Kinderpatenschaft

Hallo

keine Ahnung, ob ich mit meinem Anliegen hier in diesem Brett richtig bin - aber ich versuch´s ganz einfach mal:

Wir würden gerne eine Patenschaft für ein Kind in einem Dritte-Welt-Land übernehmen, nur wissen wir nicht, welche Organisation wirklich seriös arbeitet. Schließlich wollen wir ein Kind / eine Familie unterstützen die in Not sind und niemand anderes. Hat jemand Erfahrungen gemacht? Ich frage mich bei diversen Zeitungsanzeigen häufig, existieren die Kinder, für die man eine Patenschaft übernimmt tatsächlich, oder sind sie „erfunden“ und die Kohle wandert in die Taschen der „Hilfs“-Organisation.

Für Erfahrungsberichte und Tipps wären wir sehr dankbar.

Gruß, Fralli

Hallo Fralli,
ich finde deine Einstellung schon klasse.
Ich bin auch der Meinung, dass man die Kinder in armen Ländern nicht verhungern lassen kann.
Aber:
Wenn du wirklich wissen willst, was mit deinem Geld geschieht, warum guckst du nicht mal erst, wies in deiner Nachbarschaft aussieht? Oder frag einen Pfarrer oder ähnliches. Es gibt bestimmt Kinder bei euch in der Nähe, die von Sozialhilfe leben müssen. Als ehemals Alleinerziehende und Sozialhilfeempfängerin war ich dankbar, wenn mir jemand etwas zukommen lies!
Es steht der Winter an und Weihnachten.
Richtig wetterfeste Kleidung (dicke Daunenjacken oder mehr als ein Paar Schuhe/Stiefel je Saison) oder Schlitten konnt ich meinen Kindern damals nicht gönnen!
Gruß *wink* Daggi

Hallo Fralli,

über Hilfsorganisationen kann man sich beim Deutschen Zentral-
Institut für soziale Fragen erkundigen. www.dzi.de

Ich glaube da wird unter anderem bewertet, wieviel von den Spenden tatsächlich an die Bedürftigen fliesst. Es werden nur Organisationen
aufgenommen, die seriös arbeiten und nicht zuviel Gelder an Werbung
und Verwaltung verprassen. Ich glaube darauf kann man sich schon verlassen.

Tip: unsere kleinen Brüder und Schwestern.
www.hilfefuerwaisenkinder.de

Gruß Werner und einen schönen Sonntag

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Hallo Fralli,

ich habe selbst ein Patenkind und es ist wirklich eine super Sache! Ich möchte aber hier keine Werbung für eine bestimmte Organisation machen. Allerdings gibt es in diesem Bereich Organisationen, die nicht nur die Kinder unterstützen, sondern auch massiv christlich missionieren. Ich finde, da sollte man aufpassen, egal, welche religiöse Überzeugung man selbst hat! Schließlich haben auch die Kinder in armen Ländern ein Recht darauf, dass man ihre Religion und ihre Kultur respektiert. Ich würde dir daher empfehlen, darauf zu achten, ob es sich um eine „religiös neutrale“ Organisation handelt.

Viele Grüsse,
Sandra

Hallo!

www.world-vision.de kann ich empfehlen. Wir haben dort ein Patenkind. Das tolle daran: wenn man möchte kann man mit dem Patenkind brieflich Kontakt aufnehmen und es eventuell sogar besuchen.
Liebe Grüße,
Ilse

Hallo Dagmar

Wenn du wirklich wissen willst, was mit deinem Geld geschieht,
warum guckst du nicht mal erst, wies in deiner Nachbarschaft
aussieht? Oder frag einen Pfarrer oder ähnliches. Es gibt
bestimmt Kinder bei euch in der Nähe, die von Sozialhilfe
leben müssen. Als ehemals Alleinerziehende und
Sozialhilfeempfängerin war ich dankbar, wenn mir jemand etwas
zukommen lies!

