Hallo,
vielleicht solltest du das, was du für Pflegefamilien
forderst, erstmal für Leute fordern, die planen, ein Kind in
die Welt zu setzen oder dies bereits gemacht haben.
Das ist doch jetzt pure Polemik.
Nein, das ist eine traurige Tatsache. Kinder in die Welt setzen darf jeder, der weiß wie es geht, ungeschützten Sex zu haben.
weil es einfach nicht machbar ist. Immer wieder wird ein
„Elternführerschein“ o.ä. gefordert. Schön. Ich wollte mal
die Schreie hören, wenn man nur noch Kinder nach bestandener
Prüfung bekommen dürfte.
Ja und? Besser die unfähigen Eltern schreien, als die misshandelten und vernachlässigten Kinder.
Aber bei Pflegeeltern KANN man vorher checken, ob die für ein
bestimmtes Kind überhaupt geeignet sind, man kann die
aufnehmenden Familien mit Kursen und Angeboten unterstützen,
viel früher als das bei einem Kind in seiner biologischen
Familie möglich ist.
Und das wird ja auch so gemacht.
Und es ist auch notwendiger, denn das Kind, das bereits sein
biologische Familie verloren hat, zeitweise oder permanent,
das ist kein Kind, dem man das Experiment „Familie“ zumuten
sollte: vielleicht geht es ja gut, wenn nicht, kann man es ja
weiterreichen in die nächste (vielleicht ebenso ungeeignete)
Familie. Ein Kind kann nicht viele Stationen dieser Art
vertragen.
Ach ja, aber ein Kind kann es dann schon mal vertragen, in einem Heim untergebracht zu werden, wo ja auch die Erzieherin, zu der es dann vielleicht mal Vertrauen gefasst hat, fast rund um die Uhr für das Kind erreichbar ist, keinen Urlaub nimmt, kein Wochende, nie den Job welchselt, nie wegen Krankheit mal ein paar Tage nicht zur Arbeit erscheint und auch Nachts da ist, sodass das Kind auch mal zu ihr ins Bett krabbeln kann, wenn es mal schlecht geträumt hat?
Entschuldige meinen Zynismus, aber es gibt gute Gründe dafür, Kinder die sehr instabil sind und bislang keine Chance hatten, zu irgend jemanden ein dauerhaftes Vertrauensverhältnis aufzubauen, gerade nicht in Heime mit ständig wechselnden und Urlaub nehmenden Bezugspersonen zu geben.
Natürlich wünschen wir alle, dass die Welt besser wäre und
dass es Dinge wie Adoption und Pflegekinder nicht gäbe, aber
solange es sie gibt, kann man sich darum kümmern, dass man
objektiv hilft und keinen planlosen Aktionismus treibt (Kind
in Familie und gut is!).
Und wer betreibt deiner Meinung nach „planlosen Aktionismus“? Vielleicht darf ich dich mal mit ein paar Mitarbeitern von Jugendämtern bekannt machen, die verzweifelt versuchen, für Kinder Pflegefamilien zu finden, die in den Heimen einfach untergehen würden. Dann würdest du hier vielleicht nicht so viel Wind machen.
Gruß
Marion