Hallo,
unsere Nachbarn nehmen Kinder vom Jugendamt in Kurzzeitpflege. Bei einem der aktuellen Kindern gibt es jedoch immer wieder Probleme. Das Kind reagiert nicht nur nach außen agressiv (durch treten gegen Türen, werfen mit Gegenständen, schlagen und so) sondern auch gegen sich selber.
Die Agression nach aussen tritt ein, wenn er was machen soll was er nicht will (essen, sich waschen lassen, schlafen gehen). Das hat unsere Nachbarin mittlerweile ganz gut im Griff und er lässt sich beruhigen. Sei es durch festhalten und kuscheln, durch Ablenkung, oder sie lässt ihn halt auch mal ein paar Minuten fernsehen.
Aber: Wenn er sich selber verletzt gehen ihr langsam die Ideen aus. Meist passiert das „aus heiterem Himmel“ und aus dem Schlaf heraus. Er wacht auf, schreit sofort los, verkratzt sich das Gesicht und macht sich ganz steif. Anfangs konnte man ihn durch streicheln beruhigen. Dann wurde unserer Nachbarin der Tipp gegeben sein Gesicht mit einem nassen Waschlappen abzuwischen, das hat auch funktioniert. Dann musste sie zusätzlich zum Abwischen immer was neues (für ihn interessantes) sich einfallen lassen. Runter gehen in die Küche, mal ein Bonbon. Mal raus in den Garten stehen und Sterne zeigen, mal mit ins eigene Bett nehmen und was erzählen, mal Rollläden hoch und runter machen, mal schnell raus und schauen ob das Auto noch da ist, also viele, viele Ideen (ich kann nicht alles aufzählen).
Meist ist die Sache nach 1 - 2 Mal ausgereizt und wirkt nicht mehr.
Diese Anfälle waren früher jede Nacht, nun nur noch 1-2 Mal die Woche. Also deutlich weniger geworden. Aber dafür wird die Beruhigung immer schwerer.
Ihr wurde empfohlen im Schutzhandschuhe gegen das eigene Verkratzen zu verwenden, aber jetzt wenn es warm wird? Ausserdem bringt es ja nichts für das Seelenleben des Kleinen.
Die erste Pflegefamilie hat ihn unter anderem wegen solchen Problemen abgegeben.
Er scheint in der Phase auch keinen Schmerz zu fühlen. Es müsste ihm doch weh tun, auch danach habe ich das Gefühl es stört ihn nicht, dass die Kratzer im Gesicht brennen.
Habt ihr noch Tipps was sie noch unternehmen kann? Sie möchte ihn ja schon (ob bei der eigenen Mutter oder in Dauerpflegefamilie) auf ein gutes Leben vorbereiten, ist aber langsam mit ihrem Latein am Ende. Zumal man es nicht an einem Erlebnis am Tag oder sonst was festmachen kann was beeinflussbar ist.
Danke Ute
