Kind ohne Vater großziehen?

Hi,

jetzt geht mir meine Ex nun gewaltig auf den Senkel.

Ich darf mein Kind (16 Monate) nur Samstags abholen, dann Sonntags wiederbringen. Will ich mehr, dann soll ich meine Arbeit verschieben, was nicht möglich ist, Besuche sind nicht möglich. Nur, mir reicht der Kontakt hinten und vorne nicht. Wir sind nun soweit, das sie unser Kind bei Oma abgibt, ich es hole und auch dort wieder hinbringe, nur damit wir uns nicht sehen. Kontakt zur Mutter gleich Null. Leider ist auch kein klärendes Gespräch mehr möglich. Das der Status.

Ich persönlich habe damit ein Problem. Zum einen kann ich Sohnemann erst mal neu kennenlernen, er hat kein Problem damit, aber ich. Dann habe ich einen schönen Tag und weg ist er. Mir gehts danach hundeelend. Tags darauf (Montag) krieg ich meine Arbeit eigentlich nicht mehr in den Griff, kann ich mir aber nicht leisten.

Ich bin nun 2 Wochen ohne Sohn-Kontakt. Und das soll so weitergehen. Die Mutter rastet aus („kümmere dich um deinen Sohn“, so ein einziger Anruf). Ich will mich aber nicht quälen, denn ganz ohne Sohn geht es mir immer besser, auch wenn die totale Trennung weh tut. Mein Sohn darf, wenn er es mal kann, jederzeit zu mir kommen, das versperre ich nicht, wenn ich die Möglichkeit hätte, ich würde ihn zu mir nehmen. Ansonsten habe ich mich irgendwie (auf Grund der derzeitigen Situation) innerlich verabschiedet von ihm. Klar, ich habe ein Kind und ich weiß um die Verantwortung, aber ich kann mich nicht deswegen aufgeben.

Mir fällt in dem Zusammenhang nur der Begriff „Besuchspapi“ ein. Und das widerspricht mir vollends. Das kann ich nicht, kann es auch nicht lernen. Ich habe es einige Monate probiert, es geht nicht. Nun ist die Trennung fast 10 Monate her (von ihr einseitige, für mich nicht nachvollziehbare Trennung, von heute auf morgen sozusagen, ich weiß heute noch nicht den Grund). Meinen Sohn liebe ich, doch ich bin bereit ihn aufzugeben. Klar, irgendwann wird er mich dafür zur Verantwortung stellen, doch von einem Papa, der gezwungenermaßen nur stundenweise pro Woche zur Verfügung steht, hat er genau so wenig. Sicher, wenig ist besser als gar nicht. Ist das letztendlich relevant fürs Kind? Mein Sohn merkt, wie schlecht es mir geht und reagiert dementsprechend. Muß ich ihm das zumuten? Nein!

Wie sind eure Meinungen zu dieser absolut verfahrenen Kiste (auch wenn die Geschichte oben relativ wirr klingt)?

Gruß
André

Hallo André,

irgendwie hab ich das Gefühl beim lesen deiner Geschichte, dass du gerne die Absolution hättest, das Kind gar nicht mehr zu sehen, weil es DICH belastet *kopfkratz*

Hast du eine Ahnung, wie es einem Kind geht, welches grundlos vom Vater abgelegt wird? Dein Sohn ist noch Klein, der kann nicht mal begreifen, warum du nicht mehr ständig verfügbar bist… und nun soll er „erst mal“ ganz auf dich verzichten? Wie stellst du dir das vor?
Du tauchst jetzt unter, und in 5-6 Jahren tauchst du wieder in seinem Leben auf, um endlich Vater zu sein? Egal, ob er das will, oder wie sein Leben bis dahin verlaufen ist?

Ich denke, das Beste für dich und deine Ex ist eine Mediation darin müsst ihr Beide lernen, dass die Paarebene von der Elternebene streng zu trennen ist!
An erster Stelle steht nämlich das Kindeswohl, und nicht das Elternwohl. Beide Seiten müssen Kröten schlucken (oder denkst du, es ist einfach einem Kleinkind beizubringen, dass Papa aus seinem Leben verschwunden ist?), da kommt man nun mal nicht dran vorbei.

