Kinderbetreuung bei Krankheit und Bewerbung

Hallo,

ich brauche Euren Rat und Eure Erfahrung, wie es bei Euch war.
Ich bin verheiratet, mein Mann geht arbeiten (07.00 - 16.15 Uhr), meine Eltern wohnen ca. 650 km und seine Mutter (76 J) wohnt ca. 300 km weg.
Meine Tochter soll im November 2007 in den Kindergarten gehen. Der Kindergarten geht jeden Tag von 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr.

Ganz ehrlich: Mir fällt die Decke ziemlich auf den Kopf und ich stehe jetzt schon in den Startlöchern, daß ich mich im Januar oder Februar 2008 (wenn meine Tochter sich gut im Kindergarten eingelebt hat) um eine Teilzeitstelle bewerben kann. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe meine Tochter über alles und sie steht für ich an erster Stelle; aber: ich muss mal wieder raus.

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Bewerben gemacht. Ich habe nämlich die Befürchtung, daß ich überhaupt keine Chancen habe da

a) ich eine Stelle brauche, die ich mit den Kindergartenzeiten vereinbaren kann.

b) der Personalchef natürlich hören will, daß ich jederzeit jemanden habe, der mir im Krankheitsfall meine Tochter betreut. (Für 1 - 2 Tage kann natürlich meine Mutter nicht kommen; bei der Mutter meines Mannes ist es sowieso die Frage)

Wie habt Ihr diese Probleme gelöst?

Vielen Dank und Grüße

Kerstin

Hi Kerstin

Easy ist das sicherlich nicht… Aber es kann klappen. Hast Du während der Elternzeit z.B. Kontakt zu Deiner alten Arbeitsstelle gehalten? Wenn nicht - dann aber los! :wink: Die kennen Dich und wissen um Deine Qualitäten und können vielleicht auch noch ein bisschen besser damit umgehen, wenn Du wegen Krankheit des Kindes nicht zum Job erscheinst und Dir auch Alternativen anbieten, so dass Du z.B. einen Teil deines Jobs auch von daheim aus erledigen kannst. (Geht natürlich nicht bei jedem Job…)

Welche anderen Verbindungen hast Du zu Deinem alten Arbeitsgebiet? Was weiß ich: Fachverbände, Stammtische ehemaliger Kollegen etc. etc. Hör Dich mal denen um, die für Dich und Deine beruflichen Fähigkeiten „sprechen“ könnten.

Für Ausfalltage während der Krankheitstage des Kindes gibt es ja auch einen rechtlichen Anspruch, nur wird man bei einer Neubewerbung halt auch nicht sooo scharf darauf sein, unbedingt eine Mutter zu nehmen, die man a) nicht kennt b) bei der man befürchten muss, dass sie wegen Kinderkrankheiten häufiger fehlt. Da ist ein Single oft „lohnender“, weil weniger Fehlzeiten anstehen. (Dass das ungerecht ist, ist keine Frage…)

Wenn Krankheiten anstehen, sollte also Alternativlösungen her: Dein Mann kann übrigens auch mal fehlen: „Sein“ Job ist ja nicht „heiliger“ als Deiner. Und auch er hat Anspruch darauf…

Wie sieht es mit einem privaten Netzwerk aus? Kennst Du andere Eltern, die in einer ähnlichen Lage sind? Könnt Ihr Euch gegenseitig aushelfen? Wie sieht es aus mit hilfsbereiten Nachbarinnen und Nachbarn? Und mit Babysittern? (schon jetzt das Kind daran gewöhnen!!!)

Wie sieht es aus mit einer Lösung wie z.B. einem Aupair?

In manchen Städten gibt es auch für den absoluten Notfall Hilfskräfte, die Dein krankes Kind übernhemen könnten. Frag mal beim Jugendamt nach.

Man muss bei einem Bewerbungsgespräch schon mit einem guten Konzept aufwarten - und ehrlich gesagt: Das erste Kindergartenjahr ist in Sachen Krankheiten oftmals richtig heftig. Danach wird es aber besser…

Dir alles Gute - und was mir noch auffiel: Du musst doch kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du wieder arbeiten gehen möchtest!!!

