Kinder mittendrin in der Scheidung

Hallo,

hier geht es um kein Problem das ich persönlich habe sondern einen guten Freun der Familie betrifft.

Die intakte Familie haben wir vor 2 Jahren etwas kennengelernt, aber eigentlich beschränkte sich der Kontakt mehr auf unseren Freund.
Aber als wir damals die Familie zusammen erlebt haben ist uns nichts merkwürdiges aufgefallen.
Letztes Jahr dann hat uns dieser Freund erzählt, das er seine Frau im Bett mit einem anderen erwischt hat. Seitdem leben die zwei auch getrennt, allerdings auf ihren Wunsch hin. Er hätte sie nicht vor die Türe gesetzt! Und es steht nun auch fest das sie sich Scheiden lassen.
Allerdings setzt wohl seine baldige Exfrau alles daran, das es nicht irgendwie friedlich abläuft.
Es ist schwierig zu sagen ob sie die Kinder taktisch gegen ihren Vater aufhetzt, dafür gibt es keine Augenzeugen.

Allerdings, konnte ich bei einem erneuten Treffen auf dem ersten Blick sehen das die Kinder total verstört und absolut keine normalen Kinder mehr sind. Die ältere ( 12 Jahre) der beiden ist total rebellisch und erpresst ihren Vater „Wenn ich das nicht darf, komm ich dich nicht mehr besuchen“ und die kleine (8 Jahre)igel sich total ein und ist sehr verschlossen.

Unser Freund hat schon mehrmals Hilfe vom Jugendamt gesucht, aber wie es ja immer mit solchen „tollen“ Einrichtungen ist, tun sie ja erst etwas wenn es vielleicht schon zu spät ist und die Kinder schon mehr als physichisch geschädigt sind.

Ich würde ihm gerne Helfen, aber ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht wie.

Die Kinder mögen mich, aber bin ich in der Position sie mal drauf anzusprechen ob ihnen was auf dem Herzen liegt?

Ich bin einfach nur ratlos und unser Bekannter sowieso.

Derzeit ist es so, das sie Unterlagen von der Bank nicht unterschreibt und er auch noch die Wohnung die sie damals alles zusammen gekauft hatten verlieren wird und dann erstmal kein Dach über dem Kopf hat.
Und in der Zeit wird sie ihm sicherlich auch die Kinder wieder mal vorenthalten.

Hallo!

Bin zwar auch kein Experte, aber ich denke, wenn du eh schon sagst:

Die Kinder mögen mich, aber bin ich in der Position sie mal
drauf anzusprechen ob ihnen was auf dem Herzen liegt?

Probier´s! Oft tut man sich leichter mit jemand der etwas Abstand hat zu reden! Wenn sie „Nein“ sagen, kannst du sie ja sowieso nicht zwingen! Biete dich als Freundin an, vielleicht kannst du dann etwas helfen!

LG
leany

Ra never ending story…

Die intakte Familie haben wir vor 2 Jahren etwas
kennengelernt,

der äußere Schein trügt oft…

aber eigentlich beschränkte sich der Kontakt
mehr auf unseren Freund.
Aber als wir damals die Familie zusammen erlebt haben ist uns
nichts merkwürdiges aufgefallen.

Heile Welt spielen wir doch alle immer wieder gern, oder?

Letztes Jahr dann hat uns dieser Freund erzählt, das er seine
Frau im Bett mit einem anderen erwischt hat. Seitdem leben die
zwei auch getrennt, allerdings auf ihren Wunsch hin. Er hätte
sie nicht vor die Türe gesetzt! Und es steht nun auch fest das
sie sich Scheiden lassen.

siehe Titel: kommt häufig vor…

Allerdings setzt wohl seine baldige Exfrau alles daran, das es
nicht irgendwie friedlich abläuft.

Sie wird alte Kränkungen abarbeiten… das ist kein frauenspezifisches Vorgehen…

Es ist schwierig zu sagen ob sie die Kinder taktisch gegen
ihren Vater aufhetzt, dafür gibt es keine Augenzeugen.

Dann sollte man es auch lassen, darüber zu spekulieren…

Allerdings, konnte ich bei einem erneuten Treffen auf dem
ersten Blick sehen das die Kinder total verstört und absolut
keine normalen Kinder mehr sind. Die ältere ( 12 Jahre) der
beiden ist total rebellisch und erpresst ihren Vater „Wenn ich
das nicht darf, komm ich dich nicht mehr besuchen“ und die
kleine (8 Jahre)igel sich total ein und ist sehr verschlossen.

