Kinder und Krieg

Hallo Eencockniedo,

Ich finde mit der Realität des Krieges sollten Kinder
überhaupt nicht konfrontiert werden, warum auch?

Weil er zum realen Leben gehört?

Leider ist
es aber so, dass viele trotzdem damit konfroniert werden und
dann die weit verbreitete Paranoia um sich greift, die sie
auch im Erwachsenenalter nicht mehr loslässt.

Ich muss zugeben, dass ich diesen Satz nicht verstanden habe. Was meinst Du genau mit Paranoia die um sich greift?

Zum Glück haben wir vor Ort keinen Krieg

Nein, im Moment nicht direkt im eigenen Land. Aber wir sind trotzdem unmittelbar beteiligt… warum soll man das verschweigen? Und auch, dass es erbitterte Kämpfe in anderen Teilen der Welt gibt sollen Kinder nicht wissen? Weil sie weit weg sind? Was kommt als nächstes? Verschweigst Du Hungersnöte, Aids, die Vogelgrippe, Masern?

und wenn ich mich
schon damit beschäftige meine Tochter über schlimme Dinge
aufzuklären, dann ist es Verkehrsunfälle, Unfälle zu Hause,
Krankheit und wie man dies verhindern kann.

Ist ja auch nicht verkehrt. Es ich aber meiner Meinung nach auch nicht verkehrt, über den Tellerrand zu schauen und die Kinder ebenfalls einen Blick riskieren zu lassen.

Noch ist sie zu jung dafür, aber sicher kommt das Alter, wenn
Sie darüber erfährt. Dann rede ich mit Ihr darüber, wenn Sie
denn darüber reden will.

Na gut, ich weiss ja nicht wie alt sie ist. Mit vier wussten meine Kiddies auch noch nicht so viel von der bösen weiten Welt.

Sollte ein Lehrer sich anmassen meinem Kind schreckliche Dinge
z.B. Filme über den 2. Weltkrieg ungefragt vorzuspielen, dann
wird es grausame Rache geben.

Wenn man dem Lehrmaterial nicht mehr vertrauen kann… aber natürlich wird es Thema im Unterricht werden. Wahrscheinlich schneller als Dir lieb ist - da wäre es besser, wenn die Kinder schon ein bisschen vorbereitet sind.

Nun, Mädchen sind etwas weniger vom Waffenspielgeschäft
betroffen. Da muss ich mir weniger Sorgen machen.

Irrtum. Ich habe auch zwei Mädchen…

Was hälst Du denn für angemessen?

Es würde den Rahmen hier sprengen, das alles im Detail zu erörtern. Aber sei versichert, dass ich die Mädels nicht in Watte packe und sie im groben über die Vorgänge in der Welt (Vergangenheit und Gegenwart) informiert sind.

Ich wurde meines Erachtens
viel zu viel über Krieg als Kind informiert, was nur dazu
beigetragen hat, dass ich eine gewisse Abneigung gegen
Menschen habe (die meisten).

Das empfindet sicher jeder anders… mittlerweile bedaure ich es, einigen nun nicht mehr gegenwärtigen Zeitzeugen der Familie, nicht aufmerksamer zugehört zu haben.

Es gibt allerdings noch einen Bekannten meiner Eltern, der als blutjunger Soldat in russische Kriegsgefangenschaft geriet. Wenn wir uns begegnen, spricht er von nichts anderem. Und ich kenne ihn seit über 30 Jahren - es würde mir im Traum nicht einfallen, meine Kinder von ihm fernzuhalten oder seine Berichte zu zensieren. Warum soll ich ihnen das nehmen? Im Augenblick sind das noch ziemlich spannende Geschichten… den Ernst dessen, können sie noch nicht wirklich ganz erfassen.

Wo ziehst Du die Grenze?

