Kindern Gemüse schmackhaft machen

Hallo,

wer hat Rezepte oder Links zum Thema Gemüsegerichte für Kinder?

Unser Sohn ist drei Jahre alt und an sich ein guter Esser. Favorisiert werden allerdings Kartoffeln in jeder Form (außer Pürree) und Nudeln. Auch Fleisch/Fisch läuft gut. Außer an grünen Salat geht er aber nicht (mehr) an Gemüse ran. Probiert es leider nicht einmal.
Da er kein Pürree essen mag, können wir nicht mal zerdrücktes Gemüse unter die Kartoffeln mogeln, auch wenn wir ihm Salzkartoffeln und Gemüse auftun und es dann auf seinem Teller mit der Gabel zerdrücken und vermengen, weigert er sich, dies zu essen.
Lediglich einige Eintöpfe wie Möhren oder Grünkohl isst er, sobald die einzelnen Zutaten aber getrennt auf seinem Teller landen, streikt er.
Kennt jemand das Problem bzw. weiß jemand Rat?

Hoffe auf Eure Hilfe!

Viele Grüße,
Denise

Hallo

es liegt nicht an den Rezepten. Es liegt alleine am Gemüse. Es schmeckt manchen Kindern halt nicht. Man kann sich auf den Kopf stellen, es will einfach nicht in die Futterluke :wink:. Da hilft auch kein Rezept. Sobald es wie Gemüse aussieht ist Schicht im Schacht - egal ob’s Süß schmeckt.

Du kannst es ja mal mit den TK Gemüsestäbchen probieren. Mache diese aber ohne Fett im Offen. Ob die aber so Gesund sind wie frisches Gemüse - hm weiss ich nicht.

Stellt doch einen Obstsalat auf den Tisch. Da sind auch gute und wichtige Stoffe enthalten. Oder versucht ob er Rohkostsalate ist.

Vieleicht stellst Du diese Frage mal ein wenig oberhalb in der Rubrik Eltern und Kind. Da gibt es bestimmt welche, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben.

Eins kann ich sagen - nicht versuchen das Kind zu bescheisen (das merken die) und dann ist es bei allen was Ihr kocht mistrauisch. Auch mit Druck werdet Ihr nichts erreichen.

Gruß Raumpilot

Hier noch ein Rezeppt
(aber nicht so Vitaminhaltig)

Zutaten:

6 Ei(er)
½ Liter Milch
450 g Gemüse, (Brokkoli, Blumenkohl, Spargel, Karotten oder ähnliches, auch gemischt)
50 g Käse, geriebener (Emmental oder Gouda)
Kräutersalz
Pfeffer
Muskat - Blüte
evt. Brühe, gekörnte

Zubereitung:

Das geputzte Gemüse im Wasserdampf weich garen, in die heiße Milch geben und mit dem Stabmixer pürieren. Dann alles kräftig abschmecken (das Ei nimmt den Geschmack, deshalb aufpassen, dass es nicht fade wird!). Nochmals alles gut erhitzen.
Kleine Tassenförmchen mit Butter einfetten. Die ganzen Eier verquirlen und vorsichtig zur Milch-Gemüsemasse geben. Aufpassen, dass nichts stockt! Alles in die Förmchen füllen, mit Käseraspeln bestreuen. Den Backofen auf 175°C Umluft stellen, Fettpfanne zur Hälfte mit warmem Wasser füllen, die Förmchen mit dem Gemüse-Flan hineinstellen und alles ca. 1/2 Stunde garen.
Die Förmchen stürzen und das Gemüse als Beilage zu einem festlichen Mahl reichen. Schmeckt auch Kids und Gemüsemuffeln.

Hallo Denise

Meine Mutter hat da immer einen netten Trick bei mir angewandt. Ich hab nämlich alles gegessen, sobald sie es als Gesicht ausgelegt hat. Somit gabs bei uns oft Blumenkohlmännchen mit Karottenhaaren und ähnliches. Versuch das doch auch mal bei Deinem Sohn, vielleicht hilft es ja.

