Kinder/Jugendgruppe

Hallo!
Ich arbeite nebenbei für eine Firma die Kinderfeste macht (Kindergeburtstage, Hupfburgen im Sommer usw). Die gleiche Firma hat auch beliebte Kindergärten in der Stadt. Hat sozusage einen Namen.
Jetzt hatte ich die Idee, man könnte doch eine Jugendgruppe gründen, wo sich ein paar Kinder und/oder Jugendliche jede Woche um die gleiche Zeit treffen und 2-3 stunden irgendwas machen. Spiele spielen, was unternehmen, ins Kino gehen, Sport machen oder Pizza backen… Was eben ankommt und Spaß macht. Das ganze wäre von jemandem zwischen 20 und 30 betreut und würde die Kinder ein bisschen vom Fernsehen und solcherlei Sachen abhalten. Natürlich kann ich das aber nicht ganz kostenlos machen.

Also 3 Fragen:
Findet ihr, dass das prinzipiell eine gute Idee ist?
Würdet ihr sowas in Anspruch nehmen?
Was wäre für euch ein angemessener finanzieller Rahmen dafür?

lg und danke für eure Hilfe!
infi

Grüss Gott,

also vom Grundsatz finde ich die Idee gut und bei uns in Hamburg haben viele Stadtteile so genannte Jugendzentren wo genau so etwas angeboten wird. Problem sehe ich in den Kosten, den die Jugendlichen die solche Einrichtungen meiner Meinung nach verstärkt frequentieren haben oft nicht die Mittel um wöchentlich größere Beiträge zu entrichten.

Und was deine Frage angeht ob wir davon gebrauch machen würden, ehr nein, ich finde private und spontane „Veranstaltungen“ sinniger aber unter dem Strich kommt es immer auf das Angebot an und wie bekannt es ist.

Viele und liebe Grüsse
Me

Hallo Infi,

Meine Anworten auf deine 3 Fragen:

  1. Absolut super Deine Idee. Ich finde es total übel, dass die Kiddies heute nur noch vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen. Wenn wirklich ein abwechslungsreiches Programm geboten wird, macht es sicherlich auch riesen Spaß!

  2. Wenn es nicht zu teuer ist und es soetwas in meiner Stadt geben würde, könnte ich mir auf jeden Fall vorstellen, so ein Angebot in Anspruch zu nehmen.

  3. Mehr wie 25 Euro im Monat könnte und würde ich im Monat nicht zahlen. Es können ja auch viele Dinge unternommen werden, die „NICHTS“ kosten. Für aussergewöhnliche „Aktionen“, die dann doch etwas Kosten, kann man ja zusätzlich einen kleinen Beitrag verlangen, damit wenigstens die Unkosten gedeckt sind!!!

Liebe Grüße und viel Erfolg
Melanie

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Gedankensammlung
Das Problem, dass ich sehe- diejenigen die es ernsthaft nötig hätten, werden von diesen Programmen leider selten erreicht. U.a. eben aufgrund der Kosten. Mama raucht lieber und Papa möchte Jever statt Karlsquell.

Man sollte das insgesamt nicht übers Knie brechen, sondern gut planen, weil alles was nicht funzt geht zu Lasten der Kinder.

also wüste unsortierte Gedanken zu später Stunde:

es gibt die Möglichkeit der ehrenamtlichen Arbeit / Aufwandsentschädigung. I.d.R ein günstigerer Topf für die Firmen.
Das ganze wird für Nehmer und Geber anders abgerechnet.
Bestückt werden kann sowas gut mit Sozpäd/ Psych/ Lehramt-Studenten etc. die freuen sich nen Keks, weil förderlich.
Weiteres Stichwort gemeinnützige Arbeit (Zivildienst, 1 Euro-Jobber etc. könnte man, wenn man wollte sich drum bemühen).
Schlau machen.

Es bedarf Kooperation bezüglich der Räumlichkeiten (wenn man zb. was backen will) und der Spielgeräte (wenn man die nicht kaufen will).

Denkbar ist außerdem das Arbeiten mit Sponsoren. Bei 3 H / woche a 10 Eu 4 mal im Monat wäre plus im Sack, wenn sich zb. eine kleine Bäckerei und ein Spielwarenladen oder eine Drogerie findet die zb. 20- 30 Eu /Monat beisteuern und dafür zb. die Schnittchen für die Firmenanlässe schmieren oä. Schlau machen.