Lilith

Hallo auch :smile:

Ich möchte mich Dir und Deiner Sicht der Dinge gerne anschließen und…

Und wenn ich da so an mich denke, dann gab es da
durchaus eine Zeit mit einigen Plastiksoldaten,
halbautomatischen Spielzeugwaffen, Kriegsspiele im Wald, …
und trotzdem konnte ich mich dann später nicht für den
Wehrdienst begeistern, sondern habe lieber meine Behinderten
betreut.

… gebe ob solcher Äußerungen die Hoffnung nicht auf, dass unsere Kinder es einmal besser machen :smile:.

Grüße
Lilith

Hallo,

Ich finde mit der Realität des Krieges sollten Kinder
überhaupt nicht konfrontiert werden, warum auch?

Weil er zum realen Leben gehört?

Also bei mir ist kein Krieg, ich führe keinen Krieg, dass es „Kriege“ gibt, kann man ja ruhig erzählen, aber hier geht es ja um Details und solange Krieg hier keine Realität ist, also im eigenen Land ist, warum damit die Kinder beschäftigen? Was ist das Ziel? Meinst Du, wenn Sie mit 9 oder 10 gut Bescheid wissen, hält es sie später davon ab selbst mitzumischen?

Leider ist
es aber so, dass viele trotzdem damit konfroniert werden und
dann die weit verbreitete Paranoia um sich greift, die sie
auch im Erwachsenenalter nicht mehr loslässt.

Ich muss zugeben, dass ich diesen Satz nicht verstanden habe.
Was meinst Du genau mit Paranoia die um sich greift?

Das fängt schon beim Kollegen an, der sich nicht traut dem Chef mal was zu sagen, weil er Angst hat den Arbeitsplatz zu verlieren, oder bei Frauen, die meinen, dass jeder Mann hinter ihnen laufend eine Bedrohung sein könnte und der Nachbar ist ja sowieso gegen uns etc. Es gibt soooo viele Menschen, die dauernd Angst haben. Frage mich, wo das herkommt, wo doch alle so gut informiert worden sind, zuerst durch Grimms Märchen und dann durch Dokus etc.

Durch Angstmacherei schaffen wir die Realitäten selber.

Zum Glück haben wir vor Ort keinen Krieg

Nein, im Moment nicht direkt im eigenen Land. Aber wir sind
trotzdem unmittelbar beteiligt… warum soll man das
verschweigen? Und auch, dass es erbitterte Kämpfe in anderen
Teilen der Welt gibt sollen Kinder nicht wissen? Weil sie weit
weg sind? Was kommt als nächstes? Verschweigst Du Hungersnöte,
Aids, die Vogelgrippe, Masern?

Warum sollte ich denn darauf hinweisen, solange es mein Kind gar nicht betrifft. Meinst Du dass es Sinn macht, wenn Mütter ihren Kindern sagen, iss auf! in Afrika verhungern sie!

und wenn ich mich
schon damit beschäftige meine Tochter über schlimme Dinge
aufzuklären, dann ist es Verkehrsunfälle, Unfälle zu Hause,
Krankheit und wie man dies verhindern kann.

Ist ja auch nicht verkehrt. Es ich aber meiner Meinung nach
auch nicht verkehrt, über den Tellerrand zu schauen und die
Kinder ebenfalls einen Blick riskieren zu lassen.

Den bekommen sie ja sowieso, wenn man sie nicht gerade einschliesst. Die Frage ist nur, ob man als Eltern alles schreckliche in der Welt als erster erzählen sollte oder warten, bis das Kind es irgendwo hört.
Ich finde keinen Sinn dabei meinem Kind etwas schreckliches zu erzählen.

Sollte ein Lehrer sich anmassen meinem Kind schreckliche Dinge
z.B. Filme über den 2. Weltkrieg ungefragt vorzuspielen, dann
wird es grausame Rache geben.

Wenn man dem Lehrmaterial nicht mehr vertrauen kann… aber
natürlich wird es Thema im Unterricht werden. Wahrscheinlich
schneller als Dir lieb ist - da wäre es besser, wenn die
Kinder schon ein bisschen vorbereitet sind.

