Kinder mit Tierphobie

Hallo!
Natürlich kann man das allgemein nicht sagen, aber vielleicht gibt es doch Erfahrungswerte:
Kinder mit Angst vor Tieren, groß, klein, Federn, Fell, egal - wie werden sie sich in ihrem Verhältnis zu Tieren entwickeln, wenn sie heranwachsen? Kann diese Angst umschlagen in unangemessenes Verhalten Tieren gegenüber, wenn man größer ist und unbeobachtet eins unter die Fuchtel nehmen kann?

Gruß,
Eva

Hallo Eva,

wenn du mit unangemessenem Verhalten das Quälen von Tieren meinst, dann meiner Erfahrung nach nicht.

Bei keinem der pathologischen Tierquäler, mit denen ich zu tun hatte, war in irgendeiner Form eine abnorme Angst vor Tieren in der Kindheit beobachtet worden (mit abnorm meine ich Angst vor offenkundig physisch unterlegenden Viechern, dass ein Dreijähriger vor einem zähnefletschenden 80-Kilo-Molosser Reissaus nimmt, ist erstmal normal *annehm*).

Gruß

Annie

Hallo!

wenn du mit unangemessenem Verhalten das Quälen von Tieren
meinst, dann meiner Erfahrung nach nicht.

Da bin ich erleichtert. Mich beunruhigt der Sohn eines Bekannten, der jetzt immer mit dem neu angeschafften, acht Monate alten Hund der Familie spazieren geschickt wird. Der Vater hat ihm gezeigt „wie man den Hund zur Raison bringt, wenn er nicht folgt“ und ich befürchte, dass der Junge es damit übertreibt, wenn man es bestimmt auch nicht „quälen“ nennen kann. Denn wenn er den Hund tadelt, verzieht der sich in eine Ecke und kommt eine halbe Stunde nicht mehr zum Vorschein. Vater meint, das sei Respekt vorm Sohn, ich habe meine Zweifel …

(mit abnorm meine ich Angst

vor offenkundig physisch unterlegenden Viechern,

Genau das meine ich auch. Wellensittiche, Kaninchen, Meerschweinchen, unsere damals noch kleinen Katzen. Er hat sich nicht aufs Klo getraut, weil da ja eine Katze hinterher kommen könnte. Es wurden dann Wellensittiche und Kaninchen angeschafft, damit der Kleine die Angst verliert, aber ganz wohl fühlte er sich in Gesellschaft der Tiere nicht, ich hatte auch - wenn ich mal da war, meine Beobachtungen haben also nicht unbedingt Relevanz - das Gefühl, dass er Tiere nicht recht anzufassen wusste.

Naja, ich mache mir mal wieder zu viele Gedanken um Sachen, die mich nix angehen, aber Tiere und Kinder ohne Aufsicht zusammen, da ist mir nie ganz wohl …

Gruß,
Eva

hi

Da bin ich erleichtert. Mich beunruhigt der Sohn eines
Bekannten, der jetzt immer mit dem neu angeschafften, acht
Monate alten Hund der Familie spazieren geschickt wird. Der
Vater hat ihm gezeigt „wie man den Hund zur Raison bringt,
wenn er nicht folgt“
und ich befürchte, dass der Junge es
damit übertreibt, wenn man es bestimmt auch nicht „quälen“
nennen kann.

einen Hund grundlos z.B. zu verprügeln IST „quälen“

Und ich vermute mal ins Blaue hinein, dass der Vater ihm durchaus gezeigt hat, wie man den Hund richtig kleinkriegt :frowning: allein die Sprachwahl deutet darauf hin, dass da fehlendes Wissen über Hundeerziehung durch Gewalt ersetzt wird

da schon ordenltich übertrieben wird …

Vater meint, das sei Respekt vorm Sohn, ich habe
meine Zweifel …

das ist ANGST vor dem Kind und das will was heissen - Kinder haben meist kein Gefühl für adäquates Verhalten Tieren gegenüber weswegen man sie eigentlich auch nicht mit Tieren allein lassen sollte. Schon garnicht mit jungen Tieren, die auch noch nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben

nicht unbedingt Relevanz - das Gefühl, dass er
Tiere nicht recht anzufassen wusste.

wie auch wenn er es nicht wirklich gelernt hat - mir scheint die Eltern haben auch eher „ein Problem“ mit Tieren

aber Tiere und Kinder ohne Aufsicht
zusammen, da ist mir nie ganz wohl …

den Viechern auch nicht :frowning: und irgendwann wehren sie sich …

Gruß H.

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Hallo,

hier werden offensichtlich zwei Lebewesen in Notwehrsituationen gedrängt: Der Sohn vom Vater und der Hund vom Sohn (und vom Vater vermutlich zusätzlich).

