Kind verwöhnt!

Hallo an alle Eltern + an alle anderen!

Vielleicht erst noch eine kurze Vorgeschichte zu meiner Frage:
Vor zwei Wochen war ich in Urlaub. Dabei war auch mein Freund, dessen Bruder, Schwägerin und sein kleiner Neffe (2 1/2 J.).
Ich dachte, es würde schon schön werden. Aber falsch gedacht. Naja, wie soll ich es ausdrücken… der Kleine ist einfach nur verwöhnt!
An der ersten Raststätte hat es schon angefangen. Er wollte einen Hüpfball, wir hatten alle kein Kleingeld für den Automaten, also war schluss mit Ball. Der kleine schreit wie am Spieß, bekommt stattdessen ein Eis, dass er irgendwann trotzig auf den Boden geworfen hat, als er wieder diese dämlichen Hüpfbälle sah!
An der nächsten Raststätte hat sein Vater dann Geld gewechselt und der Kleine bekam was er wollte - seinen Ball.
Als wir abends bummeln waren, musste er grundsätzlich IMMER etwas haben und hat es natürlich bekommen (denn wenn nicht, könnte er ja rumschreien - der arme…)!

Naja, und dieses Prinzip setzte sich fort und zwar eine ganze Woche lang! (bis sie dann heim fuhren…zum Glück)
Die Fam. + dem Kleiner Mann wohnte ungef. 100m von uns entfernt. Als wir abends vor dem Essen auf der Terrasse saßen, hat er manchmal (eigentl. jeden Tag) rumgeschrieen, dass man ihn bis zu uns (und im ganzen übrigen Urlaubsviertel) auch gehört hat. Die Leute dachten wahrscheinlich, er würde gerade tot geschlagen werden, dabei wollte er nur kein Brot essen o.ä. Und als dann der Mann bei dem sie wohnten, was sagte wg. Lautstärke usw. waren die Eltern eingeschnappt und sagten „das ist halt ein Kind“ und unternahmen nat. nichts dagegen.
Bei seinen Eltern macht er sowas. Als er aber mal nen halben Tag mit uns verbrachte, legte er sich sogar zum dösen zwischen uns, hat nicht einmal geschrieen, oder geweint. Wenn er anfing rumzumeckern, guckte sein Onkel kurz ernst und es war Ruhe!

Ist das ein verwöhntes Kind? Sind die Eltern nicht in der Lage es zu erziehen, oder wollen sie sich ihre Ruhe „erkaufen“, indem er alles bekommt, was er will!? Wird sich das im Kindergarten, in der Schule dann ändern? Ich meine, er wird doch bestimmt mal Schwierigkeiten bekommen, wenn er jetzt schon so erzogen wird, dass er alles bekommt, was er will?!

Ich versteh das auf jeden Fall nicht. Ich habe keine Kinder und weiß deswegen nicht, wie man es richtig macht. Aber richtig ist diese Erziehung in meinen Augen nicht…

Gruß
anke

nicht verwöhnt - verzogen!
verwöhnen tut man ein kind, wenn man ihm gutes antut!

dieses kind ist aber auf dem besten weg seine eltern zu tyrannisieren… das wär ja noch nicht schlimm…wenn sie es nicht anders haben wollen, genügend nerven und genügend kleingeld haben…

ABER: das problem wird sein, dass dieses kind nicht lernt grenzen anzuerkennen (auch wenn es beim onkel ja anscheinend im moment noch geht…)

keine grenzen setzten bei einem kind: damit tun man seinem kind aber eben nichts gutes, denn es wird spätestens in der pubertät sich seine grenzen selbst suchen…und das wird dann heftig!

na ja und von den schwieirgkeiten in kindergarten und schule und von der schwierigen gestaltung im zusammenleben mit anderne mitmenschen…

also ich wünsche dem onkel! (denn er hat evt. die möglichkeit einzuwirken) die kraft und die richtigen worte - dass hier doch noch in die richtigen bahnen gelenkt wird…

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Ja, das ist ein verwöhntes Kind. Die Eltern sollten ihr Verhalten lieber schnell ändern und dem Kind nicht mehr alles geben, was es will. Das wird sicher eine schreckliche Zeit, aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Praktische Erfahrung habe ich damit nicht, ich bin zwar Vater einer Tochter (4 1/2), aber sie hat noch nie alles bekommen, was sie wollte, von daher auch dieses Problem nicht. Wenn sie mal etwas bekommt (witzigerweise auch gerade am WE einen „Hüpfball“, dann kann sie sich auch darüber freuen.