Wenn du mein Profil bemühst, siehst du, dass wir deinen Vorschlag schon seit vielen Jahren sehr intensiv befolgen. Wir leben seit 1995 mit vier „Heimkindern“ zusammen und ein fünftes wird in zwei Wochen folgen. Und nun möchten wir alle (meine Freundin und ich, aber auch unsere Kinder) gerne eine Patenschaft für ein Kind in der dritten Welt übernehmen. Nicht um unser Gewissen zu beruhigen (ich denke, dass wir das bei unserer Arbeit nicht mehr barauchen) sondern um einem Menschen im Rahmen unserer inzwischen eher bescheidenen finanziellen Möglichkeiten zu helfen. Ich weiß, dass du Recht hast: Es gibt unzählige Beispiele für notleidende Menschen auch in unserem Land. Ich glaube aber, dass selbst die Ärmsten hier im Vergleich zu vielen Kindern in der sog. 3. Welt noch wie Könige leben. Hier gibt es zumindest niemanden, der verhungern MUSS; es besteht eine Schulpflicht und es gibt (noch) ein funktionierendes Gesundheitssystem. Dass es natürlich für Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, viele Rentner … alles andere als ein angenehmes Leben ist, weiß ich - dennoch: In der Regel ist hier niemand in seinem Leben bedroht, weil er nichts zu essen, keine Ausbildung, kein Geld hat. Und das wird auch, dessen bin ich mir sicher, trotz der Agenda 2010 so bleiben.

Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntagabend, Fralli

Hallo Werner

Danke für deine Antwort. Werde heute abend mal deine Links ausprobieren. Dir auch noch einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße, Fralli

Hallo Sandra

Danke für deine Antwort. Ich denke, es geht hier auch nicht um Werbung FÜR eine bestimmte Organisation, sondern vor allem um Warnung VOR bestimmten Organisationen. Wenn du uns nicht verraten möchtest, mit wem du GUTE Erfahrungen gemacht hast (was ich schade finde), kannst du uns ja vielleicht sagen, bei wem man (deines Erachtens nach - mir ist klar, dass es hier immer auch um subjektive Einschätzungen geht) eher vorsichtig sein sollte.

Lieben Gruß und noch einen schönen Restsonntag, Fralli

Hallo Ilse

Danke für den Link. Werde ich mir heute Abend mal näher mit befassen. Brieflicher und ggf. auch persönlicher Kontakt zu dem potentiellen Patenkind sind für mich Grundvoraussetzung für eine Patenschaft.

Liebe Grüße und noch einen schönen Abend, Fralli

Hallo ihr
Fralli, du schreibst oben, dass dir ein persönlicher Kontakt schon wichtig wäre.
Frag mal einen Pfarrer. Bei uns hat jeder hier so sein ganz persönliches Projekt in nem andern Land. Ich glaube, da wärste am besten aufgehoben, weil die Hilfe dann meist direkt dort hin kommt.
Deine Visitenkarte habe ich vorher gelesen.
Respekt!
Viel Spaß mit euren Kiddis!
Gruß *wink* Daggi

hallo dagmar

guter tipp - werde ich mal austesten - wenngleich auch vermutlich nicht in unserer gemeinde - ich glaube nicht, dass DER pfarrer überhaupt irgendetwas zu stande bringt! :wink: aber meine beste hälfte hat einen bekannten, der ist pfarrer.

liebe grüße, fralli

hallo Fralli,

ich habe ein Patenkind beim Kinderwerk Lima
http://home.t-online.de/home/kinderwerk.lima/index.htm

Auch hier besteht die Möglichkeit des persönlichen Briefkontakts (wenn das Kind schon alt genug ist und lesen und schreiben gelernt hat)
In bin mit der Organisation zufrieden. Die Verwaltungsausgaben dieser Organisation betragen nur 9,5%, der Rest kommt bei den Patenkindern und ihren Familien an.

Grüßle,
Sandra

Hallo Fralli,

Danke für deine Antwort. Ich denke, es geht hier auch nicht um
Werbung FÜR eine bestimmte Organisation, sondern vor allem um
Warnung VOR bestimmten Organisationen. Wenn du uns nicht
verraten möchtest, mit wem du GUTE Erfahrungen gemacht hast
(was ich schade finde), kannst du uns ja vielleicht sagen, bei
wem man (deines Erachtens nach - mir ist klar, dass es hier
immer auch um subjektive Einschätzungen geht) eher vorsichtig
sein sollte.

O.K, also gaaaanz subjektiv (weil ich ausser Gerüchten nicht viel beitragen kann): Ich wäre z.B. bei einer Organisation wie World Vision eher vorsichtig. Ich will gar nicht behaupten, dass die schlechte Arbeit leisten (das kann ich nicht beurteilen), aber wenn man auf deren Homepage geht, wird der christliche Touch schon sehr deutlich. Das ist per se zwar nicht negativ, aber doch ein bisschen problematisch.

