Kind will nicht baden/duschen

Hallo,

es ist schon eine Weile her, da habe ich dies hier schon mal thematisiert, leider hat sich nicht wirklich etwas verändert. Die Tochter meines Mannes (8 1/2) ist recht oft bei uns, z.B. von Freitag bis Mittwoch oder auch in den Ferien länger. Dabei kommt unweigerlich das Thema Körperpflege zur Sprache. Sie ignoriert das komplett, kommt einigermaßen sauber und geht ziemlich schmutzig. Das Einzige was geht, ist das Zähneputzen, Gesicht- und Händewaschen, allerdings auf Aufforderung. Um ihr deutlich zu machen um was es eigentlich geht, spreche ich auch mit ihr oder erzähle ihr, wie es bei mir als Kind war. Wenn wir dann aber mal ernsthaft darauf drängen, daß sie badet, will sie das nur mit dem Badeanzug tun. Das geht logischerweise gar nicht. Anfänglich war sie den Argumenten, daß sie ganz alleine im Bad sein könne, niemand käme rein, keiner würde sie stören, auch nicht zugänglich. Mittlerweile haben wir es aber immerhin einmal geschafft. Nun hat sie es fertig gebracht und eine ganze Woche während der Reiterferien sich nicht zu duschen oder gar die Haare zu waschen. Nun geht es darum, daß heute gebadet und Haare gewaschen werden. „Mit Badeanzug“. Ich habe sie jetzt ganz konkret gefragt, ob sie sich schämt oder geniert und sie hat gesagt, ja. Das kann ich nun gar nicht verstehen, zumal niemand ins Bad kommt, wenn sie badet. Wir waren zusammen schwimmen, sie kennt ihren Vater nackt, auch mich hat sie nackt gesehen, wir haben uns auch schon in der Umkleide zusammen umgezogen, alles ohne Probleme. Mich besorgt das Ganze, weil es eben nicht mehr so aussieht, als ob sich das „auswächst“, eher im Gegenteil, es schein schlimmer zu werden. Von der Anstrengung die das bedeutet, wenn sie bei uns ist mal abgesehen, wieviel Schamhaftigkeit ist bei einem Mädchen in ihrem Alter normal? Ich will ja nicht ihren Willen brechen, ich möchte verstehen, was in ihr vorgeht und einen Zugang zu ihr finden.

Ich hoffe, es hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir sagen: alles wird gut :wink:)

Liebe Grüße

Avera

Hallo Avera,

Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen… Aber der erste Gedanke, der mir gekommen ist, war: „Ist das Mädchen mal (oder öfters) im Bad sexuell missbraucht worden?“ Das würde ihre Reaktion sehr eindeutig erklären.

Bitte sei Dir bewusst, dass sie auf eine offene Frage diesbetreffend mit grosser Wahrscheinlichkeit „nein“ antworten wird! Denn wie du geschrieben hast, sie schämt sich zu sehr. Was aber nicht heisst, dass da nichts war!!

Gruss,
coco

Gruss,
coco

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Hallo Coco,

natürlich würde es nichts bringen, ein Kind direkt zu fragen. Aber ich halte das für ausgeschlossen, weil sie sonst in keiner Weise auch nur das leiseste Anzeichen für so etwas zeigt. Außerdem ist sie sehr selbstbewußt und läßt sich so schnell nicht einschüchtern. Sie ist eine gute, konzentrierte Schülerin, weder aggressiv noch übermäßig in sich zurückgezogen. Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Kinder :wink:. Wenn sie uns damit das leben nicht schwer machen würde, wäre alles optimal. Es gab/gibt auch keine infrage kommenden Personen für so etwas.

Trotzdem Danke für Deinen Hinweis.

Liebe Grüße

Avera

sie darf zusperren…

was sagt sie dazu?..
also ich denke in dem alter fangen sie an schamig z werden…

aber noch nicht reinlich, das kommt erst bei den teenis…

habt ihr mal mit der mutter drüber gesprochen? vielleicht läuft es da auch nur mit belohnungen wie :
wenn du fein gebadet hast, darfst du noch sendung abc anschauen oder es gibt nen riegel schokolade…

(das könntet ihr auch noch probieren…ich weiß „normale“ dinge will man nicht mit extras belohnen, aber manchmal ist für kinder normales halt schwieriger als scheinbar schwieriges(zb gut in der schule zu sein))

viel glück
liebe grüße
bulga-dance

Hallo,

heute hat es ganz gut geklappt. Vielleicht hat es geholfen, daß ich sie direkt gefragt habe, ob sie sich schämt. Unser Deal heute war, daß sie alleine hinter verschlossener Tür badet und wenn sie fertig ist, bekommt sie den Badeanzug reingereicht. Sobald sie den anhatte, durfte ich reinkommen zum Haare waschen. Das war ok, für sie und für mich.

was sagt sie dazu?..