Grüsse
Andrea

Liebe Denise,
also zunächst: Dein Sohn wird sicher auch ohne Gemüse groß…
Du hast leider nicht geschrieben, ob er Obst isst, damit er die entsprechenden Vitamine auf diesem Weg bekommt. Der Tipp mit dem Obstsalat ist schon mal gut, oder mach bunte Obstspießchen mit Früchten der Saison (Kirschen, Bananenscheiben, Apfel),die kann man auch noch in Kokosraspel stippen…
Versuch’s mal mit frittiertem Gemüse im Ausbackteig. Knuspriges mögen eigentlich alle Kinder… Nur nicht zu häufig, weil doch ziemlich fett.
Der Renner bei meinen Kindern incl. ihren Freunden war mein Karottensalat:
Karotten fein raspeln,
Zitronensaft und Zucker hinzufügen,
eine Prise Salz
in der Pfanne ohne Fett geröstete Haselnüsse drüber…

Was auch immer funktionierte: Wenn ich kochte und die Kiddies neugierig in der Nähe wuselten hab’ ich ihnen immer überraschend ein Stück rohes Gemüse hingehalten, mal Karotte, mal Kohlrabi, Weißkohl - und das war erstaunlicherweise immer interessant…
Helfen tut auch manchmal die Konkurrenz von gleichaltrigen Mitessern. Lade eine/n Freund/in zum Essen ein, der/die gerne Gemüse ißt - das kann durchaus animierend sein…
Aber wie gesagt, er wird auch ohne groß…
Herzl. Gruß,
Anja

hallo denise,

nach durchsicht deines postings sag ich nur eins. es gibt keinen grund, ihn zu mehr gemüse zu bewegen oder gar zu zwingen.
er ist auch noch sehr klein mit 3 jahren.
das kommt mit der zeit von allein.
außerdem isst er ja eine menge, kartoffeln sind ja auch gemüse.
vorbildwirkung ist immer gut. wenn sich die anderen familienmitglieder nach gemüse drängen, färbt das oft ab.
aber vorsicht, nicht weil es gesund ist, sondern weil es schmeckt!
versuche deinem kind nie etwas nahezubringen, nur weil es angeblich gesund ist.

strubbel
X:open_mouth:)

OT: Vorbildfunktion
Hallo Strubbel,

vorbildwirkung ist immer gut. wenn sich die anderen
familienmitglieder nach gemüse drängen, färbt das oft ab.
aber vorsicht, nicht weil es gesund ist, sondern weil es
schmeckt!
versuche deinem kind nie etwas nahezubringen, nur weil es
angeblich gesund ist.

das funktioniert auch umgekehrt ganz gut. Im Alter von etwa dreizehn Jahren war ich bei meiner Großmutter zum Essen eingeladen, mitgegessen haben noch drei jüngere Cousins von mir. Es gab Grießbrei… Ich habe die Nahrungsaufnahme angesichts dieser für mich Ekel erregender Speise verweigert. Alle drei Cousins haben daraufhin zu essen aufgehört, den Löffel weggelegt und haben nie wieder Grießbrei angerührt.

Gruß

Johannes

Hallo Denise,

Lediglich einige Eintöpfe wie Möhren oder Grünkohl isst er,
sobald die einzelnen Zutaten aber getrennt auf seinem Teller
landen, streikt er.

Ihr habt doch schon gewonnen! :smile:
Jegliches zu verabreichende, aber nicht gemochte Gemüse pürieren (!) und unauffällig unter Suppen, Soßen, Eintöpfe, Aufläufe mischen:

Diese Suppe heißt Möhrensuppe, sieht aus wie eine solche und schmeckt auch so. Dass sich darin auch ungeliebtes Gemüse wie Sellerie/Kohlrabi/Blumenkohl/Mais/Erbsen/was auch immer befindet, muss ja nicht unbedingt vorher am Schwarzen Brett gestanden haben …
Aus Alibigründen akzeptiertes Gemüse gut sichtbar obenauf drapieren.

Funzt ebenso mit Obst in Kombination mit Süßspeisen wie Pudding, Grießbrei oder Saft, Milch, Joghurt etc.

Kennt jemand das Problem bzw. weiß jemand Rat?

Nunja, zumindest hat die Taktik seinerzeit hier geholfen :wink:

greetZ
Birgitt

Hallo,

jetzt ein paar pädagogische Tipps von mir:

  • Kind zu nichts zwingen (sei froh, dass er Fisch und Fleisch und Kartoffeln
    isst)

  • er kann jetzt anfangen, sich selber (mit Unterstützung) aufzufüllen

  • alles sollte probiert werden - aber nicht zwingen!

