Kind im Sportverein - ab wann?

Hallo,

unser Sohn ist im ersten Schuljahr, er wird im Juni 7 Jahre alt.

Er ist SEHR lebhaft und verbringt die meiste Zeit draussen (Spielplatz, Inliner, Roller, Ballspiele…). Jetzt hat wohl der Sportverein in der Schule Werbung gemacht und unser Sohn möchte nun unbedingt im Verein Fußball spielen.

Ich tue mich damit allerdings sehr schwer. Meiner Meinung nach hat er in seiner Freizeit und durch den Schulsport schon ausreichend Bewegung. Andererseits befürchte ich, daß es noch viel zu früh ist für Terminzwang und Leistungsdruck durch Vereinssport.

U.U. könnte ich mich noch eher mit einem Angebot anfreunden, bei dem Kinder ähnlich wie im Schulsportunterricht zwanglos zu verschiedenen Sportarten angeleitet werden, ohne auf ein bestimmtes Leistungsziel hinzuarbeiten.

Eure Meinungen?

Gruß

Ronald

Hallo Ronald,

meine beiden Söhne haben mit dem Fußballspielen in der „Pampers-Liga“ angefangen, da waren sie so ca. zweieinhalb.

Natürlich ging das alles sehr spielerisch zu, anfangs 1x pro Woche…den Kids hat es nen riesen Spaß gemacht, sonst wäre ich nicht mehr mit ihnen dort hingegegangen.

Dein Sohn ist ja jetzt schon in einem Alter, in dem er selber entscheiden kann, was ihm eventuell Spaß machen würde. Wenn er sich also von sich aus Fußball interressiert, würde ich es ihm nicht verwehren.

Ich finde auch gerade diesen „Termindruck“ ganz gut…so haben die Kids die Möglichkeit, sich an Regelmäßigkeiten neben der Schule zu gewöhnen…es ist ja nur ein Mal in der Woche, jedenfalls am Anfang…wenn er sich dann wirklich entschließt, in diesem Verein zu bleiben, wird er im zweiten Jahr auch Spiele am Wochenende haben, aber nicht jedes WE, sondern vielleicht 1x im Monat. Und dann hängt es ganz von ihm und dem Verein ab, wie oft er Training/Spiele/Tuniere haben wird.

Deniz, mein älterer Sohn, war mit fünf schon so Fußball begeistert, dass ihm das Training zuwenig war und auch die Spiele…wir haben uns bei anderen Vereinen umgeschaut und dann einen gefunden, wo er etwas mehr gefördert wurde…er ist voll darin aufgegangen. Zeit genug hatte er noch alle Male. Die Prios hat er sich schon fast selber gesetzt, erst kommt für ihn die Schule/Hausaufgaben, dann kommt seine „Erholung“…und dann kommt bei ihm eben der Sport/Freunde.

Irgendwann wurden wir dann von Hannover 96 angesprochen, die wollten Deniz gerne in ihrem Verein haben, suchten gerade Nachwuchsspieler…da habe ich dann allerdings einen Riegel vorgeschoben. Diesen Verein empfand ich für mein Kind dann doch zu streßig, die legen einen Ton an den Tag, dass mir ganz schlecht wurde. Deniz hat getobt und gebettelt, er war sieben…für mich gab es da aber keine Diskussion mehr…ich habe ihm erklärt, auf was er dann alles verzichten müsse und was es bedeutet, in so einem Verein gefördert zu werden.
Er hat es dann zum Glück irgendwann eingesehen und ist mit voller Hingabe weiter zu seinem Verein gegangen. Nun ist er 13 und er überlegt, nun doch zu 96 zu gehen…ok, jetzt ist er alt genug…und wir wissen alle, dass ihm der Fußball sehr wichtig ist.

Damit will ich sagen, man muß sehr auf die Struktur der einzelnen Vereine achten. Viele verheizen die Kids…andere widerum fördern sie gar nicht.

Man kann die Kids auch für einen Monat zur Probe teilnehmen lassen…da kann man gut abschätzen, ob das Interesse des Kindes wirklich bei diesem Sport liegt und wie der Umgangston dort ist.