Meist sagt sie nur, daß sie nicht will oder eben mit BAdeanzug.

also ich denke in dem alter fangen sie an schamig z werden…
aber noch nicht reinlich, das kommt erst bei den teenis…

Uuups!?? Dann muß sich in den letzten Jahrzehnten viel verändert haben. Ich bin ganz ohne Druck und ganz selbstverständlich mit täglichem waschen und einmal wöchentlichem Baden aufgewachsen. Da hat keiner nach Reinlichkeit gefragt, das war einfach so.

habt ihr mal mit der mutter drüber gesprochen? vielleicht
läuft es da auch nur mit belohnungen wie :
wenn du fein gebadet hast, darfst du noch sendung abc
anschauen oder es gibt nen riegel schokolade…

Ne, ich glaube da läuft es reibungsloser, weil sie da nicht soviel Raum zum diskutieren hat. Als „Vize-Mama“ bin ich da einfach vorsichtiger und der Umgang mit dem Vater ist auch ein sehr druckfreier, wenngleich auch recht klarer.

(das könntet ihr auch noch probieren…ich weiß „normale“
dinge will man nicht mit extras belohnen, aber manchmal ist
für kinder normales halt schwieriger als scheinbar
schwieriges(zb gut in der schule zu sein))

Ja, das sehe ich auch so. Diesmal ging es ganz gut, vielleicht ist ja doch etwas im Begriff, sich zu ändern.

viel glück

Danke!

Liebe Grüße

Avera

Hallo Avera!

durfte ich reinkommen zum Haare waschen.

Eigentlich ist das aber Aufgabe des Vaters und nicht deine - besonders, da das Thema z.Zt. problematisch ist.

Und warum kann sie sich nicht allein die Haare waschen?

Dann ist mir aufgefallen, dass du dich als „Vize-Mama“ bezeichnest - auch wenn es sicher nicht wortwörtlich von dir so gemeint ist: Du bist die Frau ihres Vaters, aber nicht die Mutter. Also lehn dich entspannt zurück und lass die Eltern machen.

Da du deine eigene Kindheit angesprochen hast: Wie war das denn bei euch mit dem täglichen Waschen?
Bei uns war es immer gleich - Abendbrot, gemeinsam abräumen/-waschen, ein bisschen spielen, ich als Jüngste zuerst ins Bad und mich waschen, Zähneputzen, ins Bett gehen, halbe Stunde lesen (anschließend heimlich mit Taschenlampe weiterlesen), schlafen.

Samstags wurde gebadet und Haare gewaschen.

Es war immer das gleiche Ritual und völlig selbstverständlich.

Vielleicht ist es einfacher für das Mädchen, wenn ihr es mit der Körperpflege so handhabt, wie es bei der Mutter üblich ist?
Lehnt euch an deren Gewohnheiten an.
Was sagt der Vater: Wann legt er den Zeitpunkt und den Umfang der Körperpflege für das Kind fest? Kann man mit dem Kind vereinbaren, wann was notwendig ist?

Schamhaftigkeit ist weder für 8 1/2 Mädchen noch Jungen ungwöhnlich

Bei meinen nichtleiblichen Kindern ist es so, dass alle völlig selbstverständlich zu mir ins Bad kommen wenn ich z.Bsp. dusche. Ich im Gegenzug aber immer vorher frage ob es okay ist. Manchmal darf ich (mittlerweile *g*), manchmal eben nicht.

Ich würde ihr den Badeanzug im Bad lassen. Irgendwann - spätestens wenn sie sich 100% sicher ist, dass sie definiv niemals beim Waschen gestört wird, keiner an der Tür steht, aufs Haare zu waschen wartet, idealerweise sie sogar die Tür abschließen kann - ist so ein Ding eh nur hinderlich.

Auch gemeinsames Umkleiden in öffentl. Bädern o. ä . - nur machen, wenn sie explizit den Wunsch äußert. Grunddsätzlich kann sie das schon alleine schaffen und du musst in dem Alter keine Hilfestellung mehr geben.

