Kind verstorben - wie damit umgehen?

Hallo liebe Eltern,

ich wünsche es niemanden, aber leider gehen die Kleinen manchmal viel zu früh - Im Bekanntenkreis meines Mannes hat jemand sein wenige Wochen altes Baby verloren - nun stellen wir uns die Frage ob es sehr schmerzhaft für den Vater ist, wenn wir bei künftigen Gruppenveranstaltungen unseren Sohn mit dabei haben - wie geht man mit dieser Situation um, wie verhält man sich am besten gegenüber den Eltern?

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht, wie man trauernden Eltern am besten unter die Arme greifen kann?

Trauer um alternde Menschen ist da doch was ganz anderes, da weiß man dass es irgendwann zu ende geht, aber wenn man sein Neugeborenes in den Armen hält geht man ja erst einmal davon aus, dass man eine Zukunft vor sich hat. Wie tröstet man da?

Gruß,
Alexandra

Hi!

wie verhält man sich am besten gegenüber den Eltern?

Bitte: Ganz normal!
Das Thema nicht mit Gewalt anschneiden, sondern - wenn schon - nur wenn es die Eltern ansprechen.

Sätze, wie „Ihr seid ja noch jung“ oder (falls ein Kind bereits da ist) „Immerhin habt ihr ja den/die …“ vermeiden - DAS ist so ziemlich das Schlimmste …

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht, wie man trauernden
Eltern am besten unter die Arme greifen kann?

Wie tröstet man da?

Nur, wenn die Eltern es verlangen; Kleinigkeiten helfen da schon gewaltig - manche Eltern sind nach so einer Situation wie gelähmt …

Jeder geht da mit seiner Trauer anders um - und es ist erstaunlich, wenn man dann erfährt, wieviele andere es in dieser Hinsicht schon „erwischt“ hat …

Grüße,
Tomh

PS: Unsere Tochter wäre heuer am 14.Juni fünf Jahre alt geworden, wenn sie die Geburt überstanden hätte …

Moin Alexandra,

wie geht man mit dieser Situation um, wie
verhält man sich am besten gegenüber den Eltern?

das schlimmste ist es (meist) wenn die Situation totgeschwiegen wird.

Einem Bekannten meines Vaters ist vor vielen Jahren auch ein Kind gestorben und im Freundes- und Bekanntenkreis wurde nienimmernicht darüber gesprochen, auch die Familien vermied es krampfhaft.
Später, als er über alles freier sprechen konnte, sagte er, daß dieses Verhalten für ihn sehr schlimm gewesen wäre, er hatte das Gefühl, als sei sein Sohn ein zweites mal gestorben - in den Köpfen der anderen.

Also, so platt es auch klingt, Business as usual und wenn ihr spürt, daß er das Gespräch sucht, nehmt es auf.
Meist dient man den Betroffenen so am besten.

Gandalf

Hallo,

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht, wie man trauernden
Eltern am besten unter die Arme greifen kann?

sei einfach für die Eltern da, wenn sie euch brauchen!

nun stellen
wir uns die Frage ob es sehr schmerzhaft für den Vater ist,
wenn wir bei künftigen Gruppenveranstaltungen unseren Sohn mit
dabei haben - wie geht man mit dieser Situation um, wie
verhält man sich am besten gegenüber den Eltern?

Schmerzhaft wird es mit Sicherheit sein, aber sollen jetzt alle ihre Kinder verstecken?
Das geht nicht und das Leben geht weiter, auch wenn es sehr sehr schmerzhaft ist.
Die Eltern werden immer wieder Eltern mit Baby und Kindern sehen…
Wie würde ich mich verhalten?
Nimm beide in den Arm-ohne Worte-und biete bei Bedarf deine Hilfe an, auch wenn es nur zum Ausheulen ist…

Viel Kraft den Eltern

sternenkinder
hallo,

ich denke, es hängt auch ein bißchen davon ab, woran es gestorben ist. udn ob es das erste war und ob es ein langlang ersehntes war.

mir hat es beim tod meines kindes (allerdings ungeboren) sehr geholfen, dass es eine infektion war, die ich nicht hätte verhindern können.

freunde von mir haben ein erwachsenes kind verloren und trost in diesem buch gefunden:

http://www.amazon.de/Verwaiste-Eltern

ferner:
http://www.veid.de/

ich war damals in einem forum über sternenkinder.
http://www.sternenkinder.de/

ansonsten: ich würde raten: ab und an mal nachzufragen und die reaktion annehmen: reden oder schweigen lassen.

und zwar nicht nur in den nächsten wochen, sondern auch in den nächsten jahren.

viel kraft.

tilli

p.s. man vergißt zu oft, dass das kinderkriegen eine hochheikle angelegenheit ist. wenige sprechen über tote kinder und fehlgeburten, dabei sind sie häufiger als man denkt.

die tatsache, dass wir ein sehr gutes vorsorgenetz haben, hebelt die natur nicht aus. kinder sterben auch, das ist der lauf der welt.
vertrauen ins karma/kismet ist für mich notwendig gewesen, um nicht in einem „wieso grade ich?“ zu versinken.

denn das ist falsch. nicht nur ich habe ein kind verloren, bei weitem nicht.