Hier sehe ich eher die Verantwortung bei mir. Ich muss darauf vorbereitet sein, was im Lehrplan steht und entsprechend vorher darauf reagieren.

Nun, Mädchen sind etwas weniger vom Waffenspielgeschäft
betroffen. Da muss ich mir weniger Sorgen machen.

Irrtum. Ich habe auch zwei Mädchen…

Na gut, mit dem derzeitgen Stand kenne ich mich nicht aus. Es scheint ja einige Cartoons mit kämpfenden Mädchen bereits zu geben.

Was hälst Du denn für angemessen?

Es würde den Rahmen hier sprengen, das alles im Detail zu
erörtern. Aber sei versichert, dass ich die Mädels nicht in
Watte packe und sie im groben über die Vorgänge in der Welt
(Vergangenheit und Gegenwart) informiert sind.

Das Leben ist doch soo lang. Reicht es nicht aus, wenn man sich damit eingehend auseinandersetzt im jugendlichen Alter.

Ich wurde meines Erachtens
viel zu viel über Krieg als Kind informiert, was nur dazu
beigetragen hat, dass ich eine gewisse Abneigung gegen
Menschen habe (die meisten).

Das empfindet sicher jeder anders… mittlerweile bedaure ich
es, einigen nun nicht mehr gegenwärtigen Zeitzeugen der
Familie, nicht aufmerksamer zugehört zu haben.

Es gibt allerdings noch einen Bekannten meiner Eltern, der als
blutjunger Soldat in russische Kriegsgefangenschaft geriet.
Wenn wir uns begegnen, spricht er von nichts anderem. Und ich
kenne ihn seit über 30 Jahren - es würde mir im Traum nicht
einfallen, meine Kinder von ihm fernzuhalten oder seine
Berichte zu zensieren. Warum soll ich ihnen das nehmen? Im
Augenblick sind das noch ziemlich spannende Geschichten… den
Ernst dessen, können sie noch nicht wirklich ganz erfassen.

Nun es gibt für mich doch noch einen Unterschied, zwischem von Alten Erzähltem und visuell schockierenden Dokumentationen.

Wo ziehst Du die Grenze?

Ich ziehe einfach die Grenze da, wo ich meine, dass es meinem Kind nicht mehr gut tut. Als Erwachsener Mensch kann man sich ja schnell das nachholen, was man diesbezüglich meint verpasst zu haben.

Ich kann nur sagen, dass ich den Grossteil dessen, was ich über Kriege und Menschenvernichtung gelernt habe, absolut nicht für mein Lebensglück brauche. Wie auch, schliesslich will ich mich nicht darin spezialisieren effektiv töten zu können (auch wenn immer von verteidigen die Rede ist).

Eencockniedo

n`Abend,

Also bei mir ist kein Krieg, ich führe keinen Krieg,

Aber bestimmt wirst Du mir zustimmen dass zur Realität mehr gehört, als Dein eigenes Leben.

dass es
„Kriege“ gibt, kann man ja ruhig erzählen,

Das klang in Deinem anderen Post aber noch gar nicht so…

aber hier geht es
ja um Details

Nicht unbedingt, die eigentliche Frage war, ob und wie die Kinder der www-Gemeinschaft informiert werden.

und solange Krieg hier keine Realität ist, also
im eigenen Land ist, warum damit die Kinder beschäftigen?

Weil die Welt kleiner geworden ist, Kriege und Terror auch auf die Emotionen der Menschen im eigenen Land Einfluß haben. Auch wenn die Kämpfe nicht direkt vor der Haustür stattfinden sind sie doch allgegenwärtig. Jeden Tag. Frag die Mütter unserer Soldaten die sich derzeit in Krisengebieten befinden… sooo weit weg ist das alles nicht.

Was
ist das Ziel? Meinst Du, wenn Sie mit 9 oder 10 gut Bescheid
wissen, hält es sie später davon ab selbst mitzumischen?

