Kind erkältet-Mutter panisch

Hallo, das ist ein blöder Titel, aber wie drück ich es besser aus?

Es geht um folgendes: Ein Kind (4) ist krank, Erkältung, Husten, Fieber, Bauschmerzen. Die Eltern leben getrennt.

Nicht wirklich schön für das Kind, aber das Problem ist die Mutter. Die dreht völlig durch: Fiebermessen im 10 min-Takt, nur noch verhätscheln und auf dem Arm tragen, auch wenn das Kind sich zwischenzeitlich besser fühlt, das Kind darf sich weder hektisch bewegen, geschweige denn springen oder hüpfen oder sonstwas in der Richtung. Auch nachts wird alle 1-2 Stunden Temperatur geprüft, daher wird dann gleich in Mamas Bett geschlafen. Nutella und Kakaoverbot, da man keine Schokolade zu sich nehmen darf, wenn man krank ist.

Das Kind bekommt den ganzen Tag zu hören: Oje, ich mach mir solche Sorgen um Dich, was machen wir bloss heute nacht, wenn dein Fieber noch schlimmer wird, dann können wir nicht zum Doktor, dann müssen wir ja ins Krankenhaus. Das ist ja alles so schlimm… usw.

Wenn der Vater sie abholt, heißt es vor der Kleinen, er müsse jeden Toilettenbesuch kontrollieren, damit man merke, ob sie einen Darmverschluß bekomme, da sie einen Tag vorher keinen Stuhlgang hatte.

Der Vater fühlt sich so langsam wie Michael Douglas in Falling down.
Er denkt, man sollte das Kind eher etwas aufbauen und stärken, als ihm ständig Angst zu machen. Beim Vater verhält sich das Kind weitgehend normal, schläft etwas mehr. Hat kein Problem damit, alleine im Bett zu schlafen, lacht und spielt.

Der Vater findet das Verhalten der Mutter völlig übertrieben. Als er das anspricht, heißt es, die Mutter interessiert sich nicht für das, was andere (z.B. der Vater)sagen, für sie zählt nur ihre Meinung und die der Kinderärztin.

Wie kann man der Mutter näherbringen, das ihr Verhalten nicht unbedingt vorteilhaft ist? Oder verhält sie sich womöglich richtig?

Danke und Grüße
Didi

Hallo,

wir furchbar für das Kind. So eine Mutter haben wir in unserem Bekanntenkreis auch. Leider kommen wir nicht an sie ran!

Gruss

Moin Didi!
Erst mal vorweg: ich bin kein Seelenklempner aber geschieden. Das Problem erinnert mich auch irgendwie an meine Ex.
Ich denke bei der von dir beschriebenen Frau handelt es sich um eine Übermutter. Motto: immer schützend über den Aufschnitt werfen.
Natürlich braucht ein krankes Kind Zuwendung. Und gewisse Sachen sollte es in dem Zustand auch nicht essen. Aber wenn du beschreibst das der Vater viel entspannter mit dem Kind umgeht sehe ich nur den Weg über eine Beratung.
Diese Beratung sollte mit einer neutralen Person die psychologisch geschult wurde durchgeführt werden. Und beide Parteien sollten keine Begleitung mitnehmen. (meine Erfahrung)
Eventuell können sich beide vorher zu einem Gespräch treffen. Aber so wie du es beschrieben hast wird es wohl keinen Zugang zur Frau geben.
Ich hoffe vor allem in Sicht auf das Kind das alles in geregelte Bahnen gelenkt werden kann.
Hilfe für solche Gespräche gibt es über das Jugendamt oder Ehe- und Paarberatungen.
Ich hoffe dir damit geholfen zu haben obwohl das sicherlich keine objektive Antwort ist.
Gruß
Martin

Hallo

Wie kann man der Mutter näherbringen, das ihr Verhalten nicht unbedingt vorteilhaft ist? Oder verhält sie sich womöglich richtig?

