offenes Konzept
Hallo Alexandra,
in dem direkt gegenüber gibt
es ein offenes Gruppen Konzept, keine Leitlinien, keine
besondere Qualifikation und auch kein Ehrgeiz der betreuenden
Personen, die Kinder rennen über die Flure, sind nicht
„erzogen“ und es ist laut. Von Betreuungszeiten etc. mal
abgesehen.
nur weil ein Kindergarten, der nach diesem Konzept arbeitet, dieses vielleicht nicht ganz so gut macht, darf man deshalb nicht das ganze Konzept verurteilen.
Auch wenn dies für Außenstehende, die vielleicht selbst noch einen ‚altmodischen‘ Kindergarten mit festen, streng voneinander getrennten Gruppen besucht haben, nicht so wirken mag, gibt es auch in offen arbeitenden Kindergärten Regeln und einen festen Tagesablauf - nur sind die Kinder eben an der Gestaltung dieser Regeln beteiligt.
Überhaupt wird beim offenen Konzept sehr auf das Kind und seine Fähigkeiten und sein Potential gesetzt: Es wird darauf vertraut, dass es sich in seinem eigenen Tempo entwickeln wird und sehr gut selbst entscheiden kann, welche Themen und Aktivitäten gerade für es wichtig sind.
Die Themenangebote können im Zweifelsfall deutlich vielfältiger gestaltet werden als in einem konventionellen Kindergarten, da nicht alles in jeder Gruppe bzw. jedem Zimmer stattfinden muss und die Erzieherinnen - die nicht für einen Gruppe sondern für einen festen Themenbereich zuständig sind - zu echten Expertinnen in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich werden können.
Auch können so die individuellen Vorlieben und Stärken der Kinder stärker berücksichtigt werden. Und durch das Vermeiden von ‚Zwangsgemeinschaften‘ sind die Kinder sehr viel freier darin, Freundschaften zu schließen und die Gefahr, ausgeschlossen zu werden, ist deutlich geringer.
Mein Sohn besucht einen wirklich exzellenten Kindergarten, der nach dem offenen Konzept arbeitet.
In diesem gibt es sehr wohl klare Strukturen: Es gibt feste Zeiten für Morgen- und Abschlusskreis, im Morgenkreis werden die angebotenen Aktivitäten des Tages vorgestellt und besprochen, im Abschlusskreis wird ein Resümee des Tages gezogen; einmal in der Woche gibt es ein ‚großes‘ Treffen, in dem anstehende Probleme und längerfristig zu Planendes besprochen wird; es gibt klare Regeln, die von den Kindern mitgestaltet (und darum auch sehr viel eher eingehalten *g*) werden; es gibt ein gemeinsames Mittagessen; und es gibt klare Gemeinschaftsaufgaben, die erfüllt werden müssen (so etwas wie z.B. Tische abräumen - und die Kinder drücken sich nicht etwa davor, sondern reißen sich darum).
Auch die Förderung kommt nicht zu kurz: Es werden jeden Tag mehrere verschiedene Angebote gemacht, zwischen denen die Kinder auswählen können (aber nicht müssen); dabei reicht die Palette von Handwerklichem wie Holzbearbeitung (mit echten Werkzeugen) über Handarbeiten, Kochen und Experimenten bis hin zum kindergarteneigenen Chor. Die Kinder werden dabei stets mit Hilfe einer ausgefeilten Dokumentation ihrer Entwicklung sorgfältig beobachtet, und nötigenfalls werden externe Spezialistinnen hinzugezogen.
In dem konventionellen Kindergarten, den meine Tochter vor einigen Jahren besucht hat (mehr oder weniger zwangsweise, da er der einzige am Ort war), gab es weder ein schlüssiges Gesamtkonzept, noch eine feste Tagesstruktur, noch auch nur einen Bruchteil der Themenangebote.
Aber ruhig waren die Kinder dort immer.
Beste Grüße
=^…^=
PS: http://www.mobile-elternmagazin.de/kindergarten/kiga…
http://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Arbeit_%28Kinder…