Das hoffe ich doch sehr. Information ist noch der beste Weg um Dummheit vorzubeugen.

Das fängt schon beim Kollegen an, der sich nicht traut dem
Chef mal was zu sagen, weil er Angst hat den Arbeitsplatz zu
verlieren, oder bei Frauen, die meinen, dass jeder Mann hinter
ihnen laufend eine Bedrohung sein könnte und der Nachbar ist
ja sowieso gegen uns etc. Es gibt soooo viele Menschen, die
dauernd Angst haben. Frage mich, wo das herkommt, wo doch
alle so gut informiert worden sind, zuerst durch Grimms
Märchen und dann durch Dokus etc.

Uhhh… hier vermischt Du Äpfel mit Birnen - ich frage mich gerade, wie ich diese durchaus berechtigten Ängste mit dem Thema in Verbindung bringen soll…

Durch Angstmacherei schaffen wir die Realitäten selber.

Nein, denn brutale Kriminalität, Vergewaltigungen und Mobbing gab es schon, bevor man überhaupt ein Wort dafür kannte.

Warum sollte ich denn darauf hinweisen, solange es mein Kind
gar nicht betrifft.

Wie gesagt, den Blick über den Tellerrand gewähren. Nicht nur an sich selbst denken.

Meinst Du dass es Sinn macht, wenn Mütter
ihren Kindern sagen, iss auf! in Afrika verhungern sie!

Himmel. Habe ich noch nie gesagt, werde ich auch nicht. Meine Kinder können sich sicher nicht vorstellen wie es ist richtig Hunger zu haben, das fällt selbst mir noch schwer.
Aber was ist falsch daran mit den Kindern darüber zu sprechen, dass es nicht alle so gut haben? Im Zusammenhang mit einer Kollekte im Schulgottesdienst, oder einer Spendenaktion an der Haustür oder im Fernsehen?
Dürfen sie nicht wissen, dass hier etwas nicht stimmt? Vielleicht können die nachfolgenden Generationen hier mehr tun… das können sie aber keinesfalls, wenn nicht ein Bewußtsein geweckt wird.
Warum soll das erst so spät erfolgen?

Ich finde keinen Sinn dabei meinem Kind etwas schreckliches zu
erzählen.

Ich schon, weil ich dann dabei bin und direkt Verständnishilfe und ggf. auch Trost bieten kann. Das finde ich besser, als wenn sie unter 28 Kindern in der Schulklasse als einzigste noch nie etwas von einer Hungersnot gehört haben. Thema 1. Klasse, Religionsunterricht.

Hier sehe ich eher die Verantwortung bei mir. Ich muss darauf
vorbereitet sein, was im Lehrplan steht und entsprechend
vorher darauf reagieren.

Es kann auch einmal etwas außerhalb des Lehrplanes stattfinden. Eine besonders schreckliche Katastrophe, wie zum Beispiel der Tsunami, ein Hurrikan, ein schrecklicher Terroranschlag, wird thematisiert weil es immer Kinder gibt, die davon wissen und darüber reden wollen. Gerade in der Schule. Auf diesem Wege werden meine Kinder solche Dinge jedenfalls nicht erfahren, da habe ich lieber zu Hause schon mit ihnen gesprochen.

Na gut, mit dem derzeitgen Stand kenne ich mich nicht aus. Es
scheint ja einige Cartoons mit kämpfenden Mädchen bereits zu
geben.

Sicher. Und was hat das mit dem Geschlecht zu tun?

Das Leben ist doch soo lang. Reicht es nicht aus, wenn man
sich damit eingehend auseinandersetzt im jugendlichen Alter.

Wenn man im jugendlichen Alter noch Interesse wecken kann… mit der Pubertät wird es bekanntermaßen schwierig die Kinder zu erreichen.

Nun es gibt für mich doch noch einen Unterschied, zwischem von
Alten Erzähltem und visuell schockierenden Dokumentationen.