Im überigen ist diese „Vereinsmeierei“ für viele Kinder ganz toll und wichtig. Deniz hat sehr viele Freunde dort gefunden…sie kommen alle nicht auf blöde Ideen, weil sie eben a) nicht die Zeit haben und b) der Zusammenhalt sehr groß ist.

Du schreibst, dein Sohn sei sehr aktiv und verbringt seine meiste Freizeit draußen…warum dann nicht auch in einem Sportverein ?

Abmelden kann man die Kids wirklich immer noch…erstmal, denke ich, sollte man es probieren.

Liebe Grüße,
Vanessa

Wenn er will!
Hi!

Er ist SEHR lebhaft und verbringt die meiste Zeit draussen
(Spielplatz, Inliner, Roller, Ballspiele…). Jetzt hat wohl
der Sportverein in der Schule Werbung gemacht und unser Sohn
möchte nun unbedingt im Verein Fußball spielen.

Wenn er es unbedingt möchte und Spaß hat, lass ihn!

Ich tue mich damit allerdings sehr schwer. Meiner Meinung nach
hat er in seiner Freizeit und durch den Schulsport schon
ausreichend Bewegung. Andererseits befürchte ich, daß es noch
viel zu früh ist für Terminzwang und Leistungsdruck durch
Vereinssport.

Dass der Termin- und Leistungsdruck nicht Überhand nimmt, liegt immer noch in Eurer Hand! Es ist ja nicht so, dass Euer Sohn sechs mal in der Woche trainieren geht und am siebten Tag ein Spiel hat! Mein Zwerg hat mich vor einem Monat mit meiner Frau beim Karate abgeholt. Er fand das so toll, dass er jetzt selbst einmal in der Woche geht (er ist im März drei geworden). OK - das Kindertraining für die Winzlinge besteht zu 80 % aus Spielen, aber es macht ihm einen Heidenspaß. Warum sollte ich ihm diesen verderben? Wenn er keine Lust mehr hat, hört er halt auf…

Ich würde Dir empfehlen, Deinen Kleinen mal für ein paar Wochen zum Probetraining zu schicken. Du solltest allerdings hin und wieder genau zusehen, ob Du mit den Methoden des Trainers einverstanden bist !

Gruß
Guido

Sieben Jahre ist m.E. alt genug.

Ein Aspekt des Manschaftsports ist auf jeden Fall, daß die Teamfähigkeit trainiert wird. Er muß sich auf andere verlassen können und andere sich auf ihn. So was wird in der Schule/Kindergarten viel zu wenig rangenommen.

Also auf zum Sport, aber aufpassen, daß es nicht zu viel wird.

Gandalf

Hallo.

Das Alter von 7 ist imho das richtige, um mit Sport im Verein anzufangen (Teamgeist, für andere mitverantwortlich sein, sich aufeinander verlassen …). Mit 7 ist auch Fußball unproblematisch - wesentlich darunter kann es zu Problemen mit den Gelenken führen. Achte bloß darauf, daß ein vernünftiger Übungsleiter dabei ist, kein Feldwebel. Ein Dorfverein KANN das richtige sein, ist aber eher Glückssache. In großen Vereinen, deren Jugendmannschaften in höheren Leistungsklassen spielen, wird meistens schon in diesem Alter gnadenlos an der Leistungsschraube gedreht, und das solltest Du Deinem Jungen ersparen. Also : ein mittelgroßer Verein mit vernünftigen Trainingsmöglichkeiten (kein Sturzacker oder sonstiger Bolzplatz!), ein Übungsleiter, der seine Pädagogik nicht beim Barras gelernt hat … geh doch einfach mal als Zaungast zum Jugendtraining und schau Dir an, was da gemacht wird. Kinder mit 7 sind von selbst ständig in Bewegung, also, wenn eine „Trainingseinheit“ zu 80% aus Laufen und Kondition bolzen besteht, Finger weg! Wer als Trainer viel mit dem Ball machen läßt, ist genau richtig …

Gruß kw