Mein Sohn ist ebenfalls 5 und weiß schon seit längerem, dass das World Trade Center nicht mehr existiert. Das hat sich durch Zufall ergeben.
Im Fernsehen kam Werbung für einen Sendung (eine Art Rückblick auf wichtige Ereignisse der letzten Jahre), in der es u.a. auch um den 11. September 2001 ging.
Mein Sohn schaut zwar nicht wirklich viel fern, aber es ließ sich kaum vermeiden, dass er die Bilder der einstürzenden Hochhäuser sieht. Und ehrlich gesagt, finde ich es auch nicht schlimm, wenn er das sieht, vorausgesetzt es ist jemand bei ihm, der ihm das altersentsprechend erklären kann. Natürlich stellte er Fragen und er erinnerte sich überraschenderweise sogar an ein Gespräch, dass ich vor einiger Zeit mit Freunden geführt hatte, während er (vermeintlich) gar nicht zuhörte, sondern mit seinem Kaufladen spielte. Damals sprachen wir darüber, wie jeder den 11. September 2001 in Erinnerung hat, und ich erzählte, dass ich damals gerade auf dem Sofa saß und fassungslos auf den Bildschirm starrte, während ich meinen Sohn (damals knapp zwei Monate alt) stillte. Dieses Gespräch hatte er doch mitbekommen (vermutlich weil sein Name fiel), und er erinnerte sich wieder daran, als die Bilder im Fernsehen kamen.
Ich redete mit ihm darüber, nur in groben Zügen, über die bösen Menschen, die mit ihren Flugzeugen in die Türme geflogen waren und dass dabei auch viele Menschen gestorben sind. Er stellte noch einige Fragen, war sehr betroffen, aber dann war das Thema wieder für ihn erledigt. WEIL ich mit ihm darüber gesprochen hatte und ihm auch gesagt hatte, das selbst ich als „allwissende“ Mutter nicht wüsste, warum Menschen so böse sein können.
Wir hatten das Thema „Kinder und Krieg“ ja letztens hier ebenfalls im Forum, und auch dort habe ich die Ansicht vertreten, dass man Kinder nicht in Watte packen kann und sollte. Mit fünf sind die meisten alt genug, um zu lernen und auch zu verstehen, dass nicht alles auf der Welt Friede-Freude-Eierkuchen ist.
Natürlich möchte ich meinem Kind Details der Katastrophe ersparen und würde den Teufel tun, ihn Sendungen sehen zu lassen, wo man sehen kann, wie sich die Verzweifelten aus dem Fenster stürzen.
Aber in groben Zügen sollte man seinen Kindern schon die Welt realistisch erklären. Auch das gehört für mich zu einer guten Erziehung!
(wie hier bereits mehrfach