Kinderbetreuung bis zum ersten Lebensjahr

Ich hätte hier einmal eine Frage an alle selbständigen Frauen. Wie habt ihr das mit der Kinderbetreuung und dem Arbeiten bis zum ersten Lebensjahr bzw. bis zu dem Zeitpunkt als ihr einen Kindergartenplatz hattet, geregelt?

Wir beschäftigen uns gerade mit dem Thema Familienplanung und stellen mit Entsetzen fest, dass die meisten Kindergärten erst ab dem 3 Lebensjahr die Kinder betreuuen und dann so ganz tolle Zeiten haben. Da ich aber nach wie vor meine Brötchen verdienen muss und leider keine Eltern in der Nähe wohnen, stellt sich für mich die Frage wie kann ich mein Kind dennoch ab der Geburt sinnvoll betreuen und auch mit Kind ein paar Stunden am Stück arbeiten oder mal Kundentermine wahr nehmen?

Für konstruktive Tips bin ich dankbar.
Alexandra

Hallo erstmal,

Ich hätte hier einmal eine Frage an alle selbständigen Frauen.

Da ich als engagierter Vater fest davon überzeugt bin, dass Kinderbetreuung nicht alleine Aufgabe der Mutter ist, wage ich mal auch als Vater zu antworten.

Wie habt ihr das mit der Kinderbetreuung und dem Arbeiten bis
zum ersten Lebensjahr bzw. bis zu dem Zeitpunkt als ihr einen
Kindergartenplatz hattet, geregelt?

Nach den zwangsweisen sechs Wochen Auszeit für meine Frau zog ein Au-Pair ein, das mittlerweise schon von Nr. 2 abgelöst wurde. Das sorgt für 30 Stunden Betreuung in der Woche und ist zumindest für uns bislang eine tolle und uneingeschränkt positive Erfahrung. Man muss aber natürlich bereit sein, einen fremden Menschen mit allen Rechten und Pflichten in seine Familie aufzunehmen und die Chemie muss ebenfalls stimmen.

Wir beschäftigen uns gerade mit dem Thema Familienplanung und
stellen mit Entsetzen fest, dass die meisten Kindergärten erst
ab dem 3 Lebensjahr die Kinder betreuuen und dann so ganz
tolle Zeiten haben. Da ich aber nach wie vor meine Brötchen
verdienen muss und leider keine Eltern in der Nähe wohnen,
stellt sich für mich die Frage wie kann ich mein Kind dennoch
ab der Geburt sinnvoll betreuen und auch mit Kind ein paar
Stunden am Stück arbeiten oder mal Kundentermine wahr nehmen?

Ja, kommt mir bekannt vor. Krippenplätze ab 6 bzw. 8 Wochen sind eine absolute Ausnahme. In ganz Hannover gibt es nicht mal 100 davon. Tagesmütter können eine weitere Alternative sein.

Gruß vom Wiz

umziehen
Hallo Alexandra,

da das bei mir auch gerade Thema ist…Vielleicht ein komischer Vorschlag, aber könntet Ihr umziehen?

Im Osten und in Berlin sind diese Probleme nicht so massiv. Das ist meine einzige Rettung.
PP

etwas länger (sorry)
Hallo

Tagesmutterbetreuung ist schon ne gute Sache. In manchen Städten kann man sich auch ans Jugendamt wenden, das die Vermittlung (und bei geringem Einkommen) auch einen Teil der Kosten übernimmt.

Bei manchen Tagesmüttern ist es so, dass dort dann aber auch 5 kleine Kinder sind; das ist (je nach Wohnungsgröße) die höchstzulässige Kinderzahl. Viele Tagesmütter, die das als wirklichen Beruf sehen (und nicht nur als erweiterstes „Hobby“ - die gibt es nämlich auch…) sind darauf angewiesen, dass die Kleinen dann aber auch am besten 5 Tage die Woche und möglichst viele Stunden am Tag kommen. Bei einem Stundenlohn pro Kind von 2-4 Euro kann man das ja auch gut verstehen, dass die Zeiten voll werden sollen. Wenn Ihr Eurer Kind nämlich nur ein paar Tage die Woche da lasst, ist trotzdem ein „ganzer“ Platz weg und die Tamu darf auch in den „freien Zeiten“ kein sechstes Kind übernehmen.