Die Verantwortung die du übernehmen wolltest, als du ungeschützten Verkehr mit einer fruchtbaren Frau hattest, musst du halt lernen zu tragen.

Wie kommt ihr auf die Regelung, ein Kleinkind alle 14 Tage über das WE zum Papa zu geben? IMHO ist das Kind noch viel zu Klein um außwärts zu übernachten, da hat noch niemand was von… IMHO wäre es günstiger, das Kind 2-3 mal die Woche für wenige Stunden zu sehen (falls das praktizierbar ist).

evtl wäre es auch mal hilfreich für beide Seiten, sich mit den UN-Kinderrechtskonventionen auseinanderzusetzen?
http://www.vafk-wiesbaden.de/informationen_varia/Kin…

LG
Gerlinde

Hallo Gerlinde,

Wie kommt ihr auf die Regelung, ein Kleinkind alle 14 Tage
über das WE zum Papa zu geben? IMHO ist das Kind noch viel zu
Klein um außwärts zu übernachten, da hat noch niemand was
von… IMHO wäre es günstiger, das Kind 2-3 mal die Woche für
wenige Stunden zu sehen (falls das praktizierbar ist).

Alles war ihre Idee, ihre Forderungen (!), die ich nicht umgehen konnte. Im Übrigen wollte sie die Trennung bereits im 4.Schwangerschaftmonat, aber ihre Mutter und mein Bitten hielt sie vorerst davon ab. Ich kann hier nicht die ganze Geschichte erzählen (vielleicht per Mail, wenn du willst), manchmal ist wirklich die Frau dran schuld.

evtl wäre es auch mal hilfreich für beide Seiten, sich mit den
UN-Kinderrechtskonventionen auseinanderzusetzen?
http://www.vafk-wiesbaden.de/informationen_varia/Kin…

Wede ich ihr zustellen, danke.

LG

André

PS: nett von dir mal einen Tip zu bekommen :wink:

Hallo André,

Alles war ihre Idee, ihre Forderungen (!), die ich nicht
umgehen konnte. Im Übrigen wollte sie die Trennung bereits im
4.Schwangerschaftmonat, aber ihre Mutter und mein Bitten hielt
sie vorerst davon ab. Ich kann hier nicht die ganze Geschichte
erzählen (vielleicht per Mail, wenn du willst), manchmal ist
wirklich die Frau dran schuld.

Na ja… es gibt immer einen, der was tut, und einen, der es zuläßt ;o)
btw… wir kennen und übrigens persönlich… aus Merseburg ( lang lang ists her) von daher… kannste mir gerne mailen.

Mir fehlt momentan noch die Info, wie ihr das Sorgerecht geregelt habt… gemeinsame Elterliche Sorge?

evlt solltest du dich wirklich mal durch diese Seiten arbeiten?

http://www.vafk-wiesbaden.de

LG
Gerlinde

Hallo Andre,

also, ich bin der Meinung, dass Dein Sohn nichts dazu kann, dass es zwischen euch nicht klappt.
Du hast eine Verantwortung übernommen und jetzt ist es nicht wichtig, ob es Dir gut oder schlecht geht dabei. Ich weiß. dass klingt hart, aber ich bin der Meinung, dass ein Kind das Recht auf beide Elternteile hat.
Ich bin auch manchmal gestresst von meinen Kindern und würde gerne alles hinschmeissen (ja, ich weiß, sie sind bei mir!), aber ich habe die Verantwortung für eine längere Zeit übernommen.
Kannst du nicht versuchen, über das Jugendamt etwas zu klären. Mein Ex-Mann hatte mit seiner ehemaligen Freundin ein Kind und damals wurden die Besuche über das Jugendamt geklärt (war sogar noch zu der Zeit, als der Mann keine Besuchsrechte hatte - bei unehelichen Kindern).

Wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück für die Zukunft.

