Hallo Eencockniedo,
Ich finde mit der Realität des Krieges sollten Kinder
überhaupt nicht konfrontiert werden, warum auch?
Weil er zum realen Leben gehört?
Leider ist
es aber so, dass viele trotzdem damit konfroniert werden und
dann die weit verbreitete Paranoia um sich greift, die sie
auch im Erwachsenenalter nicht mehr loslässt.
Ich muss zugeben, dass ich diesen Satz nicht verstanden habe. Was meinst Du genau mit Paranoia die um sich greift?
Zum Glück haben wir vor Ort keinen Krieg
Nein, im Moment nicht direkt im eigenen Land. Aber wir sind trotzdem unmittelbar beteiligt… warum soll man das verschweigen? Und auch, dass es erbitterte Kämpfe in anderen Teilen der Welt gibt sollen Kinder nicht wissen? Weil sie weit weg sind? Was kommt als nächstes? Verschweigst Du Hungersnöte, Aids, die Vogelgrippe, Masern?
und wenn ich mich
schon damit beschäftige meine Tochter über schlimme Dinge
aufzuklären, dann ist es Verkehrsunfälle, Unfälle zu Hause,
Krankheit und wie man dies verhindern kann.
Ist ja auch nicht verkehrt. Es ich aber meiner Meinung nach auch nicht verkehrt, über den Tellerrand zu schauen und die Kinder ebenfalls einen Blick riskieren zu lassen.
Noch ist sie zu jung dafür, aber sicher kommt das Alter, wenn
Sie darüber erfährt. Dann rede ich mit Ihr darüber, wenn Sie
denn darüber reden will.
Na gut, ich weiss ja nicht wie alt sie ist. Mit vier wussten meine Kiddies auch noch nicht so viel von der bösen weiten Welt.
Sollte ein Lehrer sich anmassen meinem Kind schreckliche Dinge
z.B. Filme über den 2. Weltkrieg ungefragt vorzuspielen, dann
wird es grausame Rache geben.
Wenn man dem Lehrmaterial nicht mehr vertrauen kann… aber natürlich wird es Thema im Unterricht werden. Wahrscheinlich schneller als Dir lieb ist - da wäre es besser, wenn die Kinder schon ein bisschen vorbereitet sind.
Nun, Mädchen sind etwas weniger vom Waffenspielgeschäft
betroffen. Da muss ich mir weniger Sorgen machen.
Irrtum. Ich habe auch zwei Mädchen…
Was hälst Du denn für angemessen?
Es würde den Rahmen hier sprengen, das alles im Detail zu erörtern. Aber sei versichert, dass ich die Mädels nicht in Watte packe und sie im groben über die Vorgänge in der Welt (Vergangenheit und Gegenwart) informiert sind.
Ich wurde meines Erachtens
viel zu viel über Krieg als Kind informiert, was nur dazu
beigetragen hat, dass ich eine gewisse Abneigung gegen
Menschen habe (die meisten).
Das empfindet sicher jeder anders… mittlerweile bedaure ich es, einigen nun nicht mehr gegenwärtigen Zeitzeugen der Familie, nicht aufmerksamer zugehört zu haben.
Es gibt allerdings noch einen Bekannten meiner Eltern, der als blutjunger Soldat in russische Kriegsgefangenschaft geriet. Wenn wir uns begegnen, spricht er von nichts anderem. Und ich kenne ihn seit über 30 Jahren - es würde mir im Traum nicht einfallen, meine Kinder von ihm fernzuhalten oder seine Berichte zu zensieren. Warum soll ich ihnen das nehmen? Im Augenblick sind das noch ziemlich spannende Geschichten… den Ernst dessen, können sie noch nicht wirklich ganz erfassen.
Wo ziehst Du die Grenze?
Lilith