Das ganze hat rechtliche Rahmenbedingungen. Auch hier gilt es sich schlau zu machen. Haftungs- und Aufsichtsfragen etc. Vorteil ist natürlich, wenn das über die besagte Firma läuft. Schlau machen.

So ist das nicht einfach aus dem Boden zu stampfen. Auch eine Möglichkeit wäre zb. das Zusammenarbeiten mit der ansässigen Kirchengemeinde.

Will sagen: es gibt eine ganze Reihe denkbarer Möglichkeiten- aber wenn es so einfach wäre „machen mer mal“ gäbe es mehr solcher Gruppen und Grüppchen. Da hängt ein Rattenschwanz dran, den man sich genau angucken sollte, bevor er einem um den Hals hängt und zuzieht.

zu spät für vernünftige zusammenhängende Sätze, aber ich hoffe die
Botschaft wird trotzdem deutlich…

  1. Ja
  2. auch ja
  3. wenn ich damit die erreichen möchte, wo es hin sollte und ich ein solches Angebot ansprechend finden soll- dann muss der Beitrag gleich oder unter dem des ansässigen Sportvereines liegen. Der scheint ja vielen schon zu teuer. Das waren früher mal 14 Mark. Keine Ahnung, was des jetzt kost’- wahrscheinlich wie alles Mark = Euro
    3b. meine persönliche Erfahrung- Erklärung ist zu lang- es handelte sich dabei um eine Kultur- und Freizeitgruppe für psychisch Kranke Menschen (8 bis 10 Personen), für die der Kassensatz einen Beitrag von 1,50 pro Person und Woche vorsah. Das Museum kost’ aber i.d.R. 3 und ist damit schon zu teuer. Es ging also stets darum die Beiträge aufzusparen (kostenlose Angebote) um teure (kostenpflichtige) Angebote wahrzunehmen. Findet sich also eine Möglichkeit (wie oben genannt) den Personalaufwand wie und wo auch immer abzurechnen- lässt sich mit etwas Kreativität das Ganze auch mit minimalem Kostenaufwand für die Eltern realisieren. Die maßgebliche Frage ist- wen will ich mit solchen Projekten erreichen, daran orientiert sich der finanzielle Rahmen und übrigens auch der Betreuungsaufwand…

Letzte Anmerkung:
Das was ankommt und Spaß macht ist auf den ersten Blick, das was Geld kostet (pizza backen, Kino…). So bedarf es entweder einer entsprechenden Finanzierung oder der entsprechenden Kreativität, wenn das Motiv „sinnvolle Freizeitgestaltung“ ist. Ich stelle mal ganz dreist die These auf, dass der Großteil der bereit ist 25/30 Euro pro Monat zusätzlich für eine entsprechende Kinderbetreuung auszugeben, i.d.R. auch ein Auge darauf hat, was das Kind am Nachmittag so treibt und wert darauf legt, dass es sinnvoll beschäftigt ist. In dieser Kategorie gibt es weitere entsprechende Anlaufstellen. Musikschulen / Chor/ Sportvereine usw. Ich bin mir nicht sicher, welche Kinder Du mit einer solchen Gruppe ansprechen möchtest. Wie bereits erwähnt gilt es die Zielgruppe zu definieren um eine sinnvolle Kostenaufstellung vorzunehmen.

Hallo

Also 3 Fragen:
Findet ihr, dass das prinzipiell eine gute Idee ist?

Ja

Würdet ihr sowas in Anspruch nehmen?

Käme auf die Kosten an, sonst auf jeden Fall.

Was wäre für euch ein angemessener finanzieller Rahmen dafür?

Das kommt auch wieder darauf an, was geboten wird, und wieviele Kinder auf einen Betreuer kommen.

Ich würde mir auf jeden Fall eine Wohngegend aussuchen, wo es viele edle Einfamilienhäuser gibt, denn da haben die Leute meistens genug Geld, aber keine Zeit für ihre Kinder. Allerdings müsste man natürlich auch vorher schauen, ob es da überhaupt viele Kinder gibt. Es werden ja manchmal Stadtviertel aus dem Boden gestampft, dann ziehen da lauter junge Familien (mit gutem Einkommen) ein, und 20 Jahre später wohnen da nur noch ältere Leute.

