hallo,
mal eben von unten hochkopiert, weil ich nicht weiß, ob du weitverzweigte artikelbäume liest:
in den kinderkrippen, die ich kenne, bestehen die gruppen abhängig von der raumgröße aus maximal 12 kindern. im kindergarten sind es meist 25. auf die 10 kinder in der gruppe, die meine tochter vom ersten bis zum vierten lebensjahr besucht hat, kamen eine feste erzieherin, eine feste kinderpflegerin und eine (jährlich wechselnde) praktikantin. außerdem gab es im haus für 7 gruppen zwei springerkräfte für krankheitsfälle und zur differenzierung für die älteren, mit denen regelmäßig anderes gemacht wurde (ausflüge…). es handelte sich um eine städtische kinderkrippe in münchen. meine tochter liebte sie. und sie wurde geliebt. ich hatte als studentin einen ganztagesplatz für meine tochter, hatte aber nicht vor, sie ganztags dort zu lassen. wenn ich um halb drei ankam, um sie zu holen, verkündete sie mir mit eineinhalb jahren, sie müsse noch spielen, sie sei noch nciht fertig. und das hielt sich dann so. oft saß ich stundenlang auf der bank im garten, unterhielt mich mit erzieherinnen oder anderen müttern , denen es ähnlich ging und konnte mich so täglich davon überzeugen, dass mein kind in dieser einrichtung glücklich war. meine tochter hat noch immer freunde aus dieser zeit…
noch heute besuchen wir die krippe - meine tochter ist inzwischen zehn.
ich weiß sehr wohl, dass es auch ganz anders laufen kann, dass es lieblosere einrichtungen gibt, dass es unglücklichere konstellationen gibt. aber es ist einfach falsch und ärgerlich, wenn ständig behauptet wird, kleinkindbetreuung außer haus kann nicht mehr als verwahrung sein. das stimmt so einfach nicht!!!
meine tochter hat in der krippe vieles gelernt, was ich ihr alleine nicht so leicht hätte vermitteln können. krippenkinder sind oft selbständiger, sie orientieren sich an den großen, wollen auch schnell groß werden, werden problemloser trocken, essen sauberer - und sind offener. und dies nicht, weil sie dazu geprügelt würden, sondern weil die motivation durch das vorbild der älteren kinder enorm ist. außerdem lernen sie, sich als teil einer gruppe zu sehen - zuhause sind die meisten heute ja ohnehin die umtüttelten einzelprinzen/prinzessinnen…
anfügen möchte ich noch, dass in den krippen, die ich kenne, abgesehen von den ritualen im tagesablauf, die strukturgebend und orientierungsvermittelnd sind, sehr viel mit den kindern gemacht wird. kein künstlich umfangreiches programm… oft sind es kleinigkeiten und selbstverstänldichkeiten wie plätzchen backen, mit selbstgemachter knete basteln, töpfern, gemüse pflanzen…, die aber in vielen familien mangels möglichkeit oder einsatzbereitschaft zu kurz kommen. manche kinder haben in der krippe mehr ‚gelernt‘ als zu hause…
viele grüße
tabaiba