Hallo
Allein, es gibt davon eigentlich schon mehr als
genug.
Das ist nicht wahr.
Belege? Ich kenne die Vereins- und Verbands-Landschaft unserer Gegend sehr intim. Auf 50.000 Einwohner kommen 400 Vereine und Verbände. Was sich nicht gerade Senioren… nennt, hat Kinder- bzw. Jugendangebote.
Auch wenn es viele Angebote gibt, die Menschen sind
unterschiedlich, und nicht jedes Angebot ist für jeden
attraktiv.
Sicher richtig, die Masse macht es aber nun mal. Und es kann mir keiner erzählen, dass bei unseren 400 Vereinen und Verbänden nicht alles abgedeckt wäre, was nicht wenigstens 10 Leute begeistern und finanziell noch irgendwie tragbar/realisierbar wäre. Selbst der Sportverein im Nachbardorf bekam noch einen ordentlichen Zuschuss, als er (dem Trend folgend) vor zwei Jahren eine Streetsoccer-Anlage errichtete, mit der er sich neue Mitgliederschichten erschließen wollte/es endlich mal schaffen wollte, weitere Kinder und Jugendliche mit einem besonders coolen Angebot von der Straße zu holen. Das Ergebnis ist leider (wie so oft, dass von zunächst 30 zu begeisternden neuen Jugendlichen kaum eine Handvoll über geblieben sind, und das Angebot heute weit überwiegend von Leuten genutzt werden, die deshalb gewechselt sind/dies jetzt zusätzlich nutzen.
D.h. die
Mitgliedsbeiträge insbesondere vieler Sportvereine im
Breitensport sind nicht kostendeckend, dies gilt auch für die
Preise in kommunalen Schwimmbädern, Jugendhäusern,
Musikschulen, …
Erreicht werden sollen durch solche Angebote insbesondere
Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlich schlechter
gestellten Familien, …
Wie kommst du denn darauf? Sollen vielleicht nur
wirtschaftlich schlechter gestellte Familien Musikinstrumente
lernen, schwimmen gehen usw.? Haben alle anderen ihr eigenes
Schwimmbad zu Hause, oder lernen bei Privatlehrern? Diese
Dinge sind auch so noch teuer genug. Arme Familien bekommen da
oft noch zusätzliche Ermäßigungen, das kommt aber auf die
Stadt an, und wird auch immer weniger.
Privatmusiklehrer sind übrigens nicht unbedingt bessere Lehrer
als Musikschullehrer, das kommt ganz drauf an.
Musikschullehrer haben jedoch in der Regel mehr Möglichkeiten
z. B. um Räume für Vorspielstunden zu organisieren usw.
Keine Ahnung, wo deine Agressivität herkommt. Keine Ahnung, wo Du rausgelesen haben willst, dass ich behauptet hätte, dass ich private Musiklehrer als grundsätzlich besser bezeichnet hätte, … Aber darum geht es hier doch auch überhaupt nicht. Es geht hier um die Frage, in welchem Bereich ein zusätzliches kommerzielles Angebot Sinn machen würde, und dazu muss man einfach ganz emotionslos die rein wirtschaftliche Situation vorhandener Angebote im gleichen Marktsegment sehen.
Fakt ist einfach, dass 1. kein kommunales Angebot im Kinder- und Jugendbereich kostendeckend ist, und daher 2. es sich nicht lohnt dagegen kommerzielle Angebote zu stellen. Wie Du ja selbst schreibst, würdest Du selbst ja auch keine kostendeckenden Preise akzeptieren/dir leisten können. Und da spielt es eine wirklich periphäre Rolle, ob jetzt der Schwimmbadpreis nur zu 30% oder zu 70% unter der Kostendeckung liegt, und ob Du jetzt mit dem zu 30% oder dem zu 70% subventionierten Preis leben kannst. Ein Wirtschaftsunternehmen kann nur von einem Preis leben, der die Kosten zu 100% deckt und darüber auch noch Gewinn verspricht. Und Fakt ist leider weiterhin, dass es mehr als genug kommunale Statistiken darüber gibt, dass die kommunalen Angebote immer weniger aus der Mittel- und Oberschicht wahrgenommen werden, sondern immer mehr zur Alleinunterhaltung für die wirtschaftlich Schwachen werden, und die subventionierten Preise sich mehr und mehr hiernach ausrichten. Das ist alles nicht schön, es hat auch keiner behauptet, dass dies wünschenswert ist, aber darum geht es hier doch auch überhaupt nicht.
Und wenn ich mir alleine das Angebot bei uns in einer Stadt mit
50.000 Einwohnern ansehe, wäre eigentlich für jeden etwas
dabei.
Du scheinst ja in einer tollen Stadt zu wohnen.
Ja!
Die Tatsache, dass viele Kinder und Jugendliche
trotzdem lieber auf der Straße rumhängen liegt da sicher nicht
in finanziellen Fragen begründet, sondern man muss einfach
davon ausgehen, dass bestimmte Bevölkerungsteile nicht
erreichbar sind.
Es kann auch gut sein, dass diese Bevölkerungsteile mit den
vorhandenen Angeboten gerade nicht angesprochen werden.
Musik-Instrumentalunterricht z. B. lohnt sich im Grunde
genommen nur, wenn die Eltern einen dabei unterstützen können.
Wie oben schon geschrieben, es gibt (wenn man sich mal die Mühe macht wirklich Informationen zu sammeln) wirklich in fast jeder Stadt eine solche Vielfalt an Angeboten, dass da wirklich für jeden etwas dabei wäre. Wenn ich alleine hier auf dem Dorfe an Jugendfeuerwehr, Schützenverein, Breitensportverein mit diversen Modesportarten, Spielmannszug, Jugendtreff, diverse Jugendgruppen der Kirchen, … denke. Und in zehn Minuten ist man mit Bus oder Fahrrad in der Stadt, wo es Modellbau, Musikschule, diverse spezielle Musik- und Tanzgruppen, Imkerei, Johanniter, DRK, NABU, zwei große Breitensportvereine, Briefmarken- und Münzsammler, … gibt
Außerdem sind Lehrer und Kursleiter zum größten Teil studierte
Leute aus dem Mittelstand, so dass sie nicht die Sprache
sprechen, in der sich die von dir wahrscheinlich gemeinten
Jugendlichen möglicherweise zu Hause fühlen würden.
Kann ich nicht unterstreichen. In den Sportvereinen, bei den Feuerwehren, Schützenvereinen, … ist der Anteil der Studierten eher unterdurchschnittlich.
Übrigens gehen mittlerweile sogar ganz normale Sportvereine
ins Geld, jedenfalls wenn man mehrere Kinder hat. Das ist
alles nicht mehr so billig, die Zeiten sind vorbei.
Hat ja auch keiner was anderes behauptet. Nur wie schon gesagt: Für einen kommerziellen Anbieter ist es egal, wie hoch die Subvention des Wettbewerbs ist. Solange es sie gibt, ist für ihn als kommerziellen Anbieter die Luft sehr dünn.
Gruß vom Wiz