Monika

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo André,

es ist zwar schlimm, dass deine Frau (ich nenn sie einfach mal so) so gar keinen Kontakt zulässt. Das ist egoistisch von ihr in Bezug auf das Kind, denn dem Kind täte es viel besser, wenn ihr miteinander reden könntet.

Aber:

Ich persönlich habe damit ein Problem. Zum einen kann ich
Sohnemann erst mal neu kennenlernen, er hat kein Problem
damit, aber ich. Dann habe ich einen schönen Tag und weg ist
er. Mir gehts danach hundeelend.

Das ist zwar verständlich, aber deswegen zu sagen: Mir taugt das nicht, also braucht mein Sohn gar keinen Vater - entweder mir gehts gut (dir!? nicht dem Kind, oder wie!?) oder wir lassen das Ganze - das ist meiner Ansicht nach noch viel egoistischer. Wenn man ein Kind hat, muss man davon Abschied nehmen, sich immer vor allem um das eigene Wohl zu kümmern. Das kommt immer erst an zweiter Stelle. Nicht an letzter! Aber eben an zweiter. Mir scheint, so weit bist du noch nicht. Was wäre, wenn deine Frau ebenso handeln würde? Einfach zu sagen: Mir geht es schlecht damit, den Kleinen allein grosszuziehen, da verabschiede ich mich mal von ihm!?

Ich bin nun 2 Wochen ohne Sohn-Kontakt. Und das soll so
weitergehen. Die Mutter rastet aus („kümmere dich um deinen
Sohn“, so ein einziger Anruf).

Ja was erwartest du denn?? Soll sie am Tag dreimal anrufen? Würde dir das besser passen? Tja, sorry, aber sie hat recht!

Ich will mich aber nicht

quälen,

Aber deinen Sohn quälst du, mehr als dir vermutlich bewusst ist.

denn ganz ohne Sohn geht es mir immer besser,

Sehr schön!! :frowning:(

wenn die totale Trennung weh tut. Mein Sohn darf, wenn er es
mal kann, jederzeit zu mir kommen, das versperre ich nicht,

Na prima. Ich hab auch so einen Vater. Ich DARF jederzeit kommen, nicht wahr!? Nur von ihm aus geht nichts. Ich kenne die Perspektive deines Sohnes aus eigener Erfahrung. Und ich kann dir nur sagen: Denk nicht an dich, denk an deinen Sohn und kümmere dich um ihn!

wenn ich die Möglichkeit hätte, ich würde ihn zu mir nehmen.

WENN… aha.

Ansonsten habe ich mich irgendwie (auf Grund der derzeitigen
Situation) innerlich verabschiedet von ihm. Klar, ich habe ein
Kind und ich weiß um die Verantwortung, aber ich kann mich
nicht deswegen aufgeben.

Soso!? Ihn kannst du aufgeben, aber dich nicht. Das nenne ich lieblos und verantwortungslos.

Grund). Meinen Sohn liebe ich, doch ich bin bereit ihn
aufzugeben.

Nein du liebst ihn nicht. Das behaupte ich einfach. Ich würde eher betteln gehen als meine Kinder aufgeben. Das würden wohl die meisten Eltern. Aber nur die, die ihre Kinder lieben.

Verantwortung stellen, doch von einem Papa, der
gezwungenermaßen nur stundenweise pro Woche zur Verfügung
steht, hat er genau so wenig.

Das hättest du wohl gern.
Wenn der Papa sich gezwungen fühlt das Kind zu sehen, stimmt das. Wenn der Vater aber liebevoll ist und sein Kind sehen will, ist eine Stunde in der Woche sehr viel wert.

nicht. Ist das letztendlich relevant fürs Kind?

Ja.

Mein Sohn

merkt, wie schlecht es mir geht und reagiert dementsprechend.
Muß ich ihm das zumuten? Nein!

Dann reiss dich zusammen. Ihm zuLIEBE.

Wie sind eure Meinungen zu dieser absolut verfahrenen Kiste
(auch wenn die Geschichte oben relativ wirr klingt)?