Anne

Auch hallo,

Meine Tochter soll im November 2007 in den Kindergarten gehen.
Der Kindergarten geht jeden Tag von 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr.

Hast Du die Kleine schon angemeldet? Vielleicht sogar in mehreren Tagesstätten vormerken lassen? Hast Du sichergestellt, dass das Kind auch bereits zum Stichtag wann Du wieder arbeiten gehen sollst auch genommen wird? Ich hätte im März wieder arbeiten sollen, aber einen zu 100% gesicherten Platz hätte ich erst nach den Sommerferien (Schulabgänger)haben können (war bei mir allerdings nach dem Erziehungsurlaub). Na toll dachte ich mir, soll ich mein Kind dann ein halbes Jahr an die Wand nageln?! Nach einiger Herumtelefoniererei fand ich dann endlich einen Kiga, der mir mein Kind zu dem Termin genommen hat, der zwingend notwendig war…

b) der Personalchef natürlich hören will, daß ich jederzeit
jemanden habe, der mir im Krankheitsfall meine Tochter
betreut. (Für 1 - 2 Tage kann natürlich meine Mutter nicht
kommen; bei der Mutter meines Mannes ist es sowieso die Frage)

Wie mein Vorposter schon sagte, Du hast ein Anrecht auf Freistellung:
http://www.abc-recht.de/ratgeber/familie/tipps/freis…

Mit Sicherheit wird sie im Kiga öfter krank werden, da dort ja viele Menschen auf einem Fleck zusammen sind und jeder ein anderes Immunsystem hat und alle möglichen Keime da kreuchen und fleuchen.
Aber meist erkranken die Kinder eh Freitagsabends wenn der Kinderarzt schon zu hat, der Kindernotdienst aber noch keinen Dienst tut…*schwitz*

Wie habt Ihr diese Probleme gelöst?

Entweder hat mein Mann sich frei (Urlaub) genommen, oder ich…zweimal habe ich tatsächlich die Freistellungstage benutzt. Es ist nunmal so, dass die Heilung auch schneller vorangeht, wenn sich eng vertraute Bezugspersonen (in den meisten Fällen eben erst die Mama und dann der Papa) um das kranke Kind kümmern.

Gruß
Maja

arbeitende Mütter
Hallo Kerstin,

Du sprichst vielen Müttern aus der Seele, auch mir stellen sich die selben Probleme.

Meine Hauptfrage dazu lautet immer: Welcher Mann in Deutschland muß sich diese Gedanken machen? Wahrscheinlich kaum einer, die Problematik wird auf dem Rücken der Mütter ausgetragen. Eine Antwort für den Personalchef könnte also lauten: Stellen Sie einem männlichen Bewerber die selben Fragen? Auch Männer können sich freistellen lassen, wenn ihr Kind krank ist, das ist nicht die alleinige Aufgabe der Mütter.

Gerade hier in Bayern herrscht nach wie vor die Einstellung vor: Mütter gehören zu den Kindern und das zu Hause. Kinderbetreuung ist möglich von 8 bis 16:00 Uhr - eine Vollzeitbeschäftigung der Mütter wird so effektiv unterbunden. Hortplätze sind rar, Betreuung für Kinder unter 3 hat (zumindest im ländlichen Raum) echten Seltenheitswert.

In den Nachrichten habe ich neulich eine Meldung gehört: Eine bayrische Gemeinde hat einer Kindertagesstätte eine an sich regelmäßige Förderung gestrichen, weil der Gemeinderat einstimmig der Meinung war, Kinder bis 3 Jahre müssen von den Müttern betreut werden.

Eine Mutter hier im Ort wollte sich selbständig machen und mußte sich auf der Handwerkskammer fragen lassen, ob sie denn arbeiten müsse, ihr Mann verdiene doch genug.

Du siehst, mir geht bei dem Thema echt das MEsser in der Tasche auf. Da wundert sich noch jemand, warum immer weniger Kinder geboren werden?

