Kinderlose Pädagogen

Hallo miteinander, ein besonderes Hallo an die oben genannten :wink:

Klaras Threat war für mich wirklich lehrreich, ohne jede Ironie.

Da gibt es also die ausgebildeten Pädagogen, die ihre Theorien lernen und dann irgendwann auf ihre „Kunden“ losgelassen werden. Das ist ja nun auch in allen anderen Berufen ähnlich.

Allerdings sammelt man in jedem Beruf erst einmal Erfahrungen, egal, ob eine Kassiererin beim Aldi sich in das Kassensystem einarbeitet oder der Informatiker an die Gegebenheiten seines Arbeitsplatzes. Jeder, der im Berufsleben steht oder stand, wird vermutlich bestätigen, dass es nach der Ausbildung in der Praxis gaaaaaaanz anders aussieht.

Eine gewisse Ausnahme scheinen mir manchmal die Pädagogen zu sein. Sie haben ja viel mit Laien, sprich, ungebildeten Eltern, zu tun. Das Problem dabei ist aber, dass die Laien sicherlich aus dem Stand keine Diskussion über Fröbel und Co. führen können, aber die Ratschläge der Pädagogen unter Umständen sehr schnell auf Tauglichkeit hin durchschauen. Es ist eben jedes Kind anders, da gibt es mehr Unterschiede als bei Kassensystemen oder Rechnern.

Ich habe relativ viel mit Pädagogen (Grundschullehrern) zu tun, nicht nur als LehrerInnen meiner Kinder, sondern im Rahmen zusätzlicher ehrenamtlicher Arbeit an der Schule. Dabei stelle ich leider immer wieder fest, dass diejenigen, die eigene Kinder haben, eine sehr viel realistischere Herangehensweise an Probleme haben als ihre top ausgebildeten jungen Kollegen.

Damit möchte ich NICHT sagen, dass nur Pädagogen mit Kindern gute Fachkräfte sind, es gibt natürlich auch absolute Naturtalente, aber es macht einen Unterschied.

Bei den kinderlosen Pädagogen frage ich mich manchmal, ob sie während ihrer Ausbildung eigentlich einmal längeren Kontakt zu echten Kindern hatten oder ob sich das Praxiswissen auf sechs Wochen Praktikum beschränkt ?

Ich würde es daher sehr begrüßen, wenn die Pädagogen in ihrem Studium auch lernen würden, dass nicht jede Theorie bei jedem Kind greift. Die Ausbildung ist das Rüstzeug, das man braucht, mehr nicht.

Wenn sie dann noch praxisnah mit Kindern arbeiten müßten, beispielsweise in einem Heim, also nicht nur in Schulsituationen, dann wäre allen Beteiligten geholfen.

Sorry, Klara, das geht wirklich nicht gegen Dich ! Ich konnte aus Deinem Posting sehr gut lernen, wie viele Pädagogen „ticken“.

Was meint denn Ihr dazu ?

Gespannte Grüße,

Inselchen

Hallo Inselchen,

ich mache mal einen Vergleich.

Nehmen wir an, im Studium der Wirtschaftswissenschaften wird gelehrt, daß man eine Marktforschung machen muß, bevor man ein neues Produkt einführt. Nun führt eine große Supermarktkette ständig neue Proukte ein und betreibt hierzu auch im Vorfeld stets Marktforschung. Nehmen wir nun weiter an, die Marktforschung sieht für ein Produkt einen Massenmarkt, die Supermarktkette führt das Produkt ein und scheitert.

Übertragen auf die Diskussion „Dürfen Kinder ihre Eltern erziehen“, was sie ja nun definitiv tun, würde die belegen, daß Marktforschungen irrational sind, weil der Kunde ohnehin unmündig ist, zu entscheiden, welches Produkt wertvoll für ihn ist.

Und wenn ich mir die „Produktvielfalt“ ansehe, frage ich mich in der Tat, ob das noch mit dem Kundenwunsch zu tun hat.