Ich würde an Stelle des Vaters versuchen zu hoffen, dass die Mutter sich ihm gegenüber so übertrieben besorgt zeigt, weil sie das Gefühl hat, dass selbiger sich zu sorglos gibt/ihre Sorgen nicht ernst nimmt, und dass sie in seiner Abwesenheit sich nicht ganz so panisch verhält.

Ihr Verhalten wird sich vielleicht normalisieren, wenn er ihre Sorgen ernster nimmt, oder sich jedenfalls drauf einlässt (nachfragt und es einfach so stehenlässt).

Er sollte es im Interesse des Kindes versuchen.

Viel Spaß …

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

ich würde an Stelle des Vaters versuchen zu hoffen, dass die Mutter :sich ihm gegenüber so übertrieben besorgt zeigt, weil sie das Gefühl :hat, dass selbiger sich zu sorglos gibt/ihre Sorgen nicht ernst :nimmt, und dass sie in seiner Abwesenheit sich nicht ganz so panisch :verhält.

Der Vater braucht nicht „versuchen zu hoffen“ (?), die Mutter verhält sich bezüglich des Kindes immer so. In jeder Situation, jedem gegenüber, nicht nur dem Vater gegenüber. Aber es geht auch mehr darum, wie sie sich dem Kind gegenüber verhält, diesem Angst macht, anstatt zu beruhigen. Und das macht sie auch wenn niemand dabei ist.

Ihr Verhalten wird sich vielleicht normalisieren, wenn er ihre :Sorgen ernster nimmt, oder sich jedenfalls drauf einlässt (nachfragt :und es einfach so stehenlässt).

Der Vater nimmt das Kind und die Krankheit sehr ernst, aber warum sollte er ein falsches Verhalten ignorieren? Damit sich die Mutter besser fühlt? Liegt das deiner Meinung nach im Interesse des Kindes? Kindeswohl ist, wenn man die Mutter machen läßt, die wird’s schon wissen?

Findest Du es nicht übertrieben, nur weil ein Kind einen Tag keinen Stuhlgang hat, von Darmverschluß zu reden (vor dem Kind)? Ab 38 Grad ist es hohes Fieber? Noch bei 10 Grad Außentemperatur müssen die fünf Meter vom Auto zum Haus Handschuhe angezogen werden?

Dann liegt der Vater vielleicht wirklich falsch…

Gruß
Didi

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Die Frau macht sich Sorgen, das könnte man ja erstmal anerkennen. Man könnte Ihr Zuspruch geben, evtl. mit dem Hinweis, dass man die Sorgen zumindest in Stücken teilt.
(Neigt das kind zu Fieberkrämpfen, evtl. gibts für die Besorgnis ja auch handfeste Gründe)Man könnte nachfragen, ob es für die Angst vorm Darmverschluß Gründe gibt. Evtl. hilft ein Anruf bei der Ärztin, wenn die Kommunikation zwischen den Eltern so gestört ist.

Dann könnte man der Frau sagen, dass ein krankes kind so ein bißchen wie ein Schiff bei Sturm auf dem Meer ist. Das schiff braucht keinen panischen Kapitän, der planlos hin- und herrennt, sondern eine gefasste und selbstsichere Persönlichkeit, die ganz sicher das schiff durchs Wetter bringt. Aber vielleicht ist das in dem Fall Aufgabe des Vaters. (der hat dann aber auch den Panikpassagier zu befördern und so zu beruhigen, dass das Schiff nicht demoliert wird)

Das das Kind bei der mutter schläft, finde ich ja nun vollkommen normal - das tut mein Kind auch in gesundem Zustand. ein 4-jähriges kind wird sich zudem auch kaum freiwillig im Arm halten lassen, wenn es das nicht will. Evtl. sucht auch das kranke Kind die Nähe der Mutter?

FS

Hallo

Findest Du es nicht übertrieben, nur weil ein Kind einen Tag keinen Stuhlgang hat, von Darmverschluß zu reden (vor dem Kind)? Ab 38 Grad ist es hohes Fieber? Noch bei 10 Grad Außentemperatur müssen die fünf Meter vom Auto zum Haus Handschuhe angezogen werden?

