Kinder zweisprachig aufziehen?

Wer weiss wie man Kinder am besten zweisprachig aufwachsen lässt? Sollte man bis zu einem bestimmten Alter nur in einer Sprache mit ihren sprechen?
Danke/Ilona

Hallo Ilona,
bei Freunden von mir ist er Brasilianer und sie Deutsche. Sie machen es so, dass er portugiesisch mit seiner Tochter spricht und sie deutsch. Da die Kleine ihren Vater nicht so oft sieht, spricht sie nun portugiesisch nicht so gut wie deutsch, aber ich kann mir vorstellen, dass sich das gibt.
Ich habe auch mal in einer türkischen Familie erlebt, dass mit der Tochter bis zum Alter von 2 Jahren nur türkisch gesprochen wurde (in Deutschland). Erst dann wurde auch deutsch mit ihr gesprochen. Ich war total verblüfft, wie schnell das Mädchen problemlos deutsch lernte.
Insofern: Mir scheint, es ist nicht so wichtig, die Kinder lernen es wohl auf alle Fälle gut, wenn sie die Sprache oft hören.
Viele Grüße!

Andrea
http://www.verhuetungscomputer.de

Die bewährte Methode ist, wie Andrea schon gesagt hat, dass ein Elternteil nur in der einen, der andere Elternteil nur in der anderen Sprache mit dem Kind spricht. So wird es nicht verwirrt. Es lernt Papa’s Sprache und Mama’s Sprache und kann sie auch bald unterscheiden.

Die zweisprachige Erziehung wirkt sich übrigens sehr positiv auf die Entwicklung der Intelligenz aus!

Liebe Grüße

Hanna

Hallo Ilona!

Auf keinen Fall erst warten, sondern SOFORT zweisprachig erziehen. Das ist ganz wichtig!!! Und überhaupt ist das wichtigste bei einer zweisprachigen Erziehung die Konsequenz. Das heißt, daß bspw. Du NUR deutsch mit dem Kind sprichst und der Partner NUR in seiner Sprache. Und auch wenn Dein Partner mit Dir deutsch spricht, deutsch also Familiensprache ist, so darf der Partner auf keinen Fall reagieren, wenn sein Kind in deutsch mit ihm spricht. Er muß dann so tun, als hätte er nicht verstanden, auch wenn das Kind ja irgendwann realisiert, daß er doch deutsch kann. Trotzdem!! Und Du darfst auch nicht in der fremden Sprache sprechen oder verstehen. Hört sich kompliziert an, ist aber nur eine Sache der Gewöhnung. Höchstwahrscheinlich wird sich das Kind irgendwann weigern, in der „Fremd“-Sprache zu sprechen, weil es ihm peinlich, nämlich nicht in seinem Sinne „normal“ ist. Dann nicht darauf drängen, denn wichtig ist ja nur, daß es die Sprache beherrscht.

Es ist übrigens in der Tat so, daß die „Fremd“-Sprache nicht so gut beherrscht wird, wenn Deutschland der Wohnort ist, deutsch die Familiensprache darstellt und selten in das Heimatland des anderen Partners gefahren wird.

Anders sieht es aus, wenn deutsch zwar die „Umgebungssprache“ ist, weil man in Deutschland lebt, und Bekannte, Freunde, Kindergarten, Medien etc. deutschsprachig sind, die Mutter, die das Kind erzieht, aber fremdsprachig ist. Dann werden beide Sprachen in etwa gleich gut beherrscht, weil der Anteil der Fremdsprache um ein Vielfaches größer ist.

Es gibt sehr gute Literatur zum Thema. Mir gefiel am besten:

Kielhöfer, Bernd Jonekeit, Sylvie:
Zweisprachige Kindererziehung.

STAUFFENBURG BR.NARR
GMBH, 0398
Kt
109 S.

Libri: 4011155
ISBN: 3-923721-05-6 Buch anschauen

Viel Erfolg und viele Grüße,

Bea

Hallo Bea,
ich meine das nicht bös, aber meinst du nicht, dass hier ein bisschen viele „Du musst!“ „du darfst auf keinen Fall!“ und " unbedingt!" auftauchen…
Wie schon erwähnt, habe ich erlebt, dass Kinder prima zurecht kommen, auch wenn man erst später anfängt… und meine Freundin spricht auch portugiesisch mit ihrer Tochter und umgekehrt… Sie beherrscht beide Sprachen ohne Verwechslungen, und das Ganze läuft sehr natürlich und ohne große Verkrampfung ab. Mir widerstrebt es irgendwie, wenn jemand seinem Kind nicht antworten soll, nur weil es in der „falschen“ Sprache gesprochen hat und sowas.
Naja, aber wir versuchen ja alle nur hier unser Bestes zu geben und Ilona sucht sich raus, was am besten für sie passt.
Insofern: Viele Grüße!!

Andrea

Ich schließe mich der Auffassung an, dass das Kind von Geburt an beide Sprachen hören soll.
So ist ein Beispiel bekannt, dass ein Kind, das im ersten Lebensjahr von einer ungarischen Amme aufgezogen wurde, später, als es sprechen lernte, einen ungarischen Akzent hatte.
Die lautlichen Eigenheiten einer Sprachen werden also zu einem Zeitpunkt vermittelt, wo man meinen möchte, das Kind verstehe das alles eh noch gar nicht.

Mein Vorschlag: Wenn ein Kind dann die Mutter in der „falschen“ Sprache anredet, kann ja die Mutter in ihrer Sprache antworten, und das Gespräch wird dann in der „richtigen“ Sprache fortgeführt. Unverkrampft eben, wie Andrea es schon sagt.

Um die landesfremde Sprache gezielt zu fördern, kann man ja diese als Familiensprache führen. Verwandte, Nachbarn, Freunde, Gäste fördern ja ohnedies die Landessprache.

Moral von der Geschicht: Tu Dein Bestes, aber verkrampf Dich nicht! Es bleibt auch so genug hängen, auch wenn man manchmal Fehler macht!!! :smile:))

Viele liebe Grüße, und viel Erfolg!

Hanna

Hallo Ilona,

auf meiner Website http://www.binational-in.de findest du viele gleichgesinnte. Im Archiv des Diskussionsforums müssten auch noch Diskussionenen zum Thema zu finden sein. Ausserdem findest du in einer Linkliste Links zum Thema.

Alles Gute wünscht
      Michael