Kind will nicht zur Mutter

wollt euch mal nach eurer Meinung fragen.
Von meiner besten freundin der sohn (3,5 Jahre alt) ist alle zwei wochen bei seinem vater am wochenende. in dieser zeit ist der kleine dann auch mit seiner omi zusammen, weil diese in direkter nachbarschaft wohnt. die mutter von meiner freundin ist eine enge bezugsperson von dem kleinen, weil sie schon immer in direkter umgebung gewohnt hat, aber seit 1,5 jahren wohnt meine freundin 150km entfernt.
Nun haben sie das problem, dass der kleine stundenlang weint sonntags, weil er nicht zu mama will. er würde schon samstagnacht weinen und sagen er will nicht zu mama.
wenn der vater den kleinen zu mama bringt und die haustür geschlossen wird, ist er total ruhig und verschmust mit mama und schläft auch jede nacht im arm der mutter.

meine freundin leidet nun extrem darunter, sie unternimmt viel mit dem kleinen und fühlt sich überhaupt nicht gut…
meint ihr die situation wird sich noch entschärfen und der kleine wird ruhiger?

Hallo!

Erzählen die Verwandten nur, dass der Kleine weint und nicht zu Mama will oder bekommt deine Freundin das auch persönlich mit? Sorry, konnte das aus dem Posting nicht so genau herauslesen… :wink:
Also, wenn sie es noch nicht mitbekommen und nur erzählt bekommen hat und der Kleine offensichtlich völlig normal auf sie reagiert, würd ich das an ihrer Stelle einfach mal ignorieren.

Ansonsten würd ich den Lütten einfach mal fragen (auch „hinterrücks“), was denn sein Problem ist. Mit 3,5 sind die da eigentlich recht „freizügig“ mit ihrer Meinung. (Mein 3,5jähriger hat seinem Vater letztens eröffnet, dass er Mama viel besser als Papa findet und dass Papa ruhig ein wenig länger bei der Arbeit bleiben könnte… :wink:

Frag das Kind, dann hat sich das oft schon erledigt.
Vg, finnie

hallo finniepuh,

wir kriegen das auch mit wenn er weint, habe vorletzte woche wieder erlebt, wie er an der haustür geheult hat. er wollte sich nicht beruhigen lasse bis sein vater weg war und die tür geschlossen wurde.
dann hat seine mama ihn umarmt und er beruhigte sich direkt.

wenn er gefragt wird, sagt er das er da spielen möchte und das er bei omi bei seinem onkel (8Jahre alt)sein will.
also einen richtigen grund gibt es nicht und er sagt auch nachher immer, dass er nicht geweint hat wenn man ihn drauf anspricht.

Klingt für mich nach Loyalitätskonflikt. Das wichtigste in dem Fall ist, dem Kind zu zeigen (sagen nützt wenig, daher ZEIGEN), dass es ok ist, wenn es beim jeweils anderen Elternteil ist und dass man dennoch immer für das Kind da ist. Zu dem Stichwort kannst du aber auch im Internet vieles finden.

Grüße
… Michael

Hallo studentinnnn,

neben dem Lyoalitätskonflikt kann es auch einfach der Stress des Wechselns sein.

Nun haben sie das problem, dass der kleine stundenlang weint
sonntags, weil er nicht zu mama will. er würde schon
samstagnacht weinen und sagen er will nicht zu mama.

Das glaube ich so aber auch nicht.

wenn der vater den kleinen zu mama bringt und die haustür
geschlossen wird, ist er total ruhig und verschmust mit mama
und schläft auch jede nacht im arm der mutter.

meine freundin leidet nun extrem darunter, sie unternimmt viel
mit dem kleinen und fühlt sich überhaupt nicht gut…
meint ihr die situation wird sich noch entschärfen und der
kleine wird ruhiger?

Der Freundin kann man nur starke Nerven wünschen. Denn, auch wenn die Kinder immer mal wieder hin- und her geworfen werden (nervlich meine ich) ist der Kontakt auch zum anderen Elternteil nach wie vor sehr wichtig.