Nun, für mich auch. Deshalb dürfen sie ihm zuhören und schockierende Dokus sind tabu.

Wo ziehst Du die Grenze?

Ich ziehe einfach die Grenze da, wo ich meine, dass es meinem
Kind nicht mehr gut tut.

Das mache ich auch.

Ich kann nur sagen, dass ich den Grossteil dessen, was ich
über Kriege und Menschenvernichtung gelernt habe, absolut
nicht für mein Lebensglück brauche. Wie auch, schliesslich
will ich mich nicht darin spezialisieren effektiv töten zu
können (auch wenn immer von verteidigen die Rede ist).

Wenn Du das an Deine Kinder vermitteln kannst, ist doch alles in Ordnung.

Ich verstehe Dich nicht. Auf der einen Seite verurteilst Du diese Ellenbogengesellschaft mit all ihren Schwächen, auf der anderen Seite klingt es nicht so als wärst Du wirklich bereit etwas anderes als Dich und Dein eigenes Leben überhaupt wahrzunehmen. Damit fördert man diese „Ich“ Einstellung aber doch nur - wo soll das hinführen?

Lilith

Hallo,

Das fängt schon beim Kollegen an, der sich nicht traut dem
Chef mal was zu sagen, weil er Angst hat den Arbeitsplatz zu
verlieren, oder bei Frauen, die meinen, dass jeder Mann hinter
ihnen laufend eine Bedrohung sein könnte und der Nachbar ist
ja sowieso gegen uns etc. Es gibt soooo viele Menschen, die
dauernd Angst haben. Frage mich, wo das herkommt, wo doch
alle so gut informiert worden sind, zuerst durch Grimms
Märchen und dann durch Dokus etc.

Uhhh… hier vermischt Du Äpfel mit Birnen - ich frage mich
gerade, wie ich diese durchaus berechtigten Ängste mit dem
Thema in Verbindung bringen soll…

ALso ich sehe da schon eine Verbindung.
Wir hier in Deutschland sind doch das parade Beispiel für Mäuschen und Ducker. Jeder macht uns hier doch Angst und was bringt diese ANgst?
Auf keinen Fall hielft sie uns, sie blockiert uns eher, auch die Angst vor einem Krieg zB blockiert unser freies Handeln. Wie oben schon geschrieben, Information ist wichtig, aber bekommt man auch die richtigen Informationen und vor allem kann man sie verarbeiten oder schaffen sie nur wieder Angst?
Was sind bei dir eigentlich „berechtigte“ Ängste und vor allem was sind bei dir „unberechtigte“?

mfg
Bert

Hallo

Wie oben schon geschrieben, Information ist wichtig, aber
bekommt man auch die richtigen Informationen und vor allem
kann man sie verarbeiten oder schaffen sie nur wieder Angst?

Mir fällt übrigens auf, dass Bild-Zeitungs-Leser - jedenfalls hier in der Nachbarschaft - deutlich mehr Ängste haben als andere Leute.

Um es noch mal deutlich zu machen: Diese Ängste kommen wohl von ständiger Information darüber, was einem alles Schlimmes passieren kann. Allerdings fehlt da möglicherweise die Information darüber, dass es einem durchaus nicht passieren muss, und wie man dies verhindern kann.

Ich glaube nicht unbedingt, dass Kinder zwangsläufig Angst vor Krieg u.ä. bekommen müssen, wenn man ihnen davon erzählt. Ich glaube aber, dass es sie bedrückt. Außer man verherrlicht oder verharmlost den Krieg ein bisschen.

Viele Grüße
Simsy

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Hallo,

Genau…Star Wars. Auch wenn ich jetzt vielleicht vielen
Anhängern eine Illusion raube. Star Wars ist nicht real

Schon richtig aber der Inhalt der Aussage war absolut iO.
Ritter waren die Anführer, also die Offiziere im Krieg. Die SOldaten waren die BAuern, welche mit Mistgabeln bewaffnet auf die Schlachtbank getrieben wurden.

mfg
Bert

Wars hat meiner Meinung nach den von mir behaupteten, meiner
Meinung nach real existierenden Unterschied zwischen Rittern
und Soldaten sehr deutlich gezeigt.