Doch, ich finde es schrecklich.
Ich finde es regelrecht psychopathisch.

Ich dachte, es hätte ja sein können …
Ich kenne sie ja nicht, das war halt ein Versuchsballon …

Wie ist sie denn sonst so? Findest du es ok, dass dein Kind bei ihr lebt und von ihr erzogen wird?

Viele Grüße

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Hallo Frau Schlau Schlau,

Die Frau macht sich Sorgen, das könnte man ja erstmal anerkennen. :Man könnte Ihr Zuspruch geben, evtl. mit dem Hinweis, dass man die :Sorgen zumindest in Stücken teilt.

Das ist die Mutter! Soll man sie jetzt loben, weil sie sich um ihr Kind sorgt? Selbstverständlich sorgt sich der Vater auch um das Kind.

(Neigt das kind zu Fieberkrämpfen, evtl. gibts für die Besorgnis ja :auch handfeste Gründe)

Nein. Hier geht es(laut Kinderarzt) um einen ganz normalen grippalen Infekt. Das Kind neigt zu gar nichts.

Dann könnte man der Frau sagen, dass ein krankes kind so ein bißchen :wie ein Schiff bei Sturm auf dem Meer ist. Das schiff braucht keinen :stuck_out_tongue:anischen Kapitän, der planlos hin- und herrennt, sondern eine :gefasste und selbstsichere Persönlichkeit, die ganz sicher das :schiff durchs Wetter bringt.

Die Mutter empfindet das ja auch nicht so, sie fühlt sich als gefasste, selbstsichere Persönlichkeit, die über jeden Verdacht erhaben ist und keine Fehler macht.

Das das Kind bei der mutter schläft, finde ich ja nun vollkommen :normal - das tut mein Kind auch in gesundem Zustand.

Naja, wenn es gesund ist, finde ich es in dem Alter nicht normal.

Danke und Grüße
Didi

OT :wink:)))

Das das Kind bei der mutter schläft, finde ich ja nun :vollkommen :normal - das tut mein Kind auch in gesundem Zustand.

Naja, wenn es gesund ist, finde ich es in dem Alter nicht normal

Weißt Du was, mein Partner ist schon 35 und schläft auch immer noch bei mir. Ich hatte auch schon Mitschläfer die wesentlich älter waren.

FS

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Hallo,

Findest du es ok, dass dein Kind bei ihr :lebt und von ihr erzogen :wird?

Naja, ich habe nicht die große Wahl…:frowning:

Das Meiste macht sie ganz ordentlich. Manches eben nicht. Ich habe mich aber ansonsten noch NIE über ihre Erziehung beschwert.

Bei einigen Dingen bin ich halt anderer Meinung.

Gruß
Didi

Hi,

dann wartet mal ab, bis ihr in unser Alter kommt, da wirds im Schlafzimmer wieder unruhiger… da möchte man vielleicht öfters kein Kind mehr nebendran liegen haben. :smile:)

Grüße
Didi

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wie bei euch gibts unruhe nur im bett im schlafzimmer???
Dann komme ich lieber nicht in Euer Alter :smile:))

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Toller Konter! owt
nüscht

Hallo Didi,

zunächst einmal denke ich, dass getrennt lebende Eltern eine sehr selektive Warnehmung des anderen haben. Gründe für eine Trennung gibt es viele, nach der Trennung werden diese nicht verschwinden. Im Gegenteil, weil man sich ja nicht mehr jeden Tag sieht, ist die Zeit, in der man sich sieht, sehr intensiv, kompakt gradezu und man wird die Zeit nicht nutzen, um seinen Blick der Dinge zu verändern, wenn man dazu nicht bereit ist. Man wird weiter auf den alteingefahreren Spuren weitermachen.

Die dreht völlig durch: Fiebermessen im 10 min-Takt,(…)
nur noch verhätscheln und auf dem Arm tragen, (…) Auch nachts wird :alle 1-2 Stunden Temperatur geprüft

So ein Kind kann eine wahnsinnig große Projektionsfläche sein.