Ich weiß nicht ob es stimmt, aber eine Mutter hat mir erzählt, daß in NRW die Division in der Grundlage in Zukunft nicht mehr gelehrt wird. Die sei eine Folge der Pisa Studie. Warum?

Die Kinder seien überfordert mit der Division, seien nicht in der Lage, sich das Verfahren anzueignen. Um den Anforderungen der Pisa Studie gerecht zu werden, schafft man also die Division ab, so daß die Schüler insgesamt besser in die Lage versetzt werden, sich den vermittelten Stoff auch anzueignen.

Wenn das keine Ente ist, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als dorthin auszuwandern, wo Kinder schon in der ersten Klassen Englisch lernen. Bayern oder wo war das?

Gruß, AndyM

Hi,

da gehts doch schon weiter:
-Pädagogik/SoWi: hatten wir gerade
-Wirtschaftswissenschaften: ebenfalls nicht die Bohne wert/geht an der Realität vorbei
-Naturwissenschaften: Urknall & Co
-Medizin: Cholesterinhoax & Co
-Politik: Schröder & Co
-Musik: Kübelböck und Bohlen
-Kriegskunst: Schmach im Irak
-Journalistik: BILD

Hab ich was vergessen? Fazit: die „zivilisierte“ Welt ist am verblöden. Oder wie soll man das deuten?

fragt sich:
Frank

Hallo Inselchen,

so leid es mir tut, aber ich habe keinen echten Beitrag zu Deinem sehr interessanten Posting. Ich muss Deine Aussage nur in einem Punkt etwas relativieren:

Dabei stelle ich leider immer wieder fest, dass diejenigen, die
eigene Kinder haben, eine sehr viel realistischere
Herangehensweise an Probleme haben als ihre top ausgebildeten
jungen Kollegen.

Bist Du Dir wirklich sicher, dass diese Pädagogen mit den eigenen Kindern auch so gut umgehen können, wie sie es Dir mit Deinen Kindern vermitteln? Ich kenne/kannte nur Lehrer mit Kindern, die zwar den fremden Kindern und Eltern viel kompetentes vermitteln konnten, aber mit ihren eigenen Kindern auf keinen Fall besser zurecht kamen als „Laien-Eltern“.

Damit möchte ich NICHT sagen, dass nur Pädagogen mit Kindern
gute Fachkräfte sind, es gibt natürlich auch absolute
Naturtalente, aber es macht einen Unterschied.

Kann es sein, dass auch einfach Lebenserfahrung da eine Rolle spielt. Gut der Pädagogik-Prof hat möglicherweise nie wirklich mit Kindern gearbeitet, da fehlt mir die Kenntnis der Laufbahnvoraussetzungen. Aber jahrelange Erfahrung mit fremden Kindern kann schon auch bei aufgeschlossenen Menschen ohne Kinder zu einem realitätsnäheren Erfahrungsschatz führen.

Gruß, Karin

[offtopic] Wissenschaften als solche

Hi,

da gehts doch schon weiter:
-Pädagogik/SoWi: hatten wir gerade
-Wirtschaftswissenschaften: ebenfalls nicht die Bohne
wert/geht an der Realität vorbei
-Naturwissenschaften: Urknall & Co
-Medizin: Cholesterinhoax & Co
-Politik: Schröder & Co
-Musik: Kübelböck und Bohlen
-Kriegskunst: Schmach im Irak
-Journalistik: BILD

Hab ich was vergessen? Fazit: die „zivilisierte“ Welt ist am
verblöden. Oder wie soll man das deuten?

Werde Computerfuzzi :smile:

Gruß,

Malte.

Thema verfehlt…
Hi,

Klaras Threat war für mich wirklich lehrreich, ohne jede
Ironie.

Da gibt es also die ausgebildeten Pädagogen, die ihre Theorien
lernen und dann irgendwann auf ihre „Kunden“ losgelassen
werden. Das ist ja nun auch in allen anderen Berufen ähnlich.

Sag mir doch bitte, seit wann Pädagogen unbedingt was mit Kindern zu tun haben müssen, in ihrem Beruf.

Gruß,

Malte.