Natürlich sind Ritter keine Soldaten. Soldaten sind die heutige Form der „kämpfenden Menschen“. Das es Unterschiede gibt, ist unbestritten. Diese Erläuterungen wollte ich jetzt hier nicht vertieft ausführen…
(Was das jetzt allerdings mit Star Wars u.ä. zu tun hat???)

Ich wollte nur ausdrücken, dass ich versuche, bei Themen, die mein Kind gerade beschäftigen, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Dingen darzustellen. Und das scheint auch ganz gut zu funktionieren.

Beatrix

Gerade in unserer „Jammer-Gesellschaft“ finde ich es wichtig, Kindern (ohne erhobenen Zeigefinger) zu zeigen, wie gut es ihnen hier in Deutschland und in der heutigen Zeit geht.

Mein 5jähriger kann und soll ruhig wissen, dass es Menschen auf der Welt gibt, die hungern müssen oder in ständiger Angst leben, weil in ihrem Land Krieg ist. Man muss dabei ja nicht mit dem Holzhammer ankommen.

Der „Tigerentenclub“ ist für mich ein gutes Beispiel, wie Kinder für diese Themen sensibilisiert werden können, ohne einen psychischen Schaden zu erleiden. Im Gegenteil: den Kindern wird gezeigt, dass man selbst viel gegen das Elend unternehmen und den Kindern helfen kann, denen es nicht so gut geht. Mein Sohn war nach einer „Tigerentenclub“-Sendung sofort bereit, eine Menge Geld aus seinem Sparschwein nach Afrika zu schicken. Das finde ich toll und denke auch, dass das der richtige Weg ist.
Den Kindern (etwa ab dem Vorschulalter) erzählen und auch (in nicht so krassen Bildern) zeigen, was in manchen Gegenden auf der Welt vor sich geht und sie dann nicht mit einem Gefühl der Angst und Hilflosigkeit allein zu lassen, sondern ihnen zu zeigen: gegen viele Dinge kann man etwas tun und helfen.

Das finde ich bedeutend besser als zu riskieren, dass unsere in Watte gepackten Kinder plötzlich mit Horrorbildern konfrontiert werden, mit denen sie nicht umgehen können.
Natürlich gibt es viele Dinge, die man nicht logisch erklären bzw. begründen kann (Krieg, Konzentrationslager usw.), aber wir als Erwachsene sollten uns ruhig die vermeintliche Blöße geben und unseren Kindern sagen, dass auch wir nicht alles verstehen und nachvollziehen können, und dass Krieg einfach nur blöd ist.
Mein Sohn hat einen gleichaltrigen Brieffreund in Israel, durch den er auch erfahren hat, wie es ist dort zu leben und Familienangehörige zu haben, die im Krieg kämpfen müssen.

Ich habe meinem Sohn noch nie Spielzeugwaffen gekauft, aber durch Geschenke von Freunden oder aus der Familie blieb es nicht aus, dass er inzwischen eine Spielzeugpistole sein Eigen nennt. Erstaunlicherweise kann ich damit gut leben, denn anscheinend gehören solche Spielzeuge tatsächlich zu einer (Jungen)Kindheit dazu.
Letztens hat er sich aus Pappe selbst ein Ritterschwert gebastelt.
Ist für mich alles im Rahmen.

Auf der anderen Seite würde ich ihn auf keinen Fall diese bescheuerten Gewaltserien für Kinder z.B. auf RTL II schauen lassen.
Dafür darf er - ja, schlagt mich ruhig - in meiner Anwesenheit „Die Simpsons“ schauen.

