Hallo,
meine kleine „Rübe“ heißt Vince und ist 3 1/2 Jahre alt. Er geht seit 1. April in den Kindergarten. Das ist bislang super gut gelaufen. Auch die Kindergärtnerin sagte, sie hätte selten erlebt, daß sich ein Kind so schnell und problemlos eingefügt hätte. Aber, sagte sie, das kann sich auch ändern.
Und mir scheint, es ändert sich gerade.
Freitag früh hieß es schon „Mamma bleib noch ein bißchen da“ und heute, Samstag, hören wir unmißverständlich: „Ich gehe am Montag nicht in den Kindergarten.“ Wir können ausschließen, daß er da vielleicht von irgendeinem Kind geärgert wird. Oder daß sich die Kindergärtnerin zu wenig kümmert. Eher im Gegenteil. Es gab heute sogar schon Tränen. „Vince, warum willst Du denn nicht mehr hin ? Dir hatte es doch gut gefallen? - Weil dann die Manna wegfährt und ich dann alleine bin.“ Und wir können wirklich nicht behaupten, daß es ein stark mutterbezogenes Kind wäre.
Wer hat Erfahrungen mit solchen Wandlungen, wie geht man damit um ?
auch meine Tochter ist 3, geht aber schon fast zwei Jahre in den Kindergarten. Diese Phasen gibt es immer mal, wenngleich sie im Prinzip gern in den Kindergarten geht. Das ist wohl ganz normal. Wir haben ja auch nicht immer Lust zur Arbeit zu gehen… Und unsere Süßen sind ja sowieso in einer Phase, wo sie ausprobieren, wie weit ihre „Macht“ reicht. Das betrifft ja nicht nur den Kindergarten. Sie probieren einfach aus, wie weit sie euch kriegen können. Mit Charlotte haben wir jeden Morgen Streit über die Sachen, die sie anziehen soll (nur Kleider!).Und wenn alles nicht klappt, sagt sie, daß sie nicht in den KG will. Die sind ja auch schon recht klug und spüren, daß wir Eltern auch ein kleines schlechtes Gewissen haben. Sie merken ganz genau, wie schlimm es für uns ist, wenn sie sagen „Mami soll bei mir bleiben“ o.ä.
Also, nur Mut - es ist auch soetwas wie „Schule des Lebens“, wo man sich nicht immer aussuchen kann, was man will.
Gruß Pura
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da ich noch nicht Mutter bin, kann ich nur in meiner Erinnerung kramen. Mit 3 war ich ein halbes Jahr mit vielen Kindern bei einer Art Tagesmutter im Garten und umgebauter Garage, bis ich den Kindergartenplatz hatte. Diese Situation war ganz schwer für mich und ich habe wohl auch erst nach einiger Zeit deutlicher reagiert. Ich erinnere mich, daß ich keinen Spaß dran hatte und ich die Kinder doof und laut fand. Nachdem ich mich wohl immer alleine beschäftigt hatte, wurde ich dann dauernd animiert mit jemandem zu spielen. Um meine Ruhe zu haben und dem lauten Jungen auch mal Kontra zu geben, wollte ich dann früh da sein und nur noch Roller fahren Da hatte ich dann meine Ruhe vor der Erwachsenen. Aber dann habe ich wohl richtig heftig reagiert, als ich mit dem Jungen nicht mehr klar kam, der schon fast 5 war. Ich habe dann immer gequängelt und immer Bauchweh. Als ich dann schließlich gekotzt habe, brachte mich die Tagesmutter zur Arbeitsstelle meiner Mutter damals Arzthelferin) Da ging es mir schnell wieder gut. Ab da konnte ich mir auch etwas darunter vorstellen, was meine Mutti ohne mich macht, wie es dort aussieht und wie die Menschen dort sind. Es gab dann keine Probleme mehr und ich kam (freu) bald in den Kindergarten, der für mich so wichtig war wie der Schulbeginn, da ich 2 ältere Schwestern habe
Also, meine Frage nach all dem Gesülze Weiß euer Knirps, wo die Mama ist, wenn er sich so in die Angst reinsteigert? War er schon mal dort?
Die Sache mit dem Grenzen austesten finde ich auch wichtig im Auge zu behalten, da zusätzliche Zuwendung immer klasse ist
Das ist bislang super
gut gelaufen. Auch die Kindergärtnerin
sagte, sie hätte selten erlebt, daß sich
ein Kind so schnell und problemlos
eingefügt hätte.
Ganz wie bei mir. Ich galt auch immer als gut anpassungsfähig, lieb, freundlich Meine Mutter hat erst ganz spät erfahren, daß das damals eine Unterbringung war, die mir nicht gefallen hat. Den KIGA fand ich übrigens klasse - aber die Auszubildene hatte ich lieber als die Gruppenleiterin.