Also am besten eine Neubaugegend, aber nicht in eine, wo die meisten Leute sich ihre Häuser gerade mal eben so leisten können. Diese Gegenden erkennt man oft schon an der Art der Häuser.

Danach hast du jetzt ja nicht gefragt, aber das wäre mein Tip, wenn du damit Geld verdienen möchtest.

Ich würde denken, wenn du pro Stunde pro Betreuer ca. 30,- bis 50,- Euro ansetzt, und ca. 10 Kinder pro Betreuer, dann müsste das ok sein. Eure Unkosten müssten natürlich noch draufgerechnet werden. So würde sich pro Stunde pro Kind ein Betrag von ca. 3,- bis 5,- Euro ergeben, für mehr Stunden natürlich entsprechend mehr, wobei ich allerdings unbedingt unter 10,- Euro bleiben würde.

Am besten solltest ihr aber einen entsprechend niedrigeren (weil Ferien durchbezahlt) monatlichen Betrag errechnen.

Wenn das gut ankommt, und entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen da sind, könnte man ja auch versuchen, eine gemeinnützige Sache daraus zu machen, dann kann sie wohl noch etwas billiger, und vielleicht sogar unter Umständen vom Jugendamt finanziert werden. Dann könnte man es auch in anderen Gegenden versuchen.

Viele Grüße
Simsy

Hi Nina,
die Idee ist klasse. Auch ich habe schon so eine Gruppe „geleitet“.
Ich war dem örtlichen Turnverein unterstellt, da ich bei schlechtem
Wetter die Turnhalle nutzen durfte und der Verein die Versicherung
für die Kinder übernahm. Andere Eltern im Ort machten andere Projekte
(z. B. Schach, Computer, basteln und bekamen dafür das Dorfgemein-
schaftshaus). Somit waren die Kinder jeden Tag beschäftigt. Das
ganze war für die Eltern kostenlos um auch Kindern von H4/Sozial-
hilfe eine Teilnahme zu ermöglichen. Wir Eltern stellten uns kosten-
los für die Betreuung zur Verfügung.
Unterstützt wurden wir von Eltern, Vereinen und von den örtlichen
Behörden, die z. B. alle Kosten trugen.
Das ganze geht also im Rahmen der Nachbarschaftshilfe.
LG
D

Hallo,

sinnvolle Angebote für Kinder und Jugendliche sind natürlich immer gut. Allein, es gibt davon eigentlich schon mehr als genug. Der überwiegende Teil dieser Angebote sind dabei ein Zuschussgeschäft. D.h. Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Kirchen buttern hier entweder direkt oder über die zwischengeschalteten Vereine ganz kräftig Geld zu. D.h. die Mitgliedsbeiträge insbesondere vieler Sportvereine im Breitensport sind nicht kostendeckend, dies gilt auch für die Preise in kommunalen Schwimmbädern, Jugendhäusern, Musikschulen, …

Erreicht werden sollen durch solche Angebote insbesondere Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlich schlechter gestellten Familien, was aber nur zu einem Teil gelingt. Und wenn ich mir alleine das Angebot bei uns in einer Stadt mit 50.000 Einwohnern ansehe, wäre eigentlich für jeden etwas dabei. Die Tatsache, dass viele Kinder und Jugendliche trotzdem lieber auf der Straße rumhängen liegt da sicher nicht in finanziellen Fragen begründet, sondern man muss einfach davon ausgehen, dass bestimmte Bevölkerungsteile nicht erreichbar sind. D.h. gut gemeinte Ansätze mit weiteren Angeboten Kinder und Jugendliche zu erreichen, die bislang nicht erreicht worden sind, wird man kaum erreichen können. Eher wird es zu Umverlagerungen und damit zur Schwächung vorhandener Angebote kommen.

Wirtschaftlich sinnvoll für ein kommerzielles Unternehmen kann daher ein solcher Ansatz eigentlich nicht sein, da dies bedeutet würde, gegen die Erbhöfe der etablierten und preislich aufgrund des hohen Einsatzes ehrenamtlich Tätiger unschlagbar billigen vorhandenen Träger bei der Vergabe von kommunalen Leistungen antreten zu müssen.