  • „unübersichtliche“ und neue Gerichte (z.B. gefüllte Paprikaschoten, Pizza…)
    in Einzelteilen „zerlegen“ und Zutaten erläutern (hier ist Paprika - happs -
    das ist Salami - happs … was er wirklich nicht mag aussortieren)
    Manchmal denken Kinder, alles was grün ist ist Zuchchini oder alles was rot ist
    Tomate

  • andere „exotische“ Zutaten ausprobieren - manche Kinder lieben Mango,
    körnigen Frischkäse oder Sauerkrautsaft

  • Kind beim Einkaufen helfen lassen

  • Kind bei der Zubereitung helfen lassen (selbst geschleuterter Salat oder
    selbst geschnittenes Gemüse hat eine höhere Anziehungskraft)

  • Gemüse selber ernten z.B. Mini-Tomaten

  • Verzierungen (Gesichter…) wurden schon genannt, haben aber meist weniger
    Erfolg. Da überzeugt eher die Art des Gerichtes z.B. Lasagne

  • wenn er Obst isst, sehe ich keine wesentlichen Probleme

  • kein Extra-Gericht für das Kind kochen (man macht sich zum Sklaven der
    Kinder), außer bei wirklich nicht kindgerechten Speisen

Hoffe geholfen zu haben.

Gruß
Tato

Hi,
im Gegensatz zu uns Erwachsenen, besitzen Kinder einen untrüglichen
Instinkt dafür, was gut für sie ist und wieviel gut für sie ist. Sprich, was sie für ihr Wachstum und ihre Entwicklung und ihren Grundumsatz an Energie benötigen. Stell ihnen Alles hin und ihr Appetit wird sie automatisch zu den ‚richtigen‘ Nahrungsmitteln greifen lassen.
Natürlich mal abgesehen von Karies durch Süßigkeiten. Aber das Milchgebiss verlieren sie ja sowieso.
Wenn die Kinder keinen Spinat mögen, wird das seinen Grund haben. Tatsächlich ist er längst nicht so eisenhaltig, wie immer angenommen. Wenn Kinder bestimmte Gemüse ablehnen, muss man auch wissen, dass auch Vitamine recht schädlich sein können. Es kommt natürlich auf Menge, Umstände und Art der Vitamine an.
Wer seine Kinder zum Aufessen zwingt, erzieht sie damit zu wandelnden Fetttonnen. Erstens bekommen sie dann zuviel des Guten, zweitens
gewöhnen sie es sich an, zuviel zu essen. Wer sie vegan ernährt: Letztes Jahr ist ein vegan ernährter Säugling wegen der Ernährung gestorben.
Also Kinder bitte niemals zu irgendetewas zwingen beim Essen und sie auch nicht reinlegen. Wenn sie etwas nicht mögen, brauchen sie es auch bestimmt nicht.

grüße

unimportant

im Gegensatz zu uns Erwachsenen, besitzen Kinder einen
untrüglichen
Instinkt dafür, was gut für sie ist und wieviel gut für sie
ist. Sprich, was sie für ihr Wachstum und ihre Entwicklung und
ihren Grundumsatz an Energie benötigen. Stell ihnen Alles hin
und ihr Appetit wird sie automatisch zu den ‚richtigen‘
Nahrungsmitteln greifen lassen.

das wird auch von tieren behauptet und ist genauso falsch. es gibt genügend dicke kinder (und dackel), die das gegenteil beweisen.

Natürlich mal abgesehen von Karies durch Süßigkeiten. Aber das
Milchgebiss verlieren sie ja sowieso.

schlechtes milchgebiss schädigt die bleibenden zähne:
http://www.schoene-zaehne.de/gesunde_zaehne/fach_4.htm
http://homepages.compuserve.de/janbregazzi/Tips_fur_…

Wenn die Kinder keinen Spinat mögen, wird das seinen Grund
haben. Tatsächlich ist er längst nicht so eisenhaltig, wie
immer angenommen.

das stimmt.

Wenn Kinder bestimmte Gemüse ablehnen, muss
man auch wissen, dass auch Vitamine recht schädlich sein
können. Es kommt natürlich auf Menge, Umstände und Art der
Vitamine an.