In meinen Augen kann das nur schief gehen. Das Kind lernt dadurch keinen respektvoll-achtsamen Umgang mit dem Hund - und erfährt diesen möglicherweise auch selbst nicht von seinen Eltern. Diese Art von Zwangsbekehrung zur Tierliebe scheint jedenfalls wenig damit zu tun zu haben.

Möglicherweise wehrt sich der Hund irgendwann. Dann wird das Geschrei groß sein, und das Kind hoffentlich nur mäßig verletzt. Der Hund wird sowieso sterben. Dass das Kind zum Sadisten wird, glaube ich nicht, eher zu einem „Angstbeißer“, der zu Gewalt greift, um sich (vermeintliche) Gefahr von seiten des Tieres vom Leib zu halten.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo!

Was man anraten könnte wäre der Besuch einer Hundeschule.
Dort lernt Mensch und Hund…genauso Kinder, wie man sich am besten verhält!

So lernt Hund ganz viel und Mensch ebenso!

Was Du beschreibst klingt wirklich nicht gut…je nach Grösse des Hundes sogar gefährlich.
Bedenken sollte man, daß es ja zusätzlich eine Prägung zu einem Kind ist, die der Hund erfährt-- so daß fremde Kinder auch irgendwann in das Schema passen, daß nicht nur gut mit dem Hund umgegangen wird.

Bedeutet- ein Hund, der gute Erfahrungen mit Kindern macht wird auf diese immer freundlich zugehen…genauso wie eben umgekehrt.

kitty

Hallo,
eine Angst vor etwas üblicherweise eher Ungefährlichem entwickelt sich bei Kindern wenn sie etwas fremd finden und verstärkt wird dieses auch, wenn die Eltern oder die nächsten Vertrauten auch Angst davor haben.

So wird z.B. ein Kind, dessen Mutter Angst vor Hunden hat und ihr zunächst auf Hunde neugierig reagierende Kind immer schreiend vor Hunden wegzieht und selbst Angst austrahlt, diese Angst mit großer Wahrscheinlichkeit auf das Kind übertragen.

Ein Kind was auf dem Land zwischen Viechern groß wird wird wohl eher entspannt mit den Lebewesen umgehen.

Also: Umfeld checken.

So wie es auch gute Erfahrungen mit Tieren gibt, so gibt es natürlich auch schlechte Erfahrungen. Wenn ein Kind von einem Tier verletzt worden ist (Wespe, Hund, Nager…) dann wird es wohl auch eine Angst davor entwickeln. Dann liegt es wieder am Umfeld (andere Menschen) dem Kind diese Angst zu nehmen und sie in Respekt umzuwandeln - „Der Hund hat Dich gebissen, weil er sich bedrängt fühlte, selbst Angst hatte oder weil Du weggelaufen bist“. Richtig verhältst Du Dich wenn Du keine hektischen Bewegungen machst, nicht fremde Hunde von hinten anfasst usw.
Wenn die Erwachsenen selbst keine Angst vor den Tieren haben und den Kindern den richtigen Umgang mit ihnen erklärt und übt, dann wird das Kind die Angst überwinden.

Bei sehr kleinen Kindern gibt es außerdem eine Phase, wo viele eine Angst insbesondere vor Insekten haben und die gibt sich meist von alleine.

Viele Grüße

Hallo!

einen Hund grundlos z.B. zu verprügeln IST „quälen“

Verprügelt wird er nicht, da bin ich sicher. Die Leute haben den Hund schon gern, spielen mit ihm, gehen lange spazieren, er wird geknuddelt und gestreichelt, nur die Erziehung erscheint mir als Laien arg ruppig und inkonsequent. Im Haustierbrett habe ich die Erziehungsmethode geschildert, den Hund am Kehlfell packen und schütteln und wenn er zur Seite schaut = Tu mir nix, ich tu dir auch nix, wird weiter geschimpft.

Kinder
haben meist kein Gefühl für adäquates Verhalten Tieren
gegenüber

Der Junge ist 15, aber wie gesagt, er hat nicht von Natur aus ein ungezwungenes Verhältnis zu Tieren und da befürchte ich eben auch, dass die Maßstäbe fehlen …

Ich hoffe einfach mal, dass Hund wie Kind unbeschadet aus dieser Phase hervorgehen. Wenn sich noch einmal eine Begegnung ergibt, kann ich höxtens sehr diskret in Frageform eine gewisse Besorgnis anmelden …

Gruß,
Eva

Danke -

  • euch allen. Ich habe mir alles, was ihr geschrieben habt, durch den Kopf gehen lassen.

Tierquälerei liegt in dem speziellen Fall definitiv nicht vor, mich hat einfach allgemein interessiert, wie Menschen mit einer „angeborenen“ Angst vor Tieren sich weiterentwickeln. Ob diese Angst umschlägt in übertriebene Dominanz, wenn sich die Gelegenheit bietet oder ob sich die Fähigkeit zu einem unverkrampften Verhältnis zu Tieren herausbildet.

Nochmals Danke & Gruß,
Eva