Kinder sind immer verstört, im schlimmsten Falle sogar zerstört. Sie lieben beide Elternteile und möchten beide behalten. Gleichzeitig befinden sie sich im Zustand völliger Hilflosigkeit, weil sie spüren, dass da etwas abgeht, was sie sich nicht erklären können. Gleichzeitig fühlen sie sich schuldig. Dass sie sich zunächst nur einem der beiden Elternteile zuwenden (in der Regel zu dem, bei dem sie weiterhin wohnen bleiben), liegt m.E. daran, dass sie sich glauben „entscheiden“ zu müssen, damit die Welt wieder halbwegs in Ordnung scheint…

Unser Freund hat schon mehrmals Hilfe vom Jugendamt gesucht,
aber wie es ja immer mit solchen „tollen“ Einrichtungen ist,
tun sie ja erst etwas wenn es vielleicht schon zu spät ist und
die Kinder schon mehr als physichisch geschädigt sind.

Er soll sich lieber einen guten Anwalt suchen und zuerst eine Besuchsregelung herbeiführen, damit wieder etwas Ordnung in das Leben der Kinder kommt.

Ich würde ihm gerne Helfen, aber ich weiß ehrlich gesagt
überhaupt nicht wie.

Die Kinder mögen mich, aber bin ich in der Position sie mal
drauf anzusprechen ob ihnen was auf dem Herzen liegt?

Halte es für einen Versuch wert, wenn Du in der Lage bist, wirklich neutral zu sein. Offensichtlich bist Du ja eher mit dem Vater befreundet, das verführt natürlich dazu, ihn in Schutz zu nehmen (vor allem auch, weil die Ehefrau ja nach Deiner Beschreibung die „Böse“ in diesem Spiel ist)

Ich bin einfach nur ratlos und unser Bekannter sowieso.

Derzeit ist es so, das sie Unterlagen von der Bank nicht
unterschreibt und er auch noch die Wohnung die sie damals
alles zusammen gekauft hatten verlieren wird und dann erstmal
kein Dach über dem Kopf hat.

s.o.: da hilft kein gutes Zureden, sondern nur ein Anwalt.

Und in der Zeit wird sie ihm sicherlich auch die Kinder wieder
mal vorenthalten.

s.o.

Alles, was da jetzt bei den Beteiligten abläuft ist ein Gefühlschaos, das in einer Trennungsphase ganz „normal“ ist… Für die Kinder ist es nur wichtig, so bald so etwas wie eine „neue Ordnung“ herzustellen, damit sie wieder ein Stück (Selbst-)Sicherheit zurückgewinnen.

Gruß,
Anja

Hi,

das ist ein klarer Fall für eine Mediation - hier ein Link in dem euer Freund sich Adressen und Infos raussuchen kann.

http://familien-mediation.de/

Ansonsten rate ich Dir zur Vorsicht - man kennt eben meistens nur eine Seite der Geschichte.

Grüße - Sue

Hallo,

erst einmal ein Buchtipp:
Helmuth Figdor, Scheidungskinder - Wege der Hilfe. Psychosozial-Verlag

Gerade für Kinder ist eine Trennung der Eltern schwierig. Wichtig ist, dass sich die Fronten nicht ganz verhärten. Vielleicht können sich Ihre Freunde auf eine Mediation einigen?

Auszug aus den Richtlinien des BAFM (Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation):

„Der zunehmende Wunsch, familiäre Konflikte … persönlich und im Interesse aller Beteiligten zu regeln, läßt nach geeigneten Verfahren suchen. Ein Ansatz ist die Mediation in Familienangelegenheiten, die psychosoziale und rechtliche Aspekte der Konfliktregelung miteinander verbindet.“

Leider ist das Verfahren in D immer noch recht unbekannt. Darum „trommle“ ich dafür. Vielleicht schauen Sie sich die Web-Seiten des Bundesverbandes mal an und empfehlen die Seiten weiter. Dort findet sich auch eine nach PLZ geordnetet Liste von Familienmediatoren.

Meiner Erfahrung nach ist gerade in Familiensachen die Mediation ein ausgezeichnetes Mittel, um alle Beteiligten zufrieden zu stellen und Regelungen zu finden, die dauerhaft von allen Parteien eingehalten werden. Die hier erarbeiteten Regelungen können in ein Scheidungsurteil aufgenommen werden.