Zusammenfassend finde ich es wichtig, dass man einen Mittelweg findet, um seinen Kindern die Wahrheit nicht vorzuenthalten und sie somit aufs Leben vorzubereiten, auf der anderen Seite aber darauf achtet, dass sie ihr Privileg auf eine relativ unbeschwerte Kindheit ausleben dürfen.

Mir fällt übrigens auf, dass Bild-Zeitungs-Leser - jedenfalls
hier in der Nachbarschaft - deutlich mehr Ängste haben als
andere Leute.

Für diese Beobachtung bekommst du ein Sternchen von mir!

Hallo

Angeregt durch eine heute erhaltene Mail frage ich mich,
inwieweit Kinder mit der Realität des Krieges konfrontiert
werden müssen/sollten.
Wie handhabt ihr das?
Wissen eure Kinder von diversen Konflikten auf der Welt in
denen auch Kindersoldaten an die Front müssen, aus den
Nachrichten oder der Zeitung?

Eigentlich Ja.

Genau so, wie ich mir ein Bild über all dies
mache, bespreche ich das auch mit meiner
Tochter (jetzt 4 1/2), wenn es ansteht.

Eigentlich habe ich von Anfang an, wenn (seit)
es ging und passte, unsere Zeit in den Rahmen
der Vergangenheit gestellt oder das versucht.

Sie weiss, dass das Leben der Menschen seit jeher
von Kriegen und großflächiger Vernichtung be-
herrscht ist - und das wir hier in Deutschland
(glücklicherweise) in einer avantgardistischen
Ausnahmepostion leben, die fragil ist.
Ich habe eigentlich seit sie zwei ist und
kommunizieren kann versucht, eine Art
„Zeitvorstellung“ zu vermitteln, mit
„heute“, „früher“, „ganz früher“ usw,
usrprünglich mit

  • vor/nach Jesus
  • vor/nach Hänsel und Gretel
  • vor/nach „als Oma ein Kind war“
    usw.

Wir schauen z.B. zusammen Bücher über Dschinghis-Khan
an, besprechen, was er mit einer Stadt und ihren
Bewohnern macht, die sich nicht ergeben will - und
warum er das macht.

Ich schaue mit ihr „Disneys Dinosaurier“ an,
bei dem die halbe Erde untergeht (Kometeneinschlag),
aber sich auch neue Chancen für neues Leben ergeben.

Sie kann erklären, wer ein „Herr Hüttler“ war, wie er
die Menschen täuschte (freundlich zu Kindern!), wie er
einen gewaltigen Krieg führte (und verlor), in welchem
praktisch alle deutschen Städte niedergebrannt wurden -
und bei dem Oma/Opa als Kinder zum Glück überlebten.

Sie weiss, dass „derzeit in Arabien“ ein furchtbarer
Krieg herrscht, bei dem Kinder sterben - und dass wir
„gute Soldaten“ brauchen, die mit starken Waffen
verhindern, dass der Krieg zu uns kommt.

Ich denke (subjektiver Eindruck), dass ich auf
dem richtigen Weg bin - welcher natürlich behutsam
und konsequent fortgesetzt werden muss und nehme
an, dass es auch genügend Leute gibt, die dieses
Vorgehen ausserordentlich schlecht finden werden.

Ach ja, auch Schach ist eine Art „Kriegsspiel“,
bei dem man die „gegnerischen Truppen“ vernichten
und ihren „Anführer“ einfangen muss :wink:

Grüße

CMБ

Kurz, wie geht ihr mit der Thematik um?

ich habe meinen Kindern die Gründe (die guten und die schlechten) für Kriege erklärt und dann versucht den Unterschied zwischen Krieg als Film und dem echten Krieg zu beschreiben sowie im echten Krieg die Leiden und Wirkungen zu zeigen.

Kamen dann so kleine Erlebnisse bei raus, dass meine Tochter anfing zu heulen wenn ein Pferd in einem Film erschossen wurde … sie meinte, Menschen können Totsein spielen, Tiere nicht.

Gruss