Hallo,

Da gibt es also die ausgebildeten Pädagogen, die ihre Theorien
lernen und dann irgendwann auf ihre „Kunden“ losgelassen
werden. Das ist ja nun auch in allen anderen Berufen ähnlich.

Genau.

Eine gewisse Ausnahme scheinen mir manchmal die Pädagogen zu
sein. Sie haben ja viel mit Laien, sprich, ungebildeten
Eltern, zu tun. Das Problem dabei ist aber, dass die Laien
sicherlich aus dem Stand keine Diskussion über Fröbel und Co.
führen können, aber die Ratschläge der Pädagogen unter
Umständen sehr schnell auf Tauglichkeit hin durchschauen. Es
ist eben jedes Kind anders, da gibt es mehr Unterschiede als
bei Kassensystemen oder Rechnern.

Ja und? Ich frage mich, was ist die Konsequenz dieser Feststellung? Es ist doch schwerlich praktikabel, Pädagogen mit allen möglichen „Typen“ von Menschen vor Berufsstart arbeiten zu lassen… dazu scheinen Menschen doch einfach zu differenziert zu sein.

Ich habe relativ viel mit Pädagogen (Grundschullehrern) zu
tun, nicht nur als LehrerInnen meiner Kinder, sondern im
Rahmen zusätzlicher ehrenamtlicher Arbeit an der Schule.

Ich möchte hier ganz klar differenzieren zwischen Lehrern und Diplom-Pädagogen (Sozialpädagogen etc.).

Klara studiert Diplom-Pädagogik, wird also nicht an einer Schule unterrichten. Lehrer haben zwar auch als Fach im Studium Pädagogik, was allerdings je nach Engagement des Studierenden mehr oder weniger intensiv studiert wird. Hinzu kommt, das in der Lehrerausbildung der praktische Schwerpunkt im Referendariat gesetzt wird, so dass es in der Tat geschehen kann, dass jemand 24jähriges ohne große Lebenserfahrung und ohne weitergehende pädagogische Fähigkeiten und Fertigkeiten die Kids unterrichtet.

In manchen Bundesländern wurden in den letzten Jahren Absolventen mit 1. Staatsexamen (also ohne praktisches Referendariat) und Diplomierte Wissenschaftler zum Schuldienst eingestellt… da ist dann noch weniger Praxis vorhanden. Also wen wunderts…

Bei den kinderlosen Pädagogen frage ich mich manchmal, ob sie
während ihrer Ausbildung eigentlich einmal längeren Kontakt zu
echten Kindern hatten oder ob sich das Praxiswissen auf sechs
Wochen Praktikum beschränkt ?

Weil es oft so ist, wird ja auch schon seit langem darüber diskutiert, die Lehrerausbildung zu verändern… mehr Praxis rein, weniger Vorlesungen.

Wenn sie dann noch praxisnah mit Kindern arbeiten müßten,
beispielsweise in einem Heim, also nicht nur in
Schulsituationen, dann wäre allen Beteiligten geholfen.

Dafür sind Lehrer nicht ausgebildet… das fällt dann eher in den Bereich Erzieher, Sozialpädagogen oder Diplompädagogen.

Sorry, Klara, das geht wirklich nicht gegen Dich ! Ich konnte
aus Deinem Posting sehr gut lernen, wie viele Pädagogen
„ticken“.

Naja… du konntest lernen, wie Klara „tickt“

Was meint denn Ihr dazu ?

Sooo viel, komplexes Thema und wenig Zeit…

Es ist immer schwierig auf Basis eines mehr oder weniger wissenschaftlichen Studiums den Umgang mit Menschen zu lernen. Allerdings werden eben auch viele wichtige Dinge gelehrt während eines Studium, die es dann eben umzusetzen gilt. Das können manche Leute gar nicht, andere besser und manche wiederum brauchen das Studium nicht, weil sie Naturtalente sind.

