Liebe Experten,
mein Sohn (3 Jahre alt) klagt sehr häufig über Schmerzen in den Ohren. Da mir selber bekannt ist,wie unangenehm Ohrenschmerzen sein können, möchte ich ihm selbstverständlich gerne helfen.
Den Hals-Nasen-Ohrenarzt haben wir schon aufgesucht, der jedoch nichts erkennen konnte. Ich habe nun gelesen, dass Kinder häufiger darunter leiden als Erwachsene. Woran liegt das und was kann ich für meinen Lieben tun?
Vielen Dank!
Kiri
Wenn die Trommelfelle durchscheinend sind,ist keine Entzündung da.
Es ist eher an eine Belüftungsstörung der Ohrtrompeten zu denken.
Wenn ein Unterdruck wie beim Landen da ist,kann das mit dem Tympanometer erkennbar sein.Aber der Druck wechselt ständig.Deher kann der Ohrenarzt das nur selten dokumentieren.
Ich empfehle Nasic-Nasenspray für Kinder (ab 2 Jahren),enthält zusätzlich zum Xylametazolin noch Panthotenol (Bepanthen).Dadurch wird die Schleimhaut geschont.Der Druck von der Nase zum Ohr wird normalisiert.
Die Anatomie ist bei Kindern anders. Durch die verkleinerte und mehr horizontal verlaufende Ohrtrompete und durch eine Vergrößerung der Rachenmendel können Kinder häufiger Belüftungsstörungen des Mittelohres haben. Dies kann Schmerzen verursachen. Es können auch sogenannte Paukenergüsse und Mittelohrentzündungen entstehen. Wenn so eine Konstellation vorliegt könnte eine Entfernung der Rachenmandel (im Volksmund „Polypen“) und die Einlage von Paukenröhrchen hilfreich sein. Ob dies bei Ihrem Kind in Frage kommt, lässt sich über das Internet so jedoch nicht sagen.
Hallo Kiri,
kleine Kinder bekommen häufiger als Erwachsene akute Mittelohrentzündungen, da die Ohrtrompete, die den Rachenraum mit dem Mittelohr verbindet, kürzer ist und flacher verläuft als beim Erwachsenen. Daher können Keime aus dem Rachen leichter und schneller ins Mittelohr gelangen, zudem ist das Abwehrsystem des Kleinkinds noch nicht so ausgereift wie beim Erwachsenen. Aber beim Kleinkind gibt es häufig auf das genaue „Gegenteil“: durch den Kontakt mit Keimen der Umgebung reift das Immunsystem, wodurch die Mandeln an Volumen zunehmen. Für die Rachenmandel (nicht zu verwechseln mit den beiden Gaumenmandeln) kann dies bedeuten, dass es durch die Größenzunahme zu einer Verlegung der Ohrtrompete kommt. Damit geht dem Mittelohr sozusagen die Luft aus. Dies führt zu einer Hörminderung und zu einem Ohrdruck. Echte Schmerzen sprechen also mehr für die erstgenannte Mittelohrentzündung und eher gehen eine solche Tubenbelüftungsstörung. Die Unterscheidung zwischen beiden Erkrankungen gelingt häufig auch dem Nicht-Mediziner: Fieber, Klopfschmerz am Knochen hinter dem Ohr bei der akuten Mittelohrentzündung, Nasenatmungsbehinderung und nächtliches Schnarchen bei der Tubenbelüftungsstörung. Der HNO-Arzt kann durch eine Inspektion des Trommelfells, durch eine einfache Messung der Mittelohrimpedanz und ggf. durch die Spiegelung der Rachenmandeln die richtige Diagnose stellen. Ohrenschmerzen beim Kleinkind müssen natürlich mit Schmerzmitteln behandelt werden (Paracetamol, Iburofen-Saft) - Antibiotika sind häufig nicht erforderlich. Bei der vergrößerten Rachenmandel hilft im Frühstadium das Aufblasen von Luftballons mit der Nase (spezielle Ballons aus der Apotheke verwenden), später kommt man nicht um die Entfernung der vergrößerten Rachenmandel (mit Trommelfellschnitt) nicht herum, da sonst schwer behandelbare Folgenam Mittelohr verbleiben. Nach einer neuen Studie soll auch ein Zink-Propolis-Gemisch helfen.