Bleiben also Angebote im Premiumsegment der Selbstzahler. Ob hier ein ausreichender Markt ist, kann man nur anhand der Bevölkerungsstruktur vor Ort sehen. Hat man es überwiegend mit den Leuten zu tun, die trotz vernünftigem Einkommen die Kinder lieber in die kommunale (geförderte) Musikschule schicken, oder eher mit denen, die Privatunterricht bei angesehenen Profis wählen? Wieviel Kinder und Jugendliche spielen auf privaten Anlagen Golf und Tennis, oder haben ein eigenes Pferd, und wieviel spielen lieber im kommunal geförderten Verein Fußball? Da Kinder und Jugendliche auch nur eigeschränkt mobil sind, wird man vermutlich nur in den gutbürgerlichen Wohnvierteln der Großstädte passendes Klientel in ausreichender Zahl im Einzugsbereich finden. Das sind dann aber auch die Kinder und Jugendlichen, die man nicht mehr so leicht hinter dem Ofen vorlocken kann, und denen man dann schon etwas mehr fürs Geld bieten muss. D.h. da bleibt es dann sicher nicht bei den „harmlosen“ Alltäglichkeiten. Will man in dieser Klientel dauerhaft Geld verdienen, braucht es schon ein gehöriges Maß an Kreativität, oder man bietet gleich statt fester Gruppen eher Einzelivents an, die man mit immer wieder anderen Kindern dann x-Mal durchlaufen lassen kann.

Gruß vom Wiz

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Hallo

Allein, es gibt davon eigentlich schon mehr als
genug.

Das ist nicht wahr.

Auch wenn es viele Angebote gibt, die Menschen sind unterschiedlich, und nicht jedes Angebot ist für jeden attraktiv.

D.h. die
Mitgliedsbeiträge insbesondere vieler Sportvereine im
Breitensport sind nicht kostendeckend, dies gilt auch für die
Preise in kommunalen Schwimmbädern, Jugendhäusern,
Musikschulen, …

Erreicht werden sollen durch solche Angebote insbesondere
Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlich schlechter
gestellten Familien, …

Wie kommst du denn darauf? Sollen vielleicht nur wirtschaftlich schlechter gestellte Familien Musikinstrumente lernen, schwimmen gehen usw.? Haben alle anderen ihr eigenes Schwimmbad zu Hause, oder lernen bei Privatlehrern? Diese Dinge sind auch so noch teuer genug. Arme Familien bekommen da oft noch zusätzliche Ermäßigungen, das kommt aber auf die Stadt an, und wird auch immer weniger.

Privatmusiklehrer sind übrigens nicht unbedingt bessere Lehrer als Musikschullehrer, das kommt ganz drauf an. Musikschullehrer haben jedoch in der Regel mehr Möglichkeiten z. B. um Räume für Vorspielstunden zu organisieren usw.

Und wenn ich mir alleine das Angebot bei uns in einer Stadt mit
50.000 Einwohnern ansehe, wäre eigentlich für jeden etwas
dabei.

Du scheinst ja in einer tollen Stadt zu wohnen.

Die Tatsache, dass viele Kinder und Jugendliche
trotzdem lieber auf der Straße rumhängen liegt da sicher nicht
in finanziellen Fragen begründet, sondern man muss einfach
davon ausgehen, dass bestimmte Bevölkerungsteile nicht
erreichbar sind.

Es kann auch gut sein, dass diese Bevölkerungsteile mit den vorhandenen Angeboten gerade nicht angesprochen werden. Musik-Instrumentalunterricht z. B. lohnt sich im Grunde genommen nur, wenn die Eltern einen dabei unterstützen können.

Außerdem sind Lehrer und Kursleiter zum größten Teil studierte Leute aus dem Mittelstand, so dass sie nicht die Sprache sprechen, in der sich die von dir wahrscheinlich gemeinten Jugendlichen möglicherweise zu Hause fühlen würden.

Übrigens gehen mittlerweile sogar ganz normale Sportvereine ins Geld, jedenfalls wenn man mehrere Kinder hat. Das ist alles nicht mehr so billig, die Zeiten sind vorbei.

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Allein, es gibt davon eigentlich schon mehr als
genug.

Das ist nicht wahr.