Allerdings… wie sähe es ohne Studium/Ausbildung aus? Dann hätten wir jede Menge Menschen, die selbsternannte Spezialisten für andere Menschen sind… und sie greifen nur auf ihre eigenen Erfahrungen zurück. Viele Menschen neigen dazu, ihre eigenen Lebenserfahrungen zu verallgemeinern und eigene Lösungen zu eigenen Problemen auf andere zu übertragen, was dann meist in gutgemeinten Rat"schlägen" weitergegeben wird.

Leider funktioniert das oft nicht, weil jeder Mensch optimalerweise seine eigenen Lösungsstrategien entwickeln sollte. Und da kommt wieder jemand ins Spiel, der das nötige (auch) theoretische Hintergrundwissen hat, um diese Person zu unterstützen. Der Feinschliff kommt auch hier durchs tun, klar. Insofern sehe ich die Nachteile (die du bezogen auf die Lehrer ansprichst), allerdings auch die Vorteile. Besser wird das Ganze, wenn bereits während des Studiums mit Menschen (in welchem Kontext sei mir hierbei egal) gearbeitet wird.

Langes Posting und dennoch zu kurz, um alles dazu zu schreiben, was mir einfällt, sorry.

Gruß
Xelya

Hi,

da gehts doch schon weiter:
-Pädagogik/SoWi: hatten wir gerade
-Wirtschaftswissenschaften: ebenfalls nicht die Bohne
wert/geht an der Realität vorbei
-Naturwissenschaften: Urknall & Co
-Medizin: Cholesterinhoax & Co
-Politik: Schröder & Co
-Musik: Kübelböck und Bohlen
-Kriegskunst: Schmach im Irak
-Journalistik: BILD

Hab ich was vergessen? Fazit: die „zivilisierte“ Welt ist am
verblöden. Oder wie soll man das deuten?

Werde Computerfuzzi :smile:

-Informatik: windows

Häh?
Hallo Andy,

Ich weiß nicht ob es stimmt, aber eine Mutter hat mir erzählt,
daß in NRW die Division in der Grundlage in Zukunft nicht mehr
gelehrt wird. Die sei eine Folge der Pisa Studie. Warum?

*Verwirrtguck* Wie soll denn das gehen? Die Division ist eine der vier Grundrechenarten. Das wäre ungefähr so, als ob man nur noch 3/4 des Alphabets lernt.

Wenn das keine Ente ist, bleibt mir wohl nichts anderes übrig,
als dorthin auszuwandern, wo Kinder schon in der ersten
Klassen Englisch lernen. Bayern oder wo war das?

Zum einen: Ich denke es ist eine Ente. Zum anderen: Auch in Hamburg wird Englisch ab Klasse 1 unterrichtet.

Grüße,

Anwar

logisch wäre, nur eltern zu pädagogischen ausbildung aller arten zuzulassen? aber was könnten sie dabei noch lernen, da sie ja schon alles wissen?

als eltern macht man zwar erfahrungen, aber man hat selten so viele kinder, daß diese kinder die gesamtheit der möglichen erziehungsprobleme produzieren. da bräuchte man schon ein „normales“ kind, ein körperbehindertes, ein geistigbehindertes, ein aggressives, ein hyperaktives, ein hochintelligentes, ein legasthenisches, ein depressives, ein gemischtrassiges, eineiige zwillinge…

im studium wird theoretisches wissen über viele verschiedene erziehungsprobleme vermittelt, die vielen eltern wahrscheinlich gar nie kennen lernen werden.

nun können sich beide seiten hinstellen und sich gegenseitig „ihr wisst ja gar nichts!“ in die gesichter schreien. ich denke, in dem punkt irren sich beide seiten und nützen tut die diskussion keinen, vor allem nicht den betroffenen kindern.

mag ja sein, daß jemand frisch von der uni kommt und meint, er hätte die weisheit mit löffeln gefressen. aber das geht wohl den meisten berufsanfängern so. daher halte ich es für unangemessen, einen ganzen berufsstand aufgrund übereifriger berufsanfänger abzuqualifizieren.