Unsere Lösung: Ich arbeite diesen Sommer von März bis Oktober, ein Job,auf den ich mich sehr freue. Aufgrund der Kinderbetreuungszeiten, der Oma in der Ferne etc. wird mein Mann kündigen müssen oder sich freistellen lassen. Das ist für Außenstehende natürlich ein wenig wahnsinn, aber ich bin sehr froh, dass er dazu bereit ist. Ich gehe sonst ein zuhause und ich werde sonst kaum mehr eine Chance auf einen qualifizierten Arbeitsplatz haben, wenn ich noch länger zu hause rum hocke.

Auf dem Arbeitsamt wollen sie mich eh nur noch ungelernt vermitteln, Lehre zu lange her, Studium mit minimaler Berufserfahrung ist gleich ungelernt. Hier wird erwartet, dass Frauen die üblichen schlecht bezahlten Jobs machen, um noch etwas dazuzuverdienen oder um ein wenig Abwechslung zu haben. Bei Aldi an der Kasse trifft man ja auch nette Leute, das ist doch Abwechslung genung.

Setz dich durch, investiere auch wenn es sich finanziell nicht wirklich lohnt in Kinderbetreuung. Verliere nicht den Anschluß. Die überzeugenste Antwort auf „Kinderbetreuungsfragen“ eines potentiellen Arbeitgebers ist natürlich der HInweis auf einen Job in dem Du das gemeistert hast.

Viel Erfolg, bleib dran

kernig

Hallo Kerstin,

b) der Personalchef natürlich hören will, daß ich jederzeit
jemanden habe, der mir im Krankheitsfall meine Tochter
betreut.

Mal ganz davon abgesehen, dass ein Arbeitgeber zu recht darauf bestehen kann, dass du zu vertraglich vereinbarten Zeiten anwesend bist bist (dafür wird man ja schließlich bezahlt), solltest du schon im Sinne deines Kindes eine lückenlose Betreuung garantieren können.

Also auch für alle erdenklichen, nicht wünschenswerten Situationen.

Hab ich jemanden der akut das Kind vom KiGa abholen kann?
Was ist, wenn das Kind sechs Wochen nicht in den KiGa gehen kann?
Wer betreut das Kind in den Ferien?
Wie flexibel ist der Vater einplanbar?
usw.usw.

Da du ja laut Vika Reiseverkehrskauffrau bist, ist es ja vielleicht auch denkbar einen Teil der Arbeitszeit auf WE oder Nachmittag zu legen = Vater betreut das Kind.

Bloß nicht beim Bewerbungsgepräch das Blaue vom Himmel versprechen… damit tust du weder dir, deinem Kind, deinen Kollegen oder Arbeitgeber einen Gefallen.

Mit Grüßen
Simone

Hallo Anne,

ja, Kontakt habe ich zu meiner alten Arbeitsstelle nicht wirklich viel . Es sind in meiner Schwangerschaft und in meinem Mutterschutz einige Sachen vorgefallen, über die ich mich wahnsinnig geärgert habe (Sowohl von Kollegen als auch vom Chef). Deshalb will ich in meiner alten Stelle auch nicht mehr arbeiten.
Von dem ganz abgesehen: Ich war gerade ein halbes Jahr in meiner Stelle beschäftigt, als ich schwanger wurde. Somit glaube ich kaum, daß mir mein alter Arbeitgeber eine Teilzeitstelle anbieten wird.
Und somit wollte ich mich ganz neu umsehen.
Es muss ja auch kein Reisebüro mehr sein.
Aber ich werde mich vielleicht mal nach einer Ersatzoma umsehen.

viele Grüße

Kerstin

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Aber ich werde mich vielleicht mal nach einer Ersatzoma

umsehen.

Hi Kerstin

An dem Thema „Ersatzoma“ waren wir auch mal interessiert. Da gibt es aber (wenigstens hierzulande) viiiiiel mehr interessierte Familen als echte Ersatzomis. Wenn man die privat „besorgt“ (also z.B. Nachbarinnen…), dann mag das besser aussehen.

