In meinem Bücherbestand finden sich etliche Klassiker für Kids, einige eher ungewöhnliche, aber interessante Kinderbücher aus der Ex-DDR, viel Karl May und etliche weitere Bücher.
Natürlich, da etwa 30 Jahre alt, in alter Rechtschreibung.
Ist es ratsam, diese Bücher an heutige Schulkinder zu geben oder werden die Kids durch abweichende Schreibweisen irritiert und verunsichert?
fragend. dalga
Hi dalga,
Ist es ratsam, diese Bücher an heutige Schulkinder zu geben oder werden die Kids
durch abweichende Schreibweisen irritiert und verunsichert?
mit 11 Jahren habe ich Tag und Nacht Karl May gelesen. 30 Jahre später ist mir wieder mal eins der Bücher in die Hände gefallen - ich war fassungslos über den verschnarchten Stil des Autors. Meiner Schreibe hat er trotz meiner Jugend nicht geschadet (hoffe ich jedenfalls). Es scheint, als wären die Halbwüchsigen viel weniger zu beeinflussen, als wir glauben. Sie wissen sehr wohl zu unterscheiden, was ihnen frommt und was nicht, auch bei der Rechtschreibung.
Gruß Ralf
Hi Dalga,
so grosse Unterschiede gibt es gar nicht bei der
neuen und alten Rechtschreibung.
Meine beiden Jungs lernen erst seit knapp einem
halben Jahr deutsch schreiben (die 7 Jahre vorher
waren sie auf englischsprachigen Schulen). Mit
Entsetzen habe ich festgestellt, dass sogar das
Lesebuch, das sie benutzen, noch in der alten
Rechtschreibung ist (neue Atlanten, neue Physik-
buecher fuer die Schule waren wichtiger).
Aber das scheint wirklich kaum ein Problem zu sein.
Ich wuerde die alten Buecher keineswegs verbannen.
Gruesse
Elke
Hallo Dalga
Nenne doch deine Kinder bitte nicht mit diesem grässlichen „Neudeutsch“ KIDS! Im Einzelfall sind es Knaben (Süden) oder Jungen (Norden) oder Mädchen …
dann kann ihnen nicht einmal die neue Rechtschreibung etwas anhaben
meint
Erich
Meinst Du?
Einerseits mag ich Dir recht geben, andererseits stagniert Sprache glücklicherweise nicht. Und Kids ist für mich durchaus kein neudeutscher Begriff, der das Wort Kinder ersetzen kann. Kids klingt für mich, und so verwende ich das Wort auch (ohne jedesmal diese Erläuterung beizufügen) nach aufgeweckten ziemlich kompetenten jungen Menschen. Kinder steht (in meinem Sprachverständnis) immer im Gegensatz zu Eltern. Da ich keine Mutter bin, habe ich als keine Kinder als Gegenüber sondern, nun ja, Kids. Oder etwas freundlich-ironisch: Kiddies.
Aber ich wäre wohl nicht die erste, die wegen nichtkorrekter Sprachtümelei hier gesteinigt würde, oder?
augenzwinkernd, dalga
Nachtrag: Es ist mit durchaus klar, dass die mit dem Begriff Kids unterstellte Kompetenz im Gegensatz zu meiner Besorgnis um die ndR und alte Kinderbücher steht. Aber warum auch nicht?
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
HAllo dalga,
da wir im Deutschbrett sind, kann ich deine Benutzung
von ‚kids‘ durchgehen lassen. Ich finde deine Erklaerung
fuer die Benutzung des Wortes einleuchtend.
Ich wollte dich nur warnen, diese Bezeichnung im
Englischen nicht ganz so locker zu benutzen. Gerade
Teenager und angehende Teenager finden den Ausdruck
naemlich nicht immer passend,
oft herablassend, und ‚kiddies‘ schon gar.
Gruesse
Elke
In meinem Bücherbestand finden sich etliche Klassiker für
Kids, einige eher ungewöhnliche, aber interessante
Kinderbücher aus der Ex-DDR, viel Karl May und etliche weitere
Bücher.
Natürlich, da etwa 30 Jahre alt, in alter Rechtschreibung.
Ist es ratsam, diese Bücher an heutige Schulkinder zu geben
oder werden die Kids durch abweichende Schreibweisen irritiert
und verunsichert?
Ich habe in meiner Jugend auch alte Werke gelesen, die noch „That“, „Perspective“, „auß“ (statt aus) und Ähnliches enthielten. Bei mir haben sie ganz im Gegenteil nur das Interesse an Sprache geweckt. Über die Frage, wieso das da auf einmal „falsch“ steht, lernte ich viel darüber, wie es heute richtig ist (öh, zu meinen Schulzeiten richtig war).
Livia
Elke,
so etwas passiert wohl häufig mit englischstämmigen Begriffen, die wir ins Deutsche übernehmen - wir verwenden sie in einem Sinne, der im Ursprungsland so nicht verstanden wird.
Ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich: Unternehmensberater (Consultants!) verwenden bei ihren asozialen Bemühungen (ich gebe hiermit zu, dass ich auch mal in dieser Angelegenheit die Lande und Firmen bereist habe) gern den Ausdruch Facility Management und meinen damit alle Bewirtschaftungsanstrengungen rund um die Immobilie (Klimatisieren, Reinigen, KAntine, Empfang, Postservice und tausenderlei mehr). Früher hieß das Führungspersonal dazu einfach Betreiber - aber FAcility Manager klingt natürlich viel besser und diese Wortwahl legitimiert das abstrus hohe Beraterhonorar.
Irgendwann hat mir mal jemand gesteckt, dass der Begriff Facility Manager bei Amerikanern das Bild einer Klofrau heraufbeschwören würde… ;-. Darauf bevorzugte ich dann doch wieder das Wort Gebäudebewirtschaftung und habe infolge dessen meine Honorarforderungen gesenkt.
dalga