dies ist eine längere Anfrage und ich schreibe aus tiefer Betroffenheit. Einige Leser/innen kennen mich ja schon seit einigen Jahren und wissen, dass ich meine Kinder allein großgezogen habe und um sie gekämpft habe wie ein Löwe. Doch nun zu meinem " Problem":
es handelt sich um meine beste Freundin. Ihre Jungs sind 10 und 13 Jahre alt. Da sie krank ist - war bis vor 5 Monaten im Rollstuhl, hatte da aber einen Lebensgefährten – nun ist sie operiert, hat 50 kg abgenommen und kann so leidlich laufen. Sie hat viele Schmerzen.
Ihre Jungen dürfen keine anderen Kinder nach Hause bringen, sind bis auf die Schulstunden nur auf sich und die Mutter angewiesen. Beide haben ADHS, der Kleinere noch schlimmer. Von daher sind die beiden sehr anstrengend, da sie sich auch viel laut streiten. Sie selbst sagt immmer der Kleine kann ja nichts dafür, weil er ADHS hat. Er selbst stellt sich auch immer schon hin, das macht nichts, ich kann ja nichts dafür ich habe ADHS. Der Große gibt sehr serh viel nach und die einzige Art sich zu wehren ist – er schreit sehr laut.
Nun verfolge ich das Geschehen seit Monaten. Der Freund ist weg und sie hat ca. 5 Übernachtungskandidaten den Kindern präsentiert – weil sie ja ein Recht auf Leben habe. Das kam nicht unbedingt gut an.
Da die beiden nur von der Launenhaftigkeit abhängen, entstehen viele Konflikte. Wenn sie keine Lust oder Schmerzen hat (wirklich sehr starke, das weiß ich) geht sie ins Schlafzimmer und überlässt die Kinder stundenlang sich selbst.
Ich selbst habe versucht, ihr nahezulegen, bei einer Erziehungsberatung Hilfe zu suchen. Angeblich habe sie angerufen, aber „die rufen nie zurück“. Mir geht es natürlich um beide Parteien .-- die Kinder aber am Wichtigsten.
Nachdem nun 6 Wochen gar nichts zu hören war, kommt der Hammer: „Ich habe keine Bock mehr auf die Kinder, ich steck sie ins Heim“. Damit hat sie ja ohnehin immer gedroht – und 2 Std. später den Kleinen getätschelt und liebkost. Dieser hat schon versucht seinen großen Bruder umzubringen, laut Freundin, indem er aufs Gesicht gesprungen sei. Das ist so richtig ein Teufelskreis – er kann ja nichts dafür, habe ADHS.
Nun ist es so bei ihr, sie hat einen neuen Lebenspartner und die Kinder sind ganz abgeschrieben. Sicher wären sie in einem guten Heim besser versorgt – aber mir geht der Gedanke vollkommen quer.
Alternativ könnten sie zum Vater, der ist aber neu verheiratet und die Frau will die Kinder auch nicht.
Ich möchte schreien .- kann selbst die Jungen nicht nehmen. Was kann ich tun, um den Jungen zu helfen – aus dieser Situation herauszukommen bzw. einen Weg zu finden? Die Diakonie und Jugendamt kümmern sich (angeblich nicht). Weiß jemand Rat
aus der gesamten Schilderung kann ich nicht glauben, dass sich die Mutter wirklich ernstlich um Hilfe beim Jugendamt oder anderen Stellen bemüht hat. Dies wird in ähnlichen Situationen ständig behauptet und stimmt zu 99,9% der Fälle nicht, sondern es handelt sich um reine Schutzbehauptungen. Wenn man dann als Dritter mal das Jugendamt kontaktiert, kommt dies schnell raus und ehe man sich versieht, passiert dann auch etwas.
Ich würde daher an deiner Stelle schnellstmöglich einen Termin beim zuständigen Jugendamt vereinbaren und die Sache dort schildern. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dann nicht unverzüglich reagiert wird.
Die Kinder werden dann vermutlich beim sozialpsychitrischen Dienst vorgestellt, wo man Entwicklungsverzögerungen und psychische Erkrankungen und psychiatrische Auffälligkeiten begutachten wird. Hiernach werden dann der Mutter geeignete Hilfsangebote unterbreitet werden. Sollte sie hierauf nicht eingehen, hat man geeignete „Druckmittel“, bis hin zum Entzug des Sorgerechts als ultima ratio. Grundsätzlich wird man aber immer versuchen möglicht zurückaltend einzugreifen. D.h. statt einer vollstationären Unterbringung kommen auch teilstationäre und ambulante Maßnahmen in Frage.