Falls Sie oder Ihre Freunde noch Fragen haben, können Sie mich gerne anmailen.
Mit sonnigen Grüssen, Gabi Sandhoff

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

schweres brot :wink:
hallo little flower,
dir etwas zu raten ist sehr schwer, ich finde es gut das du dich informierst bevor du schritte unternimmst.
aus meiner sicht und erfahrung liegt die schwierigkeit darin selber nicht parteiisch zu werden.

trennung ansich ist schon ein prozess der kinder verändert uund somit auch die eltern. schuldgefühle, persönliche verletzungen aus der partnerschaft und eigene unaufgearbeitete defizite der eltern spielen mit hinein.

laut einer amerikanischen untersuchung herrscht in 50% der fälle krieg der sich nicht wieder beruhigt, in 30% der fälle ein krieg der nach spätesten 2 jahren in der erkenntins mündte - wir beenden den krieg weil er schadet uns und besonders den kindern - in 20% der fälle schaffen es die eltern, auch nach der trennung ihrer elternrolle weiter gerecht zu werden.
dies nur als einstimmung, damit du weisst auf welchen schauplatz du dich begibst.

jetzt meine gedanken zu diesem thema.
wenn du dich wirklich für die kinder einsetzten willst, dann solltest du dir ein objektives bild machen. ich meine damit sprich mit der mutter und sprich mit dem vater. so hast du ein bild von beiden seiten.
für die kinder ist es aus meiner sicht nicht schön überall mit dem problem konfrontiert zu werden. schule, eltern, verwandte und freunde thematisiern die trennung und die folgen.
wenn du ein gutes verhältnis zu den kindern und den eltern hast, dann unternimm was mit den kindern, schaffe ihnen abstand, wenn sie vertrauen zu dir haben, dann werden sie mit dir kontakt aufnehmen. sie werden kontakt auf ihre art aufnehmen, du wirst gut zuhören müssen was sie zwischen den zeilen sagen.
wenn ihr ein vertrauensverhältnis bekommt, dann kannst du ihnen anstösse geben.
aber dies ist eine verantwortungsvolle aufgabe, vorallem aber eine langfristige.
eine gute infromationshilfe ist eine familienberatung in der du dir hilfe holen kannst.

ich habe mit dem jugendamt und der erziehungsberatung, ganz gute erfahrungen gemacht. eingreifen können diese institutionen nicht, aber sie können einem den blick für das eine oder andere porblem öffnen.

leider ist eine mutter in deutschland quasi unangreifbar, solange sie nicht süchtig (drogenabhänig), prostituiert oder sektenmitglied ist.

verstoß, auch mehrfacher, gegen vereinbarungen, mündliche und schriftliche ja selbst gegen gerichtliche vergleiche, werden nur mit dem erhobenen zeigefinger der ämter geahndte.

so kann ich bei streitigkeiten, den eltern, nur den gang zum jugendamt und sollte dort keine einigung stattfinden, den gang zum gericht nahelegen, damit für die kinder eine verbindliche regelung vorhanden ist.

für die eltern würde ich wie, in den vorherigen postings, eine mediation sehr empfehlen - oder eine paartherapie.

ich finde deinen einsatz sehr bewunderns wert.

grüße j.a.

Zusatz
Danke für die Ratschläge die ich bekommen habe.
Wobei ich schon sagen muß das die Meditation hierfür garnicht geeignet ist. Die beiden kommunizieren nur über den Anwalt und ich denke kaum das wir ein gemeinsames Treffen arangieren können.

Hallo,

Wobei ich schon sagen muß das die Meditation hierfür garnicht
geeignet ist.

Leider ein weitverbreiteter Irrtum. :frowning:
Ich hab schon Konfliktparteien gehabt, die stritten sich seit Jahren vor Gericht und außergerichtlich. Trotzdem haben sie es am Ende geschafft.

Die beiden kommunizieren nur über den Anwalt und
ich denke kaum das wir ein gemeinsames Treffen arangieren
können.

Es reicht meist, wenn einer der Anwälte mitspielt. Die wenigsten Anwälte streiten gerne um Kinder. Zudem verweisen manche Richter - speziell wenn Kinder involviert sind - in die Mediation.

Sonnige Grüsse,
Gabi Sandhoff

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