Wenn Du im RB gearbeitet hast, könnte es doch vielleicht auch eine Option für Dich sein, Dich als Reisemittlerin (mit Laptop und Co) selbständig zu machen, so dass Du die Arbeitszeiten etwas freier wählen könntest. Ob man damit wirklich finanziell über die Runden kommt, weiß ich allerdings auch nicht.

Guck Dich doch mal um auf dem http://www.touristikernet.com/ und stell Deine Frage mal da ins Forum.

Eine andere Option für Dein Kind, die mir noch einfiele, wäre eine Tagesmutter. Die ist meist zuverlässiger als der Kiga und wird u.U. vom Jugendamt mitfinanziert (je nach Einkommenslage). Alledings fehlt dort natürlich der Kontakt zu den Gleichaltrigen.

Aber wie schon gesagt: Der Kindergarten ist (trotz gegenteiliger Versprechungen) auch keine wirkliche sichere Beterrungsmöglichkeit: Unser Kiga ist z.B. toll (wirklich!) und unternimmt sehr viel in Sachen Qualitätsmanagement. Kommt den Kindern absolut zu Gute - bloß fällt bestimmt jeden Monat ein Tag extra aus, weil die Mitarbeiter sich fortbilden. Daneben gibt es noch 3 Wochen Sommerferien, 1 Woche Weihnachtsferien, Brückentage und und und. Wenn das alles in Ordnung ist, dann herrscht bestimmt gerade eine Scharlach-Epedemie oder es grassiert eine Magen-Darm-Grippe. Oder das eigene Kind entwickelt gerade eine chronische Bronchitis mit einer Mittelohrentzündung nach er nächsten.

Wenn wir nicht selbständig tätig wären und eben auch zu ungewöhnlichen Zeiten, also nachts und am WE, arbeiten könnten, hätte ich schon längst die Krise bekommen.

Die Frage, ob man einem Mann bei einem Bewerbungsgespräch auch solche „Kinderbetreuungsfragen“ stellen würde, ist sicherlich berechtigt und ich finde es auch schwerst (!!!) ungerecht, dass immer nur die Frauen sich mit solchen Themen beschäftigen müssen!!! Bloß hilft einem das bei einem Vorsrellungs-Gespräch bei einem kleinen bis mittleren Reisebüro eher wenig…

Hast Du denn Kontakte zu anderen RBs aufgebaut, die Dich bereits kennen und schätzen? Oder zu Kolleginnen in Deiner Stadt? Nutz die Zeit, um Dir jetzt ein berufliches Netzwerk aufzubauen, bei dem jemand anders die Fürsprache für Dich übernehmen kann oder Dir „auf dem kleinen Dienstweg“ erzählt, dass überhaupt eine Teilzeitstelle frei ist. Denn die sind ja auch schon sehr begehrt.

Dir alles, alles Gute

Anne

Hi Kerstin,

wie ja die anderen schon gesagt haben, brauchst Du einen Plan B für

  • Ferien im Kindergarten
  • sonstige Gründe, warum der Kindergarten geschlossen ist
  • Krankheit vom Kind

Während sich für erstere sicherlich längerfristig geplante Lösungen finden lassen, ist letzteres wohl ein Problem. Da wäre erstmal zu klären, ob und wieweit es realistisch ist, dass Dein Mann die Betreuung teilweise übernimmt.

Generell ist es natürlich auch eine Lösung, dass Dein Mann seinen Job auf 60-80% zurückschraubt und dann 1-2 Tage pro Woche daheim ist, während Du an diesen beiden Tagen arbeitest. Auch hier ist das jedoch einerseits eine Frage der Lebenseinstellung und andererseits auch mit allen beteiligten Chefs zu klären.