Ich finde, in der Entwicklungsarbeit sollte man die eigenen religiösen Überzeugungen nicht zum Maßstab aller Dinge erheben. Man kann zwar nach ihnen handeln, aber nicht nach dem Motto: „Wir Christen befreien euch aus eurem Elend“. Von buddhistischen Organisationen wird z.B. kritisiert, dass auf diese Weise Kinder und ihre Angehörigen über die finanziellen Zuwendungen aus dem reichen Westen gekauft werden. Meiner Meinung nach, ist diese Kritik nicht völlig unbegründet. Man sollte den Kindern nicht vorspiegeln, dass das Christentum für eine „heile, reiche Welt“ steht und sie so ihrer eigenen religiösen und kulturellen Identität entfremden. Daher würde ich immer eine religiös neutrale Organisation wählen und ausserdem darauf achten, dass der Verwaltungsapparat nicht den größten Teil der Spenden verschlingt. Gute Links hierzu wurden ja schon genannt.

Viele Grüsse in den hohen Norden aus dem tiefsten Süden,
Sandra

Hallo Fralli,

Kinderpatenschaften sind eine sehr heikle Sache, die ich selber niemals unterstützen würde: da wird ein Kind einer armen Familie unterstützt, darf zur Schule gehen und Geschwister und die Nachbarn im Dorf entwickeln Neid. Vor allem, wenn die Familie innerhalb des Dorfes ein schlechtes Ansehen geniesst, können Störungen in der Dorfstruktur entstehen, die letztlich schädlich sein können und zur Zerstörung des Dorfgefüges führen können.
Auch die Paten erheben manchmal ein Ansprüche, wenn sie sich ziemlich genaue Vorstellungen davon machen, was das Kind zu tun hat und wie es sich entwickeln soll.

Letztlich ist eine Kinderpatenschaft wohl besser als nichts, aber viele Organisationen lassen ihre Patenschaften inzwischen auslaufen und konzentrieren sich auf Kollektiv- oder Projektpatenschaften, in denen ganze Dörfer und Regionen beteiligt sind.
Selbst World Vision wirbt inzwischen damit, dass durch das Geld auch Projekte unterstützt würden, wollen aber auf die aggressive Werbung für die einträglichen Kinderpatenschaften immer noch nicht verzichten, zumal sie inzwischen ziemlich allein auf dem Patenschaftsmarkt sind.

Wenn du auf die persönliche Komponente, die du mit „deinem“ Patenkind hast, verzichten kannst, unterstütze ein Wasserprojekt, ein weibliche-Beschneidung-Projekt, ein Aufforstungsprojekt, eine Mütter und Kind-Beratung, ein Kleinkreditprojekt etc.

Wenn du aber eine Kinderpatenschaft willst:

Nur seriöse Organisationen auswählen und nicht irgendeinen Pfarrer, der einen Kollegen hat, der wiederum in einem Dorf in Angola etc. Da stimmt das mit dem sozialen Umfeld des Kindes bestimmt nicht, das Auswahlverfahren ist zweifelhaft und Zoff im Dorf ist vorprogrammiert. Wenn du dein Geld aber eins zu eins weitergeben willst, ist dieser halbprivate Weg vermutlich die einzige Möglichkeit.

Kinder per Katalog, mit Schwerpunkt süssem Kinderphoto, kommen mir wie Viehmarkt vor. So eine Organisation würde ich meiden. Wichtig ist vor allem die Beschreibung der Familie und seiner Lebensbedingungen und wo dein Geld dort eingesetzt wird. Ein Photo zur Symphatie-Abschätzung kann natürlich dabei sein, sollte aber im Hintergrund stehen.

Um sicher zu gehen, wieviel Geld wirklich dem Kind oder dem Projekt zugute kommt, schau dir die Jahresbilanz der Organisation an und gucke wieviel Prozent der Einnahmen für Administration verwendet wird (aber auch dies ist Projektabhängig, am aufwendigsten und teuersten kommen da die Kinderpatenschaften, da Kontakte zwischen Einzelpersonen hergestellt werdn müssen).
Eine seriöse Organisation wirtschaftet nicht in den eigenen Sack und macht keine Gewinne, aber das Zeitalter ehrenamtlicher Mitarbeiter ist endgültig vorbei.

Wie auch immer du dich entscheidst: Schön, das du etwas gegen das Elend auf dieser Welt tun möchtest.

Viele Grüsse, Nicola

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