Meine Meinung ist hart und sicher nicht das was du gern gehört hättest. Bitte lass es dir trotzdem durch den Kopf gehen.

Gruss,
Matilda

Na klar!
Hallo,

wie ich gelesen habe, wollte sich die Frau schon im 4. Schwangerschaftsmonat von Dir trennen.

Das wäre auch wohl das Beste gewesen.

Die Regelung jetzt finde ich Blödsinn auch im Hinblick auf das Wohlergehen des Kindes.

Deine Idee finde ich gut. Als Vater scheinst Du schon zu wollen, dass es dem Kind gut geht.

Ein anderer Mann z.B. den die Frau wieder lieben lernt, der gut mit dem Kind umgeht wäre ideal.

Lass Dich mal hier nicht in eine Rolle drängen, die gegen Dein Naturell geht. Erzwingen kann man nämlich nichts.

Sooo viele erziehen Ihre Kinder ohne Vater oder ohne Mutter. Wichtig ist doch eher das gesamte Umfeld zu betrachten.

Anscheinend hat die Frau ja z.B. Unterstützung von Ihrer Mutter, vielleicht sogar noch mehr durch die weitere Familie und Freunde.

Lediglich, wenn man ganz allein auf sich gestellt ist, wird es sehr schwierig ein Kind aufzuziehen, ohne dass das Kind darunter leidet.

Den Vater wird es so oder so vermissen, weil es in die Rolle gedrängt wird, dass man seinen Vater vermissen müßte.

Eencockniedo

Hallo

Der wirkliche Vater ist durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch einen neuen Partner. Diese Verbindung ist unauflöslich, allerdings kann es passieren, dass Vater und Sohn mit dieser Verbindung nichts mehr anfangen können, wenn nämlich zu viel Enttäuschung da ist. So eine Beziehung kann man nicht auf Eis legen und später noch mal aufnehmen. Trotzdem ist die Verbindung noch da, es ist dann nur eben eine misslungene Verbindung.

Ich finde, als Vater sollte man so weit wie es geht für seinen Sohn da sein und nicht immer nur an seine eigenen Gefühle denken. Man sollte auch zu vermeiden versuchen, die Gefühle, die man für die Mutter hegt, in irgend einer Weise auf das Kind zu übertragen, obwohl das sehr schwer ist.

Ich finde so eine 14-Tage-Regelung für ein kleines Kind auch ziemlich bescheiden, aber wenn sich nichts besseres rausholen lässt - das ist ja schließlich die gängige Praxis in Deutschland bei Scheidungs- und Trennungskindern - sollte man das machen. Später wirst du mal froh darüber sein.

Viele Grüße
Thea

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Hallo

wie ich gelesen habe, wollte sich die Frau schon im 4.
Schwangerschaftsmonat von Dir trennen.

Das wäre auch wohl das Beste gewesen.

Sorry versteh ich nicht. Warum wäre das wohl das beste gewesen?

Die Regelung jetzt finde ich Blödsinn auch im Hinblick auf das
Wohlergehen des Kindes.

Ja kann sein, muss aber nicht.

Deine Idee finde ich gut. Als Vater scheinst Du schon zu
wollen, dass es dem Kind gut geht.

Da sehe ich auch so aber von welcher Idee sprichst du hier? Von der das er den Konatkt komp. abbrechen will?

Ein anderer Mann z.B. den die Frau wieder lieben lernt, der
gut mit dem Kind umgeht wäre ideal.

Aber doch nur ideal für die Frau. Für das Kind nicht. Es gibt bei einer Trennung von Vater und Mutter kein Ideal für ein Kind mehr. Es gibt nur noch gute oder schlechte Lösungen.

Lass Dich mal hier nicht in eine Rolle drängen, die gegen Dein
Naturell geht. Erzwingen kann man nämlich nichts.

Welches Naturell hat er denn? Mann = Jäger oder was meinst du?

Sooo viele erziehen Ihre Kinder ohne Vater oder ohne Mutter.
Wichtig ist doch eher das gesamte Umfeld zu betrachten.