Ich habe hier schon mehrfach von einem Fall aus dem vorletzten und letzten Jahr berichtet, wo eine Kindsmutter sich (ohne Krankheit) ähnlich verhielt wie von dir geschildert und in dem der eigentlich schon längst abgeschriebene Vater dann Wind von der Sache bekam. Mit dem Jugendamt haben wir dann recht schnell passende Angebote für die Kinder gefunden und ein Kind ganz von der Mutter weggeholt. Das zweite Kind werden wir auch noch dort herausholen. Zur Zeit ist es aber wenigstens schon mal teilstationär versorgt und bei beiden Kindern sind seit Einschaltung des Jugendamtes ganz gravierende Besserungen zu verzeichnen. Das ältere und teilweise stationär untergebrachte Kind zeigt in der neuen Familie kaum noch ADHS-Anzeichen und kommt nach einem Jahr im neuen Umfeld schon mit minimaler professioneller Hilfe klar.
Gruß vom Wiz
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in unserer Landkreis wird der sogenannte MSD (Mobiler Sozialer Dienst) oder Familienhelfer von kirchlichen und städtischen Einrichtungen angeboten. So etwas ähnliches muss es in Norddeutschland doch auch geben. Zu deren Aufgaben gehört die Vermittlung einer Zweitmama, die regelmäßig aber auch spontan in brenzligen Fällen ins Haus kommt, und steht z.B. durch Krankheit eingeschränkten Müttern bei, wobei sie Arbeiten erledigt wie sie Mütter in gesundem Zustand auch tun würden: Mittagessen kochen, Hausaufgabenbetreuung, Kinder zum Arzt begleiten usw.
Deine Freundin sollte nicht ihre Kinder abgeben, sondern das Jugendamt schlichtweg um Hilfe bitten, denn es geht darum, dass ihr diese Form der Unterstützung finanziert wird. Diese Ämter für Kinder, Jugend und Familie haben Listen mit Adressen mit solchen Hilfsmüttern parat. Wenn die Kinder nämlich unter ADHS leiden, dann kann ihnen geholfen werden. Dann kann auch die Zweitmama regelmäßig zu einem Kinderpsychiater gehen, damit die Kinder bald wieder Lebensfreude verspüren.
Es gibt immer weniger, was der Staat bereit ist für Familien mit Kinder zu tun. Aber da ist in Gefahr in Verzug, und mit großer Sicherheit mit Unterstützung zu rechnen, auf die deine Freundin und ihre Kinder ein Anrecht haben.
Alternativ könnten sie zum Vater, der ist aber neu verheiratet
und die Frau will die Kinder auch nicht.
Hi,
die anderen haben ja schon ausführlich geantwortet und ich wollte nur noch was zum Vater sagen…
Wenn Du den Vater kennst wäre es vielleicht sinnvoll wenn Du in über die Situation informierst. Hat er sich denn bis jetzt nicht um die Jungs gekümmert?
Wenn er so ein Vater ist dem seine Kinder egal sind hat es eh keinen Wert…aber vielleicht kann er die Jungs mal übers Wochenende nehmen oder stundenweise am Nachmittag. Das wäre sowohl für die Kinder als auch die Mutter gut.
danke liebe Sue, habe ich auch schon vorgeschlagen. Ich kenn ihn leider nicht, aber es reagiert nur Hass und sie ist seit der Scheidung dabei, systematisch Hass zu sähen. Habe schon Stunden mit ihr diskutiert, dass das nicht gehe. Wenn die Kinder zum Vater gehen- hat sie immer besonders interessante Sachen mit den Kindern ihres Lebenspartners unternommen – um ihnen zuzeigen,wo sie es besser hätten.
Stunden habe ich diskutiert. Es ist aussichtslos. Und nun hatte ich sie im November so weit, endlich bei der Diakonie anzurufen – aber es ist natürlich so, dass es den Kindern nun sehr, sehr schlecht geht. Darum hatte ich schon Freitag entschlossen - gerade nach der Antwort von Wiz – nun selbst das Amt einzuschalten – auch wenn die Freundschaft dadurch in die Brüche geht. Ich wohne ja 100 km weg und kann deshalb nicht persönlich eingreifen. Ich hatte mit den Jungs keine Probleme – ruhig ansprechen, an die Vernunft appellieren, sie einfach ernst nehmen. Ich konnte auch,w enn ich da übernachtete auch im Häuslichen einiges erreichen. Seit sie aber nun wieder einen neuen Lebenspartner hat, dreht sich ihr Denken und Handeln nur um ihn. Die Kinder sind nur „stressig, anstrengend, boshaft…usw.“ Dabei wären meine Kinder auch „pissig“ gewesen, wenn ich (wie sie nun) bis um 12:00 Uhr mittags mit einem Partner im Bett herumtolle und weder Frühstück noch die notwendigen Medikamente an die Jungs gegeben werden. Es scheint ihr alles, aber auch alles, was nicht diesen Partner betrifft egal zu sein. Einwände werden immer nur als „Nichtgönnen dieser Beziehung“ gesehen. Darum habe ich mich ja jetzt ans Forum gewendet und heute Vormittag den ersten Anruf getätigt. Und im Jugendamt wirkte man nicht desinteressiert - wie sie immer behauptete.