Belege? Ich kenne die Vereins- und Verbands-Landschaft unserer Gegend sehr intim. Auf 50.000 Einwohner kommen 400 Vereine und Verbände. Was sich nicht gerade Senioren… nennt, hat Kinder- bzw. Jugendangebote.

Auch wenn es viele Angebote gibt, die Menschen sind
unterschiedlich, und nicht jedes Angebot ist für jeden
attraktiv.

Sicher richtig, die Masse macht es aber nun mal. Und es kann mir keiner erzählen, dass bei unseren 400 Vereinen und Verbänden nicht alles abgedeckt wäre, was nicht wenigstens 10 Leute begeistern und finanziell noch irgendwie tragbar/realisierbar wäre. Selbst der Sportverein im Nachbardorf bekam noch einen ordentlichen Zuschuss, als er (dem Trend folgend) vor zwei Jahren eine Streetsoccer-Anlage errichtete, mit der er sich neue Mitgliederschichten erschließen wollte/es endlich mal schaffen wollte, weitere Kinder und Jugendliche mit einem besonders coolen Angebot von der Straße zu holen. Das Ergebnis ist leider (wie so oft, dass von zunächst 30 zu begeisternden neuen Jugendlichen kaum eine Handvoll über geblieben sind, und das Angebot heute weit überwiegend von Leuten genutzt werden, die deshalb gewechselt sind/dies jetzt zusätzlich nutzen.

D.h. die
Mitgliedsbeiträge insbesondere vieler Sportvereine im
Breitensport sind nicht kostendeckend, dies gilt auch für die
Preise in kommunalen Schwimmbädern, Jugendhäusern,
Musikschulen, …

Erreicht werden sollen durch solche Angebote insbesondere
Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlich schlechter
gestellten Familien, …

Wie kommst du denn darauf? Sollen vielleicht nur
wirtschaftlich schlechter gestellte Familien Musikinstrumente
lernen, schwimmen gehen usw.? Haben alle anderen ihr eigenes
Schwimmbad zu Hause, oder lernen bei Privatlehrern? Diese
Dinge sind auch so noch teuer genug. Arme Familien bekommen da
oft noch zusätzliche Ermäßigungen, das kommt aber auf die
Stadt an, und wird auch immer weniger.

Privatmusiklehrer sind übrigens nicht unbedingt bessere Lehrer
als Musikschullehrer, das kommt ganz drauf an.
Musikschullehrer haben jedoch in der Regel mehr Möglichkeiten
z. B. um Räume für Vorspielstunden zu organisieren usw.

Keine Ahnung, wo deine Agressivität herkommt. Keine Ahnung, wo Du rausgelesen haben willst, dass ich behauptet hätte, dass ich private Musiklehrer als grundsätzlich besser bezeichnet hätte, … Aber darum geht es hier doch auch überhaupt nicht. Es geht hier um die Frage, in welchem Bereich ein zusätzliches kommerzielles Angebot Sinn machen würde, und dazu muss man einfach ganz emotionslos die rein wirtschaftliche Situation vorhandener Angebote im gleichen Marktsegment sehen.

Fakt ist einfach, dass 1. kein kommunales Angebot im Kinder- und Jugendbereich kostendeckend ist, und daher 2. es sich nicht lohnt dagegen kommerzielle Angebote zu stellen. Wie Du ja selbst schreibst, würdest Du selbst ja auch keine kostendeckenden Preise akzeptieren/dir leisten können. Und da spielt es eine wirklich periphäre Rolle, ob jetzt der Schwimmbadpreis nur zu 30% oder zu 70% unter der Kostendeckung liegt, und ob Du jetzt mit dem zu 30% oder dem zu 70% subventionierten Preis leben kannst. Ein Wirtschaftsunternehmen kann nur von einem Preis leben, der die Kosten zu 100% deckt und darüber auch noch Gewinn verspricht. Und Fakt ist leider weiterhin, dass es mehr als genug kommunale Statistiken darüber gibt, dass die kommunalen Angebote immer weniger aus der Mittel- und Oberschicht wahrgenommen werden, sondern immer mehr zur Alleinunterhaltung für die wirtschaftlich Schwachen werden, und die subventionierten Preise sich mehr und mehr hiernach ausrichten. Das ist alles nicht schön, es hat auch keiner behauptet, dass dies wünschenswert ist, aber darum geht es hier doch auch überhaupt nicht.

