Hallo, eine Partnerschaft in meinem Bekanntenkreis ging in die Brüche; der Mann ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Die beiden haben ein gemeinsames Kind, knapp 3 Jahre alt, das bei der Mutter lebt (diese ist allein erziehungsberechtigt). Der Mann holt jedoch das Kind jedes zweite Wochenende zu sich. Beide sind sich darin einig, dass der Kontakt des Kindes zum Vater auf diese Weise aufrecht erhalten bleiben soll („das Kind soll nicht ganz ohne Vater aufwachsen“ …). Nun ist es aber so, dass der Mann eine neue Freundin hat und mit dieser wohl demnächst zusammenziehen dürfte. Schon jetzt ist das Kind, wenn es beim Vater ist, auch mit dessen neuer Freundin zusammen. Die Mutter hat nun Bedenken, dass von der ihr unbekannten Freundin Einflüsse auf das Kind entstehen, die sie nicht abschätzen kann (z.B. in Erziehungsdingen: Die Freundin erlaubt was, was die Mama verbietet etc.). Die Freundin ist der Mutter nicht bekannt.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Die allein erziehende Mutter ist darauf angewiesen, zu arbeiten (2 1/2 Tage i.d. Woche). Während dieser Zeit ist das Kind derzeit noch bei den Großeltern (demnächst auch im Kindergarten). Die Mutter hat das Kind also nicht allzu oft.
Die Bedenken gehen auch dahin, dass das Kind zu viele Bezugspersonen hat und Verhaltensstörungen entstehen, weil sozusagen „eine zweite Mutti“ in sein Leben tritt (die Freundin), die großzügiger zum Kind ist (sie muss es ja nicht erziehen). Geschenke, Süßigkeiten usw.
WAS RÄT MAN DER MUTTER?
Soll sie darauf hinarbeiten, dass der Vater, wenn er das Kind hat, ALLEIN mit ihm ist??? M.E. weder durchsetzbar noch realistisch. Es könnte ja sein, dass die Mutter auch wieder jemanden findet; dann kann der Vater die gleichen Bedenken haben und ebenso argumentieren.
Hi,
Die Bedenken gehen auch dahin, dass das Kind zu viele
Bezugspersonen hat und Verhaltensstörungen entstehen, weil
sozusagen „eine zweite Mutti“ in sein Leben tritt (die
Freundin), die großzügiger zum Kind ist (sie muss es ja nicht
erziehen). Geschenke, Süßigkeiten usw.
Klare Regeln mit dem Vater zusammen aufstellen. Keine oder nur
beschränkt Süßigkeiten. Bei Verstoß: Konsequenzen.
WAS RÄT MAN DER MUTTER?
Soll sie darauf hinarbeiten, dass der Vater, wenn er das Kind
hat, ALLEIN mit ihm ist??? M.E. weder durchsetzbar noch
realistisch. Es könnte ja sein, dass die Mutter auch wieder
jemanden findet; dann kann der Vater die gleichen Bedenken
haben und ebenso argumentieren.
Man rät der Mutter und dem Vater, ihre klein-
lichen individualistischen Befindlichkeiten
abzulegen, als Familie zusammenzuziehen und
dem Kind genau ein solches „familiäres Vorbild“
zu liefern, wie man sich wünscht, dass es das Kind
später einmal realisieren sollte.
Denn das wird es tun.
Die Belange des Kindes sind in den meisten
Fällen viel wichtiger - als die „unüberwindlichen
Unpässlichkeiten“ beim Zusammenleben von Erwachsenen
schwerwiegend sind.
Grüße
CMБ
Hallo,
ich habe keine eigenen Kinder und auch recht wenig „Erfahrungen im Bekanntenkreis“. Aber dafür vielleicht eine ganz simple Lösung.
Deiner Schilderung habe ich entnommen, dass Vater und Mutter trotz der Trennung noch relativ gut miteinander können. Warum also nicht einfach mal offen und ehrlich über die Problematik reden? Manche Sorgen erledigen sich von ganz allein, wenn man sie ausspricht… Bei so einem Gespräch könnte ja auch eine dritte Person sein, die gleichzeitig dann „Zeuge“ wäre und Vater und Mutter an ihre Abmachungen erinnern könnte.
Ansonsten: man kann die neuen Partner der Eltern nicht vor einem Kind verstecken. Und sie werden natürlich eine Rolle spielen, vielleicht sogar eine Eltern-Rolle, je nachdem wie sich das Zusammenleben gestaltet. Das lässt sich wohl kaum verhindern.