überdosieren kann man nur mit vitamintabletten bzw. drinks (schon mal bemerkt, daß man vom ACE-drink von müller eigentlich nur 1/2 becher täglich trinken dürfte?). einseitige ernährung führt meiner ansicht nach nicht zu einer überdosierung eines bestimmten vitamins, sondern zu einem mangel an anderen vitaminen und spurenelementen.

Wer seine Kinder zum Aufessen zwingt, erzieht sie damit zu
wandelnden Fetttonnen. Erstens bekommen sie dann zuviel des
Guten, zweitens
gewöhnen sie es sich an, zuviel zu essen.

stimmt.

Wer sie vegan
ernährt: Letztes Jahr ist ein vegan ernährter Säugling wegen
der Ernährung gestorben.

erstens ging es nicht darum, ein kind zum veganer zu machen. also können die alarmglocken wieder eingepackt werden. und zweitens zweifle ich den wahrheitsgehalt dieses satzes an: so vegan ist keiner, daß er seinem säugling keine muttermilch gibt.

Also Kinder bitte niemals zu irgendetewas zwingen beim Essen
und sie auch nicht reinlegen. Wenn sie etwas nicht mögen,
brauchen sie es auch bestimmt nicht.

also wenn wir als kinder die wahl gehabt hätten, hätten wir mehr limo und süßigkeiten „gebraucht“ als sonst was.

Hi schokolinda,

das wird auch von tieren behauptet und ist genauso falsch. es
gibt genügend dicke kinder (und dackel), die das gegenteil
beweisen.

Da hast Du natürlich Recht. Lassen wir mal die Dackel außen vor, von denen ich das ja nicht behaupte. Kinder sollten sich viel bewegen. Sie brauchen das, um bestimmte motorischen Fähigkeiten zu erlangen, aber auch um die Grenzen dieser Fähigkeiten auszuloten. Und für diese Bewegung brauchen sie viel Energie und zwar am Besten ( weil am unmittelbarsten verwertbar, in Form von Kohlehydraten ) deshalb sind Süßigkeiten für Kinder durchaus nicht so schädlich. Wenn Kinder trotzdem fett werden, dann kann das daran liegen, dass sie nicht genügend Gelegenheit haben, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Z.B. unattraktive Spielplätze, Großstädte, inaktive Eltern usw. fördern nicht gerade, dass Kinder sich bewegen. Bequeme, elektronische Freizeitbeschäftigungen wie TV und Computerspiele auch nicht. Ich denke hier und nicht in den Süßigkeiten liegt das Problem.

Natürlich mal abgesehen von Karies durch Süßigkeiten. Aber das
Milchgebiss verlieren sie ja sowieso.

schlechtes milchgebiss schädigt die bleibenden zähne:
http://www.schoene-zaehne.de/gesunde_zaehne/fach_4.htm
http://homepages.compuserve.de/janbregazzi/Tips_fur_…

Yepp, stimmt, bestätige ich auch ohne nachzulesen. Allerdings kann man als Eltern trotzdem einiges für die Beisserchen seiner Kids tun.
Am Selbstversuch ausprobiert: Fluoriertes Salz wirkt wahre Wunder gegen Karies. Und man kann natürlich den Kindern auch selbstgemachte Süßigkeiten (Kuchen z.B.) geben, aus Maltose hergestellt. Maltose ist eine Zuckerform, die keine Karies verursacht.

Wenn Kinder bestimmte Gemüse ablehnen, muss
man auch wissen, dass auch Vitamine recht schädlich sein
können. Es kommt natürlich auf Menge, Umstände und Art der
Vitamine an.

überdosieren kann man nur mit vitamintabletten bzw. drinks
(schon mal bemerkt, daß man vom ACE-drink von müller
eigentlich nur 1/2 becher täglich trinken dürfte?). einseitige
ernährung führt meiner ansicht nach nicht zu einer
überdosierung eines bestimmten vitamins, sondern zu einem
mangel an anderen vitaminen und spurenelementen.