Nimm dich vielleicht ein bisschen zurück, respektiere ihre Zurückhaltung - irgendwann legt sich das. Sicher.
Liebe Grüßen
Simone

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Hallo

ist die kleine vielleicht etwas pummelig? Oder hat sie Hautprobleme?

Mit 8 kann man schon diverse Erfahrungen mit Spott und Hohn gemacht haben.
Wenn sie euch besuchen kommt nehme ich mal an, das sie häufiger bei ihrer Mutter ist. Dort fühlt sie sich zuhause und sicherer, auch wenn sie bei euch beim Vater ist, ist sie doch nur „zu besuch“ und hat nicht die Sicherheit einer „Heimathöhle“.

Es kann also sein, dass sie sich deshalb schämt, wenn ein entsprechender Faktor vorhanden ist.
Dann könnte es sein, dass sie angst hat, auch von euch ausgelacht zu werden und eben nicht nach wenigen Stunden nach Hause kommt um sich zu verkriechen.

lg
Kate

Hallo Avera,

hmm, ich erinnere mich dunkel an Deine erste Anfrage zu dem Thema und je länger ich darüber nachdenke umso eher kommt mir der Gedanke, dass die junge Dame das als Druckmittel einsetzt. „Guck mal Mama, wie > ich von > nach Hause komme“. Und Mama ist natürlich entsetzt. Ein perfektes, sichtbares Mittel, die „Neue“ vom Papa auszuspielen - und nix was für einen mit 8 1/2 unangenehm wäre.

Ich würde einfach versuchen, ihr alle Argumente gegen das Baden zu nehmen: Will sie nur mit Badeanzug baden? Ja, dann soll sie halt - und das Teil dann bitteschön hinterher selber auswaschen und aufhängen. Sie will, dass Du ihr (nicht) beim Haarewaschen hilfst? Okay, dann tu es (oder eben nicht). Sie will, dass nur der Papa anwesend ist? Nun, dann ist das so. Von mir aus auch jedesmal vorab geklärt „Heut soll Papa/Avera/niemand/ die Schwester Haare waschen helfen“. Sie will, dass sie von innen abschliessen kann? Kriegt sie nen Schlüssel / improvisierte Lösung.

Klar ist nur, dass bei Euch halt unter bestimmten Umständen (Samstag Abend? Nach Bedarf? Egal, wie Ihr’s halt geregelt habt) gebadet wird. Aber lass ihr doch die Freunde, die Rahmenbedingungen tyrannisch bestimmen zu dürfen :wink:

Achja, ein bisserl fehlt mir der Papa in Deiner Schilderung: hat er denn die Sache schonmal mit dem Frollein Tochter erörtert? Und wie verhält er sich im Badefall? Und bei sonstigen Konflikten?

*wink*

Petzi

Hallo Petzi,

hmm, ich erinnere mich dunkel an Deine erste Anfrage zu dem
Thema und je länger ich darüber nachdenke umso eher kommt mir
der Gedanke, dass die junge Dame das als Druckmittel einsetzt.
„Guck mal Mama, wie > ich von
> nach Hause komme“. Und Mama ist
natürlich entsetzt. Ein perfektes, sichtbares Mittel, die
„Neue“ vom Papa auszuspielen - und nix was für einen mit 8 1/2
unangenehm wäre.

Du hättest mal meine kullerrunden Augen sehen sollen, als ich Deine Zeilen las :wink:. Das Kind hat auf sicher nicht auch nur im Ansatz ein Konzept von „denen“ (so wie Du es beschreibst würde das voraussetzten, daß sie nicht gern bei uns ist) und von gegeneinander ausspielen. Glücklicherweise ziehen die Kindsmutter und wir in Bezug auf das Kind an einem Strang und helfen uns, wenn es geht und nötig ist.

Ich würde einfach versuchen, ihr alle Argumente gegen das
Baden zu nehmen: Will sie nur mit Badeanzug baden? Ja, dann
soll sie halt - und das Teil dann bitteschön hinterher selber
auswaschen und aufhängen.

Das wäre eine Möglichkeit, bei der aber das Waschen auf der Strecke bleibt.

Sie will, dass Du ihr (nicht) beim
Haarewaschen hilfst? Okay, dann tu es (oder eben nicht).

Nein, so ist das nicht, sie läßt sich schon helfen, aber eben mit Badeanzug.

Sie
will, dass nur der Papa anwesend ist? Nun, dann ist das so.
Von mir aus auch jedesmal vorab geklärt „Heut soll
Papa/Avera/niemand/ die Schwester Haare waschen helfen“. Sie
will, dass sie von innen abschliessen kann?

