Kindermund

Hallo Leute,

mein 3jähriger Enkel, wirklich nicht auf den Mund gefallen, ließ heute wieder einen Spruch los:

Wir fuhren im Auto, auf dem Weg zum Bauern, um Gemüse zu holen. Die Fahrt ist nicht lang, vielleicht 5 Minuten. Nach der halben Strecke erklärte er, er will nicht zum Bauern, er will sofort nach Hause. Ich sagte ihm, dass ich jetzt nicht umkehren werde, wir würden sofort heim fahren, wenn wir eingekauft haben.

Daraufhin ging ein hysterisches Gebrüll los. Der Kleine war mehr als außer sich. Ich hab ihn im Rückspiegel beobachtet, der ist fast geplatzt vor Wut.

Nach einiger Zeit fragte ich ihn, ob ich ihn irgendwie beruhigen kann, ihm vielleicht ein Lied vorsingen soll.

Er hielt kurz die Luft an, sagte in vollkommen ruhigem Ton:

„Das wird auch nichts nützen, davon werd´ich auch nicht leiser“

…und brüllte weiter wie vorher.

Hallo Gisela,

ich würde das Gebrüll einfach ignorieren und ihn beim Bauern im Auto lassen.
Jede weitere Reaktion auf das Gebrüll zeigt ihm doch, dass er damit etwas bewirkt, und er wird in ähnlichen Situationen sich ähnlich verhalten. Mit 3 Jahren ist er in der Lern- und Ausprobierphase - du willst sicher keine Menschen großziehen, der alle seine Vorstellungen mit Herumtoben ertrotzt?

Wadlbeisser

huhu Wadlbeisser,

soweit ich dem Artikel entnehmen kann, hat sie ihm seinen Willen ja nicht gegeben. Sie hat versucht eine Einigung (etwas vorsingen) zu finden. Als er darauf nicht eingegangen ist, nehme ich an, ist sie trotzdem einkaufen gefahren ;o)

Ich denke, einen EInigungsversuch kann man schon machen. Wenn der nchts fruchtet, kann ignorieren immer noch ein heilsames Mittel sein ;o)

lG duplosche

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Hallo Wadlbeisser

ich würde das Gebrüll einfach ignorieren und ihn
beim Bauern im Auto lassen.

Ja, aber Leute, die nicht mit „ignoriert werden“
aufgewachsen sind, tun sich schwer damit, ohne
Not irgendwas „zu ignorieren“.

Jede weitere Reaktion auf das Gebrüll zeigt ihm doch,
dass er damit etwas bewirkt, und er wird in ähnlichen
Situationen sich ähnlich verhalten.

Nein, die Reaktion sollte imho vor allem zweckmäßig
sein. Vielleicht hat er einen Grund, nicht zum Bauern
zu wollen. Vielleicht hat er Angst vorm großen Hofhund,
der immer so gefährlich kläfft.

Mit 3 Jahren ist er in der Lern- und Ausprobierphase -
du willst sicher keine Menschen großziehen,
der alle seine Vorstellungen mit Herumtoben ertrotzt?

Er tobt nicht herum, weil er gerne herumtobt,
sondern weil er in seinem „Unlust- und Panik-Anfall“
keine andere Kommunikationsmöglichkeit sieht.

Wenn Du dem Kind gegenüber „unkameradschaftlich“
agierst, d.h. seine Panik nicht wenigstens ver-
suchst wahrzunehmen, kannst Du „am Ende“ vielleicht
ein „gehorsames“, aber eher kein „kooperatives“
Kind vorfinden. Mein Senf.

Was die Kinder vor allem lernen, ist
die „Reaktion der Erwachsenen“.

Grüße

CMБ

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Vielleicht hat er Angst vorm großen Hofhund,
der immer so gefährlich kläfft.

Nunja, er konnte ja ziemlich gesammelt und ruhig auf ihre Bemühung antworten. Ob er da so groß Angst habe, wage ich zu bezweifeln *g*

Hallo duplosche,

Den Effekt kenne ich gut von meiner (jetzt)
3 1/2-jährigen Tochter.

Es gibt hier imho zwei „Umweltfaktoren“: den Panikauslöser
und das kameradschaftliche „Entgegenkommen“ der
Mutter. Beides wird vom Kind imho „rational“ bewertet.

So ein Unlustanfall hat immer einen deutlichen
zeitlichen ‚overshoot‘ zur Folge. Das Abklingen
der Erregung braucht Zeit.

