Kinder von Chattern / Chatterinnen

Hallo,

dieser Beitrag könnte sicher auch noch in anderen Brettern stehen, aber ich probiers erstmal hier.

Ich brauche mal dringend Tipps von euch:

Ich (29,m) habe vor drei Monaten übers Chatten eine nette SIE (30, Single) kennengelernt. Wir haben uns auch schon „live“ getroffen, wir wohnen relativ nah beieinander (jedenfalls für Chat-Verhältnisse) Für uns beide war es das erste Mal, daß wir jemanden aus einem Chat getroffen haben, und wir treffen uns auch wieder. Es scheint so zu sein, daß sie mich zumindest gut leiden kann - bislang. Und ich mag sie.

Das Problem ist, daß sie bereits eine kleine Tochter (2 Jahre) hat, und sie momentan nach ihrem Studium in gewissem Streß steckt (neue Wohnung, neuer Job…). Sie hat mir zuerst nichts davon gesagt, daß sie ein Kind hat, aber das liegt vielleicht auch daran, daß sie ursprünglich „nicht auf Partnersuche“ ist, und ich bislang nicht genau weiß, ob sich das schon geändert hat… Damit meine ich, sie hatte vielleicht nie die Absicht, ernsthaft einen Partner zu finden, und warum sollte sie mir dann gleich alles auf die Nase binden.

Kinder zu haben ist das normalste von der Welt. In meinem Leben wird sich in nächster Zeit aber auch einiges (beruflich, möglicherweise Umzug…) ändern, und da ich mit Kindern überhaupt keine Erfahrung habe, bin ich jetzt sehr unsicher, ob es gutgehen kann, wenn ich versuchen sollte, eine richtige Beziehung aufzubauen. Ich möchte verhindern, daß die Tochter unter Beziehungsstreß leiden müßte, und ich weiß nicht, ob ich innerhalb kürzester Zeit die Rolle eines glücklichen Papi übernehmen könnte.

Mich würde interessieren, was Ihr darüber denkt, welche Erfahrung habt Ihr gemacht. Hat eine Rolle gespielt, ob Ihr selbst in die Beziehung (zusätzlich zu den Kindern des Partners/der Partnerin) Kinder mit in die Beziehung gebracht habt? War das Alter (eures und das der Kinder) dabei entscheidend? Wie habt Ihr Eure Beziehung vertiefen können, wenn die Kinder den größten Teil Eurer Zeit beanspruchen.

Über Eure Hilfe würde ich mich sehr freuen,

Euer Watchercallit

Hallo Watchercalloit,

Ich möchte verhindern, daß die Tochter
unter Beziehungsstreß leiden müßte, und ich weiß nicht, ob ich
innerhalb kürzester Zeit die Rolle eines glücklichen Papi
übernehmen könnte.

wer sagt dass du das sollst? U.U. wäre das sogar der größte Fehler, den du machen kannst. Du wirst evtl. der neue Partner deiner Bekannten, aber wohl kaum der neue Papa des Kindes. Ist der „alte“ schon entsorgt?

Versuche ein väterlicher Freund zu werden, aber einen Vater sollte man nicht ersetzen. Das passiert ganz von alleine, wenn sich der echte Vater nicht kümmert und du dich entsprechend verhältst. Aber darauf anlegen solltest du es auf gar keinen Fall, schon gar nicht, wenn ein Vater da ist.

Mich würde interessieren, was Ihr darüber denkt, welche
Erfahrung habt Ihr gemacht. Hat eine Rolle gespielt, ob Ihr
selbst in die Beziehung (zusätzlich zu den Kindern des
Partners/der Partnerin) Kinder mit in die Beziehung gebracht
habt? War das Alter (eures und das der Kinder) dabei
entscheidend? Wie habt Ihr Eure Beziehung vertiefen können,
wenn die Kinder den größten Teil Eurer Zeit beanspruchen.

Das Alter ist super! Im Alter von 2 Jahren sind Kinder noch sehr unvoreingenommen. Meine Freundin versteht sich sehr gut mit meiner Tochter aus erster Ehe - auch wenn sie nur alle zwei Wochen für zwei Tage bei uns ist. Aber sie versucht auch nicht, ihre Ersatz-Mutter zu sein, dass würde ich mir auch verbitten, denn meine Tochter hat eine Mutter.

Bei älteren Kindern ist die Situation schon viel komplexer, das weiss ich aus dem Bekanntenkreis. Ein Freund vom wurde mit einem 13järhigen konfrontiert - das hat die junge Beziehung nicht ausgehalten.

Alles Gute wünscht
Michael

Meine Tochter war drei, als ich meinen neuen/jetzigen Lebensgefährten kennenlernte. Wenn die Kinder noch so klein sind, kommen sie schnell mit Mamas neuem Freund klar ist meine Erfahrung ( außer es gibt einen ganz persönlichen Grund für eine Abneigung).
Es ist als kinderunerfahrenen Menschen sicher am Anfang ziemlich schwer, sich damit zurechtzufinden. Morgens lange im Bett bleiben und kuscheln ist nicht… Jeden abend ausgehen ebenso wenig. Dafür aber mal in den Zoo gehen oder so.
Um damit klar zu kommen, muß „Mann“ entweder Kinder sehr mögen, oder die Frau sehr sehr mögen. Aber unmöglich ist es keinesfalls (Es spielt natürlich auch eine Rolle, in wie weit der „Ex-Papa“ noch in Erscheinung tritt, und ob das Verhältnis aller untereinander gelöst oder total angespannt ist.)

An Deiner Stelle würde ich nicht dauernd das Kind bei Deinen Überlegungen in den Mittelpunkt stellen, sondern ganz einfach abwarten, wie sich die Sache mit der Frau entwickelt. Wenn es zwischen Euch beiden tatsächlich funkt, wirst Du mit der Zeit sicher auch die Kleine lieb gewinnen. Und in wie weit Du dann „Papa“ oder nur Freund für sie sein kannst oder willst, wird sich von selbst ergeben.

Hi Watchercallit,
als ich meine jetzige Frau kennenlernte,war Ihre Tochter ca.1 1/2 Jahre alt.Für mich waren Kinder extrem Neuland.Und als die kleine meine damalige Designer-Wohnung auseinander genommen hat,fand ich das niedlich.Später sind wir zusammengezogen.Dann wurde es ernst für mich.Tag für Tag zusammen ist da schon etwas anderes.Ich musste verdammt viel lernen.Der Vater war längst ausgezogen und kümmerte sich lieber um sich selbst als um sein Kind.Das ganze war eine der schwierigsten Situationen in meinem Leben.Heute haben wir noch einen Sohn.Zu dem Vater „meiner“ Tochter habe ich zwar nicht den besten Draht,aber darum gehts auch nicht,sondern um das Kind.Und für dieses Kind ist der leibliche Vater sehr wichtig.Aber meine Tochter sieht zwischenzeitlich mehr und mehr mich als Vater.Inzwischen ist sie
fast 10 und ich bin überglücklich mit meiner Familie.Ich würde Dir raten,warte in Ruhe ab aber versuche trotz aller Zuneigung zu Deiner Bekanntschaft zu sehen,das es sich nicht um 2 sondern um 3 Menschen handelt.
Viele Grüße
Sebastian