Je nachdem, wie die Trennung verlief, können die Eltern große Schuld mit sich tragen, die sie unbedingt wieder gut machen müssen. Vom anderen Elternteil ist man ja nun getrennt und somit sind Kommunikations- und andere Probleme erst mal auf Eis gelegt. Als kann man sich voll und ganz dem Kind widmen.

Das Kind bekommt den ganzen Tag zu hören: Oje, ich mach mir
solche Sorgen um Dich, was machen wir bloss heute nacht, wenn
dein Fieber noch schlimmer wird, dann können wir nicht zum
Doktor, dann müssen wir ja ins Krankenhaus. Das ist ja alles
so schlimm… usw.

Wenn man sich so aufopfert und alles tut, damits der Kleinen gut geht, dann soll sie das doch auch wissen. Wer, wenn nicht das Kind soll das anerkennen?

Wenn der Vater sie abholt, heißt es vor der Kleinen, er müsse
jeden Toilettenbesuch kontrollieren, damit man merke, ob sie
einen Darmverschluß bekomme, da sie einen Tag vorher keinen
Stuhlgang hatte.

Klar, der Vater hat Frau und Kind verlassen und weiß doch gar nicht, wie es dem Kind in Wirklichkeit geht. Um größeren Schaden zu verhinden, sollte er wenigsten die gröbsten Verhaltensregeln wissen.

Der Vater findet das Verhalten der Mutter völlig übertrieben.

Aber er wird lediglich Abwehr entgegengebracht bekommen wenn er das so anspricht. Jetzt heißt es diplomatisch und offen vorzugehen. Ich kenne die Mutter leider nicht. Daher kann ich auch nicht sagen, was die beste Vorgehensweise wäre.

Oder verhält sie sich womöglich richtig?

Ich kenne die Version des Vaters der Geschichte, interessant wäre es noch die Version der Mutter zu erfahren, was aber nicht möglich sein wird.

Die Eltern sollten lernen, sich objektiv und völlig sachlich zu verhalten wenn es um das Kind geht. Vor allem nicht über das Thema vor dem Kind disskutieren. Aus den o.g. Gründen wird die Mutter eventuelles Fehlverhalten nicht einsehen und dem Vater wird es sicherlich nicht ganz gelingen, sein Anliegen diplomatisch vorzutragen.

Nimmt die Mutter denn Ratschläge von anderen Personen an? Anderen geschiedenen Müttern vorzugsweise, denn die haben ja das gleiche Leiden durchmachen müssen. Das wäre einen Versuch wert.

Verfahrene Situationen brauchen Zeit. Der Vater sollte seine Position klar machen, aber nicht immer drauf herumreiten.

Gruß
Fabian

Hi,

die in meinen Augen übertrieben Ängste der Mutter kann ich mir nur in sofern erklären, als dass sie nicht weiss mit der Situation umzugehen. Bei einem 4 Jahre alten Kind das vermutlich auch in den Kindergarten geht wunder mich das allerdings ein bisschen denn es dürfte ja nicht die erste Erkältung bzw. das erste mal Fieber sein.

Normalerweise hört man von vielen Müttern in dieser Situation immer den Satz „Wenn es bis morgen nicht besser wird gehe ich lieber mal schnell zum Arzt“. Und auch dieser Weg ist meist umsonst denn nach ein paar Tage ist bei einer normalen Erkältung immer alles schnell vorbei. Bei unseren gibt es im Notfall meist nur ein Zäpfchen wobei meine Frau auch gerne einmal mehr als einmal zu wenig zum Arzt geht.

Ich hab mich schon oft gefragt warum das so ist. Nun ich denke es hat was mit eigenen Ängsten und einer normalen Vorsicht zu tun und mit der Routine werden die Mütter meist zu kleinen Minidoktoren, so dass es mit zunehmender Erfahrung souveräner bewältigt wird.

Dabei spielt glaube ich der Erfahrungsaustausch mit anderen Müttern (Familie, Freunde, Kindergarten, Sport, etc.) eine große Rolle. Auch können gut verständliche Bücher über Kinderkrankheiten und was ist zu tun, eine Beruhigung des eigenen Gewissen bringen.