Liebe Alexandra,

einfach zeigen, das ihr für sie/ihn da seid!

http://www.veid.de/ kann ich auch nur sehr empfehlen. Da gibt es Selbsthilfegruppen in fast jeder Zeit und Region und - fast immer auch Akut-Hilfe. Denn jetzt ist es sicher noch zu früh, das aufzuarbeiten. Jetzt wollen/sollen die Eltern ihren Schmerz leben, aushalten lernen, wie auch immer.
LG, Barbara

Noch als Ergänzung
Hallo!
So ähnlich hätte meine Antwort auch gelautet.

Trösten ist so individuell wie der Mensch selber und sehr abhängig davon, wie gut man jemanden kennt, man rückt ja einem trauernden Menschen damit auch ganz schön auf die Pelle. Die Grenze zwischen totschweigen und auf die Nerven gehen ist eben schwer zu finden.

Deshalb fände ich es eine gute Idee, quasi Angebote zu machen: Möchtest du abgelenkt werden, ruf an, dann unternehmen wir etwas? Wenn Du reden möchtest, bin ich für Dich da. Und auch die Frage: Ist es Dir lieber, wenn unser Kind nicht dabei ist? Oder ganz einfach praktische Hilfe anbieten: Begleitung bei Behördengängen z.B.

Man muss ja nicht den Psychologen mimen, manche versuchen das, wenn ein Freund trauert. Das ist nicht so ganz die Aufgabe von Freunden, denke ich. Der Psychologe will ja professionell „heilen“, Freunde können nur helfen, da sein und ein wenig auffangen.

Und wenn man nicht weiß, wie man mit einem Trauernden umgehen soll, würde ich ihn fragen, wie er es gern möchte.

Schöne Grüße
kernig

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hi,

wie geht man mit dieser Situation um, wie
verhält man sich am besten gegenüber den Eltern?

schwer zu sagen. ich hatte damals manchmal das bedürfnis von ihr zu erzählen, manchmal tat jeder gedanken an sie weh und ich wollte bloß nicht darauf angesprochen werden, von niemanden.

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht, wie man trauernden
Eltern am besten unter die Arme greifen kann?

wie schon gesagt wurde: abwarten und kommen lassen. direkt darauf angesprochen werden ist nicht so prickelnd.

Trauer um alternde Menschen ist da doch was ganz anderes, da
weiß man dass es irgendwann zu ende geht, aber wenn man sein
Neugeborenes in den Armen hält geht man ja erst einmal davon
aus, dass man eine Zukunft vor sich hat. Wie tröstet man da?

ich glaube da kann man nicht trösten, das erlebnis muss jeder für sich verarbeiten. manches dran kann man aber nicht verarbeiten, nur vergessen. und manches an ihrem sterben kann man nicht mal vergessen.

gruß

t.

Hallo Alexandra,

ich kann nur sagen - egal, ob Kind oder naher Angehöriger - wenn ein nahestehender Mensch stirbt, reagiert jeder anders.

Ich kann aber den Tipp geben: Redet mit den Menschen und nicht „über sie“. Denn niemand außer ihnen selbst kann Euch sagen, was Ihnen das liebste wäre.

Die einen können vielleicht keine Kinder sehen, die anderen sind getröstet, daß es gesunde glückliche Kinder gibt und sie ein paar Stunden auf unbeschwerte Kinder blicken können.

Sicher ist die Frage nicht kurz nach dem Tod angebracht - aber nach einiger Zeit ist es sicher in Ordnung, wenn Ihr vor einer gemeinsamen Unternehmung die Freunde/Bekannte ansprecht, vielleicht in dieser Form: Es fällt uns als Eltern immer noch schwer, über den Tod von Eurem Kind zu sprechen und wir wollen Euch nicht noch trauriger machen. Nun steht diese oder jene Feier an - ist es für Euch schlimm, wenn unser Kind ebenfalls daran teilnimmt?
Gebt ihnen (wenn sie Euch nahestehen) ein Zeichen, daß ihr für sie Zeit habt, fürs sprechen, für normale Dinge, einfach für ein paar Stunden „raus“.

Die Trauer geht ja auch nicht vorbei - sie wird nur anders - man kann sie mit der Zeit besser in sein Leben integrieren. Deswegen wird sicher trotzdem für jede Familie der Verlust nicht weniger. Man arrangiert sich nur mit der Zeit besser damit.

Wendy

Hallo,

fragt den Vater doch selbst.

Ich kann mich erinnern, dass ich als kleines Kind eine Verwandte nicht besuchen durfte, da diese (Cousine meiner Mutter) einen schwerbehinderten Jungen im selben Alter hatte und sie es nicht ertragen konnte, wenn gesunde gleichaltrige Kinder sich in ihrem Haus aufhielten.

Das war bereits in den 50er Jahren und schon damals haben meine Eltern mit ihr und mit mir darüber gesprochen und alle hatten Verständnis.

MOXA