Anscheinend hat die Frau ja z.B. Unterstützung von Ihrer
Mutter, vielleicht sogar noch mehr durch die weitere Familie
und Freunde.

Ja und? Mann kann immer Sagen wenn das Umfeld bei einer Persohn stimmt braucht man ja keine 2. Persohn. Läuft doch alles gut. Das Risiko bei 2 Persohnen besteht immer das da nicht alles super läuft. Man ist halt verschieden und das ist auch gut so.

Lediglich, wenn man ganz allein auf sich gestellt ist, wird es
sehr schwierig ein Kind aufzuziehen, ohne dass das Kind
darunter leidet.

Den Vater wird es so oder so vermissen, weil es in die Rolle
gedrängt wird, dass man seinen Vater vermissen müßte.

Sorry aber irgendwie habe ich im gefühl das du verbittert bist und hier deinen frust abläst. Ein Kind sollte Vater und Mutter haben. Sind diese beiden dann getrennt sollte es noch immer vater und Mutter haben. Beide müssen sich halt selber so einschränken das da was gescheites bei raus kommt. Niemand hat das alleinige Recht auf ein Kind. Es gibt umstände wo es besser ist für das Kind eine Persohn überhaupt nicht zu sehen aber das sind extreme die hier in diesem Fall scheinbar nicht greifen.

Ich denke das die Frau hier die treibende Kraft für die Probleme ist. Sie kommt nicht mehr mit ihm aus und will am liebsten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Das muss sie änder.

mfg

Bert

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Hallo

Ich denke das die Frau hier die treibende Kraft für die
Probleme ist. Sie kommt nicht mehr mit ihm aus und will am
liebsten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Das muss sie änder.

Ich finde, wir wissen sehr wenig von der Frau. Wir wissen auch nicht, wieso - wie hier (ca. 3 - 4 cm weiter unten) geschrieben - André seine Arbeit verschieben soll, wenn er sein Kind öfters (unter der Woche) sehen möchte.

Vielleicht sind seine Arbeitszeiten so, dass er den Tagesrythmus des Kindes oder der Mutter völlig durcheinanderbringen würde, wenn er nach oder vor der Arbeit seinen Sohn sehen wollte. Vielleicht würde die Mutter sich ja sogar drauf einlassen und den Tagesrythmus umstellen, rechnet aber damit, dass er dann ganz schnell Interesse an diesen Besuchen verlieren würde. Das wissen wir alles nicht.

Ich darf mein Kind (16 Monate) nur Samstags abholen, dann
Sonntags wiederbringen. Will ich mehr, dann soll ich meine
Arbeit verschieben, was nicht möglich ist, …

…Besuche sind nicht möglich.

Hier habe ich ein wenig das Gefühl, dass André eigentlich der Mutter hinterhertrauert. Und da sie ganz klar gemacht hat, dass sie ihn nicht mehr will, dass er eventuell dann auch den Kontakt zum Kind nicht mehr will.

Die Mutter rastet aus („kümmere dich um deinen
Sohn“, so ein einziger Anruf).

Dass sie den Kontakt zwischen ihm und dem Sohn unterbinden will, kann ja danach eigentlich nicht sein.

Nun ist die Trennung fast 10 Monate her (von
ihr einseitige, für mich nicht nachvollziehbare Trennung, von
heute auf morgen sozusagen, ich weiß heute noch nicht den
Grund).

Sowas zum Beispiel kenne ich eigentlich nur von Menschen, die während der ganzen Partnerschaft nicht wussten, was in dem anderen vorging, und zwar meistens deswegen nicht, weil es sie nicht interessiert hat.

Sicher, wenig ist besser als gar
nicht. Ist das letztendlich relevant fürs Kind? Mein Sohn
merkt, wie schlecht es mir geht und reagiert dementsprechend.
Muß ich ihm das zumuten? Nein!

Hier meine ich, gäbe es auch die Möglichkeit, sich nicht so anzustellen und mal etwas weniger Selbstmitleid zu entwickeln.