Ich finde Tagesmutterbetreuung schon klasse; allerdings muss man auch darauf achten, dass manche Tagesmütter ja auch selbst kleine Kinder haben. Und man weiß ja, wie schnell kleine Kinder krank werden… Wenn also das (kleine) eigene Kind der Tagesmutter krank wird, ist auch die Betreuung für Euer Kind nicht mehr wirklich gewährleistet, weil die Tamu z.B. zum Arzt muss mit ihrem Kind.

Kitas/Krippenplätze sind sehr, sehr schwer zu finden und das Anmeldeprocedere (gerade bei privaten Kitas) gleicht oft einer Mischung aus Lotteriespiel und Seelenstriptease wie bei einer Suche nach einem WG-Zimmer. *g* Allerdings steht die Betreuung auch dann, wenn mal eine Erzieherin krank wird. Wenn es allerdings ganz dicke kommt (Grippewelle o.ä.), dann werden auch schon mal die Eltern zur Betreuung mit heran gezogen - Job hin, Job her. Auch die übliche Vereinsarbeit kostet u.U. sehr, sehr viel Zeit.

Manche Kitas sind absolut toll, andere dagegen werden vor allem von Eltern von Kindern unter 3 Jahren genutzt , weil man schnell mitbekommt, dass das Angebot für die über 3 Jährigen einfach nicht spannend genug ist. Da ist der Kindergarten oft a) preiswerter und b) „spannender“. Allerdings geht das Rennen nach einem Ganztagskinderplatz dann ja auch erst los: Man hat zwar einen Anspruch auf einen Kigaplatz - aber eben nicht ganztags und auch nicht unbedingt in der Nähe…

Tja, Kinderbetreuung ist echt ein heftiges Thema… Ich hätte mir das vor der Geburt unseres Sohnes nie und nimmer so schwierig vorgestelllt…

Euch alles Gute - und traut Euch trotzdem „ans Kind“ - es ist wunder-wunederschön, wenn auch manchmal ganz schön anstrengend!

Anne

Teilantwort
Hallo

Tagesmutterbetreuung ist schon ne gute Sache. In manchen
Städten kann man sich auch ans Jugendamt wenden, das die
Vermittlung (und bei geringem Einkommen) auch einen Teil der
Kosten übernimmt.

Wieso nur in manchen Städten? Der Gesetzgeber hat gerade in den letzten Monaten die Tagesmutterbetreuung sehr ausgebaut und attraktiv gemacht! Es gibt jetzt jede Menge Vorschriften, die eine potenzielle Tagesmutter zu beachten hat, so dass abgebende Eltern sich schon sehr sicher fühlen dürfen. Das ist auf dem Land nicht anders als in der Stadt!

Bei manchen Tagesmüttern ist es so, dass dort dann aber auch 5
kleine Kinder sind; das ist (je nach Wohnungsgröße) die
höchstzulässige Kinderzahl.

Wer sagt das? Es sind pro Tagesmutter bis zu 8 (!) fremde Kinder erlaubt, allerdings nur bis zu maximal 5 Tageskinder gleichzeitig. Diese Tagesmütter sind dann vom zuständigen Jugendamt überprüft und erhalten eine schriftliche Erlaubnis ausgestellt, in der dann festgehalten ist, wie viele Kinder diese Tagesmutter betreuen darf.

Viele Tagesmütter, die das als
wirklichen Beruf sehen (und nicht nur als erweiterstes „Hobby“

  • die gibt es nämlich auch…) sind darauf angewiesen, dass
    die Kleinen dann aber auch am besten 5 Tage die Woche und
    möglichst viele Stunden am Tag kommen. Bei einem Stundenlohn
    pro Kind von 2-4 Euro kann man das ja auch gut verstehen, dass
    die Zeiten voll werden sollen. Wenn Ihr Eurer Kind nämlich nur
    ein paar Tage die Woche da lasst, ist trotzdem ein „ganzer“
    Platz weg und die Tamu darf auch in den „freien Zeiten“ kein
    sechstes Kind übernehmen.

s. o.! Bis zu 8 fremde Kinder sind erlaubt!
Gruß
Renate

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Hallo Renate

In meiner Heimatstadt liegt meines Wissens die Höchstgrenze tatsächlich bei 5 Kindern. Es gibt halt doch etwas andere Regelungen je nach Stadt… Und wir suchen gerade für unser zweites Kind eine Tamu - deshalb kenne ich die momentanen Regeln (hier!) recht gut… Und ich bekam es vor wenigen Wiochen auch mit, dass eine Tamu aus den genannten Gründen (Höchstzahl 5) ein Kind einer Freundin ablehnte, das nur für 3 Tage wöchentlich zu ihr kommen sollte.

