Hallo,
jetzt seit September letzten Jahres in den Kindergarten, aber
irgendwie findet er keinen Anschluß. Hat noch keine Freunde,
macht nicht im Spielkreis mit, wenig beim Turnen, läuft immer
einzeln
Das ist gar nicht mal so ungewöhnlich. Es gibt viele Kinder, die auf dem ersten
Blick keine Freundschaften haben. Es stellt sich die Frage, ob er mit dieser
Situation unglücklich ist. Manche Kinder wollen gar keine Freunde im
Kindergarten haben. Sind auch so glücklich, weil sie mit den Nachbarskindern
spielen oder einen anderen Ausgleich haben. Nicht jedes Kind ist gleich. Manche
sind halt einzelgängerisch veranlagt. Auf keinen Fall dazu zwingen andere
Kinder einzuladen. Aber trotzdem Angebote machen.
die Erzieherin hat mir letztens erzählt, er sagt immer, er
kann das und das nicht. Ich würde das ja etwas verstehen, wenn wir hier
zuhause immer sagen würden, er kann das und das nicht, aber es
ist ja nicht so.
Traut er sich zu Hause?
Anscheinend ja. Vielleicht fehlt ihm einfach nur das Selbstbewusstsein. Bei
euch ist er in Sicherheit. Aber im Kindergarten sind andere Kinder - auch
ältere Kinder, die automatisch „besser“ sind - und vielleicht hat er Angst zu
versagen. Manche Erzieher lieben es die Kinder zu vergleichen. Dies ist auch
der Nährboden für solche Ängste.
Mach mal einen Schnuppertag, um deinen Sohn und die Erzieherin zu beobachten.
Die Aufgabe, dies zu ändern, liegt nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei
den Erziehern. Doch es fehlt meist einfach die Zeit und Personal, um sich mit
einem Kind intensiv zu befassen.
- Erlaubt ihm Sachen, die „nur etwas für Große sind“.
- Übertragt ihm Aufgaben, die er bisher noch nicht machen durfte.
- Lobt ihn - aber ehrlich und nicht übertrieben.
- Wenn er Abenteuer mag, dann ermöglicht ihm diese (auf Bäume klettern…).
Als die Sprechstundenhilfe und der Arzt dann draußen waren,
hat er mir es vorgemacht, wie er es kann.
Dann liegt es nicht unbedingt am Kindergarten. Anscheinend hat er Angst vor
Einzelauftritten in der Öffentlichkeit.
Wie verhält er sich beim Einkaufen? Kann er eine kleine Bestellung beim Bäcker
aufgeben?
Ich muß dazu sagen, er hat insgesamt über 10 Wochen im
Kindergarten zusammengezählt gefehlt durch Kur, Windpocken, Urlaub.
Das erschwert die Situation sich einzuleben und Freundschaften zu schließen.
Was meine Mutter mir noch sagt, ich war wohl
genauso, aber das ist für mich ein schwacher Trost.
Nur eine wage Theorie und ich will dir nicht zu Nahe treten, aber kann es sein,
dass du immer noch so bist? Nur euf einer anderen Ebene? Vielleicht spürt dein
Sohn das und übernimmt es unbewusst?
Mir blutet fast mein Herz und es tut richtig weh ihn so zu sehen.
Ist die Frage, wie sich dein Kind damit fühlt. Wenn es sich als Außenseiter
fühlt, dann muss an der Situation unbedingt etwas geändert werden. Denn dies
würde dann auch im Zusammenhang mit der „ich trau mich nicht“-Geschichte
stehen.
Wenn er sich aber wohl fühlt, dann scheint es andere Ursachen zu haben.
Wie kann ich das irgendwie ändern?
- Selbstvetrauen / Selbstbewusstsein geben
- Auftritte in der Öffentlichkeit üben
- Kinder zum spielen anbieten
- ihn zu nichts zwingen
- sein Verhalten akzeptieren
- wenn er glücklich ist --> ihn so akzeptieren
- versuchen, seine Beweggründe zu verstehen und ihm das zu signalisieren
- wenn er unsicher ist --> ihm Sicherheit geben
Ich will nächste Woche mal ein Elterngespräch mit den Erzieherinnen ausmachen
Gute Idee. Frag auch nach Möglichkeiten, was DU tun kannst. Frag nach, was SIE
tun / tun werden.
Gruß
Tato