Grüße

CMБ

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Leben zerstört
Hallo
Herrlich, am Besten gleich einen Stift parat halten und aufschreiben.
Meine Kleine(3) brachte letztens auch einen Knaller.
Sie fragte ihren kleinen Freund, ob er noch mit zu uns möchte. Er verneinte, wollte lieber nach Hause. Da guckt meine ihn an( das war schon ein Bild der Götter) und sagte superernst: Johanson, du hast meine Leben zerstört!

Einen schönen Sonntag
Manu

huhu Wadlbeisser,

soweit ich dem Artikel entnehmen kann, hat sie ihm seinen
Willen ja nicht gegeben. Sie hat versucht eine Einigung (etwas
vorsingen) zu finden. Als er darauf nicht eingegangen ist,
nehme ich an, ist sie trotzdem einkaufen gefahren ;o)

Natürlich bin ich weiter gefahren.
Ich wäre noch nicht mal auf die Idee gekommen umzukehren.
Allerdings wollte ich ihn auch nicht im Auto sitzen lassen, da er so „verquer“ war, dass er noch nicht mal wahrnahm, in welches Gebäude ich gegangen bin. (Ist ein großes Anwesen und er war noch nie dort).

Habe ihn also mit rein genommen. Nun, geschrieen hat er da nicht mehr. Demonstriert in welchem Maße er misshandelt wird, hat er aber schon.

Nun, er hat´s überlebt.

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Hallo Gisela,

nachdem er geantwortet und weiter gebrüllt hat, hätte ich ihm noch ein Frage
gestellt und versucht ein Gespräch anzufagen. Das hätte ihn bestimmt soweit
abgelenkt, dass ers kurz darauf vergessen hätte.
Er hätte somit keine Möglichkeit gehabt sich rein zu steigern.
Ich hätte ihn irgendwas gefragt, wies bei der Oma das letzte Mal war oder so.
Oder direkt darauf eingehend: „Willst du nachher für mich den Korb zum Bauern
tragen und ganz alleine bezahlen?“, oder irgendwie sowas. Ihm ne
Verantwortungsvolle Aufgabe geben oder so.

liebe grüße
naddi

Hallo Gisela,

nachdem er geantwortet und weiter gebrüllt hat, hätte ich ihm
noch ein Frage
gestellt und versucht ein Gespräch anzufagen. Das hätte ihn
bestimmt soweit
abgelenkt, dass ers kurz darauf vergessen hätte.
Er hätte somit keine Möglichkeit gehabt sich rein zu steigern.
Ich hätte ihn irgendwas gefragt, wies bei der Oma das letzte
Mal war oder so.
Oder direkt darauf eingehend: „Willst du nachher für mich den
Korb zum Bauern
tragen und ganz alleine bezahlen?“,

Nun, seine Mutter hatte ihn gebeten, etwas Gemüse für sie mitzubringen. Ging ja schon in die von dir angeregte Richtung. Als ich ihn beim Bauern bat, etwas für Mama herauszusuchen, meinte er.

„Scheiß Bauer, scheiß Hühner, scheiß Gemüse“.

Hallo Gisela,

„Scheiß Bauer, scheiß Hühner, scheiß Gemüse“.

den find ich ja noch viel schöner als den ersten. *g

Aber mal im ernst, wenn meine Kinder im Auto angefangen haben zu zicken, gabs erst ne kurze Ansage und wenn das nichts half, hat Papa mal kurz gezeigt wer im Auto das Sagen hat. :smile:)

Geht natürlich nur auf freier Strecke, wenn man nicht zu schnell fährt und keiner hinter einem ist…
Aber du glaubst gar nicht was ne kurze kleine Vollbremsung für eine moralische Wirkung in so einem Moment haben kann. :smile:))

Ich weiß, Papa ist fies, aber ich musste das auch nur zwei mal machen, seit dem sind sie nach der ersten Ansage ruhig.

Schmunzelde Grüße
Ronny

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Kommt mir bekannt vor. Ich glaub, vor 10 Jahren war ich genauso.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nun, seine Mutter hatte ihn gebeten, etwas Gemüse für sie
mitzubringen. Ging ja schon in die von dir angeregte Richtung.
Als ich ihn beim Bauern bat, etwas für Mama herauszusuchen,
meinte er.

„Scheiß Bauer, scheiß Hühner, scheiß Gemüse“.

Wow, nicht schlecht. Er kann sich verbal jedenfalls schon sehr gut zur Wehr setzen. *g*
Gut fürs spätere Schulleben.
Da ist das ein ganz wichtiges Vokabular