Und wie gesagt: Es geht daneben auch um Wohnungsröße…

Man kann sich (auch wieder hier!) auch eine Tagesmutter z.B. per Anzeige selbst besorgen - das klappt manchmal sogar besser, als wenn man (gerade im Innenstadtbereich) auf die Vermittlung der Jugendämter angewiesen ist. Damit sie „anerkannt“ wird, bekommt sie aber auch Besuch vom Jugendamt, das z.B. ihre Eignung und Räumlichkeiten überprüft. Ohne diese Überprüfung finanziert das Jugendamt also nicht mit. Und auf diese Anzeigen melden sich auch eine Menge Tagesmütter, die vom Jugendamt „ausgebildet“ wurden.

In meiner Stadt ist es manchmal auch eine gewisse Ermessensfrage, wer welche Tagesmütteradressen vom Jugendamt genannt bekommt. Da lohnt es sich schon, auch mal selbst eine Anzeige zu schalten… :wink:

Viele Grüße

Anne

Da leider mein Kundenstamm, aber insbesondere unser Haus recht immobil ist, und wir so langsam auch keine Lust mehr auf Umziehen haben , müssen wir entweder vor Ort eine Lösung finden oder eben das Thema Kinder als erledigt betrachten oder noch mal auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Aktuell versuchen wir noch die Lage vor Ort zu sondieren und hoffen, dass wir irgendwie vieleicht doch alles unter einen Hut bekommen.

eben das Thema Kinder als erledigt betrachten oder

noch mal auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Ist schon traurig aus diesem Grund die Familienplanung aufgeben zu müssen. Ist bei uns ähnlich. Kindergärten ab 3 Jahre, in unserer Umgebung ganze 6 Ganztagesplätze, aber eben erst ab 3.
Familie wohnt zu weit weg, um aushelfen zu können.

Die einzige Hoffnung ist unser Betriebskindergarten, der aber bei 14000 Mitarbeitern mit 30 Plätzen zu klein ist, die nehmen zwar ab 7 Monate, aber mit der Wartezeit könnten auch schnell 3 Jahre draus werden.

Unsere Hoffnung hängt auch an einer Tagesmutter. Deswegen schieben wir unsere Familienplanung auch immer weiter hinaus…

Grüssle Wölkchen

Aktuell versuchen wir noch die Lage vor Ort zu
sondieren und hoffen, dass wir irgendwie vielleicht
doch alles unter einen Hut bekommen.

Hallo, Alexandra,
nachdem ihr ja da mitten in der Pampa wohnt, wird es mit Arbeitsmöglichkeiten ja auch nicht so rosig aussehen, sodass ich mir denken kann, dass man auf 400€-Basis jemanden für die Aufgabe anwerben kann.

Mal im örtlichen Supermarkt einen Aushang machen, oder in der Kirchengemeinde anfragen, die kennen sicher geeignete Personen.

Irgendwie wird es zu machen sein. Ich halte Euch jedenfalls die Daumen, dass es klappt.

Grüße
Eckard

Hallo

Noch ne Idee, die bei relativ vielen Selbständigen zur Anwendung kommt: Eine Kinderfrau, die Euer Kind bei Euch zuhause betreut. Ist schon klasse, geht aber eben u.U. auch ganz schön ins Geld. Es kann vertraglich ausgemacht werden, dass sie auch einige Haushaltspflichten mit übernimmt.

Wenn man allerdings auch selbst von daheim aus arbeitet (ist z.B. bei mir der Fall), dann bekommt man mit einem halben Ohr doch immer mit, was mit dem Kind los ist. In der Anfangszeit ist das sicherlich sehr beruhigend, aber später kann das auch die eigene Konzentrationsfähigkeit ganz schön einengen.

Und der Haken (neben den Kosten): Wenn die Kinderfrau ausfällt, liegt nicht nur die Kinderbetreuung sondern auch die Versorgung des Haushalts brach.

Aupair geht sicherlich in diesebe Richtung; manchmal ist man dann wohl allerdings nicht nur in der Elternrolle für das eigene Kind, sondern auch für das vielleicht noch sehr junge Aupair gleich mit. Und man muss daneben auch genügend Platz haben, um die junge Frau adäquat unterbringen zu können. Außerdem gibt es halt ziemlich häufig Wechsel in der Betreuung.

Es ist schon echt traurig, dass so gut ausgebildete Frauen/Paare wie Du/Ihr sich solche Gedanken machen müssen, wie sie Kinderbetreuung und Job unter einen Hut bringen können. Mein Mann und ich sind ja in derselben Lage - und haben uns trotzdem „getraut“, auch wenn ich mich manchmal z.B. nach Frankreich hätte wegbeamen wollen, wo sich Eltern erheeeeblich weniger Gedanken zu dem Thema machen müssen.