Naja, es gibt nicht nur Überdosierung. Z.B. wurde bei Rauchern der Mangel an einem ganz bestimmten Vitamin festgestellt. Also sollten Raucher doch dieses Vitamin nehmen, dachte man. Nun wunderte sich man aber, denn Raucher die dieses Vitamin noch zuführen bekommen häufiger Lungenkrebs als andere Raucher. Neuerdings hat man festgestellt, dass just dieses Vitamin, obschon es andere wichtige Aufgaben im Körper übernimmt, nebenbei schädlich für die Lunge ist. Der Körper schützt also die Lunge, indem er dieses Vitamin abbaut. Wenn also die Eltern ihr Kind zum Passivrauchen zwingen, kann das schon sein, das ein Kind bestimmte Vitamine nicht möchte. (Ich müsste nochmal nachlesen, um welches Vitamin es sich genau handelt) Ich würd Kindern, wenn sie kein Gemüse mögen, eben frisches Obst in allen Variationen anbieten, in Eisbechern, in Kuchen usw. Dabei können sie genausogut Mineralstoffe und Vitamine aufnehmen und der für Kinder so attraktive Zucker ist auch reichlich vorhanden. Ansonsten sind Kartoffeln auf jeden Fall eine gute Grundlage um Mangelerscheinungen vorzubeugen, wesentlich besser als Spaghetti. Man kann sich wochenlang ausschließlich von Kartoffeln ernähren, ohne dass sich Mangelerscheinungen zeigen.

Also Kinder bitte niemals zu irgendetewas zwingen beim Essen
und sie auch nicht reinlegen. Wenn sie etwas nicht mögen,
brauchen sie es auch bestimmt nicht.

also wenn wir als kinder die wahl gehabt hätten, hätten wir
mehr limo und süßigkeiten „gebraucht“ als sonst was.

und was wäre die Konsequenz gewesen? Ich finde, Eltern müssen ihren Kindern ein brauchbares Entwicklungsumfeld insgesamt schaffen. Dazu zählt auch ein Angebot an attraktiven, bewegungsintensiven Freizeitbeschäftigungen. Leider sind gar nicht alle Eltern dazu in der Lage. Und sie haben noch so gewisse andere Regulierungspflichten wie etwa die Begrenzung von Fernsehzeiten. Aber die Vernachlässigung dieser Pflichten auf der einen Seite und dann Zwang des Kindes auf der anderen Seite, etwas ‚Gesundes‘ zu essen, wäre eine zu einfache Option, die Versäumnisse auf der einen Seite, durch Zwänge auf der anderen Seite wieder wett zu machen. Du wirst feststellen, dass ich extra jene Pflichten zitiert habe, von denen ich denke, dass sie zu übergewichtigen Kindern führen, wenn sie vernachlässigt werden.

Mal eine praktische Frage: Wenn Du wolltest, dass Dein Kind mehr Gemüse und weniger Süßigkeiten isst, was würdest Du konkret tun, um dies zu erreichen?

grüße

unimportant

hallo unimportant,

zunächst zu deiner konkreten frage:

Mal eine praktische Frage: Wenn Du wolltest, dass Dein Kind
mehr Gemüse und weniger Süßigkeiten isst, was würdest Du
konkret tun, um dies zu erreichen?

da ich in meinem leben eine menge dinge essen mußte, die ich nicht wollte, vor denen es mich sogar geekelt hat, zwinge ich niemandem essen auf. auch von „man kann immer 1 löffel davon probieren“ halte ich überhaupt nichts, weil ich jemand kenne, der diesen satz als eine der größen lebensmaximen ansieht (nebenbei gesagt im restaurant aber immer „putenschnitzel indisch“ bestellt). dieser satz kann wirklich eine pest sein, wenn man nicht nur skeptisch gegen (unbekanntem) essen ist, sondern sich vor bestimmten dingen graust.

im thread gab es gute ideen: kinder beim kochen und einkaufen helfen lassen, nahrungsmittel ansprechend anrichten, eine andere zubereitungsform wählen, wobei letzteres sich teils mit „unterjubeln“ überschneidet. auch kindern kann etwas widerlich sein und ich finde es fies, leuten etwas unterzujubeln, das sie widerlich finden. ob man etwas eklig findet, hängt ja nicht unbedingt vom geschmack ab. mag jemand ein nahrungsmittel nicht gedünstet, wohl aber roh, dann spricht für mich nichts dagegen, demjenigen z.b. eine suppe davon anzubieten.

wenn sich eltern gedanken darüber machen, wie sie ihr kind zum essen bestimmter, gesunder dinge bewegen können, tun sie das nicht alle, um ihr schlechtes gewissen zu kompensieren. vielmehr tun sie das, weil sie sich gedanken über das wohlergehen ihrers kindes machen, und sie bleiben dabei nicht bei der ernährung des kindes stehen. es ist doch unlogisch, sich soviel mühe bei der ernährung zu machen, wenn man für andere belange wie z.b. die freizeitbeschäfigung des kindes keine zeit/ lust hat. auf diese weise spart man sich doch nichts, eher kümmert man sich um alle belange so wenig wie möglich.

