selbstbestrafung, wenn die Mutter das macht, deshalb würde ich verstehen, wenn die Mutter davon nicht begeistert wäre.

Aber Beißen ist einfach schrecklich für die anderen Kinder, finde ich.

Viele Grüße
Simsy

Mahlzeit!

Und die Mutter müsste sich auch sofort das Kind
schnappen, dann erst die Sachen zusammensuchen und
unverzüglich gehen.

Und dann hat das Kind genau das geschafft was es wollte, die Mama wieder
für sich alleine.

Gruß
Stefan

Mahlzeit!

Mir zeigen solche Geschichten immer wieder, daß Kleinkinder
KEINEN Kontakt zu Gleichaltrigen brauchen sondern eher zu
altersgemischten Kidngruppen. (Stichwort Großfamilie)

Was heißt, es gibt halt von den Größeren mal eins vor die Hörner wenn
man beißt und schon hat der kleine Schlingel gelernt, wenn ich beiße
tut mir danach der Kopf/Po weh.
Kinder reden nicht groß über sowas, die Handeln einfach.

Gruß
Stefan

Mahlzeit!

Danke, wir essen erst später.

Und die Mutter müsste sich auch sofort das Kind
schnappen, dann erst die Sachen zusammensuchen und
unverzüglich gehen.

Und dann hat das Kind genau das geschafft was es wollte, die
Mama wieder
für sich alleine.

Wenn das Kind nicht besonders gerne in der Gruppe ist, klappt es so natürlich nicht. Das ist doch eh klar.

Grüße
Simsy

„Klein-Dracula“ ist jetzt 20 Monate, beissen tut er davon ca.
4 Monate.

Hat Mama-Dracula schon des öfteren geschimpft und
Klein-Dracula zurecht gewiesen nachdem er gebissen hat?

Ja , hat sie.
Erst erklärt und nachdem er aber an einem Nachmittag mehrmals gebissen hat, auch geschimpft.

Hi,

es musst nicht zwangsläufig so sein, dass größere Kinder die Taten übernehmen die Eltern gesetzlich untersagt sind. Unser Großer (2,5 Jahre älter wie sein Bruder) hat zum Beispiel in solchen Situationen ziemlich hilflos reagiert, denn er wusste ja, bzw. hatte es schon gelernt, dass man nicht hauen oder beißen darf.

Ich habe unseren Kindern immer gezeigt wie weh beißen tut. Ich habe einen Finger von den Kleinen zusammen mit einem von meinem in den Mund gesteckt (so das sie übereinander liegen) und habe gesagt, wenn du beißen willst dann beiß Papa.

Es hat zwar höllisch wehgetan, zumal die Zähne der Lütten ja wirklich scharf sind, aber der Lerneffekt war schnell und groß. Nach ein paar Tagen/Wochen war bei beiden das Thema beißen durch.

Viel Glück und viele Grüsse
Me

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Hi!

Das passiert nur, wenn die Großen auch noch nicht gelernt haben, was angemessene und was unangemessene Mittel sind, sein Ziel zu erreichen.
Dann sind die Großen aber entweder a) auch noch nicht groß genug für unbeaufsichtigtes Miteinanderspielen oder b) unerzogene Fratzen.

alien