Da habe ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt. Sie schließt nicht ab, aber die Tür ist zu und sie kriegt das Versprechen, daß niemand reinkommt und das wird dann auch eingehalten.

Kriegt sie nen
Schlüssel / improvisierte Lösung.

Klar ist nur, dass bei Euch halt unter bestimmten Umständen
(Samstag Abend? Nach Bedarf? Egal, wie Ihr’s halt geregelt
habt) gebadet wird. Aber lass ihr doch die Freunde, die
Rahmenbedingungen tyrannisch bestimmen zu dürfen :wink:

Es ist tatsächlich eine wichtige Überlegung, das Baden zu ritualisieren.

Achja, ein bisserl fehlt mir der Papa in Deiner Schilderung:
hat er denn die Sache schonmal mit dem Frollein Tochter
erörtert?

Hat er.

Und wie verhält er sich im Badefall?

Am Ende dieser Diskussion saß sie dann auch in der wanne, aber es war nicht leicht.

Und bei sonstigen Konflikten?

Ich will es mal so ausdrücken: ich wünschte, ich hätte einen solchen Vater gehabt.

Danke für die Denkanstöße

LG

Avera

Hallo Kate,

ist die kleine vielleicht etwas pummelig? Oder hat sie
Hautprobleme?
Mit 8 kann man schon diverse Erfahrungen mit Spott und Hohn
gemacht haben.

Nein, nichts von alledem.

Wenn sie euch besuchen kommt nehme ich mal an, das sie
häufiger bei ihrer Mutter ist. Dort fühlt sie sich zuhause und
sicherer, auch wenn sie bei euch beim Vater ist, ist sie doch
nur „zu besuch“ und hat nicht die Sicherheit einer
„Heimathöhle“.

Sie kennt diesen Wechsel schon von sehr klein an. In der Wohnung ihres Vaters hat sie auch ihr eigenes Zimmer und die Zeiten die sie bei ihm/uns verbringt sind zwar tatsächlich nicht so lang wie die Zeiten bei der Mutter, aber sie ist dennoch weit häufiger im Kontakt mit ihrem Vater als die meisten Trennunsgkinder.

Es kann also sein, dass sie sich deshalb schämt, wenn ein
entsprechender Faktor vorhanden ist.

Ja, das ist natürlich trotzdem möglich.

Dann könnte es sein, dass sie angst hat, auch von euch
ausgelacht zu werden und eben nicht nach wenigen Stunden nach
Hause kommt um sich zu verkriechen.

Nun ich denke, daß sie in den 8 1/2 Jahren ihres Lebens und den 4 1/2 die ich sie davon kenne genügend Erfahrungen hat machen können, die sie wissen lassen, daß ihr Vater und ich nicht auslachen.

Liebe Grüße

Avera

Hallo

Ich würde ihr den Badeanzug im Bad lassen.

Das würde ich auch sagen. Wieso muss sie denn den Badeanzug ins Bad gereicht kriegen? Ich habe auch Anziehsachen im Badezimmer, und die muss mir keiner reinreichen. Ich finde das merkwürdig, wenn ein Kind von 8 Jahren nicht irgendwas zum Anziehen im Badezimmer haben darf.

Oder ist sie etwa nur in der Duschkabine?

Viele Grüße
Simsy

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Hallo Simone,

durfte ich reinkommen zum Haare waschen.

Eigentlich ist das aber Aufgabe des Vaters und nicht deine -
besonders, da das Thema z.Zt. problematisch ist.

Das sehe ich nicht zwangsläufig so. Er spricht mit ihr darüber, ich tue es auch, in Absprache mit ihm. Im heutigen speziellen Fall bin ich nun mit ihr alleine.

Und warum kann sie sich nicht allein die Haare waschen?

Das fragst Du am besten ihre Mutter. Allerdings hat sie auch ewig viele, lange Haare, die sie auch nur mit Mühe alleine gekämmt kriegt. Vom alleinigen morgendlichen Zopfflechten ist sie noch ein ganzes Stück entfernt.

Dann ist mir aufgefallen, dass du dich als „Vize-Mama“
bezeichnest - auch wenn es sicher nicht wortwörtlich von dir
so gemeint ist: Du bist die Frau ihres Vaters, aber nicht die
Mutter.