Da bist Du nicht allein.
Hallo Karin,

Bist Du Dir wirklich sicher, dass diese Pädagogen mit den
eigenen Kindern auch so gut umgehen können, wie sie es Dir mit
Deinen Kindern vermitteln? Ich kenne/kannte nur Lehrer mit
Kindern, die zwar den fremden Kindern und Eltern viel
kompetentes vermitteln konnten, aber mit ihren eigenen Kindern
auf keinen Fall besser zurecht kamen als „Laien-Eltern“.

Schon der Volksmund weiß:
„Lehrers Kinder, Pastors Vieh, gedeihen selten oder nie.“

Grüße,

Anwar

Huhu!

Da gibt es also die ausgebildeten Pädagogen, die ihre Theorien
lernen und dann irgendwann auf ihre „Kunden“ losgelassen
werden. Das ist ja nun auch in allen anderen Berufen ähnlich.

Genau, das geht den Juristen etc. nicht groß anders.

Dabei
stelle ich leider immer wieder fest, dass diejenigen, die
eigene Kinder haben, eine sehr viel realistischere
Herangehensweise an Probleme haben als ihre top ausgebildeten
jungen Kollegen.

Aber vielleicht fahren die jungen Kollegen einfach noch nicht in der
festgelegten Schienen, in die die alten Kollegen vor Jahren mal gerutscht sind?
Wer bewirkt denn Innovationen, wenn nicht die jungen (in den meisten Fällen
zumindest)?
Damals, mit Rohrstock etc. hat’s ja auch funktioniert … da wusste man auch,
wie man zu erziehen hatte … hmmh, schwierig!

Damit möchte ich NICHT sagen, dass nur Pädagogen mit Kindern
gute Fachkräfte sind, es gibt natürlich auch absolute
Naturtalente, aber es macht einen Unterschied.

Wie du richtig sagtest, jedes Kind ist anders: also stehst du als Mutter u.U.
genauso deppert da, wenn du ein anderes Kind vesuchst zu ‚erziehen‘, was ganz
anders tickt als deins.
Bei deinem funktioniert die Sache mit der Auszeit im Kinderzimmer, das andere
Kind schlägt in der Zeit sämtliche Möbel klein …

Bei den kinderlosen Pädagogen frage ich mich manchmal, ob sie
während ihrer Ausbildung eigentlich einmal längeren Kontakt zu
echten Kindern hatten oder ob sich das Praxiswissen auf sechs
Wochen Praktikum beschränkt ?

Leider ist der Praxisanteil sehr gering! Daran gibt es meiner Meinung nach
nichts zu diskutieren :frowning:
Und zwar ist er zu gering für den Studenten, der erst nach Beendigung des
Studiums auf die Kinder (also, bei Lehramtsstudenten) losgelassen wird und dann
erst erkennt, dass der Job gar nicht so ist, wie er sich das gedacht hat. Das
hat zur Folge, dass er miespetriger Lehrer wird oder nochmal von vorne anfängt

Für die Schüler würden 3 Monate mehr oder weniger Praktikum eher keinen
Unterschied machen … das Praxiswissen kommt halt erst durch viel Erfahrung.

Ich würde es daher sehr begrüßen, wenn die Pädagogen in ihrem
Studium auch lernen würden, dass nicht jede Theorie bei jedem
Kind greift. Die Ausbildung ist das Rüstzeug, das man braucht,
mehr nicht.

Natürlich ist allen klar, dass man nicht mit Theorie A überall durchkommt!
Deshalb ist immer von ‚angemessenem und individuell angepasstem‘ Verhalten die
Rede :wink:

Wenn sie dann noch praxisnah mit Kindern arbeiten müßten,
beispielsweise in einem Heim, also nicht nur in
Schulsituationen, dann wäre allen Beteiligten geholfen.

Achso, hmmh … ich glaube nein. Denn Kinder reagieren teilweise in der
Schulsituation anders als in anderen Situationen (z.B. in der Freizeit).

Ich konnte
aus Deinem Posting sehr gut lernen, wie viele Pädagogen
„ticken“.

Ja, und? Erzähl mal! Das würde mich nun auch interessieren!
Ich weiß nämlich, dass wir außerhalb des Uni viel belächelt werden, aber kann
nicht recht einordnen warum.
Weil nicht alle Kinder haben?

