ich habe eine Sorge. Ich war fast zwei Jahre lang Hauptbezugsperson für meine Tochter, die jetzt 5 Jahre alt wird. Ich war quasi Hausmann und meine Frau war berufstätig mit viel Überstunden.
Ich habe dann seit Februar eine Postion bei der ich während der Woche nicht zu Hause sein kann. Meine Frau ist jetzt aber die Hausfrau…die Rollen haben gewechselt.
Dass ich einen Job habe, bei dem ich eigentlich immer während der Woche nicht zu Hause sein kann, ist natürlich eine besondere Veränderung. Mit meiner Frau geht das, weil wir darin schon Erfahrung haben. Meine Tochter vermisse ich auch, aber ich denke mir eben, dass ich schon besonderes Glück hatte soviel Zeit mit ihr zu verbringen.
Die Sorge ist aber, dass sie mich doch braucht. Sie sagt jedes Wochenende, dass sich mich vermissen würde, ohne dass ich das extra nachfrage.
Dazu muss man auch wissen, das meine Frau kein „Kind“ in sich stecken hat, also ungern spielt und andere Kinderspässe macht.
Dagegen macht sie aber ausgleichend viel in Bezug auf Kurse mit der Tochter besuchen andere Leute treffen etc…was ich zuvor wenig gemacht habe.
Sollte ich mir ernsthaft Gedanken machen und lieber jobmässig umsehen um einen festen lokalen Job zu finden, oder kann man nach 3 Monaten noch nicht „erwarten“ dass meine Tochter sich daran gewöhnt hat.
Ich plane eher mindestens zwei Jahre in diesem Job viel Erfahrung zu sammeln um dann evtl. eine geeignete Position ohne Reisetätigkeit erahlten zu können, aber vielleicht sollte ich mich schon jetzt umschauen (viel Zeit dafür habe ich nicht).
Grundsätzlich frage ich mich:
Braucht sie mich wirklich oder nicht?
ich finde das schön und rührend, dass du dir so viel Gedanken machst.
Klar braucht dich deine Tochter so viel wie es nur geht. Und dass sie dich vermisst, ist auch logisch, wenn sie dich die ganze Zeit rund um die Uhr für sich hatte.
Dass das nicht immer möglich ist, dass man die Kinder so intensiv betreut und mit denen viel zusammen ist, das weißt du ja selbst.
Bedenke nur die vielen Alleinerziehenden. Das heißt aber nicht unbedingt, dass Kinder drunter leiden müssen. In wesentlichen hängt das davon ab, wie Eltern mit der Trennung umgehen.
Von einem Kind kann man nicht erwarten, dass es sich in 3 Monaten dran gewöhnt. Aber je selbstverständlicher DU damit umgehst, desto eher wird sie sich dran gewöhnen.
Das heißt auch für dich: Qualität kann durchaus die Quantität ausgleichen.
Das muss dich nicht hindern, einen Job in die Nähe zu suchen, vielleicht hast du Glück und du findest was besseres und ganz bald.
Wenn nicht, ist es auch nicht sooo schlimm, finde ich. Sie ist gut aufgehoben bei deiner Frau, die ihr offensichtlich viel Abwechslung bietet und dich hat sie zum spielen und rumkaspern am Wochenende. Ein glückliches Kind!
Ansonsten gibt es Telefone und wenn sie weiß, dass sie dich jederzeit (oder eben nach der Arbeit jederzeit anrufen darf, dann vergehen die Tage auch schneller. Das gilt natürlich auch für dich
Grundsätzlich frage ich mich:
Braucht sie mich wirklich oder nicht?
Ich würde denken, dass sie ohne deine ständige Anwesenheit wohl nicht in ihrer Entwicklung gehemmt wäre. Insofern braucht sie dich vermutlich nicht.
Sie braucht dich aber insofern, als das Leben dann viel mehr Spaß machen würde (oder so ähnlich).
Also mit anderen Worten: Schöner wäre es schon für sie. Diese Unternehmungen mit der Mama macht sie dann ja trotzdem noch (tagsüber), und könnte dann abends mit dir spielen (oder so ähnlich). Das wäre sicher sehr toll für sie.
Es fragt sich allerdings wie lange. Irgendwann will sie nicht mehr mit Papa spielen, sondern lieber mit ihren Freundinnen. Ich weiß nicht, ob du beruflich so flexibel bist, um da immer auf diese Veränderungen reagieren zu können.
Bis die Eltern allerdings wirklich reichlich uninteressant werden, sind es noch ein paar Jahre.