Das ist richtig. Aber dadurch, daß ich die frau ihres Vaters wurde ist sie nochmal ein ganzes Stück näher an mich herangerückt. Damit meine ich, daß sie sich deutlich auf mich zubewegt hat. So weit, daß sie auch zu mir manchmal Mama sagt, in so einer eher verspielten, testenden Art. Wir haben ihr dann erklärt, das es superschön ist, daß sie mich so mag, aber ihre Mama wäre ich nun mal nicht. Und da fiel mir dann der Ausdruck Vize-Mama ein, den wir ihr dann versucht haben zu erklären. Ihr gefiel das und mir allemal besser als Stiefmutter.

Also lehn dich entspannt zurück und lass die Eltern machen.

So einfach ist das nicht. Wir verbringen relativ viel Zeit miteinander zu dritt, da kann ich mich bei Problemen und Konflikten nicht daneben stellen und die Hände in den Schoß legen.

Da du deine eigene Kindheit angesprochen hast: Wie war das
denn bei euch mit dem täglichen Waschen?
Bei uns war es immer gleich - Abendbrot, gemeinsam
abräumen/-waschen, ein bisschen spielen, ich als Jüngste
zuerst ins Bad und mich waschen, Zähneputzen, ins Bett gehen,
halbe Stunde lesen (anschließend heimlich mit Taschenlampe
weiterlesen), schlafen.

Bei uns war es so, daß ich als ich noch recht klein war, morgens immer zu meiner Mutter gewackelt bin und gefragt habe, was ich denn heute waschen soll :smile:. Später habe ich das dann von allein getan.

Samstags wurde gebadet und Haare gewaschen.

So war es bei uns auch und ich habe das geliebt. Ich durfte mir immer über der Wanne eine Höhle bauen (mit so einer umgedrehten Plastikwaschwanne, zwei Holzdingern, auf denen sie stand und dem größten Badetuch. Wenn ich mit allem fertig war, habe ich immer nach meinem Vater gerufen, der hat mich dann aus der Wanne abgeholt, in dem er mich in das große Badetuch gewickelt und in die warme Küche getragen hat.

Es war immer das gleiche Ritual und völlig selbstverständlich.

So war es auch bei uns.

Vielleicht ist es einfacher für das Mädchen, wenn ihr es mit
der Körperpflege so handhabt, wie es bei der Mutter üblich
ist?
Lehnt euch an deren Gewohnheiten an.
Was sagt der Vater: Wann legt er den Zeitpunkt und den Umfang
der Körperpflege für das Kind fest? Kann man mit dem Kind
vereinbaren, wann was notwendig ist?

Er sieht das etwas lockerer als ich. Und ich denke eben, daß sie bestimmte Dinge eben so als selbstverständlich lernen sollte. Sorge machte mir nur, als sie auf Nachfrage erzählte, daß sie sich die ganze Woche über nicht gewaschen oder geduscht hat.

Schamhaftigkeit ist weder für 8 1/2 Mädchen noch Jungen ungwöhnlich

Auch gemeinsames Umkleiden in öffentl. Bädern o. ä . - nur
machen, wenn sie explizit den Wunsch äußert. Grunddsätzlich
kann sie das schon alleine schaffen und du musst in dem Alter
keine Hilfestellung mehr geben.

Hilfestellung dabei brauchte sie auch nicht. Ich habe sie einfach gefragt, ob sie in eine eigene Kabine möchte oder mit mir mit. Sie wählte letzteres. Wenn sie mit ihrem Papa schwimmen ging, haben sich die beiden auch eine Kabine geteilt. Soooo schamhaft ist sie also eigentlich nicht.

Nimm dich vielleicht ein bisschen zurück, respektiere ihre
Zurückhaltung - irgendwann legt sich das. Sicher.

Meine Erfahrung ist die, daß, wenn ich mich nicht von ihren Argumenten beeindrucken lasse und ihr einen Kompromiss anbiete, der es ihr ermöglichst, sozusagen „ungebrochen“ in die zunächst abgelehnte Situation zu gehen, sie in der Wanne landet.

Liebe Grüße

Avera

Huhu Avera,

okay, mag sein, dass ich völlig falsch liege. Und zum Glück kenne ich diese Konstellation (Eltern getrennt, Papa mit neuer Partnerin) nicht aus eigener Erfahrung, wohl aber von damals 8jährigen Freundinnen.

Und da hatte - egal wie objektiv nett (Du weisst was ich meine) - „Papas Neue“ ist einen ziemlich schlechten Stand. Auch wenn sicherlich völlig ungerechtfertigt ist sie doch das sichtbare Zeichen, dass mit „Mama und Papa“ nix mehr wird wie früher. Und damit ist „Papas Neue“ schonmal per se böse und blöd, auch wenn sie das objektiv meist - und in Deinem Fall sicherlich - nicht ist.