Das ist jetzt keine Vorwurf von oben herab, das ist nicht so, dass ich mich noch nie in Selbstmitleid geübt hätte, aber trotzdem.

Klar, ich habe ein
Kind und ich weiß um die Verantwortung, aber ich kann mich
nicht deswegen aufgeben.

André, in Wirklichkeit gibst du dich viel mehr auf, wenn du diese Verantwortung aufgibst, als wenn du es nicht tust.

Viele Grüße
Thea

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Sooo schwierig…
Hi André,

ich hab Deine Frage jetzt schon ein paar Tage mit mir rumgeschleppt, bevor ich nun antworte.

Erste Grundregel ist immer diese:

Dem Kind geht es gut, wenn es den Eltern gut geht.

Sprich: Wenn Ihr zwei eine Regelung findet, bei der Ihr Euch wohl fühlt - oder mit der ihr wenigstens leben könnt! - und das Kind in diese Regelung hineinwächst: Dann wird dies auch ok für das Kind sein.

Und zwar unabhängig davon, wie diese Regelung aussieht!

Wenn auch nur einer von Euch nicht leben kann mit der Art, wie Ihr den Umgang löst, dann wird das Kind immer darunter leiden.

So weit, so gut. Das klingt ja noch einfach. Ist es aber nicht.

Denn in der Praxis bedeutet das zum Beispiel:
Wenn Du unter der jetzigen Regelung leidest (wie Du es tust) wird es Deinem Kind nicht wirklich gut damit gehen. Wenn Du aber einen Schlußstrich ziehst und Deine Ex Dir das nachträgt und nicht verzeihen kann, wird sie das auch auf das Kind übertragen, und es wird nie glücklich damit.

Die Entscheidung, Dich ganz von Deinem Kind zurück zu ziehen, ist eine schrecklich, schrecklich schwere. Mein Mann stand selber davor. Wir -er- hat ein Kind aus erster Ehe, und es war im Grunde immer so, wie Du es schilderst. Seine Frau hat, wo sie nur kann, versucht, einen Keil zwischen das Kind und den Vater zu drängen, später dann zwischen die Kleine und uns. Zeitweise war es so schlimm, war mein Mann (damals Freund) so zerrissen, daß auch er überlegt hat, den Kontakt völlig abzubrechen: Dem Kind zuliebe, damit es nicht weiter Spielball der Manipulationen sein muß.

Er/Wir haben uns dagegen entschieden. Warum?

Weil, glaube ich, Ungewißheit etwas schreckliches ist für ein Kind. Ein gesichtsloses Nichts, wo andere einen Papa haben? Daß die Eltern geschieden sind, daß der Papa nicht zu Hause wohnt, das kennen viele Kinder. Aber gar keinen Papa, gar keinen Kontakt, ich glaube, das ist sehr schwierig. Es sei denn - wie bereits vorgeschlagen - Deine Ex lernt einen neuen kennen, und das Kind erfährt erst mal nicht, daß dies nicht sein leiblicher Vater ist.

Aber selbst, wenn es die Kindheit so ohne Vater übersteht. Ich glaube, es ist schrecklich, irgendwann in der Pubertät da zu stehen und sich fragen zu müssen: „Wer ist mein Vater eigentlich?“

Und dann gibt es ja noch die andere Seite: Die des Vaters.

Ich glaube, mein Mann hätte es nie wirklich geschafft, seine Tochter ganz fallen zu lassen. Sie braucht ja nicht nur ihn. Er braucht ja auch sie.

Bei Dir und Deinem Sohn ist es doch genau so.

André, Du mußt einfach herausfinden, wie es für Dich machbar ist. Aber glaube nicht, diese erste Zeit (und ihr seid noch in der ersten Zeit) wäre nicht zu bewältigen. Sie ist es. Irgendwann spielt es sich ein. Selbst bei uns hat es sich eingespielt, und das, obwohl die Ex meines Mannes bis heute nicht wirklich aufgehört hat, uns Striche durch unsere Rechnungen zu machen. Aber mittlerweile kennen wir das Spiel so gut, daß wir von vornherein ihre Bosheiten mit einkalkulieren. :wink:

Wenn es für Dich jetzt schon unerträglich ist, daß Du nicht immer für Dein Kind da sein kannst, glaubst Du, es würde leichter werden, wenn Du es nie mehr sein kannst?