Vielleicht ist das auch eine Idee für dich zum Helfen. Guck doch mal ob du ihr nicht mit einem Buch ein bisschen zur Seite stehen kannst. Das lenkt ab, macht schlau und beruhigt.

Viele Grüße
Siegmar

Hallo,

erstmal Danke für Deine Hilfe, aber

e nachdem, wie die Trennung verlief, können die Eltern große Schuld :mit sich tragen, die sie unbedingt wieder gut machen müssen.

Schuld? Welche Schuld? Bei einer Trennung muss nicht jemand „schuldig“ sein… Da bringst du ein bisschen was durcheinander. Und weder Mutter noch Vater müssen etwas wieder gut machen.

Wer, wenn nicht das Kind soll das anerkennen?

Das Kind soll die Eltern loben, dass sie sich um das eigene Kind kümmern?

Klar, der Vater hat Frau und Kind verlassen und weiß doch gar nicht, :wie es dem Kind in Wirklichkeit geht.

Klar? Stell doch einfach mal dein Schubladendenken ab. Wie kommst du darauf, dass der pöse pöse Vater Frau und Kind verlassen hat?

Nimmt die Mutter denn Ratschläge von anderen Personen an?

Nein, eher weniger. Sie ist eine sehr dominante, herrsch- und kontrollsüchtige Frau.

Anderen geschiedenen Müttern vorzugsweise, denn die haben ja das :gleiche Leiden durchmachen müssen.

Schon wieder ne Schublade? Die armen geschiedenen Mütter… Kannst Du Dir eigentlich auch vorstellen, dass es genau andersherum sein könnte? Das es auch Mütter gibt, die in ihrer Beziehung unzufrieden oder unglücklich sind und deshalb den Vater verlassen? Oder einfach jemanden anders kennen gelernt haben? Oder oder oder

Grüße
Didi

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Hallo,

Auch können gut verständliche Bücher über Kinderkrankheiten und was :ist zu tun, eine Beruhigung des eigenen Gewissen bringen.

Das ist ne richtig gute Idee.

Kannst Du jetzt auch noch zufällig eines empfehlen?

Danke und Gruß

Didi

‚Kindersprechstunde‘ wäre (m)eine Empfehlung
Hallo Didi,
http://www.amazon.de/Kindersprechstunde-Ein-medizini…
finde ich empfehlenswert, kannst Du Dir ja mal ansehen,
Gruß und gute Wünsche für Euch drei,
Finjen

@ Didi und Fabian
Hallo Didi und Fabian,

wer von euch jetzt mehr in Schubladen denkt und Reflexreaktionen auf bestimmte Worte zeigt, müsste sich noch erweißen.

e nachdem, wie die Trennung verlief, können die Eltern große Schuld :mit sich tragen, die sie unbedingt wieder gut machen müssen.

Schuld? Welche Schuld? Bei einer Trennung muss nicht jemand
„schuldig“ sein…

Nein, „schuld“ sein muss man nicht, das hat aber nichts damit zu tun, dass man sich vielleicht „schuldig“ fühlt - weil man nicht länger versucht hat, weil man dem Kind die Familie nimmt, weil man sich egoistisch fühlt, was auch immer - es muss nicht rational begründet sein.

Da bringst du ein bisschen was
durcheinander. Und weder Mutter noch Vater müssen etwas wieder
gut machen.

Das muss nicht mal vordergründig bewusst sein. Ich fühle mich gelegentlich schuldig, dass ich meinen Kindern den Golfkrieg angetan habe.

Wer, wenn nicht das Kind soll das anerkennen?

Das Kind soll die Eltern loben, dass sie sich um das eigene
Kind kümmern?

Wo sagt Fabian denn das?

Klar, der Vater hat Frau und Kind verlassen und weiß doch gar nicht, :wie es dem Kind in Wirklichkeit geht.

