Kinder als Schauspieler

Hallo,
ich weiß nicht, ob meine Frage hier richtig ist…
Schon seit Jahren denke ich über die Situation nach, wenn (kleinere) Kinder als Schauspieler in Filmen schlimme Szenen erleben.
Ich stelle es mir als große psychische Belastung für sie vor, wenn sie Zeuge oder gar Opfer von Unfällen, Mißbrauch und Gewalttaten werden.
Wie wird das in Fachkreisen beurteilt? Sicher lassen sich viele Szenen bearbeiten, so dass die Kinder von den „schlimmen Dingen“ nicht viel mitbekommen, aber in Filmen wie „Ponette“ bspw., bei dem ein 4-jähriges Mädchen seine Mutter verliert oder in dem Film „Illuminati“, bei dem ein Kind seine Puppe blutverschmiert aufhebe - ist das nicht absolut schädlich für die Kinder? Ich denke da an Magische Phase und das Unvermögen, Schein, Vorstellung und Wahrheit voneinander zu trennen…
Werden die Kinder psychologisch betreut? Wie wird hier gearbeitet?
Danke!!
LG maja

Hallo,

ich glaube nicht, dass das schädlich ist, denn das bild auf der leinwand ist ja nur ein ausschnitt aus dem drehort, und dort stehn dann ja überall kameras, scheinwerfer, Mikrophone usw…
Da merkt auch ein kleines kind(spätentens beim 10. durchlauf), dass die szene nicht echt ist.

mfg guseman

hi majamarla,

zuerst es ist nur ein Film :wink:
das heißt viele special effects, viele szenen werden zusammen geschnitten. Es ist daher nicht unmittelbar so, dass Szenen die wir in den Filmen sehen auch so gedreht wurden.

Dennoch gibt es sehr strenge Regelungen was „Kinderarbeit am Filmset“ betrifft, meist dürfen sie nur ein paar Stunden arbeiten, werden betreut und ihre Eltern sind auch am Set.
Im besten Fall ist es sogar so, dass dem kleinen Kind von Illuminati gezeicht wurde wie mit Filmblut der Puppe ein Aua gemacht wird, weil sie nicht vorsicht genug war und das das ist was passieren kann wenn man zb. wo runter fällt wo man besser nicht raufklettern sollte.

Drew Barrymore die als kleines Kind in Stephan Kings Feuerteufel und Spielbergs E.T spielte wurde mit 11 drogenabhängig weil es ihre Eltern offensichtlich ok fanden sie unbeaufsichtigt auf Hollywood Parties gehen zu lassen und nicht weil sie die „angsthervorrufenden“ Erlebnisse der Drehs nicht vergessen konnte.

Es ist also die Aufgabe der Eltern, die im besten Fall keine Showmoms sind ihr Kind so gut es geht zu schützen.

Hi,

der Horror ist nicht in der Realität vorhanden und wird gefilmt, sondern die Realität wird im Kopf des Zuschauers erst zum Spektakel.

Kennst du Shining? bestimmt…

„Danny war zu Beginn der Dreharbeiten sechs Jahre alt und wusste einige Jahre nicht, dass er in einem Horrorfilm mitgespielt hatte, da Kubrick ihn vom Thema des Films fernhielt.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Danny_Lloyd

bei dem ein 4-jähriges Mädchen seine Mutter verliert

Die Reihenfolge des Drehs hat nix mit der der Filmhandlung zu tun.

Nach der „Beerdigung“ der Mutter (bei der es eh nur in den kurzen Momenten solange die Kamera läuft ernst zugeht) findet vielleicht die gemeinsame Geburtstagsparty statt. Dürfte kaum traumatisch werden :wink:

VG,
J~

Nun, ich habe vor allem den Film „Ponette“ vor Augen. Der Film handelt wie schon gesagt davon, dass ein 4 jähriges Mädchen seine Mutter bei einem Autounfall die Mutter verliert und im Verlauf des Filmes dieses Ereignis verarbeitet. Nach dem, was das Kind im Film sagt, wie es weint und sehnsuchtsvoll von seiner Mutter spricht halte ich es für ausgeschlossen, dass sie NICHT wusste, was sie da spielt.
Selbst wenn die echte Mutter die ganze Zeit über anwesend war, finde ich es für ein Kind furchtbar, allein mit der Möglichkeit dieses Verlustes konfrontiert zu werden. Dieses Kind muss doch furchtbare Angst haben, dass ihr/ihrer Mutter das Gleiche passiert…
Das ist es, was mich beschäftigt…