Ich kann Dir diese Entscheidung nicht abnehmen, noch nicht mal leichter machen. Ich kann Dir nur ein paar wirre Gedanken dazu hier niederschreiben. Aber vielleicht hilft es ja.

Ich glaube schon, daß Dein Kind Dich braucht.

Alles Liebe,
Nike

Hallo André,

für mich klingt das auch eher nach jemand, der eigentlich die Trennung noch nicht verkraftet hat. Und zwar die Trennung von seiner Frau!

Du weisst bis heute nicht, warum sie sich von dir getrennt. Das zeigt für mich eher, dass ihr in eurer Beziehung nicht gut miteinander kommuniziert habt - und es wäre ein Wunder, wenn ihr das jetzt - wo es Verletztungen und Wut auf allen Seiten gibt - auf einmal hinbekommt. Ohne Kommunikation werdet ihr das aber nicht in den Griff bekommen. Also: Such einen Weg, mit ihr zu reden - wenn nicht direkt, dann über einen vertrauenswürdigen neutralen Menschen, den beide schätzen und dem beide vertrauen.

Gibt es denn bereits eine Scheidung? Oder lebt ihr „nur“ getrennt? Wir wissen in der Tat sehr wenig, um halbwegs sinnvolle Lebenshilfe per Ratschlag geben zu können…

Ich finde nur, dass du zu schnell aufgibst - und das wird sich irgendwann mal rächen.

Beste Grüße,

barbara

Hallo Nike,

die anderen Antworten haben auch Wahrheiten, doch du triffst es am Besten. Ich kann nicht viel dazu sagen, die Geschichte ist so unendlich lang. Wie beschreibt man kurz die Entwicklung von Gefühlen in langer Zeit?

Ich weiß nicht, ob ich ihr verzeihen kann, ich weiß nicht mein Ziel, ich kenn nicht den Sinn des Ganzen.

Ausgang offen, ich werde berichten, irgendwann…

Danke
André

Hi André,

Ich weiß nicht, ob ich ihr verzeihen kann,

Das mußt Du gar nicht. Su solltest mir Dir ins Reine kommen und mir ihr eine Basis finden, auf der Ihr Euch sehen könnt, ohne Euch zu verletzen. Denn wenn ihr das tut, verletzt ihr das Kind.
(Randbemerkung: Ich habe der Ex meines Mannes nie verziehen, was sie der Kleinen alles angetan hat. Aber ich würde nie und werde nie in Annas Gegenwart ein schlechtes Wort über ihre Mutter verlieren. Dem Kind zuliebe).

ich weiß nicht mein Ziel,


Kannst Du auch noch nicht, dafür ist alles viel zu frisch. Laß Dir Zeit. Verlang nicht zu viel von Dir.

ich kenn nicht den Sinn des Ganzen.


André, den kennt doch niemals jemand wirklich. Aber Dein Kind, das ist da, und das verändert Deine Welt. Was auch immer der Sinn sein mag: Es ist ein Teil davon.

Ausgang offen, ich werde berichten, irgendwann...


Bleib am Leben und am Ball, gib nicht auf und finde einen Weg mit Deinem Sohn. Ich weiß, wie schrecklich weh das tut, aber ihr könnt einen Weg finden.

Liebe Grüße,
Nike

Hallo

Ich möchte aber noch dazu sagen, dass die in meinem vorigen Beitrag zum Ausdruck kommende Vorstellung vom Fragesteller auf früher mal im RL erworbenen Vorurteilen beruht, die natürlich in keiner Weise zutreffen müssen.

Vielleicht ist es ja in Wirklichkeit alles völlig anders, dann bitte ich um vielmals Entschuldigung.

Viele Grüße
Thea