Das ist sicherlich von ihr nicht geplant und wahrscheinlich auch nicht bewusst. Es kann nur sein, dass Ihr’s vielleicht mal früher mit dem Waschen nicht so genau genommen habt und die Mama dann wirklich entsetzt reagiert hat. Und wuusch ist was „objektiv“ negatives von „Papas Neuer“ gefunden.

(so wie Du es beschreibst
würde das voraussetzten, daß sie nicht gern bei uns ist)

Nein, das wollte ich damit nicht sagen. Sondern mehr, wie ja oben beschrieben, dass durch Deine Existenz die Trennung der Eltern was „endgültiges“ bekommen hat. Achja, ein neuer Partner der Mama (so vorhanden) hätte da glaub ich ne etwas andere Stellung, weil der eher „Alltag“ ist.

Ich würde einfach versuchen, ihr alle Argumente gegen das
Baden zu nehmen: Will sie nur mit Badeanzug baden? Ja, dann
soll sie halt - und das Teil dann bitteschön hinterher selber
auswaschen und aufhängen.

Das wäre eine Möglichkeit, bei der aber das Waschen auf der
Strecke bleibt.

Woran scheitert’s denn beim Waschen? Lasst sie dabei genauso „bestimmen“ wie das zu erfolgen hat (soo viele Möglichkeiten, dabei über die Stränge zu schlagen gibt’s ja dabei nicht)

Sie will, dass Du ihr (nicht) beim
Haarewaschen hilfst? Okay, dann tu es (oder eben nicht).

Nein, so ist das nicht, sie läßt sich schon helfen, aber eben
mit Badeanzug.

Na, dann ist das halt so. Das würde ich mehr oder weniger kommentarlos so hinnehmen. Nur soll sie halt beim Auswaschen und Aufhängen von dem Teil hinterher helfen.

Da habe ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt. Sie schließt
nicht ab, aber die Tür ist zu und sie kriegt das Versprechen,
daß niemand reinkommt und das wird dann auch eingehalten.

Okay, das ist Ehrensache.

Es ist tatsächlich eine wichtige Überlegung, das Baden zu
ritualisieren.

Ja, ist das bei Euch bisher nicht so? *grübel* Das ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen, dass am Samstag Abend gebadet wurde.

hat er denn die Sache schonmal mit dem Frollein Tochter
erörtert?

Hat er.

Und dabei kam auch nix raus?

Und bei sonstigen Konflikten?

Ich will es mal so ausdrücken: ich wünschte, ich hätte einen
solchen Vater gehabt.

Okay :smile:

*wink*

Petzi

Hallo

Ich würde ihr den Badeanzug im Bad lassen.

Das würde ich auch sagen. Wieso muss sie denn den Badeanzug
ins Bad gereicht kriegen? Ich habe auch Anziehsachen im
Badezimmer, und die muss mir keiner reinreichen. Ich finde das
merkwürdig, wenn ein Kind von 8 Jahren nicht irgendwas zum
Anziehen im Badezimmer haben darf.

Nirgendwo steht, daß sie nichts zum Anziehen im Badezimmer hat. Sie hat all die Sachen zum Anziehen im Badezimmer, die sie vorher ausgezogen hat. Ein Badeanzug gehört nicht dazu. Ich erkläre es nochmal: Sie will nur mit Badeanzug baden. D.h. planschen, aber nicht waschen. Wenn sie den Badeanzug bereits im Bad hat, wird sie ihn auch anziehen. Also behalte ich ihn draußen. Sie bekommt ihn ja dann, wenn es darum geht, daß ich auch im Badezimmer bin, nämlich wenn ich ihr beim Haarewaschen helfe.

Oder ist sie etwa nur in der Duschkabine?

Nein, es handelt sich um ein Badezimmer mit einer Badewanne zum baden.

LG

Avera

Hallo!
Ich glaube, du hast sowohl mich als auch Avera missverstanden.

Ich würde ihr den Badeanzug im Bad lassen.

Soll heissen: Nicht so viel Wirbel um das Ding machen. Soll sie ihn doch anziehen wenn sie sich z.Zt. damit wohler fühlt.

wenn ein Kind von 8 Jahren nicht irgendwas zum
Anziehen im Badezimmer haben darf.