Ansonsten würde ich ja für meinen Teil versuchen, einen Job am Abend bzw. Samstag zu bekommen. Das heisst, wenn Dein Mann um 16:15 heim kommt (in was für einem Beruf hat man denn so tolle Arbeitszeiten? *auchwill*), kannst Du von 17 bis 20 Uhr arbeiten. Gerade in Reisebüros sind das ja keine „unüblichen“ Zeiten. Und vielleicht kannst Du ja wirklich einen Teil der Arbiet auch von zuhause aus erledigen? Wenn das mal ne Zeitlang läuft, und man Dich als Arbeitskraft schätzen gelernt hat, dann kannst Du ja einen Vorstoss wagen, halbtags (oder was auch immer) zu normaleren Zeiten tagüber zu arbeiten…

Auf die Grossmütter würde ich nicht allzu sehr bauen. Zum einen sind die so weit weg, dass Dein Kind sie gar nicht richtig „kennt“ (das heisst für eine „Krisenintervention“ bei Krankheit etc. ist das nicht hilfreich) und zum anderen sind die durch die grosse Entfernung einfach zu unflexibel. Klar, im Sommer mal ne Woche in den Ferien mag gehen, aber auf mehr würde ich mich nicht verlassen.

Ganz ehrlich: Mir fällt die Decke ziemlich auf den Kopf und

Gibt es denn wirklich nichts, was Du eventuell jetzt schon in Heimarbeit oder am Abend machen könntest? Vielleicht mal ein Abend in der Woche oder so? Wenn ich Dich richtig verstehe, geht’s Dir nicht in erster Linie ums „Geld verdienen müssen“ sondern mehr ums „raus kommen“?

Ansonsten finde ich für solche Situationen ein Au-Pair-Mädchen eine gute Lösung. Vorteile, sie wird zur Bezugsperson und ist (bös gesagt) immer abrufbereit. Und Du hast noch ein wenig Unterstützung im Haushalt. Nachteil ist natürlich, dass Ihr die räumlichen Möglichkeiten haben müsst und zu zweiten, dass da ein „fremder“ Mensch voll in Euer Familienleben integriert werden will.

*wink*

Petzi

Liebe Kerstin,

ich kann deine Situation nur zu gut nachvollziehen.
Ich bin ebenfalls gelernte Reiseverkehrskauffrau, habe einen fünf Jahre alten Sohn und bin „obendrein“ noch alleinerziehend. Ich hätte nicht die geringste Chance auf einen Angestellten-Job im Reisebüro, der sich mit den Kindergarten-Zeiten meines Sohnes vereinbaren ließe (und der hat immerhin Mo-Fr von 06-18 Uhr geöffnet). Als RVK-Kauffrau muss man ja in der Regel auch samstags arbeiten, und da habe ich niemanden, der auf meinen Sohn aufpassen könnte.

Die ideale Lösung für mich: Ich bin seit fast 6 Jahren selbständig, habe eine eigene Reiseagentur, die ich von zu Hause aus betreibe und bei der ich meine Arbeitszeit relativ flexibel selbst festlegen kann. Ich arbeite oft Abends, manchmal bis in die Nacht hinein, wenn mein Sohn schläft. Das macht mir aber nichts aus, da ich abends sehr gut arbeiten kann. Ich bringe meinen Sohn morgens in die Kita, arbeite dann, hole ihn nachmittags ab und arbeite dann oft weiter (wenn dringende Sachen anliegen), während mein Sohn lieb in seinem Zimmer spielt. Die Arbeit von zu Hause aus hat viele Vorteile, unter anderem auch die, dass ich kein Problem habe, wenn mein Sohn mal krank ist (das kommt aber sehr selten vor, somit trifft diese Regel „wenn das Kind in den Kindergarten kommt, ist es öfter krank“ nicht für jedes Kind zu.)
Ich genieße mein Leben auf diese Art, muss mich niemandem gegenüber rechtfertigen. Das einzig nervige sind mitunter andere Mütter, die meinen, dass ich (weil ich ja den ganzen Tag zu Hause bin) die Beine auf den Tisch lege und faul vorm Fernseher hänge. Dabei kommt das bei mir seltener vor als bei „normalen Angestellten“, die nach Feierabend nach Hause kommen und sich ausruhen. Ich habe halt immer die Arbeit vor Augen bzw. im Nachbarzimmer und kann mich selten hundertprozentig entspannen. Das war aber schon immer so, nicht erst seit ich selbständig bin :wink:. Ich habe mich in meiner Angestelltenzeit auch schon immer sehr mit dem entsprechenden Unternehmen identifiziert und mehr getan, als ich eigentlich hätte tun müssen.

