@ Didi und Fabian
Hallo Didi und Fabian,
wer von euch jetzt mehr in Schubladen denkt und Reflexreaktionen auf bestimmte Worte zeigt, müsste sich noch erweißen.
e nachdem, wie die Trennung verlief, können die Eltern große Schuld :mit sich tragen, die sie unbedingt wieder gut machen müssen.
Schuld? Welche Schuld? Bei einer Trennung muss nicht jemand
„schuldig“ sein…
Nein, „schuld“ sein muss man nicht, das hat aber nichts damit zu tun, dass man sich vielleicht „schuldig“ fühlt - weil man nicht länger versucht hat, weil man dem Kind die Familie nimmt, weil man sich egoistisch fühlt, was auch immer - es muss nicht rational begründet sein.
Da bringst du ein bisschen was
durcheinander. Und weder Mutter noch Vater müssen etwas wieder
gut machen.
Das muss nicht mal vordergründig bewusst sein. Ich fühle mich gelegentlich schuldig, dass ich meinen Kindern den Golfkrieg angetan habe.
Wer, wenn nicht das Kind soll das anerkennen?
Das Kind soll die Eltern loben, dass sie sich um das eigene
Kind kümmern?
Wo sagt Fabian denn das?
Klar, der Vater hat Frau und Kind verlassen und weiß doch gar nicht, :wie es dem Kind in Wirklichkeit geht.
Klar? Stell doch einfach mal dein Schubladendenken ab. Wie
kommst du darauf, dass der pöse pöse Vater Frau und Kind
verlassen hat?
Auch das lese ich nicht in Fabians Post (er hätte es allerdings anders ausdrücken können). Tatsache ist, dass das Kind bei deiner Frau lebt. und eben nicht vorrangig bei dir.
Nimmt die Mutter denn Ratschläge von anderen Personen an?
Nein, eher weniger. Sie ist eine sehr dominante, herrsch- und
kontrollsüchtige Frau.
Das lass ich jetzt mal unkommentiert.
Anderen geschiedenen Müttern vorzugsweise, denn die haben ja das :gleiche Leiden durchmachen müssen.
Schon wieder ne Schublade? Die armen geschiedenen Mütter…
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass du alles andere als objektiv bist und ziemlich verletzt bist durch die Trennung von Frau und Kind.
Ob geschiedene Frauen an ihrem Los schuld sind oder nicht, ob ihnen bös mitgespielt wurde oder ob sie bös mitspielten - all das ist irrelevant. Tatsache ist, dass viele Situationen, denen sie sich jetzt gegenübersehen, sich bei vielen geschiedenen Müttern ähneln. Und es ist nunmal so, dass man mit Menschen, die ähnliches erleben, leichter reden kann und auch leichter Ratschläge von ihnen annehmen kann - deshalb gibt es ja auch Support Groups.
Kannst Du Dir eigentlich auch vorstellen, dass es genau
andersherum sein könnte? Das es auch Mütter gibt, die in ihrer
Beziehung unzufrieden oder unglücklich sind und deshalb den
Vater verlassen? Oder einfach jemanden anders kennen gelernt
haben? Oder oder oder
Das ist alles irrelevant zu dem von dir geschilderten Problem.
Und nochwas aus meiner Erfahrungskiste: als junge unerfahrene Mutter wurde meine Kind krank (nichts Schlimmes, wie sich später herausstellte, das Baby hatte ein Infektion im Mund). Mein Mann war nicht da (geschäftlich für zwei Tage weg), es war Sonntag. Das Baby trank nichts. In wenigen Stunden war ich ein nervliches Wrack, sah ein verdurstendes Baby vor mir, sah buchstäblich die Fontanelle einsinken und malte mir die schlimmsten Dinge aus. Mein Verstand sagte mir: es ist nicht so schlimm, aber mein Gefühl sagte was gänzlich anderes.
Mein Mann kam abends heim und zuerst fühlte ich mich durch seine ruhige und beruhigende Art provoziert, weil ich mich nicht ernstgenommen fühlte (–> so in der Art schreibt Simsy), aber nachdem ich mich doch beruhigt hatte, sah ich ein, dass ich total übertrieben reagiert hatte.
Mir ist später noch öfter aufgefallen, wie wertvoll es ist, einen Ansprechpartner zu haben, ein „sounding board“. Ich wäre als alleinerziehende Mutter eine Katastrophe gewesen - ich bin jemand, der Probleme durchsprechen muss, um sie in den Griff zu kriegen.
Gruß
Elke