Lies nochmal. Sie ist aktuell sehr schamhaft und es ist ihr lieber sich im Badeanzug helfen zu lassen.
Nirgendwo steht, dass sie keine Kleidung im Bad haben darf!

Mit Grüßen
Simone

Huhu Petzi,

okay, mag sein, dass ich völlig falsch liege. Und zum Glück
kenne ich diese Konstellation (Eltern getrennt, Papa mit neuer
Partnerin) nicht aus eigener Erfahrung, wohl aber von damals
8jährigen Freundinnen.

Ich weiß auch, daß es oft oder gar meistens nicht so gut läuft für und mit Trennungskindern.

Auch wenn sicherlich völlig ungerechtfertigt ist sie doch das
sichtbare Zeichen, dass mit „Mama und Papa“ nix mehr wird wie
früher.

Vom Grundsatz her hast Du recht, nur war das Mädel bei der Trennung noch so klein und der Vater auch vorher schon aus geschäftlichen Gründen öfter für längere Zeit nicht anwesend.

Und damit ist „Papas Neue“ schonmal per se böse und
blöd, auch wenn sie das objektiv meist - und in Deinem Fall
sicherlich - nicht ist.

Bis Papas Neue kam, verging einiges an Zeit. Und auch wenn Du es mir nicht glaubst, sie war nie so zu mir, daß ich den Eindruck hätte gewinnen können, sie fände mich blöd. Das hätte sie auch ihrem Vater gesagt und nicht getan. Im Gegenteil, sie hat nach mir gefragt, wenn ich an einem Papawochenende mal nicht da war. Anfangs dachte ich noch, ich sollte die beiden nicht stören und habe mich zurückgehalten. Zumindest immer den ersten Tag der gemeinsamen Zeit habe ich die beiden alleine gelassen. Bis ich dann mitkriegte, daß sie sich freut mich zu sehen und nach mir fragt.

Das ist sicherlich von ihr nicht geplant und wahrscheinlich
auch nicht bewusst. Es kann nur sein, dass Ihr’s vielleicht
mal früher mit dem Waschen nicht so genau genommen habt und
die Mama dann wirklich entsetzt reagiert hat. Und wuusch ist
was „objektiv“ negatives von „Papas Neuer“ gefunden.

Hätte die Mutter in der von Dir beschriebenen Weise „entsetzt“ reagiert, hätte sie mit ihrem Ex-Mann darüber gesprochen. Übrigens weiß ich auch von der Mutter, daß ihre Tochter sehr früh anfing positiv über mich zu sprechen. Also jetzt nicht in dem Sinne: „Die A. ist sooo toll!“ sondern sie erzählte von ihren Wochenenden mit uns und was wir alles so gemacht hatten.

Achja, ein neuer Partner der Mama (so vorhanden) hätte da glaub ich : :ne etwas andere Stellung, weil der eher „Alltag“ ist.

Theoretisch ja. Aber in diesem speziellen Fall leider nicht. Er bringt sich nicht so ins Alltagsleben ein und leider mag das Kind ihn auch nicht besonders. Was mir vor allem für die Mutter sehr leid tut.

Nein, so ist das nicht, sie läßt sich schon helfen, aber eben
mit Badeanzug.

Na, dann ist das halt so. Das würde ich mehr oder weniger
kommentarlos so hinnehmen. Nur soll sie halt beim Auswaschen
und Aufhängen von dem Teil hinterher helfen.

Das ist auf jeden Fall ein guter Hinweis.

Es ist tatsächlich eine wichtige Überlegung, das Baden zu
ritualisieren.

Ja, ist das bei Euch bisher nicht so? *grübel* Das ist eine
meiner schönsten Kindheitserinnerungen, dass am Samstag Abend
gebadet wurde.

Ja, bei uns Zuhause war das auch so. Aber wir fangen damt eigentlich erst an, auch vor dem Hintergrund, daß die Zeiten, die sie bei uns ist, von der Tendez her länger werden.

Okay :smile:

Nochmal liebe Grüße

Avera

Hallo Avera!

Meine Erfahrung ist die, daß, wenn ich mich nicht von ihren
Argumenten beeindrucken lasse und ihr einen Kompromiss
anbiete, der es ihr ermöglichst, sozusagen „ungebrochen“ in
die zunächst abgelehnte Situation zu gehen, sie in der Wanne
landet.

Das liest sich doch gar nicht so schlecht!
Ich würde das ausbauen. Kinder in dem Alter lieben es normalerweise mitzubestimmen, zu verhandeln, zu diskutieren.