Deppen, die mit ihren ‚Kunden‘ nicht umgehen können gibt es überall: in der
Werkstatt, in der Schule, im Supermarkt …

Das größte Problem, was Pädagogen haben, ist eigentlich, dass sich jeder
andere Mensch, vor allem Eltern, als Experten auf dem Gebiet fühlt
und den Eindruck haben, dass da jemand in ihr Fachgebiet eindringt.
Jemand, der sie igendwie blossstellen könnte.
Natürlich sind Eltern ‚Fachleute‘, aber halt auf ganz andere Basis, und davon
sollte man immer ausgehen.
Jemand der die Mandeln herausoperiert bekommen hat fühlt sich dem Arzt, der
seine Mandeln noch hat ja auch nicht überlegen :wink:

Wichtig ist doch nur das gemeinsame! Ziel: im Interesse des Kindes (ich spreche
mal nur von Kindern, das vereinfacht das ganze) und für das Kind zu handeln.

Bye, Vanessa

Ergänzung :wink:
Hallo an alle,

was mir ganz wichtig ist: Ich möchte auf gar keinen Fall einen ganzen Berufsstand verunglimpfen, falls das so angekommen ist, entschuldige ich mich hiermit.

Es ist auch klar, dass niemals ALLE Vertreter einer Berufsgruppe genau gleich „ticken“. Ich fand nur Klaras Posting so, dass es einige Vorurteile oder eben auch Erfahrungen auf’s schönste bestätigte. Dazu später.

Und nein, ich finde nicht, dass zwingend alle Pädagogen Kinder haben müssen. Aber wenigstens „ersatzweise“ sehr intensiven Kontakt zu Kindern - da sind wir uns ja einig. Wenn dann die kinderlosen Pädagogen verinnerlichen, dass manches aus Elternsicht etwas anders aussieht, ist schon viel gewonnen.

Ich kenne mehrere Lehrerinnen und Erzieherinnen, die mir selbst erzählt haben, dass sie manche Aussage gegenüber Eltern aus ihrer kinderlosen Zeit so nicht wieder machen würden.

Der Informatiker, der als Berufsanfänger Mist baut, macht einfach weniger kaputt als jeder Berufsstand, der direkten Menschenkontakt hat.

Die Gefahr besteht natürlich, dass eigene Erfahrungen zu sehr als allgemein angenommen werden, wie schon Vanessa schreibt: Beim Lehrerkind funktioniert Massnahme XY vielleicht ganz toll, bei meinem nicht. Ich habe übrigens Glück, der Sohn der Lehrerin meiner Ältesten ist inzwischen ebenfalls Schulkind, das fließt häufig in Gespräche mit ein :wink:

Und ich habe auch Glück mit der Lehrerin meiner zweiten Tochter: Sie ist ganz jung, kinderlos, sehr engagiert, hält sich unbeirrbar an ihren eigenen Stil. Zufällig passt dieser hervorragend zum Charakter meiner Tochter *g*. Eine andere Mutter (die im übrigen Lehrerin an einer anderen Schule ist *g*) streitet ständig über zu viele Hausaufgaben, zu viele „gelbe Karten“ für ihren Sohn, usw. Sie als erfahrene Pädagogin findet die junge Pädagogin unmöglich :wink:.

Trotzdem finde ich es angenehm, wenn Lehrer eigene Kinder haben oder wirklich intensive Kindererfahrung. Man unterhält sich nicht nur auf der Ebene Eltern - Lehrer, sondern hat auch gewisse gemeinsame Erfahrungen, und sei es nur das Wechseln von Stinkewindeln *Ironiealarm*.

Ich finde auch, dass ein Arzt, der selbst mal Patient in einer Klinik war, einen anderen Zugang zu seinen Patienten hat.

Meine langjährige Friseurin ist ähnlich gestrickt wie ich, sprich, sie experimentiert gerne mit ihren Haaren. Die Kollegin, die ich schon ersatzweise aufgesucht habe, ist der Typ „lange Haare sind das Tollste“, und sie bekommt einfach keinen so richtig pfiffigen Kurzhaarschnitt hin, weint um jeden Millimeter Kundenhaar *ggg*.

