Kindergarten gesucht

Hallo!
Bekannte von mir bekommen ihr erstes Kind, das sie aber nicht in irgendeinen Kindergarten stecken wollen, sondern sozusagen in einen „besseren“. Also besonders fördernd und eher für „Besserverdiener“.
Wie findet man so etwas? Habe mich schon ein wenig im Internet umgeschaut, auch bezüglich Montessori-Kindergärten.

Vielen Dank!

Hi,

Bekannte von mir bekommen ihr erstes Kind, das sie aber nicht
in irgendeinen Kindergarten stecken wollen, sondern sozusagen
in einen „besseren“. Also besonders fördernd und eher für
„Besserverdiener“.

sorry, aber dazu fällt mir vor allem eines ein: Das arme Kind!
Ich durfte in den vergangenen Jahren eine Familie beobachten, die ihren Kindern eine besonders intensive „Förderung“ zu teil werden ließen. Und dies hat bei mir vor allem Mitleid mit den Kindern geweckt.
Die pädagogischen Konzepte heutiger „normaler“ Kindergärten sind qualitativ durchaus sehr hochwertig. Was in teuren Einrichtungen oft anders ist, ist die Kundschaft und das Betreuungsverhältnis. Das zweite ist sicher ein Vorteil, aber imho nicht so entscheidend. In unserem Kiga (katholisch) betreuen 2-3 Kräfte eine Gruppe von ca. 20 Kindern (allerdings mit einem kleinen integrativen Anteil). Und es sind alle Schichten der Gesellschaft vertreten (incl. Muslimen). Wir sind sehr zufrieden.

Die beste Förderung ist, wenn man seinen Kindern Zeit schenkt. Die Fragen kommen dann reichlich und es gibt viel gemeinsam zu entdecken. Und was gibt es schöneres, als seinen Kindern die Welt zu erklären, wenn sie danach fragen…

Gruß Stefan

Hallo Stefan,

zwischen den normalen Kindergärten gibt es aber in der Betreuung Welten!!! Wir haben uns in unserer Umgebung mehrer Kindergärten angesehen - in dem direkt gegenüber gibt es ein offenes Gruppen Konzept, keine Leitlinien, keine besondere Qualifikation und auch kein Ehrgeiz der betreuenden Personen, die Kinder rennen über die Flure, sind nicht „erzogen“ und es ist laut. Von Betreuungszeiten etc. mal abgesehen.

Der Kindergarten wo wir jetzt einen Platz bekommen haben strotzt vor Motivation, Konzept, Vermittlung von Werten und die Kinder werden nicht gedrillt, aber im normalen Rahmen werden in regelmäßigen Abständen beim Spiel beobachtbare Punkte ermittelt, welche auf eine Entwicklungsverzögerung hinweisen und das Kind wird dann entsprechend im Spiel mehr gefordert und gefördert. Alles im normalen Rahmen ohne Genies züchten zu wollen - die Kinder sind hier Kinder, bekommen aber Strukturen vermittelt. Es ist trotz 40 herum wuselnder Kinder muksmäuschenstill, die Kinder kennen die Umgangsformen und sind ausgesprochen nett zu Gästen und anderen Fremden Kindern.

Ich denke an so was hatte auch der ursprüngliche Poster gedacht. Ich bin froh, dass wir uns mehrere Einrichtungen angesehen haben und bei der von uns bevorzugten auch einen Platz bekommen haben.

Im übrigen sind in beiden Kindergärten sowohl Ausländeranteil und Herkunftsschicht der Kinder relativ identisch gemischt. Die eine Einrichtung macht nur mehr draus und die Mitarbeiter haben eine Profession.

Lieben Gruß,
Alexandra

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Hallo,

Du hast völlig recht!

Bei der Frage habe ich aber ein ganz anders Bild im Kopf. Wie gesagt, ich hatte das zweifelhafte Vergnügen in den vergangenen Jahren eine „fördernde Familie“ beobachten zu dürfen.
Es gibt ja auch private Einrichtungen, die gutverdienenden Eltern ein besonderes Förderkonzept bieten. Mit Inhalten von Naturwissenschaften über Fremdsprachen bis Informationstechnologie…
Kinder im Kindergartenalter lernen und erleben ihre Umwelt noch völlig anders. Teilweise völlig unstruckturiert - das Interessengebiet kann innerhalb von Minuten wechseln.
Sich darauf einzustellen und fachlich gut zu begleiten, macht einen guten Kindergarten aus. Die Inhalte sind noch dem Alter entsprechend - da brauche ich keinen Naturwissenschaftler.