Was Jahre vorher von den Eltern „einfach so“ bestimmt oder durchgesetzt wurde, kann plötzlich aktiv beeinflusst werden.

Bei uns läuft es ungefähr so:
Es gibt einige feste, klare Regeln, die von uns vorgegeben werden. Bsp. Tischmanieren, Mithilfe im Haushalt, Körperpflege *g*.
Aber grundsätzlich kann darüber diskutiert und neu überdacht werden. Es ist eine Frage der Argumente und Kompromissbereitschaft.

Zur „Vize-Mama“ kann ich nicht viel sagen, da bei uns eine völlig andere Situation ist. Natürlich fühle ich mich auch geschmeichelt, wenn man mich für die Mutter aller Kinder hält oder eines meiner nichtleiblichen Kindern ein „Mama“ rausrutscht.

Bei uns hat es sich aber bewährt, dass für Probleme die jeweiligen Elternteile zuständig sind und die anderen sich zurückhalten.
Bei Nichtvorhandensein des leiblichen Elternteils, werden grundsätzliche Fragen im Sinne desjenigen entschieden und nicht die eigene Meinung durchgesetzt. Bsp.: Vater erlaubt Hausübungen nach 20.00 Uhr, Mutter nicht.

LG
Simone

Hi,

Aber ich halte das für ausgeschlossen, weil sie sonst in
keiner Weise auch nur das leiseste Anzeichen für so etwas
zeigt. Außerdem ist sie sehr selbstbewußt und läßt sich so
schnell nicht einschüchtern. Sie ist eine gute, konzentrierte
Schülerin, weder aggressiv noch übermäßig in sich
zurückgezogen. Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Kinder :wink:.

Das ist alles schön und gut, aber es sind alles keine Belege dafür, dass sie nicht doch missbraucht würde.

Es gab/gibt auch keine infrage kommenden
Personen für so etwas.

Oh, doch, die gibt es immer. Es kommt jeder in Frage, inklusive denen, denen man es am wenigsten zutraut. Auch Papa.

Versteh mich bitte nicht falsch, auch ich möchte den Teufel nicht an die Wand malen. Ich fand die Idee von Coco selbst etwas absurd, aber trotzdem solltest Du die angesprochene Möglichkeit nicht so einfach abtun.

Herzliche Grüße,
V.

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Hallo,

Es gab/gibt auch keine infrage kommenden
Personen für so etwas.

Oh, doch, die gibt es immer. Es kommt
jeder in Frage, inklusive denen, denen man
es am wenigsten zutraut. Auch Papa.

Ich könnte ir jetzt eine Menge antworten und danke Dir auch für Deinen
Gedankenastöße. Aber ich möchte hier keine Metadiskussion anzetteln.

Versteh mich bitte nicht falsch, auch ich möchte den Teufel
nicht an die Wand malen. Ich fand die Idee von Coco selbst
etwas absurd, aber trotzdem solltest Du die angesprochene
Möglichkeit nicht so einfach abtun.

Ich tue diese Möglichkeit auch nicht einfach so ab. Aber ich weigere mich, mich aufgrund eines einzelnen Verhaltens für das es haufenweise Erklärungen gibt, in irgend etwas reinzusteigern, was per se alles andere ausschließt.

Beste Grüße

Avera

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Hallo Avera

lasst sie einfach im Badeanzug baden, es ist *normal*

Meine Tochter (9) schafft es inzwischen die WC-Tür zu schließen wenn Besucher da sind :smile:, im Schwimmbad zieht sie sich absolut stressfrei und ohne Scham zwischen den anderen Bädegästen um. Freundinnen brauchen dazu 10 Min. weil sie zwanghaft versuchen dabei ein Handtuch festzuhalten. Dafür ist meine im Schwimmbad nicht nackt unter die Sammel-Damen-Dusche zubekommen. Was solls.

Tja, und beide Töchter einer Freundin (10 und 12) baden zuhause nur mit Badeanzug obwohl sie ebenfalls sehr offen erzogen wurden.

Fazit: lasst sie einfach, akezeptiert es, geht stressfrei damit um und habt aber im Gegenzug selbst nicht plötzlich Hemmungen, lebt weiterhin wie bisher. Mit Glück *verliert* sich diese Scham wieder.

ggg, ich erinner mich an einen Exfreund, der hat sich mit 20 noch zum rasieren im Bad eingeschlossen, da durfte absolut niemand rein.

Grüße
Bröselchen