Na, ob dieses Nähkästchen dich weiterbringt? ich bezweifle es!
Das gibt sich, meine Tochter war anfangs auch sehr pflegeleicht. Sie ist schon mit 1 1/2 in die Kita gegangen. Irgendwann kam aber die Phase, ich will nicht, ich mag nicht. Da muß man dann durch und ich hoffe, dass es sich genauso schnell gibt, wie bei meiner Tochter. Solange Du nicht denkst, dass Dein Kind wirklich leidet. Meist gibt sich das Geschrei, sobald die Elten ausser Sichtweite sind. (Ich arbeite in einer KITA:smile:)
Alles Liebe
Conny
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Hallo,
unser Sohn gehörte auch zu der Kategorie (noch nie ein Kind gesehen, daß sich so problemlos in eine Gruppe einfügt), was vielleicht daher kam, daß er seit dem ersten Lebensjahr halbtags bei einer Tagesmutter war. Er wollte schon mit 2 unbedingt in den Kiga (die Tagesmutter hatte zu dem Zeitpunkt gerade ein Kind, das in den Kiga kam). Als er dann endlich drin war (an seinem dritten Geburtstag), wollte er zum Frühdienst hin und zum Spätdienst abgeholt werden (von 7 Uhr 30 bis 17 Uhr). Das ging wirklich eine Zeitlang so. Dann habe ich angefangen zu arbeiten (ganztags) und nach ca. zwei Monaten alles prima, kam plötzlich der Einschlag. Einige Tage verbrachte ich mehr als zwei Stunden morgens im Kiga, um ihn abzugeben. Er weinte, er tobte, er schrie, er klammerte - und ich hatte ein schrecklich schlechtes Gewissen. Geholfen hat mir die Kindergärtnerin. Nach dem zweiten oder dritten Tag hat sie mich vor die Tür geschoben und gemeint, sie mache das schon, ich sollte mir keine Sorgen machen (ich habe dann trotzdem ein paar Tage lang angerufen, um mir jedes Mal zu bestätigen, was ich schon aus früherer Erfahrung bei der Tagesmutter kannte: sobald ich raus war, ging es meinem Sohn großartig, die Tränen waren wie weggeblasen! Nachmittags begrüßte er mich freudestrahlend und ohne jeden Vorwurf!).
Was unser Sohn - und vermutlich auch ihr Kind erreichen will, ist einfach folgendes: Die Lebenssituation hat sich geändert. Alles ist anders als bisher. Welchen Einfluß kann ich (als Kind - natürlich nicht in dem Alter so bewußt!)auf diese neue (deshalb muß ich ja testen, altbekannte Situationen, da weiß ich ja schon, wie die Eltern reagieren) Situation nehmen, wie sie zu meinem Vorteil verändern? Kann ich Theater machen und damit erreichen, daß Mama nicht mehr arbeiten geht? Daß ich nicht mehr in den Kindergarten muß? Mit Mama mehr zusammen sein kann?
Hilfreich ist Konsequenz (also nicht nachgeben!) und ihm/ihr aufzählen, welche Vorteile die Trennung hat (wir freuen uns darauf, uns wiederzusehen, wenn keiner weggeht, kann aber keiner wiederkommen! Mama und Papa sind ausgeglichener und toleranter, wenn sie ihre Aufgaben erledigt haben. Du kannst doch deine Freundin, deinen Freund dann nicht treffen, wenn du nicht in den Kindergarten gehst. Es geht uns finanziell besser (wir können mehr Spielzeug kaufen, gemeinsam in Urlaub fahren). Entsprechende Erklärungen müssen natürlich wahr sein und in dem Kind verständlicher Sprache ausgedrückt werden. Außerdem müssen sie auf Sie und ihre Familie zutreffen, also keine Allgemeinplätze!)
Übrigens, diese Situationen kommen offenbar immer wieder. Unser Sohn ist jetzt 8 und wieder mal gerade in einer Phase, wo ich ihm klar machen muß, warum ich arbeiten gehe (jetzt ist ein Alter erreicht, wo er versteht, daß ich auch (!) Arbeiten gehe, weil es mir Spaß macht), warum Eltern und Kinder nicht ständig aufeinander hocken (sollten) usf. Tatsache ist, daß die Kinder dies sehr wohl begreifen (!) und den Eltern die Abwesenheit auch nicht (!) übel nehmen, sofern sie adäquat (altersgemäß und in liebevoller Umgebung) untergebracht sind. Und die Eltern in der gemeinsam zu verlebenden Zeit dann auch offen sind für das Kind.
Unser zweiter Sohn (zweieinhalb) zeigt jetzt auch erste Anzeichen einer solchen Entwicklung (bei der Tagesmutter). Das tun also wohl alle Kinder.
MfG
Susanne Mensah