Kindergarten - macht einfach nicht mit

schön, das es diese Seiten gibt und die Möglichkeit hab etwas zu
fragen.

Wir haben zwei kleine Kinder (2 und 4 Jahre). Irgendwie macht mir
unser 4 Jahre alter Steven ein wenig Kummer im Kindergarten. Er geht
jetzt seit September letzten Jahres in den Kindergarten, aber
irgendwie findet er keinen Anschluß. Hat noch keine Freunde, macht
nicht im Spielkreis mit, wenig beim Turnen, läuft immer einzeln und
die Erzieherin hat mir letztens erzählt, er sagt immer, er kann das
und das nicht. Ich würde das ja etwas verstehen, wenn wir hier
zuhause immer sagen würden, er kann das und das nicht, aber es ist ja
nicht so. Wir loben ihn sehr viel! Er traut sich einfach manche
Sachen nicht und braucht sehr lange bis er mitmacht. Man muß ihn
immer anschubsen.

Bei der letzten U mußten wir zweimal hin und beides mal hat er nicht
mitgemacht, er hat nicht gesagt was er sieht und ist nicht gehüpft.
Als die Sprechstundenhilfe und der Arzt dann draußen waren, hat er
mir es vorgemacht, wie er es kann.

Ich muß dazu sagen, er hat insgesamt über 10 Wochen im Kindergarten
zusammengezählt gefehlt durch Kur, Windpocken, Urlaub.

Er ist sehr sehr schüchtern, ich war mit ihm nicht in einer Grabbelgruppe. Was meine Mutter mir noch sagt, ich war wohl genauso, aber das ist für mich ein schwacher Trost. Jetzt haben sie Waldwoche und als ich ihn abgeholt habe, habe ich gesehen, wie alle anderen hin- und herhüpfen, sich an den Händen halten und wo ist mein Steven? Er läuft ganz am Schluß allein hinterher. Mir blutet fast mein Herz und es tut richtig weh ihn so zu sehen.

Wie kann ich das irgendwie ändern? Ich will nächste Woche mal ein
Elterngespräch mit den Erzieherinnen ausmachen, weil ich das
irgendwie schade finde.

Liebe Grüße
Nicole

Hallo Nicole,

leider leider bin ich in dieser Hinsicht noch ein blutiger Anfänger, unser Sohn geht kommende Woche das erste mal in den Kindergarten.

Meiner Ansicht nach müßte die Erzieherin Deinen Sohn dazu ermutigen sich etwas zu trauen, sich anderen Kindern anzuschließen, etc…
Man kann doch kein Kind immer nur seperat mitlaufen lassen, man muss es in die Gruppe integrieren.

Würde an Deiner Stelle wirklich mal mit der Erzieherin reden und darauf pochen dass sie sich in der nächsten Zeit mal etwas mehr um Deinen Sohn kümmert.

Vielleicht fühlt sich aber Dein Sohn in diesem Kindergarten einfach nicht wohl, probiers doch mal in nem anderen - wenn das geht.

Liebe Grüße
Yvonne

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Hallo,

jetzt seit September letzten Jahres in den Kindergarten, aber
irgendwie findet er keinen Anschluß. Hat noch keine Freunde,
macht nicht im Spielkreis mit, wenig beim Turnen, läuft immer
einzeln

Das ist gar nicht mal so ungewöhnlich. Es gibt viele Kinder, die auf dem ersten
Blick keine Freundschaften haben. Es stellt sich die Frage, ob er mit dieser
Situation unglücklich ist. Manche Kinder wollen gar keine Freunde im
Kindergarten haben. Sind auch so glücklich, weil sie mit den Nachbarskindern
spielen oder einen anderen Ausgleich haben. Nicht jedes Kind ist gleich. Manche
sind halt einzelgängerisch veranlagt. Auf keinen Fall dazu zwingen andere
Kinder einzuladen. Aber trotzdem Angebote machen.

die Erzieherin hat mir letztens erzählt, er sagt immer, er
kann das und das nicht. Ich würde das ja etwas verstehen, wenn wir hier
zuhause immer sagen würden, er kann das und das nicht, aber es
ist ja nicht so.

