Hallo Didi,
ich denke nicht, dass so ein Verhalten NUR auf die Trennung zurückzuführen ist. Machen auch nicht nur die Mütter.
Vieles entsteht dadurch, dass man/frau noch keine Erfahrung bzw. Übung hat.
Wenn ich mich daran erinnere, als mein erster Enkel (jetzt 6 J.) geboren wurde. Gottogottott, waren da Kleinigkeiten wie z. B. Fingernägelschneiden ein Drama. Wurde gemacht wenn das Kind schlief, damit man ja nicht ins Fingerchen schnitt.
Jetzt hab mein Sohn und seine Frau das dritte Kind. Egal ob Scharlach, fieberhafter Infekt, Norovirus oder was auch immer, es geht inzwischen ohne jede Panik oder Überreaktin ab.
Nicht immer, aber doch immer öfters legt sich solch eine Überbesorgtheit wenn mehrere Kinder da sind.
Vieles an einem solchen „Überbemuttern“ ist eine uneingestandene Unsicherheit. Es kann auch sowas wie Selbstbestätigung sein, wenn man soooo guuuut für sein Kind sorgt.
Ermahnungen, Gespräche, Mediationen usw. sind selten erfolgreich. Die anderen, die ermahnen usw. sind im Auge der überbehütenden Eltern eben dann Rabeneltern und haben keinerlei Ahnung.
Ähnliches habe ich vor vielen Jahren bei einer Freundin erlebt. Sie erdrückte (immer Mütze aufsetzen, Schal rum, nicht auf Steine setzen, keine Glasflaschen tragen, keine Süßigkeiten usw. usw.) sozusagen das Kind. Als das Kind dann 18 Jahre alt war, packte es seine Sachen und mietete sich ein nicht mal 10 qm „großes“ Zimmer.
Vor zwei Jahren habe ich den jungen Mann wieder gesehen. Er sagte unverblümt, dass er kaputt gegangen wäre, wenn er den Schritt (obwohl er noch Schüler gewesen war) nicht gegangen wäre.
Bei ihr hat allerdings nicht mal die Geburt eines zweiten Kindes etwas von der Überbemutterung weggegenommen.
Für fast alle Verhaltensweisen gibt es Begriffe. Stell doch diese Frage nach dem Begriff für so ein „Übermutterdrama“ mal im Psycho-Brett.
So gut es solche Eltern mit ihren Kindern meinen, für mich sind sie nicht erziehungsfähig.
Gruß
Ingrid