Kindergarten ohne Spielzeug

Hallo,
gestern war ich beim Elternabend von meiner Tochter. Sie kommt jetzt in eine größere Gruppe und die diese Gruppe zieht in einen neuen Raum, da die „Großen“ jetzt zur Schule kamen. Das alte Spielzeug ist langweilig geworden, besser gesagt sind die Kinder aus dem Alter raus. Das Problem ist nun, daß die Kleinen haben einen neuen Raum, aber kein Spielzeug. Der Kindergarten ist, wie jeder staatliche in Berlin pleite.
Wer kann mir vielleicht auf der Suche nach günstigem oder kostenlosem Spielzeug weiterhelfen. Kennt jemand Sponsoren, die schonmal ausgeholfen haben und als kinderfreundlich bekannt sind?
Danke für jede Antwort und hoffentlich bis bald!!!
Gruß Alex

Hallo,

ich kenne zwar keine Sponsoren oder ähnliches, habe aber mal eine ganz interessante Reportage im Fernsehen gesehen, über einen Kindergartenversuch. Dabei wurde alles Spielzeug aus dem Kindergarten entfernt und für einen gewissen Zeitraum mussten die Kinder ihr Spielzeug selbst basteln. Dazu benötigt man natürlich Scheren, Klebstoff, Farben u.ä., ist also auch nicht für nichts zu haben. Die übrigen Materialien waren aber hauptsächlich Pappkartons und sowas.
Ziel der Aktion war, durch die Entfernung von vorgefertigtem Spielzeug die Kinder dazu zu zwingen, ihre Fantasie einzusetzen, was wohl auch funktioniert hat (sofern man einer Reportage trauen kann). Vielleicht ist es ja aber auch eine Anregung, wie man die Kinder auch ohne teures Spielzeug sinnvoll beschäftigen kann (so radikal wie in dem Versuch muß es ja vielleicht nicht sein).

Gruß

Bianca

Hallo Alex,

noch eine Möglichkeit in zwei Varianten:

Bittet die Eltern, was zu spenden, oder veranstaltet eine Tombola, wobei die Eltern dann Preise spenden und von dem Erlös Spielzeug angeschafft wird.

Gruß Kubi

Hi,

die Idee mit der Tombola ist gar nicht schlecht. Man könnte ja auch Firmen nach Werbegeschenken für die Tombola fragen. Das hat unser Kiga letztes Jahr gemacht.Oder Eltern könnten auch Kuchen backen und die im Rahmen eines Festes verkaufen, oder ein Basar bei dem selbstgebastelte Sachen verkauft werden.

Grüße
Maja

Hallo Alex!

Es gibt diese Kindergärten wirklich, wo das herkömmliche Spielzeug für Monate oder sogar für ganz aus den Räumen entfernt wurde und das ist kein Märchen, es geht den Kindern Klasse damit. In unseren vollgestopften Kinderzimmern herrscht doch oft die gähnendste Langeweile. Ähnlich ist es in vielen Kindergärten. Das meiste Spielzeug ist überflüssig. Kommt dieser ganze vorgefertigte Plastikkram mal für ne Weile weg, sind die Kinder plötzlich gezwungen, ihre Phantasie einzusetzen. Die Kindergärten, die das gewagt haben, berichten über erste Tage, wo die Kinder völlig ohne Orientierung waren und nicht wussten, was sie machen sollten. Aber nach kurzer Zeit entdeckten sie, dass man mit ganz wenigen Sachen, gaaanz viel machen kann. Benötigt werden Sachen aus der Natur, Tücher, Decken, Pappen, Kartons usw. . Also Sachen die jeder rumliegen hat. Alte Klamotten zum Verkleiden sind der absolute Renner. Plötzlich können die Kinder wieder kommunuzieren, müssen gemeinsam überlegen, wie sie was machen können. Sie basteln ihre eigenen Spiele. Die Erzieherinnen kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.
Macht euren Erzieherinnen Mut, aus der Not eine Tugend zu machen, es lohnt sich auf jeden Fall.
Ich betreibe seid Jahren einen privaten Kindergarten und hatte von Anfang an nicht viel Geld für Ausstattung. Bei uns gibt es fast nur Sachen, aus der Umwelt. Manch einer sagt auch Gerümpel dazu :wink:. Aber die Kinder können fantastisch spielen, was mir alle Eltern immer wieder bestätigen.

Es ist also kein Drama, wenn ihr jetzt mal kein vorgefertigtes Spielzeug habt, setzt eure Phantasie ein, auch ihr als Eltern seid gefragt. Schickt die Väter Samstags in den Kindergarten und lasst sie da was bauen mit den Kindern, man kann aus ganz wenig , tolle Sachen machen. Würde ich besser finden, als jetzt überall nach Spielzeug zu betteln.

Viel Spass wünscht euch Beate

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Nur als Bestätigung: in unserem Kindergarten ist „Spielzeugfreie“ Zeit eine feste Institution, immer mal wieder für 1-2 Wochen wird alles Spielzeug weggeräumt.
Das Ergebnis: wunderbar, wie Kinder plötzlich kreativ werden können, wie wir es damals auch waren, als es keine noch keine Playmobilkataloge mit 200 Seiten gab.
Und im übrigen: in den ganzen Waldkindergärten gibt es auch kein Spielzeug.

Ist der gesunde Mix nicht besser?
Huhu!

Nur als Bestätigung: in unserem Kindergarten ist
„Spielzeugfreie“ Zeit eine feste Institution, immer mal wieder
für 1-2 Wochen wird alles Spielzeug weggeräumt.

Kenne ich auch! Finde auch ich gut - ab und zu!

Das Ergebnis: wunderbar, wie Kinder plötzlich kreativ werden
können, wie wir es damals auch waren, als es keine noch keine
Playmobilkataloge mit 200 Seiten gab.

Hälst Du ein kreatives Spielen mit Spielzeug nicht für möglich?

Und im übrigen: in den ganzen Waldkindergärten gibt es auch
kein Spielzeug.

Ist der gesunde Mix nicht besser, als diese einseitige Pädagogik? Ist es nicht besser, sich das Gute von Waldorf, Montessori, Waldkindergarten, etc. rauszupicken und eine gute Mischung zu erstellen, als sich mit pädagogischen Scheuklappen durch die Erziehung zu bewegen?

Liebe Grüße
Guido

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