Und auch die soziale Strucktur spielt in dem Alter noch nicht die Rolle. Kleine Kinder sind noch relativ unverdorben und gut lenkbar.

Viel wichtiger finde ich, eine passende und gute Einrichtung in Wohnortnähe zu finden. Dann können aus Kindergartenbekanntschaften Freundschaften fürs Leben werden. (Wenn man natürlich bereit ist, die gesamte Kindheit und Jugend hindurch Taxi zu spielen, ist auch das kein Problem).

Aber ich habe leicht reden, wir hatten ebenfalls das Glück in direkter Nachbarschaft eine super Einrichtung zu finden. Deinen Satz über die Stille und die Umgangsformen könnte ich zwar nicht schreiben, aber eine bessere Förderung und Betreuung für unsere Jungs hätte ich mir nicht wünschen können.

Viele Grüße
Stefan

Hallo

Also besonders fördernd und eher für „Besserverdiener“.

Wenn es eher für Besserverdiener sein soll, würde ich einfach nach privaten Kindergärten schauen und davon den teuersten nehmen. Natürlich sagt das nichts aus über die Qualität des Kindergartens, aber man hat dort meistens ein besserverdienendes Publikum.

Wenn besonders gute Erzieherinnen gefragt sind, dann würde ich pauschal einen integrativen Kindergarten vorschlagen. Die haben dort eine besonders gute Ausbildung, und die Gruppen sind deutlich kleiner.

Ansonsten, wenn man sich nicht auf ein Pauschalurteil verlassen will, dann muss man natürlich jeden in Frage kommenden Kindergarten selber anschauen, und zwar früh genug, solange man noch Chancen auf einen Platz hat.

Und sich nicht zu sehr auf die Auskünfte der Kindergarteneltern dort verlassen. Man bekommt von Eltern selten Kritik über einen Kindergärten zu hören, solange deren Kinder noch da drin sind.

Viele Grüße
Simsy

offenes Konzept
Hallo Alexandra,

in dem direkt gegenüber gibt
es ein offenes Gruppen Konzept, keine Leitlinien, keine
besondere Qualifikation und auch kein Ehrgeiz der betreuenden
Personen, die Kinder rennen über die Flure, sind nicht
„erzogen“ und es ist laut. Von Betreuungszeiten etc. mal
abgesehen.

nur weil ein Kindergarten, der nach diesem Konzept arbeitet, dieses vielleicht nicht ganz so gut macht, darf man deshalb nicht das ganze Konzept verurteilen.

Auch wenn dies für Außenstehende, die vielleicht selbst noch einen ‚altmodischen‘ Kindergarten mit festen, streng voneinander getrennten Gruppen besucht haben, nicht so wirken mag, gibt es auch in offen arbeitenden Kindergärten Regeln und einen festen Tagesablauf - nur sind die Kinder eben an der Gestaltung dieser Regeln beteiligt.

Überhaupt wird beim offenen Konzept sehr auf das Kind und seine Fähigkeiten und sein Potential gesetzt: Es wird darauf vertraut, dass es sich in seinem eigenen Tempo entwickeln wird und sehr gut selbst entscheiden kann, welche Themen und Aktivitäten gerade für es wichtig sind.

Die Themenangebote können im Zweifelsfall deutlich vielfältiger gestaltet werden als in einem konventionellen Kindergarten, da nicht alles in jeder Gruppe bzw. jedem Zimmer stattfinden muss und die Erzieherinnen - die nicht für einen Gruppe sondern für einen festen Themenbereich zuständig sind - zu echten Expertinnen in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich werden können.

Auch können so die individuellen Vorlieben und Stärken der Kinder stärker berücksichtigt werden. Und durch das Vermeiden von ‚Zwangsgemeinschaften‘ sind die Kinder sehr viel freier darin, Freundschaften zu schließen und die Gefahr, ausgeschlossen zu werden, ist deutlich geringer.

Mein Sohn besucht einen wirklich exzellenten Kindergarten, der nach dem offenen Konzept arbeitet.