übrigens bietet „dem kind alles anbieten und es selbst wählen lassen“ auch eine möglichkeit, sich möglichst wenig um das kind kümmern zu müssen, indem man sich auf einkaufen beschränkt. ich glaube aber nicht, daß dies so funktioniert. es gibt zwar sehr interessante belege für die erstaunliche sensibilität des organismus (z.b. daß man lieber einen sexualpartner wählt, der einen vom eigenen verschiedenen immunabwehrkomplex besitzt - anscheinend kann man das riechen), aber man muß sich fragen, ob diese sensibilität nicht irregeleitet werden kann (im beispiel der partnerwahl durch parfum und deo) oder von stärkeren instinkten überlagert wird. so schreibst du, kinder wüßten instinktiv, was sie bräuchten, machst aber allein die eltern für fettleibigkeit verantwortlich, da sie den kindern nicht genügend bewegung verschaffen. das ist unlogisch: wenn es ein instikt wäre, sich richtig zu ernähren, dann müßten die kinder entweder merken, daß sie weniger oder kalorienärmere nahrung brauchen, oder sie müßten merken, daß sie mehr bewegung brauchen.

meiner ansicht nach ist der instinkt, nahrung in seinem bauch zu verstecken, der stärkste. dort ist es sicher vor konkurrenten und wenn man in nächster zeit kein futter mehr findet, hat man das fett auf seinen hüften. vielleicht kann man vitaminmangel oder -überdosis spüren, aber sich danach verhalten wird man erst, wenn man genug futter in seinem bauch versteckt und ein entsprechendes gewicht erreicht hat. daher finde ich es sogar notwenig, daß eltern den instinkt ihrer kinder bremsen, und ihnen ausgewogene ernährung im entsprechenden verhältnis zur körperlichen betätigung (und auch freude an bewegung) beibringen.

„dem kind alles anbieten und es selbst wählen lassen“ - vielleicht kann dieses prinzip die versorgung mit vitaminen und spurenelementen optimieren. die instincotherapie (z.b. http://home.nikocity.de/mp/instinkt.htm) geht ja davon aus. ich denke, dazu gehört aber mehr, als die schränke voll zu machen und dem kind zu überlassen. dazu gehört auch nahrungsmittelkunde und unterweisung in der zubereitung, weil das kind nicht von alleine wissen kann, was es alles für nahrungsmittel gibt und wie vielfältig sie kombiniert und zubreitet werden können. und genau dieses wurde von ja als lösungsmöglichkeit für das ausgangsproblem angeboten: man solle die kinder beim einkaufen und kochen helfen lassen.

Hallo Denise,

zunächst: solange Kartoffeln akzeptiert werden, brauchst Du Dir keine große
Sorgen zu machen: Die entnhalten jede Menge Vitamin C und auch sonst fast alles
Wichtige.
Ansosnten mögen Kinder das schon angegebene fritierte Gemüse im Ausbackteig,
Aufläufe, mit Käse überbackenes Gemüse und mit Würfeln von durchwachsenem Speck
„gewürztes“ Gemüse (vor allem bei Aufläufen und Überbackenem).
Viel Erfolg, und lass Dir keine grauen Haare wachsen - in unsren Breiten gibt es
keine Kinder mit Vitamin-Mangelerkrankungen.
Gruß
Bolo2L

Hallo Schokolinda,

also ganz so dogmatisch wollte ich das nicht propagieren, dass Kinder am Ende bestimmen was gekocht wird und dass in einer Familie mit 4 Kindern 4 unterschiedliche Essen auf dem Tisch stehen müssten. Davon spricht niemand.

Ich bin auch damit einverstanden, dass, so wie Du schreibst, Eltern, die sich Sorgen um das Wohl ihrer Kindern machen, dabei mehr als nur die Ernährung im Auge haben.

