Kinder-Fahrdienst, wo sind die Grenzen?

Hallo,

wie haltet ihr es mit dem Hin- und Herfahren Eurer heranwachsenden Kinder.

Beispiel aus dieser Woche, Tochter 15 Jahre:

Donnerstag Theaterbesuch mit Freunden, hingebracht 18 Uhr, abgeholt 22 Uhr, Fahrstrecke 140 km für zwei Fahrten, Aufwand ca. 3 Stunden.

Freitag: Kinobesuch mit Klassenkameraden, hin alleine mit Zug, abgeholt 22:30 Fahrstrecke 25 km Zeitaufwand 40 Minuten

Samstag: Party auf Hütte im Wald mit Klassenkameraden, hin und zurückholen zusammen 50 km, Zeitaufwand ca. 1,5 Stunden. ABHOLUNG gewünscht morgens um 3 Uhr im Wald.

Das Leben für eine 15jährige besteht hauptsächlich aus Spaß, den wir als Eltern natürlich nicht verderben wollen. Und wir wollen auch nicht, daß unsere Tochter spät abends mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, falls die überhaupt fahren. Also sagen wir, klar, wir holen Dich ab.

Da aber das Angebot an Parties unendlich ist und ständig noch größer wird, wo zieht ihr denn da die Grenzen? Wir bekommen da zu hören: Die anderen dürfen das auch (z.B. nachts bis 3 im Wald).

Bin gespannt auf Eure Meinungen
Ludwig

Hallo Ludwig,

wie ich das bei meinem Kind/Kindern halten werde, sehe ich erst in ein paar Jahren.
Ich blieb bei solchen „bis 3 Uhr Partys“ übernacht und hatte seit ich 15 war ein Mofa, ich bin damit auch weitere Strecken gefahren. Zugegeben, es war nicht besonders schnell aber besser als gar nicht weg zu können. Meine Mutter war alleinerziehend von vier Kindern, die kleineren konnte sie natürlich nicht alleine lassen nur um mich irgendwo abzuholen.
Vielleicht wäre das eine Lösung oder Kutschendienst mit aderen Eltern absprechen.
manu

Hallo Ludwig,

bei aller Liebe zu den Kindern und aller Gutwilligkeit, ihnen viel Angenehmes zu ermöglichen:

Achte darauf, dass Deine Lebensqualität nicht über Gebühr eingeschränkt wird.
Das klingt jetzt extrem egoistisch, doch die Kinder müssen lernen, dass sie nicht König und die Eltern nicht Diener sind.

Wäge selbst ab, wie viel Aufwand an Fahrerei Dir wöchentlich erträglich erscheint und triff mit Deiner Tochter eine Vereinbarung:

Du holst sie x mal pro Woche ab bis spätestens y Uhr - ansonsten muss sie selbst für Heimfahrgelegenheit oder akzeptable Schlafgelegenheit sorgen oder eben zu Hause bleiben.

Dein Wohlbefinden wird steigen, Dein Mädel lernt, selbst etwas für ihr Vergnügen zu tun oder auch mal zu verzichten.

Hanna
*dieebenfallspartystressmitteenagernhat*

Hallo Saemann,

bei uns gibt es kein Recht auf Fahrdienstleistungen der Eltern.
Gefahren wird nur in begründeten Ausnahmefällen.
Bei allen von Dir geschilderten Beispielen wäre mein Auto in der Garage geblieben.
Allerdings haben wir womöglich einen besseren Öffentlichen Nahverkehr.
Wer mit 15 Jahren bis drei Uhr nachts Parties feiert, der ist auch reif genug für eine nächtliche Zug- oder Busfahrt, welche sowieso nicht gefährlicher ist als z.B. eine unbeaufsichtigte Teenagerparty.

Beispiel aus dieser Woche, Tochter 15 Jahre:

Donnerstag Theaterbesuch mit Freunden, hingebracht 18 Uhr,
abgeholt 22 Uhr, Fahrstrecke 140 km für zwei Fahrten, Aufwand
ca. 3 Stunden.

Auf den Theaterbesuch hätten meine Kinder verzichten müssen.

Freitag: Kinobesuch mit Klassenkameraden, hin alleine mit Zug,
abgeholt 22:30 Fahrstrecke 25 km Zeitaufwand 40 Minuten

Rückfahrkarte.

Samstag: Party auf Hütte im Wald mit Klassenkameraden, hin und
zurückholen zusammen 50 km, Zeitaufwand ca. 1,5 Stunden.
ABHOLUNG gewünscht morgens um 3 Uhr im Wald.

Fahrrad + Schlafsack

Und:
Auf das Argument, die anderen dürfte, hätten etc, und warum bloß ich nicht? - - darauf gibt es etliche Antworten, hier z.B., daß die meisten anderen Eltern ja auch am Sonntag nicht um 3 Uhr früh raus und ans Steuer müssen.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Ludwig!

Auch ich habe eine 15jährige Tochter und kann das voll nachvollziehen. Aber in diesem Alter treten die jungen Ladys doch meistens in Gruppen auf, daher halten wir es so, daß ein Elternpaar hinfährt und für die Abholung sorgen eben die Eltern einer ihrer Freundinnen. Auch ich würde meine Tochter lieber mitten in der Nacht irgendwo abholen, als sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu lassen. Aber das muß sich im Umkreis von 20 km bewegen, sonst kann sie eben nicht dahin, wo sie will. Und einmal Fahrdienst pro Woche reicht aus. Sie muß auch lernen, daß sie eben nicht auf jeder Party dabei sein kann.
Es wird Dir zunächst schwer fallen, nein zu sagen, aber wenn sie mal begriffen hat, daß Du nicht uneingeschränkt als Fahrdienst zur Verfügung stehst, hast Du bestimmt mehr Lebensqualität.

Alles Gute!
Heike

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