Kind macht in die Hose

Hallo zusammen,

was kann man machen, wenn ein 4-Jähriger Junge immer mal wieder in die Hose pinkelt?
Der Kleine ist bereits „trocken“ (oder wie drückt man das aus?)und
geht von alleine aufs Klo, auch nachts.
Nur in den letzten paar Wochen kommt es häufiger vor, dass er nachts ins Bett macht oder im Kiga einfach nicht aufs Klo geht.
Auf Nachfragen hin meint er, er hätte es nicht gemerkt hat dass er muss, oder er wollte eben nicht.
Dann macht er sich in die Hosen.
Dies kommt in den letzten Wochen jeden Tag vor (min.2x)

Die Mutter hat bereits einiges versucht, mit dem Kleinen darüber geredet, mit den Kiga-Tanten gesprochen, mit der Oma.

Wisst Ihr da Rat?

Vielen lieben Dank schon mal im voraus.
Swony

PS: verschiedene Belohnungen wie z.Bsp. ein Ü-Ei nach dem Essen oder Karusell fahren auf dem damaligen Weihnachtsmarkt ziehen auch nicht mehr so wirklich. ER macht sich trotzdem in die Hose. Uns wenns passiert, dann weiss er genau, dass er keine Belohnung bekommt, und akzeptier es.

Hallo Swony!

Zuerst würde ich den Jungen nicht unter Druck setzen und die Belohnungen finde ich nicht so gut.
Irgendetwas belastet das Kind, deshalb passiert das Malheur.
Versuche heraus zu finden, ob sich in seiner kleinen Welt etwas verändert hat, was für ihn von grundlegener Bedeutung ist. Meistens kann man dann dort ansetzen, denn offensichtlich bekommt er jetzt etwas von dem was er will: Deine erhöhte Aufmerksamkeit.
Vielleicht hast Du momentan, wegen Arbeit etc., nicht mehr so viel Zeit für ihn wie vorher - das war nur ein Beispiel!
Jungen sind da meistens etwas sensibler in der Reaktion.

Viel Glück und sei nicht ungeduldig!
Ines

Hallo Swony,

hat sich in letzter Zeit vielleicht irgendeine wesentliche Veränderung in Eurem Familienleben ergeben? Z.B. Umzug oder Verwandte, die vorher selten und jetzt oft kommen (oder umgekehrt).

Kleine Kinder können auf solche Veränderungen durchaus mit erneutem Einnässen reagieren, je nach Veranlagung. Hatten wir auch schon. Wenn’s das ist, wird’s irgendwann von selbst wieder aufhören.

Gruß Kubi

Hallo Ines,

erstmal Danke dir für Deine Antwort.

Zuerst würde ich den Jungen nicht unter Druck setzen und die
Belohnungen finde ich nicht so gut.

Die Oma, die Mutter von 3 erwachsenen Kindern ist, gibt dem Kleinen als ein Ü-Ei. Ob sie es jetzt noch tut, weiss ich nicht. Ich bin nicht die Mutter von dem Jungen, sondern meine Freundin, für die ich hier schreibe, weil sie keine Möglichkeit hat hier zu posten.

Irgendetwas belastet das Kind, deshalb passiert das Malheur.
Versuche heraus zu finden, ob sich in seiner kleinen Welt
etwas verändert hat, was für ihn von grundlegener Bedeutung
ist. Meistens kann man dann dort ansetzen, denn offensichtlich
bekommt er jetzt etwas von dem was er will: Deine erhöhte
Aufmerksamkeit.

Soweit ich das einschätzen kann, bekommt der Kleine genug Aufmerksamkeit.

Vielleicht hast Du momentan, wegen Arbeit etc., nicht mehr so
viel Zeit für ihn wie vorher - das war nur ein Beispiel!

Es hat sich im Ablauf eigentl. auch nichts verändert, alles ist so wie immer (Tagesablauf usw)

Jungen sind da meistens etwas sensibler in der Reaktion.

Viel Glück und sei nicht ungeduldig!

Danke, ich werde es meiner Freundin weiterleiten. Vielleicht gibt es da doch etwas, wo man ansetzen kann.

Viele Grüsse
Swony

Hallo Kubi,

auch Dir danke für die Antwort.

hat sich in letzter Zeit vielleicht irgendeine wesentliche
Veränderung in Eurem Familienleben ergeben?

