hallo unimportant,
zunächst zu deiner konkreten frage:
Mal eine praktische Frage: Wenn Du wolltest, dass Dein Kind
mehr Gemüse und weniger Süßigkeiten isst, was würdest Du
konkret tun, um dies zu erreichen?
da ich in meinem leben eine menge dinge essen mußte, die ich nicht wollte, vor denen es mich sogar geekelt hat, zwinge ich niemandem essen auf. auch von „man kann immer 1 löffel davon probieren“ halte ich überhaupt nichts, weil ich jemand kenne, der diesen satz als eine der größen lebensmaximen ansieht (nebenbei gesagt im restaurant aber immer „putenschnitzel indisch“ bestellt). dieser satz kann wirklich eine pest sein, wenn man nicht nur skeptisch gegen (unbekanntem) essen ist, sondern sich vor bestimmten dingen graust.
im thread gab es gute ideen: kinder beim kochen und einkaufen helfen lassen, nahrungsmittel ansprechend anrichten, eine andere zubereitungsform wählen, wobei letzteres sich teils mit „unterjubeln“ überschneidet. auch kindern kann etwas widerlich sein und ich finde es fies, leuten etwas unterzujubeln, das sie widerlich finden. ob man etwas eklig findet, hängt ja nicht unbedingt vom geschmack ab. mag jemand ein nahrungsmittel nicht gedünstet, wohl aber roh, dann spricht für mich nichts dagegen, demjenigen z.b. eine suppe davon anzubieten.
wenn sich eltern gedanken darüber machen, wie sie ihr kind zum essen bestimmter, gesunder dinge bewegen können, tun sie das nicht alle, um ihr schlechtes gewissen zu kompensieren. vielmehr tun sie das, weil sie sich gedanken über das wohlergehen ihrers kindes machen, und sie bleiben dabei nicht bei der ernährung des kindes stehen. es ist doch unlogisch, sich soviel mühe bei der ernährung zu machen, wenn man für andere belange wie z.b. die freizeitbeschäfigung des kindes keine zeit/ lust hat. auf diese weise spart man sich doch nichts, eher kümmert man sich um alle belange so wenig wie möglich.
übrigens bietet „dem kind alles anbieten und es selbst wählen lassen“ auch eine möglichkeit, sich möglichst wenig um das kind kümmern zu müssen, indem man sich auf einkaufen beschränkt. ich glaube aber nicht, daß dies so funktioniert. es gibt zwar sehr interessante belege für die erstaunliche sensibilität des organismus (z.b. daß man lieber einen sexualpartner wählt, der einen vom eigenen verschiedenen immunabwehrkomplex besitzt - anscheinend kann man das riechen), aber man muß sich fragen, ob diese sensibilität nicht irregeleitet werden kann (im beispiel der partnerwahl durch parfum und deo) oder von stärkeren instinkten überlagert wird. so schreibst du, kinder wüßten instinktiv, was sie bräuchten, machst aber allein die eltern für fettleibigkeit verantwortlich, da sie den kindern nicht genügend bewegung verschaffen. das ist unlogisch: wenn es ein instikt wäre, sich richtig zu ernähren, dann müßten die kinder entweder merken, daß sie weniger oder kalorienärmere nahrung brauchen, oder sie müßten merken, daß sie mehr bewegung brauchen.
meiner ansicht nach ist der instinkt, nahrung in seinem bauch zu verstecken, der stärkste. dort ist es sicher vor konkurrenten und wenn man in nächster zeit kein futter mehr findet, hat man das fett auf seinen hüften. vielleicht kann man vitaminmangel oder -überdosis spüren, aber sich danach verhalten wird man erst, wenn man genug futter in seinem bauch versteckt und ein entsprechendes gewicht erreicht hat. daher finde ich es sogar notwenig, daß eltern den instinkt ihrer kinder bremsen, und ihnen ausgewogene ernährung im entsprechenden verhältnis zur körperlichen betätigung (und auch freude an bewegung) beibringen.
„dem kind alles anbieten und es selbst wählen lassen“ - vielleicht kann dieses prinzip die versorgung mit vitaminen und spurenelementen optimieren. die instincotherapie (z.b. http://home.nikocity.de/mp/instinkt.htm) geht ja davon aus. ich denke, dazu gehört aber mehr, als die schränke voll zu machen und dem kind zu überlassen. dazu gehört auch nahrungsmittelkunde und unterweisung in der zubereitung, weil das kind nicht von alleine wissen kann, was es alles für nahrungsmittel gibt und wie vielfältig sie kombiniert und zubreitet werden können. und genau dieses wurde von ja als lösungsmöglichkeit für das ausgangsproblem angeboten: man solle die kinder beim einkaufen und kochen helfen lassen.