In diesem gibt es sehr wohl klare Strukturen: Es gibt feste Zeiten für Morgen- und Abschlusskreis, im Morgenkreis werden die angebotenen Aktivitäten des Tages vorgestellt und besprochen, im Abschlusskreis wird ein Resümee des Tages gezogen; einmal in der Woche gibt es ein ‚großes‘ Treffen, in dem anstehende Probleme und längerfristig zu Planendes besprochen wird; es gibt klare Regeln, die von den Kindern mitgestaltet (und darum auch sehr viel eher eingehalten *g*) werden; es gibt ein gemeinsames Mittagessen; und es gibt klare Gemeinschaftsaufgaben, die erfüllt werden müssen (so etwas wie z.B. Tische abräumen - und die Kinder drücken sich nicht etwa davor, sondern reißen sich darum).

Auch die Förderung kommt nicht zu kurz: Es werden jeden Tag mehrere verschiedene Angebote gemacht, zwischen denen die Kinder auswählen können (aber nicht müssen); dabei reicht die Palette von Handwerklichem wie Holzbearbeitung (mit echten Werkzeugen) über Handarbeiten, Kochen und Experimenten bis hin zum kindergarteneigenen Chor. Die Kinder werden dabei stets mit Hilfe einer ausgefeilten Dokumentation ihrer Entwicklung sorgfältig beobachtet, und nötigenfalls werden externe Spezialistinnen hinzugezogen.

In dem konventionellen Kindergarten, den meine Tochter vor einigen Jahren besucht hat (mehr oder weniger zwangsweise, da er der einzige am Ort war), gab es weder ein schlüssiges Gesamtkonzept, noch eine feste Tagesstruktur, noch auch nur einen Bruchteil der Themenangebote.

Aber ruhig waren die Kinder dort immer.

Beste Grüße

=^…^=

PS: http://www.mobile-elternmagazin.de/kindergarten/kiga…

http://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Arbeit_%28Kinder…

Hallo Simsy,

Und sich nicht zu sehr auf die Auskünfte der
Kindergarteneltern dort verlassen. Man bekommt von Eltern
selten Kritik über einen Kindergärten zu hören, solange deren
Kinder noch da drin sind.

das würde ich nicht so pauschal sagen - zumindest nicht, wenn es vor Ort mehrere gibt.

Ich habe bis letzten Sommer regelmäßig in dem früheren Kindergarten meiner Tochter vorgelesen, und seit dieser ‚Konkurrenz‘ bekommen hat, sind nicht nur die kritischen Stimmen deutlich vernehmbar geworden, sondern es ‚desertieren‘ auch immer mehr Eltern… ;o)

Beste Grüße

=^…^=

Hallo,

sondern sozusagen
in einen „besseren“. Also besonders fördernd und eher für
„Besserverdiener“.

dazu natürlich je zwei mal die Woche Nachmittags Einzelunterricht Englisch und Französisch, Reiten, ab fünf Golf und…
Das arme Kind!

Ich hatte meine Kinder in einem Waldorfkindergarten und muß sagen, daß das eine sehr gute Entscheidung war.

Aber das dürfe wohl nicht hochpreisig genug sein und das Klientel ist wohl auch nicht elitär genug.
Schade eigentlich.

Gandalf

Kurzüberblick über die verschiedenen Konzepte
http://www.eltern.de/kleinkind/betreuung/kindergarte…

=^…^=

Hallo,

hier finden sich nicht nur Informationen zur Montessori-Pädagogik, sondern auch Adressen: http://www.montessori.de/

Gruß

=^…^=

Hallo,

warum machen deine Bekannten sich jetzt schon Gedanken über den Kindergarten? Das Kind ist ja noch nicht mal geboren.
Wenn das (arme) Kleine schon nach sechs Wochen fremdbetreut werden soll, wäre eine Tagesmutter doch wohl die bessere (einzige?) Alternative!

Haelge

Wenn in der Kita ein besserer Betreuungsschlüssel angeboten wird, als in vielen staatlichen Kitas macht das unbedingt Sinn.
Allein dadurch kommt schon eine adäquatere Art der Förderung zustande.

Es bleibt aber trotzdem nur der Gang durch alle Einrichtungen, die Qualität steht und fällt mit dem Personal. 10 mißgelaunte Erzieher auf 5 Kinder sind eben auch nicht förderlich, wie 1 liebevoller aber überforderter Mensch auf 20 Kinder.

FS

Hallo Stefan,

diese wir übertreiben es mit der FörderungEltern kenne ich auch und finde sie schrecklich. Ich bin dafür Kinder ordentlich zu fordern und in das Leben mit einzubeziehen und ihnen neue Anreize zu beiten, aber ihnen Marketing und Controlling etc. beizubringen klappt einfach nicht - das begreifen zum teil ja noch nicht mal die Studenten, welche in der lage sind abstrakte Konzepte generell zu verstehe und dann die Konsequenzen zu ziehen.