Ich bin nicht die Mutter, sondern meine Freundin, sie hat mich gebeten hier einmal zu posten, weil sie keine Möglichkeit hat.
Es gibt keine auffallenden Veränderungen, alles ist so wie immer, was den Tagesablauf anbelangt.

Z.B. Umzug oder
Verwandte, die vorher selten und jetzt oft kommen (oder
umgekehrt).

Kleine Kinder können auf solche Veränderungen durchaus mit
erneutem Einnässen reagieren, je nach Veranlagung. Hatten wir
auch schon. Wenn’s das ist, wird’s irgendwann von selbst
wieder aufhören.

Die Mutter ist schon ein bissle verweifelt, weil sie nicht mehr weiss, was sie tun soll, oder woran es liegt.
Alle Sprüche ziehen nicht, z.bsp. nur Babys machen in die Hose, etc.

Grüsse
Swony

Hi Swony

da sich im Familieumfeld nichts geändert hat, was ist im KIGA? Hat er Freunde die
mit ihm spielen? Oder wird er ausgeschlossen? Sind die Kiga-Tanten nett? Gibts da
ne neue?
Ausgeschlossen werden oder ähnliches belastet Kinder enorm, und es kann schon
vorkommen, das sie dann wieder einnässen, um aufmerksamkeit zu bekommen.

Julia

Hallo Swony,

nicht immer müssen „wesentliche Veränderungen“ Grund für das Einnässen sein. Manchmal reicht es auch schon, z.B. wenn im Kindergarten ein bestimmtes Spiel weggeräumt und ein neues dafür hervorgeholt wird o.ä.

Beruhige deine Freundin, denn das Problem löst sich in den häufigsten Fällen ganz von allein. Auf Belohnungen oder sonstige Druckmittel würde ich verzichten und alles „ganz normal“ weiterlaufen lassen. Ist der Kleine nass, ihm trockene Sachen geben, die er dann allein anziehen soll (sofern er das auch sonst allein macht).

Vorsorglich würde ich mal testen, ob er seine Blasenkontrolle im Griff hat. Das ist ganz einfach. Wenn er aufs Klo geht mitgehen und „Stopp“ sagen. Er muss dann so lange anhalten, bis „weiter“ gesagt wurde (natürlich nicht zu lange damit warten!!!). Wenns klappt ist die Blasenkontrolle ok! Wenn nicht, mit dem Kinderarzt reden!

Ich wünsche deiner Freundin während dieser Zeit viel Geduld und ihrem Sohn viel Erfolg!

Schönen Gruß, Manu

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Hallo zusammen,

was kann man machen, wenn ein 4-Jähriger Junge immer mal
wieder in die Hose pinkelt?
Vielen lieben Dank schon mal im voraus.
Swony

Hi Swony,

ich habe lange Zeit das gleiche Problem mit meinem Sohn gehabt.Noch bis ins frühe Schulalter hinein tröpfelte er so vor sich hin… Er war zwar nachts trocken, „vergaß“ sich aber gelegentlich tagsüber.
Der Urologe hat mir damals eineige interessante Informationen gegeben.
Vor allem war mir neu, dass Einnässen, egal ob tags oder nachts, bei Kindern keineswegs psychisch bedingt ist, sondern in den allermeisten Fällen schlichtweg eine Frage der Reife des Gehirns. Die Blasenfunktion wird nämlich weitgehend vom Gehirn gesteuert. Nicht jedes Kind merkt es immer rechtzeitig, wenn es „muss“.
Nachts produziert die Niere normalerweise weniger Urin als tagsüber. Es wird ein bestimmtes Hormon ausgeschüttet, das die Urinbildung runterfährt. Der zeitgerechte Ausstoß dieses Hormons ist eine Frage der körperlichen Entwicklung. Weiter kann nächtliches Einnässen mit zu tiefem Schlaf zu tun haben. Der körperlich reife Organismus wird von der vollen Blase geweckt. Bei kleinen Kindern klappt das noch nicht so zuverlässig.
In meinem Bekanntenkreis gibt zwei Jungen, die bis ins 12.Lebensjahr nachts einmal geweckt werden mussten, um auf’s Klo zugehen. Bei deren Vater war es in seiner Kindheit auch so gewesen.
Also bevor du den Psychiater aufsuchst geh doch mal zum Urologen.

