Kindererziehung?

Hallo zusammen
Mein Sohnemann wird demnächst 6 Monate. Jetzt habe ich gelesen, (sic!), daß man ab diesem Zeitpunkt mal so langsam mit der Erziehung anfangen solle. Nur - wie?
Wie erzieht man ein kleines Kind?
Ich habe keine Ahnung…

Wer weiss was?

Vielen Dank für Eure Antworten!

Gruß

Weikko

Kinderförderung
Hallo Weikko

Falls deine Frage tatsächlich ernst gemeint ist…Ich empfehle immer gerne: Remo H. Largo: Babyjahre ISBN: 3492233198 Buch anschauen

und mach dir blos keine Stress von wegen „Erziehung“

Gruss
Marion

Hallo Marion
Vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde mir das Buch mal zu Gemüte führen.
Die Frage ist durchaus ernst gemeint, es ist schließlich unser erstes Kind. Daß die Frage etwas „flapsig“ rüberkommt (habe ich auch erst beim Lesen des fertigen Artikels gemerkt), liegt wohl daran, daß ich die „Erziehung“ wirklich nicht sooo ernst nehme, daß ich mir deswegen graue Haare wachsen lasse. Die kommen schon von ganz alleine…

Gruß und nochmals Danke!

Weikko
P.S.: Was stand eigentlich in Deinem ersten Posting drin? :smile:

Hallo zusammen
Mein Sohnemann wird demnächst 6 Monate. Jetzt habe ich
gelesen, (sic!), daß man ab diesem Zeitpunkt mal so langsam
mit der Erziehung anfangen solle. Nur - wie?

Die Frage stellt sich eigentlich nicht, wenn man sich klar macht was dahintersteckt.
Erziehung meint doch das Kind für das Leben da draussen tauglich zu machen.
Bei Kleinkindern betrifft dies v.a. die Sozialerziehung (mein und dein, du bestimmst nicht alles in dieser Welt, es gibt noch andere Menschen mit berechtigten Interessen, Mama und Papa haben dich immer lieb). Später geht es mit der Weitergabe von Werten weiter. Die Fragen nach dem ‚warum‘ (also Wissen im engeren Sinne) kommen ganz allein.
Da der Zwerg kaum etwas versteht, gebt ihm jetzt v.a. Liebe. Ihr solltet Euch aber schon langsam Gedanken machen, was ihr ihm an Werten weitergeben wollt und wie, damit ihr (Mama+Papa) dann im Ernstfall mit einer Stimme sprecht. Es ist für die Erziehung immer gut, wenn das Kind sofort (und von allen Bezugspersonen eine einheitliche) Rückmeldung bekommt. Bis zum Alter von ca. 5 Jharen leben Kinder im heute und jetzt.

Tschuess Marco.

Wie erzieht man ein kleines Kind?

Hi Weikko,

siehe Titel. Wer mit dem bewusten Vorsatz an die Sache geht, macht m.E. so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Wir haben bei der Erziehung unserer Kinder nur einige Grundprinzipien, von denen wir nur notfalls lassen.
Da wären:

  • Konsequenz
    Ein Kind muß sich auf Dinge und Geschehnisse verlassen können. Wenn ich mal drohe, weil etwas aus dem Ruder läuft, muß notfalls die angedrohte Konsequenz folgen, sonst mache ich mich unglaubwürdig, deshalb auch Vorsicht mit Drohen.

  • Einigkeit der Eltern
    Wichtig ist, sich von den Kindern nicht ausspielen zu lassen. Da haben die Kinder ein GROßES Talent drin und kriegen nullkommanix raus wie es klappt. Du mußt also mit Deiner Partner(in) weitestgehend einig sein, was die Kinder dürfen und was nicht. Außerem, wenn einer von Euch eine Entscheidung getroffen hat, sie nicht vor den Kindern in Frage stellen, es sei denn sie wiederspricht der Sicherheit des Kindes.

  • Zeit für die Kinder haben
    Erklärt sich selber.