Gruß, Karin

Hallo,

möglicherweise geht es dem Kind darum, dem Papa zu „zeigen“, daß er auch wichtig ist und nicht nur die Mama.
Kinder in dem Alter machen das schon sehr bewußt: solange Theater, bis das Elternteil bzw. die Person, die sich wichtig fühlen soll, weg ist. Danach ist alles ok.
Da war mal ein Kind, das sagte anschließend (als die Mama weg war): „gut hab ich das gemacht, gell?“

Schöne Grüße

Hallo,

ca. 3 Wochen vor Ostern, als meine Schwiegertochter meine drei Enkelkinder wieder im Auto „verstauen“ wollte um in die 200 km entfernte Wohnung zu fahren, geht meine 3,5-jährige mittlere Enkelin her, wandert in mein Schlafzimmer, setzt sich auf mein Bett und verkündet mit ruhiger fester Stimme: ich bleibe hier

Ich, meine Schwiegertochter und eine anwesende Bekannte sind ganz perplex. Die Bekannte fragt: „für immer?“ Die kleine Motte antwortet: „für immer“. Nun es gelang sie zu überreden - eigentlich war es fast schon Bestechung - dass sie doch noch friedlich und ohne Tränen mit Mama und Geschwister nach Hause zum Papa fuhr.

Ich habe öfters mal die Enkelkinder für einige Tage, manchmal im Dreipack, manchmal nur als Duo. Meine Schwiegertochter und ich vereinbarten, dass sie mal alleine für eine gute Woche zu mir darf. Ergebnis: sie wollte wieder bei mir bleiben, aber der Protest war seeeeehhhhr viel weniger kräftig als beim ersten Mal.

Wenn sie Zuhause ist, gibt es selten Fragen nach mir. Am Freitag hatte ich sie zufällig am Telefon. Ihre ersten Worte waren: ich wollte wieder zu Dir fahren, aber Mama und Papa lassen mich nicht.

Meine Schwiegertochter und mein Sohn sagen, dass sie davon überhaupt nicht gesprochen hat und ihr daher die „Reise“ auch nicht verweigert wurde.

Wir überlegen jetzt auch alle, was in ihrem Kopf vorgeht. Bei uns geht es zwar ohne Tränen ab, aber sie macht es teilweise recht bestimmt und mit überzeugter Stimme.

Nach dem Telefonat dachte ich, dass sie mir einfach nur etwas Nettes sagen wollte.
Am Wochenende war sie mit ihren Eltern und Geschwistern bei der Uroma (mütterlicherseits). Sie wollte dort eine Woche bleiben.

Bei Trennungskindern kann es durchaus zu einem Loyalitätskonflikt kommen oder auch zu etwas, was ich persönlich den „doppelten Lottchen-Effekt“ bezeichne. Ist für mich ein Synonym für das Bestreben des Kindes die Eltern (oder hier auch die Oma und die Mama) wieder zusammenzuführen.

Sollte es Loyalitätskonflikt sein, dann versuchen, dass die Übergaben entspannt stattfinden. Vielleicht das Kind zum Papa bringen, dadurch merkt es, dass Mama nichts dagegen hat, dass es zum Papa geht. Oder vielleicht auch, dass Mama den kleinen Mann bei Papa und/oder Omi abholt.

Theoretisch kann es auch sein, dass der Kleine den Umzug, so weit entfernt von den früheren Bezugspersonen, einfach nicht verkraften kann. Er liebt zwar seine Mama, aber vielleicht hat er Sehnsucht nach seiner „alten Heimat“.

Ich würde ausprobieren, wass passiert, wenn der Kleine mal eine Woche oder länger bei Papa und Oma ist. Dort dann mit einem Kalender (nach dem Prinzip Adventskalender) das Kind darauf vorbereiten, dass es nach X-mal schlafen wieder zur Mama darf. Ähnlich habe ich es mit meiner Enkelin gemacht. Die letzten zwei Tage habe ich dann gesagt, dass sie nur noch zweimal (einmal) schlafen muss und dann ist Mama da und holt sie ab. Sie freute sich dann richtig darauf, dass sie ihre Familie bald wieder sieht.

Obwohl meine Enkelin ein sehr gutes Sprachvermögen hat, ist es uns nicht gelungen herauszubekommen, warum sie plötzlich bei Oma bleiben wollte. Einen Loyalitäskonflikt kann man in unserem Fall ja ausschließen - die räumliche (und zeitliche) Entfernung war schon vor ihrer Geburt so groß gewesen.

Gruß
Ingrid