Und wenn ich mir alleine das Angebot bei uns in einer Stadt mit
50.000 Einwohnern ansehe, wäre eigentlich für jeden etwas
dabei.

Du scheinst ja in einer tollen Stadt zu wohnen.

Ja!

Die Tatsache, dass viele Kinder und Jugendliche
trotzdem lieber auf der Straße rumhängen liegt da sicher nicht
in finanziellen Fragen begründet, sondern man muss einfach
davon ausgehen, dass bestimmte Bevölkerungsteile nicht
erreichbar sind.

Es kann auch gut sein, dass diese Bevölkerungsteile mit den
vorhandenen Angeboten gerade nicht angesprochen werden.
Musik-Instrumentalunterricht z. B. lohnt sich im Grunde
genommen nur, wenn die Eltern einen dabei unterstützen können.

Wie oben schon geschrieben, es gibt (wenn man sich mal die Mühe macht wirklich Informationen zu sammeln) wirklich in fast jeder Stadt eine solche Vielfalt an Angeboten, dass da wirklich für jeden etwas dabei wäre. Wenn ich alleine hier auf dem Dorfe an Jugendfeuerwehr, Schützenverein, Breitensportverein mit diversen Modesportarten, Spielmannszug, Jugendtreff, diverse Jugendgruppen der Kirchen, … denke. Und in zehn Minuten ist man mit Bus oder Fahrrad in der Stadt, wo es Modellbau, Musikschule, diverse spezielle Musik- und Tanzgruppen, Imkerei, Johanniter, DRK, NABU, zwei große Breitensportvereine, Briefmarken- und Münzsammler, … gibt

Außerdem sind Lehrer und Kursleiter zum größten Teil studierte
Leute aus dem Mittelstand, so dass sie nicht die Sprache
sprechen, in der sich die von dir wahrscheinlich gemeinten
Jugendlichen möglicherweise zu Hause fühlen würden.

Kann ich nicht unterstreichen. In den Sportvereinen, bei den Feuerwehren, Schützenvereinen, … ist der Anteil der Studierten eher unterdurchschnittlich.

Übrigens gehen mittlerweile sogar ganz normale Sportvereine
ins Geld, jedenfalls wenn man mehrere Kinder hat. Das ist
alles nicht mehr so billig, die Zeiten sind vorbei.

Hat ja auch keiner was anderes behauptet. Nur wie schon gesagt: Für einen kommerziellen Anbieter ist es egal, wie hoch die Subvention des Wettbewerbs ist. Solange es sie gibt, ist für ihn als kommerziellen Anbieter die Luft sehr dünn.

Gruß vom Wiz

Huhu,

klar ist das ne gute Idee…aber ich glaube, die hatten schon viele Leute.
In der mittelgroßen Kleinstadt wo ich wohne, gibt’s mindestens 10 solcher Angebote für Kinder. Sei es von der Stadt, von den Gemeinden, als Projekt von Erzieher-Azubis, an Sportvereine angegliedert oder privat organisiert…ich hatte auch mal so ne Gruppe und hab das umsonst gemacht. Das tun glaube ich die meisten, wenns was kostet, dann an den angegliederten Verein. Bei uns waren das 20 Euro im Jahr.

Mein Fazit: Ich glaube nicht, dass man damit Geld verdienen kann.

Hallo

Allein, es gibt davon eigentlich schon mehr als
genug.

Das ist nicht wahr.

Belege?

Das kann doch völlig unterschiedlich sein von Stadt zu Stadt. Belege kann ich nicht liefern, aber eigene Erfahrung.

Bei uns fehlen solche Sachen, manche Sportarten (jetzt nur mal als Beispiel) kann man hier einfach nicht lernen, jedenfalls nicht, wenn man das falsche Alter oder das falsche Geschlecht hat. Und wer turnen will und mit einer bestimmten Kursleiterin nicht so klar kommt, hat auch Pech gehabt.

Privatmusiklehrer sind übrigens nicht unbedingt bessere Lehrer
als Musikschullehrer, das kommt ganz drauf an.
Musikschullehrer haben jedoch in der Regel mehr Möglichkeiten
z. B. um Räume für Vorspielstunden zu organisieren usw.

Keine Ahnung, wo deine Agressivität herkommt.