SRP
Hallo,
bin selber Papa eines 5-jährigen Kindes, das überwiegend bei seiner Mama aufwächst. (im Schnitt 2…3 Tage bei mir; 4…5 Tage bei der Mama)
Glaub mir, ich würde einen Tobsuchtsanfall kriegen, wenn sich die Mutter dermaßen in Beziehungen/Belange einmischt, die sie nichts angehen.
Die Lösung ist einfach:
- Klärendes, offenes, vernünftiges Gespröch zw. Kindesmutter und Kindesvater.
- Auch Väter HABEN und TRAGEN Verantwortung (gern). Ich gehe sogar soweit zu sagen, daß Väter eher solche Verwöhungs-Tendenzen unterbinden als Mütter.
Ralf
Oh,
ich kenne Patchwork-Familien, da treffen sich am Wochende die geschiedenen Partner mit ihren neuen PartnerInnen und die Kinder aus der „alten“ Verbindung und die der neuen Verbindung und alle haben einen riesen Spaß und die Kinder geben in der Schule damit an, dass sie zwei Papas und zwei Mamas haben…
Vielleicht fühlt die alleinerziehende Frau (nicht ganz unverständlicherweise) jetzt die Felle wegschwimmen. Aber wie hier schon gesagt wurde, die beiden kommunizieren ja wohl noch gut miteinander (*freu) und da kann man die aufkommenden Bedenken sicher (vielleicht sogar durch das Kennenlernen der neuen Lebensgefährtin?) klären.
Gruß,
Anja
Hallo,
mir kommt spontan der Gedanke, daß „Bedenken“ zu ersetzen wäre mit „Eifersucht“. Natürlich spielt eine neue Lebenspartnerin des Vaters eine Rolle im Leben des Kindes, selbst wenn es nur an jedem zweiten Wochenende ist.
Und natürlich kommt da für die Mutter die Frage auf, inwieweit sich diese Partnerin in die Erziehung einmischt bzw. mitredet. Auch ich habe mit unguten Gedanken zu kämpfen, wenn meine Kinder mit dem Papa und dessen neuer Freundin oder wem auch immer in den Urlaub fahren, und ich gebe zu, daß durchaus auch Eifersucht eine Rolle spielt.
Aber dann denke ich daran, wie sich wohl mein Exmann fühlt, wenn er daran denkt, daß seine Kinder mehr Zeit mit meinem Mann verbringen, als mit ihm selbst.
Ich selbst mache es so, daß ich erst mal gar nichts über den Umgang anderer mit meinen Kindern sage, denn ich denke, daß der Vater sich seiner Verantwortung bewußt ist. Sollte sich trotzdem irgendwas ereignen, was ich nicht in Ordnung finde (kam auch schon vor), dann bespreche ich das mit ihm. Meistens kann man sowas klären.
Viele Grüße,
Doro
Hallo,
schon in den Zeiten als ich noch mit meiner Frau zusammen war, verbrachte unsere Tochter die meiste Zeit des Tages bei verschiedenen Grosseltern bzw. Urgrosseltern. Und schon damals stand die Entscheidung an ob wir die Erziehungsregeln mit den Grosseltern absprechen sollten, auch unter der Angst, dass, aufgrund unserer strengen und konsequenten Erziehung die Grosseltern mehr Punkte machen, eher Bezugspersonen werden. Wir haben uns dagegen entschieden und die Dinge laufen lassen. Da wir uns dann getrennt hatten, jeweils andere Partner mit ins Spiel kamen, wurde diese Situation noch verstärkt.
Doch siehe da, obwohl wir tw. streng und sehr konsequent sind, die Opas/Omas und die Partner weniger bis gar nicht, sind Mama und Papa die Nr.1 Bezugspersonen, es gibt überhaupt keine Erziehungs- oder Konfliktprobleme. Unsere Tochter weiss sehr wohl die einzelnen Rollen und Anweisungen, Angebote zu unterscheiden. Hat ja auch seine Vorteile.
Deshalb kann ich nur raten…laufen lassen, eigene Linie durchziehen, wenn das Kind Erklärungsbedarf anmeldet möglichst wertfrei darüber sprechen.