Und dass ein Bänker privat einmal auch durch finanziell enge Zeiten gehen müßte, um seine Kunden freundlicher zu behandeln, fände ich auch wünschenswert - als EX-Bänker darf ich das so sagen :wink:

Vanessa, ich finde es interessant, dass Du Dich (oder Ihr Pädagogen Euch ?) belächelt fühlst. Wer mit offenen Augen in einen Schulhof geht, dem müßte klar sein, dass Lehrer ein sauschwerer Beruf ist. Auch alles, was an Pädagogik drumherum stattfindet, Schulsozialarbeit usw., ist wichtige und harte Arbeit.

Auf der anderen Seite fand ich Klaras Posting „typisch“, und zwar aus folgendem Grund:

Sie hat ihre Theorien gelernt. Das ist wichtiges Handwerkszeug, keine Frage. Aber sie hat (noch) nicht die Distanz und/oder die Erfahrung, dass die Praxis oft anders aussieht. Sie schreibt als Fachfrau über Laieneltern, ich finde ihren Tonfall recht verräterisch. Dagmar, ich habe auch schwer gelacht, wir beide als Mäuschen im Kaufhaus, einen hilflosen Prof beobachtend *gggggg*…

Ich hatte leider mit einer Lehrerin zu tun, die auch sehr „belesen“ war *Ironiealarm*. Nun sind meine Kinder etwas anders, da kann ich nichts dafür. Ich weiß aber genau, dass ich sie nicht so „gemacht“ habe. Die gute Lehrerin aber wußte aufgrund ihrer Ausbildung, dass DAS einfach nicht sein KANN. Sie WUSSTE, dass meine Tochter nie an die frische Luft kommt - tatsächlich ist sie ein ziemliches Wald-und-Wiesen-Kind. Sie WUSSTE, dass sie sich nie bewegt. Auch hier schlug nur die Schublade zu, in die sie mich als Mutter steckte. Der letzte Versuch, mit ihr ins Reine zu kommen, endete mit „SIE wissen sehr wohl, was SIE mit Ihrer Tochter wirklich machen !“ Leider übertrug sie ihre Aversionen gegen mich böse Mutter auf meine Tochter :frowning:((

Ich bin längst offiziell rehabilitiert, die Dame verweilte nur sehr kurz an unserer Schule, war dann ganz kurz an einer anderen Schule und ist inzwischen Mutter *ggg*.

Ihre Lieblingskollegin (auch jung, dynamisch und kinderlos) ist aber noch da. Ich habe nichts mit ihr zu tun, kenne sie nur flüchtig. Ich zitiere eine Mutter über den Verlauf eines Problemgesprächs: „ICH habe studiert, und ICH bin hier die Pädagogin.“ Bei besagter Mutter fällt das dritte Kind aus dem gewohnten Rahmen (ist kein Störer !), und das gibt es ja wohl nicht, kommt nicht im Lehrbuch vor…

Ich komme sonst mit Lehrern sehr gut aus, wir respektieren uns gegenseitig, keine Probleme.

Warum lästert man oft über Pädagogen ?

Ich denke, wer mit Kindern arbeitet, muss selbst ein bißchen „Kind“ bleiben, und das meine ich im positiven Sinne. Tritt also ein netter, engagierter und innerlich jugendlicher Lehrer im sonstigen Leben auf, ist er einfach ZU „jugendlich“.

Das kann nerven - ich hatte auf der Bank Lehrerkunden, die irgendwie naiv genug waren, eine Bank für ein Wohlfahrtsunternehmen zu halten.

Jetzt, nicht mehr als Bänker, habe ich eine Lehrerin als Kundin, über deren Briefe ich mich immer freue: Absolut „ungeschäftlich“, in typischer Lehrerinnenhandschrift, mancher Kollege würde darüber milde lächeln, ich aber emfinde ihre Briefe als nette Abwechslung. Und ich muss einfach immer grinsen - eine richtige Bilderbuchlehrerin eben :smile:.