Nachholen kann man die verloren gegangene gemeinsame Zeit allerdings nicht. Auf später verschieben kann man es nicht.
Viele Grüße
Simsy
PS: Ich weiß, dass erfolgreiche Frauen fast immer eine sehr intensive Unterstützung durch ihren Vater erhalten haben. Ich wüsste allerdings nicht, dass diese Väter auf ihre eigene Karriere verzichtet hätten. Es würde mich wundern.
Hallo Thomas,
wie Maja finde auch ich es sehr schön, dass Du Dich so sensibel um das Seelenwohl Deines Kindes kümmerst.
Dass die ungewohnte Trennung für Deine Tochter momentan nicht so toll ist, dürfte klar sein. Aber Kinder brauchen Konflikte, müssen deren Bewältigung erlernen. Ihr könnt Eure Tochter in diesen Situationen unterstützen, sie aber nicht von allen kleinen, mittleren, schweren Traumata fern halten. Das ist gut so, das ist wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung. Gut bearbeitete und aufgelöste Konflikte machen uns sicher und stark.
Wichtig finde ich, dass Du Deiner Tochter wirklich ZUTRAUST, mit der neuen Gegebenheit klarzukommen und dass Du auch Deiner Frau wirklich ZUTRAUST, Dein Wegsein gut zu kompensieren. Wenn Ihr Euch sicher fühlt, erlebt auch Eure Tochter Sicherheit. Kinder haben dafür ja bekanntermassen ganz feine Antennen.
Viel Spaß und Erfolg mit Deinem neuen Job und alles Gute für Deine Familie!
Andrea
ich denke auch, dass drei Monate zu kurz sind für ein Kind, sich schon umzustellen. Für wichtig halte ich es, dass die Familie am Wochenende möglichst viel zu Dritt unternimmt, um die gemeinsame Zeit zu nutzen. Aber nicht übertreiben, sonst ist schnell Wochenendstress angesagt. Das belastet zu schnell die Erwachsenen, die wochentags voll berufstätig sind.
Wenn das Kind bereits fünf Jahre alt ist, dann ist in einem oder zwei Jahren die Einschulung fällig. Dann kommt so viel Neues auf das Kind zu, dass die Wochendendfamilie dann an Wichtigkeit verliert.
Ich rate dringend davon ab, unter dem Eindruck des derzeitigen Stresses eine neue Stelle in Familiennähe zu suchen. Ist der neue Job nicht so gut wie der alte, kommt sehr bald neuer Konfliktstoff ins Haus. Wenn neuer Job, dann seeehr sorgfältig aussuchen.
Wichtig ist oder wird demnächst noch, wie das Umfeld auf die derzeitige Situation reagiert. Steht die Gesamtfamilie hinter dem Vater, der sich auf eine Wochenendfamilie einlässt oder wird dauernd gejammert, dass das alles so furchtbar ist? Wie steht die Mutter dazu? Vermisst sie nicht schon bald ihren Job und möchte wenigstens in Teilzeit arbeiten? Gibt es diesbezüglich Unterstützung?
Auch daran muss bereits im Vorfeld gedacht werden.
danke für die Antworten. Schade das keine dabei war, die mich dazu auffordert wieder Hausmann zu werden .
Denn ein Teil von mir will auch selbst wieder zurück.
Aber ansonsten freue ich mich über die Tips…Ruhe zu bewahren und auszustrahlen. Das stimmt wohl, hätte ich fast vergessen.
Naja…heute mache ich mal eine Ausnahme und mach noch einen Überraschungsbesuch daheim zum Geburtstag meiner Tochter…die 3 Stunden hin und morgen zurück müssen halt mal drin sein.
@Aber nicht zu vergessen, sie ist auch immer in einen guten Kindergarten gegangen (ca. 10-12 Kinder mit 2 Betreuerinnnen) und geht immer noch und gern.
Das mit dem (vorher nicht erwähnten) Kindergarten meinte ich. Dann ist es ja auch kein One- to- one.
Hey,
eigendlich braucht dein Kind dich immer.
Aber an veränderungen gewöhnen sich Kinder.
Dies kann aber ein bisschen dauern weil sie nicht wirklich verstehen warum diese veränderung passirt.
Also hab ein wenig gedult.
dass ein kind ihre eltern braucht, ist selbstverständlich.
aber ich denke sie wird sich im laufe der zeit daran gewöhnen. immerhin verbringt sie die zeit ja mit ihrer mutter.
an den wochenenden würde ich zu dritt etwas schönes unternehmen.
lg