Kinder, das Abbild der Großen

Sind die Großen so schlecht?
Ja, anscheinend schon, sonst wären doch die Kinder nicht so übel, oder woher haben sie Ihr Verhalten? Nur von den Eltern, Erziehern, woher sonst?

Gruß
H.

Mal ein Zitat …
Da fällt mir der olle Goethe ein:

Man könnt erzogene Kinder gebären,
wenn nur die Eltern erzogen wären.

Oder so ähnlich, habs nicht mehr so genau drauf …

Habe mal einen sehr interssanten bericht darüber auf BBC geshen, indem sie Zwillinge verglichen haben die in unterschiedlichen Familien aufgewachsen sind.
nur 20 % werden vererbt.
80 % sind Erziehung und Umwelt
wobei in den ersten Lebensjahren (bis 12 jahre) die Eltern noch 60 % ausmachen, danach nur noch 20 %.

so ist das…

MAN KANN KINDERN ERZÄHLEN WAS MAN WILL - SIE IMITIEREN EINEN JA DOCH!

Diese einfache Wahrheit sollte endlich von allen, die meinen sie hätten Kindern etwas zu sagen oder wüßten sie zu erziehen, verinnerlicht werden.
Morgengruß - Ted

Habe mal einen sehr interssanten bericht darüber auf BBC
geshen, indem sie Zwillinge verglichen haben die in
unterschiedlichen Familien aufgewachsen sind.
nur 20 % werden vererbt.

Hallo,

diese Thesen sind längst überholt.

Gruß
eklastic
PS: ich such meine Quelle, wenn du deine angibst

nur 20 % werden vererbt.
80 % sind Erziehung und Umwelt

Das ist ein typisches Beispiel, wo aufgrund von Vorurteilen über das menschliche Dasein falsche Rückschlüsse aufgrund von (richtigen) Beobachtungen) gezogen werden.

Da wird beobachtet: Das Kind verhält sich anders, als es erzogen wird. Falscher Schluss: es MUSS Vererbung sein.
Dann wird beobachtet: Das Kind ist ja anders, als sein Zwilling.
Falscher Schluss: Es MÜSSEN Umweltfaktoren sein.

Hallo!
Ich erlebe so oft, dass Kinder, deren Eltern scheinbar ganz fleißige, liebe Menschen sind, höchst auffällig werden. Und warum?
Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Manche Kinder haben wenig Selbstvertrauen, weil sie von den Eltern überbeschützt werden, manche sind auffällig, weil sie vernachlässigt werden (damit meine ich auch die Vernachlässigung einem Kind alles durchgehen zu lassen), manche Kinder fühlen sich nicht geliebt…
Ich glaube nicht, dass man unterscheiden kann, was vererbt und was anerzogen ist. Sicher gibt es Zwillingsstudien. Sicher kommen da so Sachen raus, dass der eine Zwilling zu einem erfolgreichen Anwalt und der andere Zwilling ein erfolgreicher Zuhälter wird, je nach Mileu in dem er aufwächst. Aber wie sehr soll man sich denn auf solche Studien verlassen?

Meiner Meinung nach beruhen wirkliche Verhaltensauffälligkeiten bei Kinder zu 90% auf zu viel, oder zu wenig Aufmerksamkeit der Bezugspersonen. Aber wie gesagt, das ist meine Meinung.

Alle anderen Verhlatensweisen stammen eben von genetischer Veranlagung oder von Umwelteinflüssen. Aber ist es im Prinzip nicht egal?
Ein Kind ist eben so wie es ist. Und sind es nicht die vielen kleinen Fehler, die uns alle so einzigartig und liebenswert machen?
Ändern lassen sich Verhaltensweisen ohnehin nicht alle. Egal ob vererbt oder anerzogen.

lg infi

Sind die Großen so schlecht?
Ja, anscheinend schon, sonst wären doch die Kinder nicht so
übel, oder woher haben sie Ihr Verhalten? Nur von den Eltern,
Erziehern, woher sonst?

Hallo,
Meine These: 50% Charakter, 50% Erziehung/Umwelt.

Durch geeignete Erziehungsmethoden kann man „gute“ Chraktereigenschaften stärken und „schlechte“ abmildern. Es ist aber immer nicht ganz einfach, da jedes Kind anders ist, anders reagiert - und Eltern sind auch nur Menschen und haben Schwächen.

Beatrix

Hallo,

Das ist ein typisches Beispiel, wo aufgrund von Vorurteilen
über das menschliche Dasein falsche Rückschlüsse aufgrund von
(richtigen) Beobachtungen) gezogen werden.

Ja.
Ich glaube, nach Erfahrungen mit eigenen Adoptivkindern und Adoptivkindern von anderen (und leiblichen Kindern von anderen), dass Erziehung und Vererbung viel komplexer ineinander eingreifen, als das bis jetzt aufgedröselt wurde. Das Argument der Menge mag statistische Werte erbringen, aber für den Einzelfall muss das nicht unbedingt etwas bedeuten.

Nur ein Beispiel. Vor unserer Adoption war ich immer der Meinung, dass gewisse Verhaltensweisen ausschließlich auf Erziehung zurückzuführen seien. Darunter habe ich z.B. die Körperhygiene gerechnet. Nun habe ich zwei Söhne, biologisch nicht verwandt, die mehr oder weniger gleich erzogen wurden. Der eine ist ein „Dandy“, der sich lieber dreimal als keinmal am Tag duscht, der extrem Wert auf seine Kleidung und sein Äußeres legt (nicht unbedingt Markensachen, aber schon als Dreijähriger verbrachte er Zeit vor dem Spiegel und weigerte sich z.B. kurze Hosen anzuziehen, die nicht genau die Länge hatten, die er für akzeptabel hielt) - das seine Vorstellung von einem „akzeptablen Äußeren“ nicht unbedingt mit meinen Vorstellungen übereinstimmt, muss man nicht erwähnen. Der andere Sohn war als Kleiner immer total problemlos, zog an, was da war, hatte auch viel weniger Probleme mit der Schuluniform als sein Bruder (es war was zum Anziehen, fertig). Seit er über seine Dusch/Waschfrequenz selbst bestimmen kann, ist unser Wasserverbrauch um einiges gesunken; gelegentlich verweigere ich mütterliche Zuwendung, wenn nicht wieder mal ein Großreinigung vorgenommen wird. Kleider kaufen geht er extrem ungern (sein Bruder ist mit Kleidung bestechlich), Hauptsache warm.
Lange Rede - kurzer Sinn: außer durch „Mitgebrachtes“ sind diese Verhaltensunterschiede nicht zu erklären.

Noch ein Beispiel: Beide Jungs waren etwa gleich lang im Kinderheim, bevor sie zu uns kamen. Junge 1 schrie sich die Seele aus dem Leib, wenn er im Bett lag (im Kinderheim haben sie ihn in ein hinteres Zimmer geschoben, wenn Besuch kam, damit niemand meinte, hier würden Kinder misshandelt). Dies ging noch lange so, auch als er dann bei uns war. Beruhigen konnte ich ihn immer mit Körperkontakt. Junge 2 hatte bereits resigniert als er zu uns kam: die ersten zwei Wochen meldete er sich nicht, egal ob er nass war, Hunger hatte, oder vielleicht nur allein. Sein erstes „Hunger!“-Gebrüll war wie eine Befreiung.

Nochmal: Es wird viel mehr vererbt, als wir annehmen. Aber niemand kann genau sagen, wie sich das in einer bestimmten Situation entwickelt.

Gruß
eklastic