  • Rituale
    Kinder sind Gewohnheitstiere. Auch wenn Neues immer spannend und wichtig ist, Gewohnheiten geben dem Kind Sicherheit im Trubel des Alltags. Der Tagesablauf unserer Kinder ist grob strukturiert, aber einige Gewohnheiten sind wichtig. Z.B. das Einschlafritual. Abendessen, Buch gucken/lesen, Umziehen, im Schlafzimmer eine Geschichte erzählen, Lied singen, verabschieden. Wenn auch nur eines dieser Glieder anders ist, gibt es Proteste - von den Kindern

  • Kinder ernst nehmen:
    Kinder sind von Anfang an Personen und müßen auch als solche behandelt werden. In allen Situationen solltest Du Kinder für voll nehmen

und das Wichtigste:

Den Kindern zeigen und sie fühlen lassen, das man sie immer!!! liebt, egal was sie angestellt haben und egal wie böse man im Augenblick ist. Wenn der Rauch verzogen ist, das Kind auf den Schoß nehmen und verscichern, daß man es liebt.

Gandalf

Hallo Weikko!

Obwohl ich selbst (noch) keine Kinder habe und dieser Artikel schon mal hier gepostet wurde, finde ich es doch ganz passend zu Deiner Frage:

Wunschzettel eines Kindes

Verwöhne mich nicht!
Ich weiß, daß ich nicht alles bekommen kann, wonach ich frage. Ich will Dich doch nur auf die Probe stellen

Schimpf nicht mit mir im Beisein anderer Leute!
Ich werde Deinen Worten viel mehr Beachtung schenken, wenn Du mit mir unter vier Augen sprichst und mich nicht öffentlich blamierst.

Sei nicht ängstlich mit mir und schenke meinen kleinen Launen nicht zuviel Aufmerksamkeit. Sie verschaffen mir nur manchmal die Zuwendung, die ich brauche.

Sei nicht geschockt, wenn ich Dir sage, „Ich hasse Dich!“.
Ich hasse nicht Dich, sondern Deine Macht.

Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Handelns!
Ich muß auch mal peinliche Erfahrungen machen.

Nörgele nicht! Wenn Du das tust, schütze ich mich, indem ich mich taub stelle.

Mach keine raschen Versprechungen!
Bedenke, daß ich mich schrecklich im Stich gelassen fühle, wenn die Versprechungen nicht eingehalten werden.

Sei nicht inkonsequent!
Das macht mich völlig unsicher und läßt mich mein Vertrauen zu Dir verlieren.

Hör mir zu, wenn ich Fragen stelle!
Wenn Du mir nicht zuhörst, hole ich mir die Antworten von anderen.

Sag nicht, meine Ängste seien albern!
Sie sind erschreckend echt, aber Du kannst mich beruhigen, wenn Du versuchst, sie zu verstehen.

Versuche nicht immer so zu tun, als seist Du perfekt und unfehlbar!
Der Schock ist für mich zu groß, wenn ich herausfinde, daß Du es doch nicht bist.

Denke nicht, daß es unter Deiner Würde sei, Dich bei mir zu entschuldigen!
Eine ehrliche Entschuldigung erweckt in mir ein überraschendes Gefühl von Zuneigung.

Vergiß nicht, ich liebe Experimente!
Ich kann ohne sie nicht groß werden. Bitte halte es aus!

Vergiß nicht, wie schnell ich aufwachse!
Es muß für Dich sehr schwer sein, mit mir Schritt zu halten – aber bitte versuche es!

Viel Spaß mit Deinem Nachwuchs und nicht immer alles so ernst nehmen :wink:
Grüße
Frauke

ich fand diese bücher sehr hilfreich (auch wenn sie nur anregungen geben sollen und keine gesetze):
emmi pikler: friedliche babys - zurfiedene mütter (sehr empfelenswert!)
thomas gordon: familienkonferenz I + II (in der praxis so nicht ganz durchführbar, aber die grundidee ist m.e. sehr wichtig)
?: jedes kind kann schlafen lernen (falls ihr da probleme bekommt)
die sind etwas spezieller:
karl könig: die ersten drei jahre des kindes (anthroposophisch, also geschmacksache)
henning köhler: von ängstlichen, traurigen und unruhigen kindern (auch anthroposophisch, aber abgesehen von m.e. nich so wichtigen spirituelleren gedanken ein gutes buch, um die wahrnehmung und das verständnis in bezug auf ein kind zu schulen)

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Hallo Weikko,

schon ein halbes Jahr alt finde ich persönlich (!) schon arg soät, aber das kommt daher, dass ich mich halt im Gegensatz zu dir (s.u.) schon ca. 20 Jahre mit dem Thema befasse und unser Kind (knapp 3) somit viel „Vorlauf“ hat.
Erstmal noch ein Buchtipp: alles von Rudolf Dreikurs, besonders „Kinder lernen aus dem Folgen“.
Erziehung ist m.E.: Annehmen des Gedankens, wie groß deine Verantwortung ab Zeitpunkt der Zeugung für den Rest eures Leben tatsächlich sein wird. Denn zwar formen ja nicht nur die Eltern allein das Kind, aber so ziemlich alle Umwelteinflüsse, mit denen es nach und nach in Berührung kommt, werden entweder durch sie „ausgesucht“ (die Eltern haben das Land, die Stadt, die Nachbarschaft „ausgesucht“, gewollt oder ungewollt, nicht das Kind), daraus resultierend die Freunde, die Schule, die Einstellung zu Werten, Normen etc. Ganz schön umfänglich also.