Traut er sich zu Hause?
Anscheinend ja. Vielleicht fehlt ihm einfach nur das Selbstbewusstsein. Bei
euch ist er in Sicherheit. Aber im Kindergarten sind andere Kinder - auch
ältere Kinder, die automatisch „besser“ sind - und vielleicht hat er Angst zu
versagen. Manche Erzieher lieben es die Kinder zu vergleichen. Dies ist auch
der Nährboden für solche Ängste.
Mach mal einen Schnuppertag, um deinen Sohn und die Erzieherin zu beobachten.

Die Aufgabe, dies zu ändern, liegt nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei
den Erziehern. Doch es fehlt meist einfach die Zeit und Personal, um sich mit
einem Kind intensiv zu befassen.

  • Erlaubt ihm Sachen, die „nur etwas für Große sind“.
  • Übertragt ihm Aufgaben, die er bisher noch nicht machen durfte.
  • Lobt ihn - aber ehrlich und nicht übertrieben.
  • Wenn er Abenteuer mag, dann ermöglicht ihm diese (auf Bäume klettern…).

Als die Sprechstundenhilfe und der Arzt dann draußen waren,
hat er mir es vorgemacht, wie er es kann.

Dann liegt es nicht unbedingt am Kindergarten. Anscheinend hat er Angst vor
Einzelauftritten in der Öffentlichkeit.
Wie verhält er sich beim Einkaufen? Kann er eine kleine Bestellung beim Bäcker
aufgeben?

Ich muß dazu sagen, er hat insgesamt über 10 Wochen im
Kindergarten zusammengezählt gefehlt durch Kur, Windpocken, Urlaub.

Das erschwert die Situation sich einzuleben und Freundschaften zu schließen.

Was meine Mutter mir noch sagt, ich war wohl
genauso, aber das ist für mich ein schwacher Trost.

Nur eine wage Theorie und ich will dir nicht zu Nahe treten, aber kann es sein,
dass du immer noch so bist? Nur euf einer anderen Ebene? Vielleicht spürt dein
Sohn das und übernimmt es unbewusst?

Mir blutet fast mein Herz und es tut richtig weh ihn so zu sehen.

Ist die Frage, wie sich dein Kind damit fühlt. Wenn es sich als Außenseiter
fühlt, dann muss an der Situation unbedingt etwas geändert werden. Denn dies
würde dann auch im Zusammenhang mit der „ich trau mich nicht“-Geschichte
stehen.
Wenn er sich aber wohl fühlt, dann scheint es andere Ursachen zu haben.

Wie kann ich das irgendwie ändern?

  • Selbstvetrauen / Selbstbewusstsein geben
  • Auftritte in der Öffentlichkeit üben
  • Kinder zum spielen anbieten
  • ihn zu nichts zwingen
  • sein Verhalten akzeptieren
  • wenn er glücklich ist --> ihn so akzeptieren
  • versuchen, seine Beweggründe zu verstehen und ihm das zu signalisieren
  • wenn er unsicher ist --> ihm Sicherheit geben

Ich will nächste Woche mal ein Elterngespräch mit den Erzieherinnen ausmachen

Gute Idee. Frag auch nach Möglichkeiten, was DU tun kannst. Frag nach, was SIE
tun / tun werden.