Aggressivität? Wo bin ich denn aggressiv? Das ist nur ein Thema, mit dem ich mich wirklich auskenne.

Keine Ahnung, wo
Du rausgelesen haben willst, dass ich behauptet hätte, dass
ich private Musiklehrer als grundsätzlich besser bezeichnet
hätte, …

Du hattest geschrieben:
„Hat man es überwiegend mit den Leuten zu tun, die trotz vernünftigem Einkommen die Kinder lieber in die kommunale (geförderte) Musikschule schicken, oder eher mit denen, die Privatunterricht bei angesehenen Profis wählen“

Aber darum geht es hier doch auch überhaupt nicht.

Das stimmt. Mein Beitrag hatte auch wirklich nichts mit der Fragestellung zu tun, sondern war ausschließlich eine Antwort auf deinen direkt darüber stehenden Beitrag.

Ich suche seit Jahren wie blöd nach passenden Angeboten, insbesondere für meinen Sohn,*) und da stört es mich einfach, wenn da behauptet wird, es gäbe genug. Es kann natürlich sein, dass es bei euch in der Stadt genug gibt, aber das kann man nicht verallgemeinern.

Viele Grüße
Simsy

* Was er im Moment macht (alles auf eigenen Wunsch), ist alles in der Nachbarstadt, und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist da auch nichts Praktikables (nur mit einstündigen Wartezeiten, und dabei sehr teuer), also ist das Mamataxi gefragt. Bei meiner Tochter sieht es auch nicht viel besser aus.

Danke
Halli hallo ihr Lieben!

Wow, hab mich da jetzt mal durch eure vielen Antworten durchgearbeitet und bin ganz begeistert wie viele Leute mir geantwortet haben *staun*
Also ein ganz dickes DANKE an alle.

Ich hab mir das so vorgestellt, dass das ganze über die Firma, für die ich ohnehin schon arbeite, läuft. Die sind gut versichert (Haben ja auch Kindergärten, Hort usw.) und haben da einige Ressourcen. Die Firma ist auch in der Stadt bekannt und hat einen guten Ruf, also würden die Eltern uns wohl Vertrauen entgegen bringen. Von dem her, müsste ich mich da wohl nicht groß kümmern.
Ich wohne in Graz, nette kleine Stadt, viele Schlüsselkinder, die nicht unbedingt Sport machen wollen oder ein Musikinstrument lernen. Ich finde, da ist schon wieder zu viel „lernen“ dabei. Kinder heute haben ja einen ziemlichen Leistungsdruck, schon allein durch unser merkwürdiges Schulsystem. Bei kirchlichen Projekten, ist wieder die Religion (bitte nicht falsch verstehen - ich hab nichts gegen Religion) ein abschreckender Faktor. Kaum ein Kind verbindet Spaß mit Kirche. Ich möchte mit den Kinder Dinge machen, die lustig sind und Gemeinsamkeit fördern. Das schult von alleine soziale Kompetenz und hält von Blödsinn ab.

Ich hatte mir vorgestellt, dass ich, wenn ich das einmal die Woche 3 Stunden lang mache, so etwa 7-10 Euro die Stunde für mich einstreichen kann und der Rest für der Beiträge wirklich in Material und Ausflüge fließt. (Für einen 3stündigen Kindergeburtstag bekommen ich 36 Euro. Die Eltern zahlen häufig über 100 Euro, den Rest kriegt die Firma)

Sicher wird mit meiner Rechnung nicht jede Woche ein Ausflug drin sein, aber das muss ja auch nicht. Ich will ja auch nicht reich werden damit, nur ein bisschen Taschengeld neben dem Studium her und es wäre eine Tätigkeit die mich persönlich bereichern würde. Ganz ehrenamtlich mag ich es aber auch nicht machen… Kann man das verstehen? Klingt ein bisschen verkorkst…

Nachdem ihr eigentlich unterm Strich ja gemeint habt, dass es nicht so ganz dumm ist, hab ichs mal meiner Chefin vorgeschlagen. Sie meinte sie müsse sich das mal durchrechnen und es wäre momentan noch nicht machbar, aber im Sommer würden wir ein Gebäude bekommen in dem das Ganze wahrscheinlich machbar wäre…
Also im Prinzip ein aufgeschobenes Happy End? Mal sehen…

lg und Danke!
infi