Aber jede Mutter agiert halt anders und ich habe es ja auch erst damals lernen müssen – war allerdings gerne bereit, Tipps von der Leiterin des Kindergartens anzunehmen – auch als die Kinder schon längst aus diesem Alter heraus waren.
Ich denke, da wird es losgehen - ich bleibe auf jeden Fall am Ball!
Danke für deine Meinung
kiekut
danke Claren,
das kenne ich zwar nicht, aber ich habe heute Morgen angerufen im Jugendamt und mir wurde gesagt, dass sie jemanden hinschicken werden - einmal vormittags, wenn die Jungs in der Schule sind und auch nachmittags wenn sie zuhause sind. Denn es sei eben nicht üblich, dass Kinder in diesem Alter keinen Kontakt zu anderen bekommen. vielen Dank für deine Antwort
kiekut
Hallo kiekut,
in unserer Landkreis wird der sogenannte MSD (Mobiler Sozialer
Dienst) oder Familienhelfer von kirchlichen und städtischen
Einrichtungen angeboten. So etwas ähnliches muss es in
Norddeutschland doch auch geben. Zu deren Aufgaben gehört die
Vermittlung einer Zweitmama, die regelmäßig aber auch spontan
in brenzligen Fällen ins Haus kommt, und steht z.B. durch
Krankheit eingeschränkten Müttern bei, wobei sie Arbeiten
erledigt wie sie Mütter in gesundem Zustand auch tun würden:
Mittagessen kochen, Hausaufgabenbetreuung, Kinder zum Arzt
begleiten usw.
Deine Freundin sollte nicht ihre Kinder abgeben, sondern das
Jugendamt schlichtweg um Hilfe bitten, denn es geht darum,
dass ihr diese Form der Unterstützung finanziert wird. Diese
Ämter für Kinder, Jugend und Familie haben Listen mit Adressen
mit solchen Hilfsmüttern parat. Wenn die Kinder nämlich unter
ADHS leiden, dann kann ihnen geholfen werden. Dann kann auch
die Zweitmama regelmäßig zu einem Kinderpsychiater gehen,
damit die Kinder bald wieder Lebensfreude verspüren.
Es gibt immer weniger, was der Staat bereit ist für Familien
mit Kinder zu tun. Aber da ist in Gefahr in Verzug, und mit
großer Sicherheit mit Unterstützung zu rechnen, auf die deine
Freundin und ihre Kinder ein Anrecht haben.
danke Wiz, deine Antwort gestern war mir schon mal richtig Trost gestern. Denn das ist ja das Problem, alle schauen weg und keiner macht was – und da möchte ich nicht dazugehören. Ich begreife ja ohnehin nicht, wie Frauen so auf einen Mann „abfahren“ dass ihnen alles egal ist – das ist aber ein Thema für ein anderes Brett.
Mit ist die Sache viel zu ernst und die Jungs sind wirklich wissbegierig, und auch zu begeistern. Natürlich bekommen sie Medikament wegen ADHS - und auch je nach Laune der Mutter Vitamin B dazu – aber eben alles nicht zu geordneten Zeiten. Und ich bin ja mit meinen 5 RückenOPs auch nicht einfach dran gewesen – war aber selbst immer sehr darauf bedacht, wenn ich nicht weiterwußte die Kindergärtnerin auch zu fragen.
Mein Sohn hatte mal gestohlen und wurde mit Polizeiwagen (gottseidank zum Vater) heimgebracht. Ich war natürlich Schuld und fühlte mich es erst recht. Und ich rief dann die Kindergärtnerin an und ich weiß noch - wie heute, dass sie sagte, ich solle meinen Sohn in den Arm nehmen und erst einmal fragen was, warum er es getan hatte. Und was kam raus? Vater war ohne Angelschein mit ihm angeln gewesen. Als mein Sohn dann die Angel auch mal halten wollte, hatte mein Exmann gesagt, er müsse sich erst einmal Angel und Blinker besorgen, dann dürfe er auch… lange Rede kurzer Sinn, die Anstiftung kam vom Vater. Hätte ich dafür meinen Sohn bestrafen sollen? Wir haben darüber gesprochen und es ist nie wieder was vorgekommen.
Und so kann ich auch mit ihren Söhnen reden, sie schreit dann nur und droht mit Heim. Und wettert gegen den Vater. Darum habe ich auch beim Jugendamt gesagt, dass die Kinder – und (!) die Mutter Hilfe benötigen. Man hat mir Hilfe zugesagt. Ich behalte es im Auge und werde Ende der Woche nachfragen.
Zeitgleich hatte ich eine Mail an meine Freundin geschickt – aber sie macht dicht. So musste ich dann leider diesen Weg gehen.
Danke für deine hilfreichen Argumente
kiekut
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