Viele Grüße

Anne

Hallo Alexandra,

wir leben im schwäbischen Outback, da ist Betreuung der Kinder Omasache, und wer wie wir keine Großeltern zur Hand hat, hat Pech gehabt :frowning:. Das ändert sich zwar laaaangsam, aber inzwischen sind meine Kinder auch aus dem intensivsten Betreuungsalter heraus.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einer Tagesmutter gemacht. Diese wurde mir von einer anderen Familie empfohlen, deren Kinder zur Schule kamen und nicht mehr so viele Stunden bei der TM benötigten - Platz für unseren Jüngsten.

In meinem Beruf habe ich nur relativ wenig Kundenkontakt, den ich terminlich weitgehend beeinflussen kann, so dass ich vorher die Kinderbetreuung sichern kann. Vieles ist Schreibtischarbeit, die ich jahrelang nachts erledigt habe - ich bin allerdings auch ein Nachtmensch, mir macht das nichts aus, nur bei Kind Nr. 3 (Schreibaby ohne Schlafbedürfnis *seufz*) wurde es seeehr hart.

Zudem nutze ich die Urlaubstage meines Mannes häufig für Intensivwochen - da verkrieche ich mich mal eben 60 Stunden/Woche im Büro, und er macht die Familienarbeit inkl. Kochen usw.

Ich arbeite im Jahresschnitt betrachtet nur Teilzeit, eine durchgehende Vollzeittätigkeit wäre aus verschiedenen Gründen nicht möglich (hat nur teilweise mit der Betreuungssituation zu tun).

Also - rechtzeitig Tagesmutter suchen :wink:

Viele Grüße,
Inselchen

Hallo

In meiner Heimatstadt liegt meines Wissens die Höchstgrenze
tatsächlich bei 5 Kindern. Es gibt halt doch etwas andere
Regelungen je nach Stadt… Und wir suchen gerade für unser
zweites Kind eine Tamu - deshalb kenne ich die momentanen
Regeln (hier!) recht gut… Und ich bekam es vor wenigen
Wiochen auch mit, dass eine Tamu aus den genannten Gründen
(Höchstzahl 5) ein Kind einer Freundin ablehnte, das nur für 3
Tage wöchentlich zu ihr kommen sollte.

Sorry, ich will nicht rechthaberisch sein, aber ich habe gerade erst
eine diesbezügliche Fortbildung gehabt, wo die von mir genannte
Regelung als bundesweit gültig benannt wurde.

Und wie gesagt: Es geht daneben auch um Wohnungsröße…

Ja!

Man kann sich (auch wieder hier!) auch eine Tagesmutter z.B.
per Anzeige selbst besorgen - das klappt manchmal sogar
besser, als wenn man (gerade im Innenstadtbereich) auf die
Vermittlung der Jugendämter angewiesen ist. Damit sie
„anerkannt“ wird, bekommt sie aber auch Besuch vom Jugendamt,
das z.B. ihre Eignung und Räumlichkeiten überprüft. Ohne diese
Überprüfung finanziert das Jugendamt also nicht mit. Und auf
diese Anzeigen melden sich auch eine Menge Tagesmütter, die
vom Jugendamt „ausgebildet“ wurden.

Das ist mir klar. Ich habe an dem Tag, als ich Dir antwortete, eine
Tagesmutter überprüft, die bisher eine „Pflegeerlaubnis“ für 2 Kinder
hatte, weil sie das damals, als sie anfing, so wollte. Sie rief
dieser Tage an und bat, sie auf 4 Kinder hoch zu setzen. Ich habe sie
daraufhin dann zuhause besucht. Die Stelle in unserem Amt, die dann
die Erlaubnis ausstellen muss, hat es ihr dann auch anstandslos
genehmigt. Vielleicht war es bei der angefragten Tagesmutter auch so,
dass sie sich auf „nur“ 5 Kinder festgelegt hat, dann darf sie
nämlich tatsächlich nicht so ohne weiteres darüber hinaus betreuen.

In meiner Stadt ist es manchmal auch eine gewisse
Ermessensfrage, wer welche Tagesmütteradressen vom Jugendamt
genannt bekommt. Da lohnt es sich schon, auch mal selbst eine
Anzeige zu schalten… :wink:

:wink: erspart so manche Arbeit*grins*
Gruß
Renate