Gruß
Tato

Hallo
Oft hoert man ja, dass Kinder aufbluehen wenn sie in einem Sportverein sind. Dort wird er dann durch das regelmaessige Training gut in einer Sportart und so wird sein Selbstbewusstsein gestaerkt. Man muss natuerlich nachfragen ob die so kleine Kinder schon aufnehmen. Musik kann den gleichen Effekt haben.
Tschuessi

Hallo!
Ich würde mich Tato anschließen - es könnte durchaus daran liegen, dass er nicht genügend Selbstvertrauen hat. Erzwingen kann man also erst mal nichts, aber es ist sehr sinnvoll, mit den Erzieherinnen in Kontakt zu kommen um zu schauen, was alle Beteiligten beitragen können.
Ich denke, dass ihm alles, was das Selbstvertrauen stärkt, gut tut. Mutter-Kind-Aktivitäten (oder Papa-Kind)-also z.B. Turngruppe etc. - hätten den Vorteil, dass du als sicherer Pol dabei bist und er sich vielleicht nach und nach mehr zutraut.
Alles Gute für euch!
kathi

Hallo an alle,

danke für die Antworten.

Ich denke mal auch, das das Selbstvertrauen fehlt (das hat er wohl leider von mir … ich brauch auch immer jemanden der mich „anschubst“).

Bin aber mal gespannt, was die Erzieherinnen dazu sagen.

Liebe Grüße
Nicole

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Hallo Nicölsche!

Ich kann nur Tato zustimmen, ich denke auch, dass es deinem Sohn an Selbstvertrauen mangelt. Bitte ermutige ihn und rede auch mal positiv über den Kindergarten. Lass ihn spüren, dass du hinter dem Kindergarten stehst. Kinder haben feine, sehr feine Antennen und merken sofort wenn eine Mama nicht hinter der Arbeit im Kindergarten steht.Kannst du ihm das Selbstvertrauen geben?? Kannst du Ihn loslassen???
Lass ihn viel selbst machen(An- und Ausziehen, kleine Aufträge) Selbstvertrauen steigt durch selber tun.
Auf keinen Fall würde ich dir zu einem Wechsel der Einrichtung raten, denn das würde bedeuten, dass dein Sohn noch mal eine Eingewöhnung machen müsste. Bitte die Erzieher um ein offenes Ohr, aber bitte keine gegenseitigen Vorwürfe, sondern konstruktiver Austausch.Hast du eine Stärke, mit welcher du dich in die Kita-Arbeit einbringen könntest?? Du berichtest von Waldwochen sicher gibt es da die Möglichkeit mitzuwirken? Kann dein Sohn etwas mitbringen, was alle Kinder interessiert? Ein interessantes Buch? Ein Spiel oder ähnliches?
Lade doch mal einen Freund deines Sohnes ein? Wer das sein kann? Lass dir von den Erziehern Tipps geben.
Viel Glück und Kopf hoch.
Liebe Grüße majala

Hallo,

ich hoffe, das ich ihm Selbstvertrauen geben kann und ich laß ihn so viel er möchte alleine machen, nur macht er das nicht immer. Frage mich manchmal, warum er einmal seine Schuhe selber anziehen kann und manchmal nicht… Aber das ist auch bestimmt wieder eine Sache mit Eifersucht zu Geschwisterkind und Beachten. Fakt ist, er kann sich z. B. selber anziehen und wenn er es alleine macht, dann wird er kräftig gelobt und ich freu mich riesig und das gefällt ihm dann auch.

Kindergarten werde ich auf keinen Fall wechseln, weil er da ganz tolle Erzieherinnen hat, er ist ganz begeistert. Ich hab auch schon zwei drei Namen erfahren, mit den Kindern spielt er öfters mal. Hab vorhin die Erzieherin gefragt, zwecks Elterngespräch, das folgt demnächst.

Wir haben auch für morgen mit jemanden was ausgemacht, die kleine hat ihn gefragt und er war total verlegen und ist gleich zu mir gekommen und hat gar nicht reagiert. Mal schaun wie das wird, aber das ist immerhin mal ein Anfang. Ich denke, er braucht einfach seine Zeit (so wie ich früher und heute manchmal auch, heißt ja nicht umsonst: „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm…“).

Er braucht halt einfach länger, um Kontakt zu finden und das sollte (muß) ich eben akzeptieren, das fällt mir zwar bissle schwer, aber es ist eben so. Und ich denke, es geht ihm gut dabei, so wie er ist.