Zweitens ist m.E. Erziehung alles das NICHT, was gemeinhin unter diesem Label aufgefasst wird, also irgendwelche Reaktionen und „Maßnahmen“! Wer nur reagiert, kann nicht agieren, und das sollen, müssen Eltern. Sie müssen leider :wink: quasi prophetisch begabt sein und zukommende Dinge und Entwicklungen VORHER sehen bzw. sich schon vor dem Eintreten wappnen.
Erziehung ist vorleben. In jeder Beziehung. Nicht „mach dass, lass jenes“ sondern es selbst IMMER so tun. Das strengt an! Du kannst nicht errwarten, dass das Kind Gemüse isst, während gerade auf deinem Teller ein Steak mit Pommes liegt. Etc.
Am Anfang des Babylebens geht es erstmal „nur“ darum, ihm Orientierung und emotionale Sicherheit über selbstverständlich eure Liebe und viel Regelmäßigkeit zu geben. Ein Kind kann nicht die Uhr lesen, um zu wissen, was „dran“ ist, aber es merkt, ob es munter oder satt ist = zufrieden. Das heißt also, für einen völlig geregelten täglichen Ablauf ohne Ausnahmen im Essen, Schlafen, aktiven Zeiten zu sorgen.
Später kommt nach und nach natürlich viel mehr hinzu. Lies dazu vielleicht erst mal all die angegebenen Bücher - und bild dir deine EIGENE Meinung. Rede so viel wie möglich mit der Mama darüber, denn es sollte größtmögliche Einigkeit in Herangehensfragen der Erziehung herrschen (lieber schon vor der Zeugung *g*).
Liebe und Konsequenz in allen Lebenlagen - das klingt einfach, sit schwer zu machen, aber extrem erfolgreich.

Erst mal viel Glück und guten Rutsch.

Am Anfang des Kinderlebens

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Weikko!

Gandalf hat in seinem Posting eigentlich schon alles gesagt! That’s it!

Ich möchte dir nur noch empfehlen: Lass das Lesen von Erziehungsbüchern sein! Du wirst nur verunsichert, verlass dich auf deine „Instinkte“ und deinen Hausverstand! Erinnere dich an deine Kindheit und Jugend und mach nicht die Fehler deiner Eltern…

Gruß Helene ( die 4 erwachsene Kinder hat, die ihr Leben lieben und alle „etwas“ geworden sind )

Ergänzung
Hallo Weikko,

eins noch:

beim ersten Kind neigen manche Eltern dazu, von ihm zu früh zuviel zu erwarten.
Beispiel: Wenn das Baby mit ca. 6 Monaten sitzen kann, dann bleibt es da, wo der Erwachsene es hinsetzt und kann nur die Gegenstände lutschen, die es an der Stelle vorfindet. Da es sich somit darauf verlassen kann, daß immer Ort und Sachen sicher sind, braucht es noch kein „Nein!“ akzeptieren zu können.

Erst das krabbelnde Kind ist fähig, mit der manchmal unbarmherzigen Brutalität von Gegenständen umzugehen. Dann begreift es auch, daß es durch sein Verhalten die Eltern „böse“ machen kann. Wenn Du mit Erziehung hier meinst „Maßregelung zur Verhaltensbeeinflussung“, dann bist Du also noch ein bisserl früh dran.

Im besten Falle wird zwischen 7 und 10 Monaten abgestillt, weil das Kind zahnt oder nicht mehr mag. In dem Zeitraum wird es auch mobil, und „Erziehung“ bekommt eine veränderte Bedeutung. Vorher heißt „Erziehung“ nämlich ganz einfach: „Es ist noch ein Säugling, und man muß unter allen Umständen lieb zu ihm sein.“

Gruß

Wolfgang Berger

Vielen Dank an Euch!
Hallo
Da kann bei sovielen Antworten ja nichts mehr schief gehen!

Nochmals Danke

Gruß und guten Rutsch

Weikko