Gruss D.K.
hallo fritz,
ohne die anderen artikel gelesen zu haben, hier meine persönlichen erfahrungen:
trennung von meinem mann als mein sohn 5 jahre war, ich alleinerziehend, telzeitbeschäftigt. das kind war im kindergarten und wurde zeitweise durch die großeltern betreut. das klappte soweit ganz gut. der gesetzgeber sieht ja vor, daß das kind jedes 2. wochenende beim vater sein sollte. diese regelung fanden wir von anfang an ziemlich blöde und entscheiden uns sehr flexibel, wann das kind bei papa ist. mittlerweile hat sich ein rythmus eingependelt: jeden dienstag und jeden freitag. und wenn es auf einer seite nicht klappen sollte, dann sind wir ebenso flexibel und schieben die termine. diese lösung ist recht gut und gibt auch planungssicherheit. seit über einem jahr leben mein kind und ich wieder mit einem neuen mann zusammen, was zum glück auch prima klappt. meinem exmann muß ich hier nochmal nachträglich ein kompliment machen. er hat sich sehr sehr fair verhalten und immer das wohl des kindes in den vordergrund gestellt. das ist ihm hoch anzurechnen. wir 3 erwachsenen haben uns getroffen und über die möglichen für und wider unterhalten. das klärende gespräch wurde zu einer tollen basis. jetzt hat papa auch wieder eine freundin und mein sohn kennt diese auch (ich leider nicht, weil sie weit weg wohnt) und ich halte es für vollkommen normal, daß mein sohn auch kontakt zu papas „neuer“ hat.
das A un O sind die gemeinsamen gespräche der erwachsenen und versuchen zu erreichen, daß keine spannungen aufkommen. wenn doch, dann sollte sofort das gemeinsame gespräch gesucht werden, bei dem alle ängste und auch eventuelles mißtrauen ausgesprochen werden sollten.
das hat uns viel gebracht. man sollte auch so viel vertrauen zum expartner haben, daß man sieht, daß er nichts tun würde, was dem kind schadet.
grüßle
c.
Hi,
ich möchte den Beitrag von D.K. ausdrücklich und vehement unterstützen! Ich mußte zwar eine Situation wie die Beschriebene noch nicht meistern, aber wir haben zwei Kinder (der Große ist knapp drei) und eines habe ich mittlerweile gelernt: Die Kinder unterscheiden sehr früh was sie wo dürfen und daß es durchaus unterschiedliche Regeln geben kann. Sie haben damit auch kein Problem. Wichtig ist, daß die Reglen nicht beliebig sind und daß sie (weitgehend) konstant bleiben.
Wenn ich mir ansehe, was Opa und Oma so alles durchgehen lassen und wie der Knirps dort verwöhnt wird, muss ich mich immer wieder wundern daß dies kaum Auswirkungen auf unser eigenes Leben hat. Dies geht (in gewissem Rahmen) so gar so weit, daß die Großeltern in unserem Beisein unsere Erziehungsgrundsätze mißachten…
Dennoch (oder gerade weil wir sonst sehr konsequent sind) hängt er sehr an uns. Er fährt zwar auch mal zu Oma und Opa „in Urlaub“ (wir bezeichnen dies bewußt so), nach spätestens einer Woche will er aber wieder zu Mama und Papa. Und nach ein oder zwei Tagen hat er auch unsere Regeln wieder verinnerlicht (daß er diese gelegentlich bewußt überschreitet ist dann ein anderes Thema)…
Ich sehe eher die Gefahr, daß die Mutter ihre eigenen Probleme mit dem Ex und seiner Neuen auf das Kind projeziert. Davor sollte sie sich hüten, damit kann sie und das Kind nur verlieren!
Gruß Stefan
schon in den Zeiten als ich noch mit meiner Frau zusammen war,
verbrachte unsere Tochter die meiste Zeit des Tages bei
verschiedenen Grosseltern bzw. Urgrosseltern. Und schon damals
stand die Entscheidung an ob wir die Erziehungsregeln mit den
Grosseltern absprechen sollten, auch unter der Angst, dass,
aufgrund unserer strengen und konsequenten Erziehung die
Grosseltern mehr Punkte machen, eher Bezugspersonen werden.
Wir haben uns dagegen entschieden und die Dinge laufen lassen.
Da wir uns dann getrennt hatten, jeweils andere Partner mit
ins Spiel kamen, wurde diese Situation noch verstärkt.Doch siehe da, obwohl wir tw. streng und sehr konsequent sind,
die Opas/Omas und die Partner weniger bis gar nicht, sind Mama
und Papa die Nr.1 Bezugspersonen, es gibt überhaupt keine
Erziehungs- oder Konfliktprobleme. Unsere Tochter weiss sehr
wohl die einzelnen Rollen und Anweisungen, Angebote zu
unterscheiden. Hat ja auch seine Vorteile.Deshalb kann ich nur raten…laufen lassen, eigene Linie
durchziehen, wenn das Kind Erklärungsbedarf anmeldet möglichst
wertfrei darüber sprechen.Gruss D.K.