Zu deiner Beruhigung kann ich dir sagen, mein Sohn ist 17 und beherrscht seine Blase mittlerweile,und die beiden Brüder aus meinem Bekanntenkreis müssen auch schon lange nicht mehr nachts aufstehen.

Hab einfach noch etwas geduld mit deinem Kleinen.

Gruß
Lexi

Vielen Dank

ich danke euch für die Ratschläge.
Werde sie meiner Freundin gleich weitergeben und ich hoffe, es tritt bald Besserung ein.

Viele Grüsse
Swony

Hallo Swony,

spontaner Gedanke, aus eigener Erfahrung:

Ich hatte als Kind wohl öfter mal das gleiche Problem, an zwei, drei Situationen kann ich mich auch noch gut erinnern.

Ich hatte damals schon gemerkt, dass ich mal muss, aber ich hab mich im kindergarten oder auch noch anfangs in der schule nicht getraut, alleine auf Toilette zu gehen, weil ich Angst hatte, dass ich sie nicht finde, dass ich die Tür nicht mehr aufkriege, usw.
Vor allem nach Schulschluß ging ich in der schule nicht für kleine Mädels, weil ich angst hatte, die sperren die schule zu und ich komm nicht mehr raus. deswegen gabs dann zu hause, teilweise im Treppenhaus vor der Wohnungstür das „Unglück“.

Außerdem wurde ich relativ verklemmt erzogen. Die ganzen natürlichen Vorgänge, die in irgendeiner Form mit entweder auf Toilette gehen (was ja auch Geräusche und im Zweifel auch Gerüche hinterlässt) oder generell mit Geschlechtsteilen (sprich Körperteilen, die nicht jeder zu sehen bekommt), waren mir (und sich teilweise auch noch) äußerst peinlich vor anderen. Also hab ich mir das „für kleine Mädels“ auch oft aus Scham verkniffen. Ich kann heute noch nicht in nem Meeting aufstehen und kurz auf Toilette verschwinden, weil mir das vor den Kollegen peinlich ist.

Vielleicht kann sowas dahinter stecken?

viele Grüße
alexa

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Hallo Swony und Manuela,

nicht immer müssen „wesentliche Veränderungen“ Grund für das
Einnässen sein. Manchmal reicht es auch schon, z.B. wenn im
Kindergarten ein bestimmtes Spiel weggeräumt und ein neues
dafür hervorgeholt wird o.ä.

Zustimmung.

Vorsorglich würde ich mal testen, ob er seine Blasenkontrolle
im Griff hat. Das ist ganz einfach. Wenn er aufs Klo geht
mitgehen und „Stopp“ sagen. Er muss dann so lange anhalten,
bis „weiter“ gesagt wurde (natürlich nicht zu lange damit
warten!!!). Wenns klappt ist die Blasenkontrolle ok! Wenn
nicht, mit dem Kinderarzt reden!

Hierzu ein kleiner Erfahrungsbericht. Unser Sohn (war damals auch vier) hatte ein aehnliches Problem (allerdings extremer: er machte
ploetzlich 10mal am Tag seine Hose nass). Grund dafuer war ein Erlebnis im Kindergarten (aber das war so banal, dass wir es erst viel spaeter durch Zufall rausgekriegt haben, dass das wahrscheinlich der Grund fuer die das Einnaessen war). Weil es aber so extrem war, sind wir zum Hausarzt (der nur sagte: das gibt sich wieder), dann zum Kinderarzt (der uns auch lediglich beruhigte, aber nicht half). Wir sind dann auf eigene Faust zum Urologen und haben eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. Die nassen Hosen, die ich unserem Sohn vor der Untersuchung auszog, waren die letzten. Durch die Untersuchung sah er, dass er ernstgenommen wurde. Dass wir mit ihm ein Problem loesen wollten. Dass wir ihm keine Schuld gaben. Mit Spruechen (wie erwaehnt) oder auch Belohnungen, sagt man dem Kind ja indirekt: du koenntest ja, du musst nur wollen - was ja aber nicht der Fall ist. Vielleicht braucht er die Erfahrung, dass er nicht als Versager gesehen wird, der etwas kontrollieren sollte, was er offensichtlich nicht kann.

Gruesse, Elke

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