Geh mal in dich, lausche in dich hinein, ob du vielleicht auch der Typ bist, für den eine Selbständigkeit die Lösung wäre. Du hast zudem den entscheidenden Vorteil, dass dein Mann ja auch Geld verdient und du so nebenher dein Geschäft ausbauen könntest. Es braucht einige Zeit, bis man wirklich davon leben kann (kennst ja die Reisebüromargen), aber wenn es dein Traumjob ist, denk drüber nach!

Hallo Anne,

was hast Du denn da für einen Kindergarten?

Aber wie schon gesagt: Der Kindergarten ist (trotz
gegenteiliger Versprechungen) auch keine wirkliche sichere
Beterrungsmöglichkeit: Unser Kiga ist z.B. toll (wirklich!)
und unternimmt sehr viel in Sachen Qualitätsmanagement. Kommt
den Kindern absolut zu Gute - bloß fällt bestimmt jeden Monat
ein Tag extra aus, weil die Mitarbeiter sich fortbilden.

Also, bei dem KiGa, in dem meine Tochter war (städtischer in München), wurde das durchaus durch „Springer“ abgefangen.

Daneben gibt es noch 3 Wochen Sommerferien, 1 Woche
Weihnachtsferien, Brückentage und und und.

Außer den 3 Wochen Sommerferien war auch immer ein Notbetrieb offen.

Wenn das alles in
Ordnung ist, dann herrscht bestimmt gerade eine
Scharlach-Epedemie oder es grassiert eine Magen-Darm-Grippe.

Und was tut die Magen-Darm-Grippe einem gesunden Kind?

Gruß, Karin

Hi Karin

Und was tut die Magen-Darm-Grippe einem gesunden Kind?

Es vermutlich anstecken - und damit seine Mutter (in der 38. Woche schwanger) und seinen Vater (selbständig wie die Mutter) auch.

Wenn im Kiga eine Magen-Darm-Grippe ausbricht, lass ich mein Kind lieber (im Moment) daheim, weil wir alles ohne „Omma und Oppa“ im Schlepptau hinbekommen müssen. Und zur Geburt mit Magen-Darm-Grippe - das ist nicht gerade meine Lieblingsvorstellung…

Viele Grüße

Anne

Hallo Kerstin,

ich kann Dir nur aus meiner Erfahrung sagen: Versuch macht kluch…

Als ich mich bewarb, waren meine Kinder 2 1/2 und 5 und ich war alleinerziehend. Und ich konnte nur Vormittags! Und hatte niemanden, den ich hätte ins Wagschälchen werfen können, für den Fall der Fälle. Ich hatte 5 Vorstellungsgepräche. Drei davon hätte ich haben können, einen davon habe ich genommen (logisch). Für keinen meiner potentiellen Chefs war es ein k.o.-Kriterium, daß ich kleine Kinder hatte. Der, der mich eingestellt hat, hat mir erklärt: keiner (!) ist so gut im organisieren, wie Frauen mit Kindern! Auch im Beruf! Und diesen Vorteil hat er schätzen gelernt. Fand ich toll und finde ich heute noch! Aber Recht hat er gehabt. Es gab eine Situation, in der ich wegen der Kinder länger ausfiel und da wurde meine Kleine richtig krank (Diabetes) (Mein Blinddarm hat nicht viel weniger Zeit in Anspruch genommen :smile:) Keiner hat mir das je vorgeworfen!

Ich bin jetzt seit mehr als sieben Jahren in dieser Firma und sehr zufrieden!

Versuch’s! Mit offenen Karten - zeige Deine Stärken! So oft werden Kinder auch nicht krank… wenn Du gut bist, machst Du’s wett :wink:

Viel Erfolg und viele Grüße

Uschi

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