Klar? Stell doch einfach mal dein Schubladendenken ab. Wie
kommst du darauf, dass der pöse pöse Vater Frau und Kind
verlassen hat?

Auch das lese ich nicht in Fabians Post (er hätte es allerdings anders ausdrücken können). Tatsache ist, dass das Kind bei deiner Frau lebt. und eben nicht vorrangig bei dir.

Nimmt die Mutter denn Ratschläge von anderen Personen an?

Nein, eher weniger. Sie ist eine sehr dominante, herrsch- und
kontrollsüchtige Frau.

Das lass ich jetzt mal unkommentiert.

Anderen geschiedenen Müttern vorzugsweise, denn die haben ja das :gleiche Leiden durchmachen müssen.

Schon wieder ne Schublade? Die armen geschiedenen Mütter…

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass du alles andere als objektiv bist und ziemlich verletzt bist durch die Trennung von Frau und Kind.
Ob geschiedene Frauen an ihrem Los schuld sind oder nicht, ob ihnen bös mitgespielt wurde oder ob sie bös mitspielten - all das ist irrelevant. Tatsache ist, dass viele Situationen, denen sie sich jetzt gegenübersehen, sich bei vielen geschiedenen Müttern ähneln. Und es ist nunmal so, dass man mit Menschen, die ähnliches erleben, leichter reden kann und auch leichter Ratschläge von ihnen annehmen kann - deshalb gibt es ja auch Support Groups.

Kannst Du Dir eigentlich auch vorstellen, dass es genau
andersherum sein könnte? Das es auch Mütter gibt, die in ihrer
Beziehung unzufrieden oder unglücklich sind und deshalb den
Vater verlassen? Oder einfach jemanden anders kennen gelernt
haben? Oder oder oder

Das ist alles irrelevant zu dem von dir geschilderten Problem.

Und nochwas aus meiner Erfahrungskiste: als junge unerfahrene Mutter wurde meine Kind krank (nichts Schlimmes, wie sich später herausstellte, das Baby hatte ein Infektion im Mund). Mein Mann war nicht da (geschäftlich für zwei Tage weg), es war Sonntag. Das Baby trank nichts. In wenigen Stunden war ich ein nervliches Wrack, sah ein verdurstendes Baby vor mir, sah buchstäblich die Fontanelle einsinken und malte mir die schlimmsten Dinge aus. Mein Verstand sagte mir: es ist nicht so schlimm, aber mein Gefühl sagte was gänzlich anderes.

Mein Mann kam abends heim und zuerst fühlte ich mich durch seine ruhige und beruhigende Art provoziert, weil ich mich nicht ernstgenommen fühlte (–> so in der Art schreibt Simsy), aber nachdem ich mich doch beruhigt hatte, sah ich ein, dass ich total übertrieben reagiert hatte.

Mir ist später noch öfter aufgefallen, wie wertvoll es ist, einen Ansprechpartner zu haben, ein „sounding board“. Ich wäre als alleinerziehende Mutter eine Katastrophe gewesen - ich bin jemand, der Probleme durchsprechen muss, um sie in den Griff zu kriegen.

Gruß
Elke

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Ansprechpartner
Hallo Elke

Mir ist später noch öfter aufgefallen, wie wertvoll es ist, einen Ansprechpartner zu haben, ein „sounding board“.

Das ist sehr wahr! Es ist schade, dass getrennte Eltern sich gegenseitig oft nicht besser unterstützen (können und/oder wollen)!

Dabei ist es hauptsächlich wichtig, dass der eine den anderen vor allen Dingen mal anhört, und das, was der dann sagt, einfach stehen lässt. Wenn es ganz verrückt ist, kann man ja sagen: Wirklich? Findest du das? Das kommt mir aber völlig verrückt vor. - Das ist ok, Hauptsache man nimmt den anderen wahr und akzeptiert das so. Dann kommt der meistens schon selber drauf, was da nicht stimmt in seiner Denke.

ich bin jemand, der Probleme durchsprechen muss, um sie in den Griff zu kriegen.

Dazu neigen wohl die meisten Menschen!

Viele Grüße
Simsy