hmm nur mal ein paar gedanken: wieso soll der einfluss der neuen freundin
unbedingt schlecht sein? kann doch auch super tolle einflüsse geben, die man
sonst nicht hätte…
vielleicht hat die mutter da auch einen leichten kontroll-tick… aber kinder
haben nun mal die eigenschaft ein eigenes leben zu führen, über das man mit
jedem tag ein wenig mehr an kontrolle verliert…
viele verschiedene bezugspersonen zeigen auch verschiedene lebensweisen, was
sehr interessant und lehrreich für das kind sein kann, so lernt es mehr vom
leben und vor allem die lektion, dass alles relativ ist…
mutter, vater mit freundin, großeltern, kindergarten… vier bezugsgruppen die
in sich aber gestärkt sind und auch einen überschaubaren rahmen bieten… das
scheint mir voll ok… erst wenn man in völlig unregelmäßigen abständen und
total unberechenbar mal nen tag bei tante sowieso, dann ne woche bei bekannte
hierundda, zwei tage bei muttern und dann wieder 5 stunden beim vater ist, dann
geht dat jarnich!
vier bezugsgruppen in die sich ein kind einleben kann und
die einen festen halt bieten, hört sich doch gut an 
mfg
jj
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Hallo,
ich entnehme deinem Posting ganz klar, dass die Mutter - bewusst oder unbewusst - die Sorgen um die Erziehung nur vorschiebt, eigentlich aber Angst hat, dass die andere Frau sie selbst verdrängen könnte und für ihr Kind wichtiger werden könnte als sie selbst. Das ist nur allzu verständlich.
Die Mutter hat nun Bedenken, dass von der ihr
unbekannten Freundin Einflüsse auf das Kind entstehen, die sie
nicht abschätzen kann (z.B. in Erziehungsdingen: Die Freundin
erlaubt was, was die Mama verbietet etc.)
Genau: Sie hat Angst, dass ihr Kind diese fremde Frau lieber gewinnt als die Mama, weil sie vielleicht nachgiebiger ist (und dass die Freundin nachgiebiger ist, ist nichtmal unrealistisch, denn die Freundin möchte ja auch gemocht werden vom Kind ihres Partners).
Die Mutter hat
das Kind also nicht allzu oft.
…und hat deshalb erst recht Bedenken, wenn die Freundin oft mit ihrem Kind zusammen ist, klar.
Die Bedenken gehen auch dahin, dass das Kind zu viele
Bezugspersonen hat und Verhaltensstörungen entstehen,
Ehrlich: Halte ich für total vorgeschoben. Das ist hanebüchen. Kinder können einen Haufen Bezugspersonen verkraften, auch dass diese verschieden sind - umso besser, dann haben sie mehr Auswahl.
Die Mutter sucht verzweifelt nach Gründen, ihr Kind dieser Freundin zu entziehen.
weil
sozusagen „eine zweite Mutti“ in sein Leben tritt (die
Freundin), die großzügiger zum Kind ist (sie muss es ja nicht
erziehen). Geschenke, Süßigkeiten usw.
…siehe oben…
WAS RÄT MAN DER MUTTER?
Soll sie darauf hinarbeiten, dass der Vater, wenn er das Kind
hat, ALLEIN mit ihm ist???
Um Himmels willen nein, das wird total verkrampft, künstlich und falsch - IMHO.
Es könnte ja sein, dass die Mutter auch wieder
jemanden findet; dann kann der Vater die gleichen Bedenken
haben und ebenso argumentieren.
Auch das, ja.
Also, was raten?
Dass sie sich ihre Gefühle eingesteht. Es ist total verständlich dass sie in gewisser Hinsicht Angst hat ihr Kind zu verlieren, und dass sie nicht möchte, dass ihr Kind diese Freundin lieber gewinnt als sie. Du kannst ihr beistehen, indem du Verständnis dafür zeigst wie hart es für die Mutter ist, akzeptieren zu müssen, dass auch diese Freundin eine wichtige Bezugsperson im Leben des Kindes werden könnte. Das muss unheimlich schwer sein, und ich denke es ist wichtig, dass sie sich selber erlaubt, diese Angst zu spüren, die sie hat, und sich klar zu werden, dass ihre Ablehnung genau darauf beruht, und nicht auf irgendwelchen Überlegungen zum Thema Erziehung. (Schon den Film „Seite an Seite“ gesehen? Da geht es genau um dieses Thema). Ideal wäre es natürlich, wenn sie die Freundin kennen lernen würde und mir ihr über das Thema sprechen könnte.
Was die Mutter braucht ist Ermutigung und Trost.
Viel Erfolg!
Isa