Dennoch sollte man bei seinem Kindergarten irgendwie ein gutes Gefühl haben und es sollte auch irgendwie das Konzept vermittelt werden, was man zu Hause fährt. Für mich sind diese offenen Konzepte ein Graus, da sie einfach selten gut umgesetzt werden (Kosmokatze hatte da vermutlich echt Glück) und auch für kleine Kinder nicht geeignet sind unserer würde mit seinen dann 18 Monaten kaum zurecht kommen - in den 12 Jahren Pfadfinderarbeit (auch mit 4 Jährigen) haben sich die geschlossenen Gruppen mit gelegentlichem Austausch unter den Gruppen und gemeinsame Aktivitäten einfach bewährt - und zudem bin ich der Meinnung, dass auch Kinder mal zu einer Aktivität gezwungen werden müssen und sich nicht immer alles aussuchen können sollten - das Leben ist auch kein Wunschkonzert. In der Familie, Schule, BEruf muss ich mich anpassen und auch mal mitmachen und nebenbei finden Kinder Sachen manchmal mit ein wenig Übung doch ganz toll. Denke da an mich beim Schleifebindenlernen. Wenn ich dazu nicht fast genötigt worden wäre, würde ich heute noch Schuhe mit Klettverschluss tragen :o)und heute binde ich Schleifen für mein Leben gerne.

Grüsse,
Alexandra

ohhh, entschuldigung es war nicht Kosmokatze es war Kamikazekatze…heute ganz verwirrt bin von so viel Katze

Alexandra mit Tinakatze vorm PC

*schnurr* (owt)
=^…^=
*mitdominoundlilith*

Hallo Haelge - wir haben auch schon vor der Geburt nach Kindergärten gesucht, um dann rechtzeitig auf einer der Wartelisten zu stehen. U.a. brauchst Du dann nämlich auch noch die Genehmigung des Jugendamtes, wenn Dein Kindergarten nicht in deinem Bezirk/Ort/Dorf/Landkreis liegt.

Gruß,
Alexandra

Hallo Alexandra,

in einem magst Du recht haben - das offene Konzept ist sicher nicht für alle Kinder geeignet.

Die ganze Kleinen sind mit einer zu großen Anzahl von Kindern noch überfordert, ganz egal, welches Konzept dahinter steckt - gerade bei diesen sollte man sich die Einrichtung und den Betreuungsschlüssel imho sehr genau anschauen.

Und wie ich selbst schon beobachten konnte, haben auch Größere Eingewöhnungsprobleme, wenn sie von Haus aus eher unsicher und mit einer Bindungsproblematik behaftet sind bzw. es nicht gewohnt sind, dass sie auch selbst und eigenständig denken und entscheiden können. Oft allerdings haben die überbesorgten Mütter dieser Kinder noch mehr Probleme damit… ;o)

Immer wieder erstaunlich finde ich aber, wie sehr sich die Kinder selbst motivieren - gerade auch in Bereichen, die ihnen gar nicht so zu liegen scheinen. Sie setzen sich im Rahmen des Konzeptes selbst Ziele, und wenn diese erreicht sind, heften sie mit stolzgeschwellter Brust ein ‚Gelernt-geschafft‘-Blatt in ihrem Ordner ab.

Auch das soziale Miteinander finde ich immer wieder verblüffend - selbst die wildesten Mini-Machos kümmern sich aufs Liebevollste um ihre ‚Patenkinder‘ (um den ‚Neuen‘ die Eingewöhnung zu erleichtern hat jeder einen großen ‚Paten‘).

Beste Grüße

=^…^=

Du hast scheinbar echt Glück - in unserem Kindergarten im Ort gibt es so ein Rahmenkozept wie das „Geschafft-Blatt“ nicht, oder einen Paten. Das meine ich mit ein Konzept haben, wie alles umgesetzt wird und welches den Kindern Leitlinien vorgibt. Es gibt auch keine Themen, die irgendwie abgearbeitet oder den Kindern als Anreiz gestellt werden - da bewegt sich nach meinem Gefühl alles irgendwie in einem luftleeren Raum frei nach dem Motto schaun wir mal was kommt und wie wir den Tag heute rum bekommen. Habe mehrfach versucht heraus zu bekommen, was denn ihr Leitbild, Konzept, Erlebnisprogramm etc. ist. Was soll den Kindern vermittelt werden- bin auf große staunenende Augen und gestoßen.

Schade für die Kinder.