Das genügt aber noch nicht. Etwas Gutes wollen reicht nicht. Man muss erstmal wissen, was überhaupt gut ist und dann muss man es auch noch tun.

Da gibt es Eltern, die meinen es besonders gut mit ihrem Sprößling. Sie achten auf Alles. Sind seine Freunde der richtige Umgang für ihn? beschäftigt er sich in seiner Freizeit mit sinnvollen Dingen? Sie sagen sich, es kann nicht schaden, wenn das Kind Klavier spielen lernt, auch wenn es das nicht möchte. Und damit schränken sie die Entwicklung des Kindes ein, denn diese Entwicklung ist darauf angewiesen, dass das Kind seine Umgebung neugierig erforscht. Natürlich nicht alle, aber einige Eltern setzen scheinbar positive Maßnahmen in destruktiver Weise um. Aus Angeboten an das Kind gestalten sie Zwänge. Vergessen, dass bereits die Schule ihr Pflichtpensum fordert und die Freizeit Raum für die Kür lassen muss.

Sehr positiv betrachte ich Deinen Vorschlag, die Kinder ins Einkaufen und Kochen mit einzubeziehen. Dabei lernen sie nebenher auch gleich noch spielerisch anspruchsvolle Aufgaben zu planen und durchzuführen. Diesen Vorschlag hab ich übrigens vor ein paar Wochen meiner Schwester für ihre Kiddies gemacht, weshalb ich es lustig finde, jetzt hier von Dir denselben Vorschlag zu finden.

Offen gesagt würde ich auch gewisse Tricks anwenden um zumindest Interesse an Gemüse zu erwecken, aber halt keinen Trichter in den Hals stecken und dann das Gemüse reinstopfen, wie man es bei Mastgänsen macht.

Und dann gibt es noch die Eltern, die zwar wohl gerne sich mehr mit ihren Kindern beschäftigen würden, die aber berufstätig sind, neben der Arbeit noch die Hausarbeit erledigen müssen und einfach nicht die Zeit finden, das zu tun, was sie gerne tun würden, nämlich z.B. ihre Kinder mit ins Freibad zu nehmen. Wenigstens können sie ihre Kids dazu anhalten, mehr Gemüse zu Essen. Eine Massnahme, die keine Zeit kostet.

In dem Punkt geb ich Dir Recht, dass die Instinkte, auch was die Essgewohnheiten von Kindern angeht, noch dieselben wie in der Steinzeit sind, dass sie noch nichts von TV, Computern und eingeengten Wohnungen in Hochhäusern wissen und deshalb fehlgeleitet werden können. Eigentlich spricht das dafür, dass beide Instinkte, der Bewegungsdrang wie auch der Appetit auf energiereiche Nahrung unabhängig voneinander funktionieren. Aber man kann dem Appetit auf energiereiche Nahrung nicht die Schuld daran geben, dass man den Kindern keine Bewegungsmöglichkeiten verschafft und sie auch noch anpflaumt, wenn sie wegen der nicht gebotenen Bewegungsmöglichkeiten unruhig werden. Ne Limo ist auch nicht wirklich so schlimm. Ein Orangensaft hat genausoviel Kalorien und ein Traubensaft hat erheblich mehr Kalorien als Limo.

Finally, ich glaube fast, wir haben gar nicht sooo unterschiedliche Ansichten.

grüße

unimportant

Wer sie vegan
ernährt: Letztes Jahr ist ein vegan ernährter Säugling wegen
der Ernährung gestorben.

erstens ging es nicht darum, ein kind zum veganer zu machen.
also können die alarmglocken wieder eingepackt werden. und
zweitens zweifle ich den wahrheitsgehalt dieses satzes an: so
vegan ist keiner, daß er seinem säugling keine muttermilch
gibt.

Ähm…Doch. Der Fall hat einen Riesenskandal ausgelöst. Die Eltern hatten das Baby mit Nüssen und Tee ernährt. Für genaue Daten müßte ich Forschungsarbeit investieren. Würd ich aber tun, wenn du draf bestündest.

Gruß vom Igel

P.S. soll keine ellenlange Diskussion auslösen, war nur als Ergänzung gedacht

danke igel für die info.

damit will ich auch keine ellenlange diskussion auslösen, aber einen säugling nur mit nüssen und tee zu ernähren ist nicht vegan, sondern bescheuert. das meinen auch veganer.