Alles Gute
Michael

Es ist doch noch so klein
Hallo,

ABER: das problem wird sein, dass dieses kind nicht lernt
grenzen anzuerkennen (auch wenn es beim onkel ja anscheinend
im moment noch geht…)

Ach wo, Kindergarten und Schule setzen schon noch früh genug ein. Verdorben wird hier nicht das Kind, sondern seine Kindheit.

keine grenzen setzten bei einem kind: damit tun man seinem
kind aber eben nichts gutes, denn es wird spätestens in der
pubertät sich seine grenzen selbst suchen…und das wird dann
heftig!

Über die hier wohl vorliegende „partnerschaftliche“ Erziehung habe ich an anderer Stelle geschrieben, daß damit hauptsächlich die Eltern sich selbst nichts gutes tun. Nicht nur haben sie weniger Freude als mit einem braven Kind, sondern machen sich auch bei ihren Freunden unbeliebt.

also ich wEsche dem onkel! (denn er hat evt. die möglichkeit
einzuwirken) die kraft und die richtigen worte - dass hier
doch noch in die richtigen bahnen gelenkt wird…

Eltern, die an ihrem Kleinkind partnerschaftliche Erziehung praktizieren, sind zumeist ideologisch in der Wolle gefärbt, man sollte mit ihnen nicht über ihre Erziehungsweise diskutieren.

Gruß
Wolfgang

eine anstrengende Zeit
Hallo Anke,

meiner Ansicht nach treffen 2 Dinge zusammen:
in diesem Alter sind Kinder besonders egozentrisch und in der Trotzphase. Grenzen werden abgeklopft und bei einem „nein“ mit einem Gefühl der Wut erwidert.
und die Eltern begehen wahrscheinlich Unterlassungsfehler, erschöpft von all den lautstarken Protesten des Sprößlings.

Als meine Kinder in dem Alter waren, habe ich so manches Mal Veranstaltungen wegen solcher Auseinandersetzungen verlassen müssen, und es hat mich getröstet, dass es anderen Eltern auch so ergangen ist.
Und das Phänomen, dass die Kinder bei anderen friedlicher sind als bei einem selbst, kenne ich auch. Ich glaube, das liegt daran, dass Kinder sich eher an der Bezugsperson Vater oder Mutter reiben, als an „Fremden“.
Es gilt das Kind in die Gemeinschaft der Familie einzufügen, oder ihnen beizubringen, wie sie sich einer Gesellschaft mit anderen Leuten anpassen. Sie sind eben keine Babys mehr, die uneingeschränkte Ausmerksamkeit brauchen. An diese Übergangsphase müssen sie sich gewöhnen (und die Eltern auch).
Wenn ein Kind vor Wut brüllt, gibt es nur eines: aus dem Geschehen herausnehmen, brüllen lassen und dann trösten.
Strengt an, aber lohnt sich.

Wenn ich meine Freundin mit ihrer 3jährigen Tochter besuche, und das Mädchen ist einfach schlecht gelaunt, meckert und nörgelt die ganze Zeit, bleiben ich auch nicht mit einem verständnisvollem Mutterblick sitzen, sondern komme später wieder. Mich nervt das nämlich auch! Außerdem ist eine Unterhaltung so nicht möglich.
Du hast mein volles Verständnis, wenn Du gerade, ohne Kinder, mit der Situationen im Urlaub nicht zurecht gekommen bist.

viele Grüße
Claudia