So, muß wieder weiter, die Kleine ruft …
Liebe Grüße
Nicole

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Hallo Nicole,
ich habe nicht gelesen, was die anderen geschrieben haben.

Erstmal: schade, dass der Kindergarten sich nicht schon viel früher mal bei DIR gemeldet hat.
Zweitens, nach einem dreiviertel Jahr wird es langsam Zeit.
Hast Du dem Kinderazrt das Verhalten noch mitgeteilt?
Wie ist er denn so zuhause?
Schüchternheit würde ich keinesfalls therapieren. Aber man sollte mal ausloten, inwiefern man ihm etwas mehr mut und Selbstvertrauen geben kann.

Du schreibst nichts davon, dass er von den Kindern geärgert, gepiesakt, geschlagen usw. wird. Das ist ja schon mal gut.
Kann es sein, dass er sich unterfordert fühlt von diesem ganzen Baby- bzw. Kinderkram? Vielleicht ist er höher/hochbegabt. (deswegen die Frage, was er denn so zuhause macht.) Vielleicht springt er auf Vorschulsachen an?
Im Zweifelsfall würde ich empfehlen, ihn mal in einem kinderneurologischen Zentrum vorzustellen und testen zu lassen (es muss ja nicht gleich ein IQ-Test sein, es gibt auch andere Tests).
Motorisch scheint er ja keine Probleme zu haben, das ist auch gut. Vielleicht wäre es trotzdem sinnvoll, ihn etwas machen zu lassen, was er mit gleichgesinnten tun kann (nicht unbedingt gleichaltrigen!).

Gruss,
K_K

PS: vielleicht hat er den Arzt mit seinen „Pippi-Aufgaben“ in die gleiche Schublade wie die Erzieherinnen gesteckt udn deshalb verweigert, oder kannte er ihn nicht, war er bzw. die Helferinnen fremd für ihn?). (Unsere Tochter hatte auch keine Lust, die Aufgaben , die sie schon bei der U8 gemacht hatte, nochmal bie der U9 zu tun…, sie hats gemacht, aber unwillig, quasi nach dem Motto: will der mich für dumm verkaufen?)

Hi,
noch ein Denkanstoß…

kann das
und das nicht. Ich würde das ja etwas verstehen, wenn wir hier
zuhause immer sagen würden, er kann das und das nicht, aber es
ist ja
nicht so. Wir loben ihn sehr viel!

Lobt ihr vielleicht zu viel? Zu übertrieben? Vielleicht ist er schon süchtig nach Lob? Und macht dort, wo er nicht so stark gelobt wird, deshalb nicht mit?
Nur mal so zum Nachdenken.

Liebe Grüße
Nelly

Hallo,

ist schon schade, das der Ki-Ga sich nicht gemeldet hat das stimmt schon. Alle sagen immer, das wird schon noch…

Vielleicht ist es aber auch zu laut dort, er geht viel lieber hin, wenn nicht so viel los ist. Zu viel Trubel, das gefällt ihm gar nicht.

Und den Kinderarzt werd ich jetzt auch wechseln. Bei der letzten U hat er dann nur gemeint, er wäre ein kleiner Dickkopf, aber ich finde, das hat nichts mit Dickkopf zu tun (und das ist aber auch nicht der Grund, warum ich den Arzt wechsle).

Die Idee ist mir auch schon eingefallen, das er vielleicht die Sachen besser machen kann und das alles Babykram ist. Er hat hier nämlich Puzzle geübt mit meinem Mann, der hat fast die Krise gekriegt, weil Steven so gelangweilt mitgemacht hat und als wir ihm ein größeres Puzzle
gegeben haben, hat er das ganz alleine superschnell hinbekommen. Kann also schon auch was dran sein.

So, ich glaube, abends hab ich eher die Ruhe hier zu schreiben…
Ich find es einfach schön, das es dieses Forum gibt!

Liebe Grüße
Nicole

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