So gesehen sind viele Lehrer nette Farbtupfen in unserer Gesellschaft - darf ich das so sagen ?

Es grüßt Euch

Inselchen

Hallo Andy,

Ich weiß nicht ob es stimmt, aber eine Mutter hat mir erzählt,
daß in NRW die Division in der Grundlage in Zukunft nicht mehr
gelehrt wird. Die sei eine Folge der Pisa Studie. Warum?

*Verwirrtguck* Wie soll denn das gehen? Die Division ist eine
der vier Grundrechenarten. Das wäre ungefähr so, als ob man
nur noch 3/4 des Alphabets lernt.

Begründung: Können sie ja dann mit dem Taschenrechner machen. Die für uns zuständige Grundschule ist jedenfalls der Meinung, daß das so kommen wird.

Wenn das keine Ente ist, bleibt mir wohl nichts anderes übrig,
als dorthin auszuwandern, wo Kinder schon in der ersten
Klassen Englisch lernen. Bayern oder wo war das?

Zum einen: Ich denke es ist eine Ente. Zum anderen: Auch in
Hamburg wird Englisch ab Klasse 1 unterrichtet.

Ah ja, genau. Hamburg. Noch wo? Glaube nicht.

AndyM

Hallo Andy,

Begründung: Können sie ja dann mit dem Taschenrechner machen.
Die für uns zuständige Grundschule ist jedenfalls der Meinung,
daß das so kommen wird.

Nun, dass finde ich aber höchst inkonsequent. Dann sollte man aber auch Addition, Subtraktion und Multiplikation abschaffen (kann der Taschenrechner auch alles). Lesen und Schreiben ist in Zeiten von Text-to-Speech und Speech-to-Text ebenso unsinnig wie Geographie (steht ja alles in Atlanten - außerdem: Wer braucht schon Geographie), Geschichte (steht in Geschichtsbüchern) oder Naturwissenschaften (wenn man was wissen will kann man’s ja ausprobieren - sind ja schließlich empirische Wissenschaften).
Ich denke es dauert noch ein wenig, bis ich Kinder haben werde, aber sollte das bis dahin Faktum sein, werde ich meinen Kindern diese Zeitverschwendung ersparen.

Ah ja, genau. Hamburg. Noch wo? Glaube nicht.

Weiß ich nicht so genau. Ich glaube aber SH will es auch einführen. Aber Hamburg ist doch schön! :smile:

Grüße,

Anwar

Hallo Andy,

Begründung: Können sie ja dann mit dem Taschenrechner machen.
Die für uns zuständige Grundschule ist jedenfalls der Meinung,
daß das so kommen wird.

Nun, dass finde ich aber höchst inkonsequent. Dann sollte man
aber auch Addition, Subtraktion und Multiplikation abschaffen
(kann der Taschenrechner auch alles).

Die Konsequenz ergibt sich in Bezug auf die Pisa Studie daraus, daß es den Kindern angeblich zu schwer falle, sich die Division von Hand anueignen. Mit addieren, subtrahieren und Multiplizieren tun sie sich nicht so schwer.

Auch mit Schreiben lernen tun sie sich nicht
Ich denke es dauert noch ein wenig, bis ich Kinder haben
werde, aber sollte das bis dahin Faktum sein, werde ich meinen
Kindern diese Zeitverschwendung ersparen.

Ich würde meinen Kindern das Schulsystem ersparen wenn es finanziell zu verantworten wäre. Leider habe ich es nicht an allen Enden dicke. Mit unseren Mittleren testen wir gerade den privaten Kindergarten. Er besucht ihn seit dem 23. Monat und es tut ihm nur gut. Wenn wir bis dahin eine Finanziermöglichkeit für Private Grundschule gefunden haben, kann er meinetwegen gerne dort hin.

Ah ja, genau. Hamburg. Noch wo? Glaube nicht.

Weiß ich nicht so genau. Ich glaube aber SH will es auch
einführen. Aber Hamburg ist doch schön! :smile:

Stimmt :smile:

Gruß und einen schönen Tanz in den Mai,

AndyM