Kinderpsychologe

Hallo ihr!

Ich brauche mal wieder eure Hilfe - aber diesmal nicht für mich.

Ich kenne ein Mädchen (15 J.), das dringend psychologische Hilfe benötigt. Die Mutter ist Alkholokerin, die im letzten Jahr etliche Rückfälle gehabt hat. Das Mädchen ist erheblich co-abhängig und hat starke Probleme mit der gesamten Thematik zurecht zu kommen. Sie leidet unter Einschlafstörungen, hat schlechte Schulnoten und ist permanent mit dem Thema Alkohol beschäftigt. Am schwersten fällt es ihr, die Mutter loszulassen und sie ihr eigenes Schicksal wählen zu lassen, was natürlich verständlich ist.
Ich denke ausführlicher muss ich nicht werden.

Zu meinen Fragen:

Muss für eine Therapie die Einverständnis der Eltern vorliegen?

Es ist doch richtig, dass man bei jeder Krankenkasse eine Liste von Psychologen bekommt, die die jeweilige Kasse bezahlt, oder?

Sind die Vorlaufzeiten so lang wie bei Erwachsenen?

Für eure Antworten schon mal danke!

Gruß,

Danielle

Huhu!

Es gibt in jeder Stadt Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche, wo man kostenlos hingehen kann.

Ohne Kosten, Verbindlichkeiten, oder das den Eltern was mitgeteilt wird.

Da wird einem dann ein Phsychologe gestellt.

Frag mal beim Jugendamt nach.

Oder schlag in den gelben Seiten unter Beratungsstellen nach.

Die müßten da auch sagen können, ob eine weitere Therapie von Nöten ist, und wo man hingehen kann.

Und es ist nicht so verbindlich wie ein „echter“ Psychater, was ganz hilfreich sein kann.

Grüßlis!

Philipp aka Scrabz.

Liebe Danielle,
ich würde Dir empfehlen, Dich mit Deiner Frage an Al-Anon, die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern zu wenden. Es gibt auch, allerdings weniger, Gruppen für Kinder/Jugendliche, die sich Al-Ateen nennen. Die haben ein breites Erfahrungsfeld mit der Problematik und können sicher besser als eine Krankenkasse behilflich sein, einen guten Therapeuten für das Mädchen zu finden.
Da gibt es wohl keinen greifbaren Papa mehr für das Mädchen? Ist sie ganz allein mit dem Problem? Weiß der/die KlassenlehrerIn davon?
Hier kannst Du nach Gruppen/Ansprechpartnern in ihrer Region suchen:
Gruppen vor Ort suchen:
http://www.al-anon.de/meetings/index.php
oder Online-Gruppen:
http://www.online.al-anon.de/
Ich gehe davon aus, dass auch 15jährige ohne Wissen der Eltern eine Therapie machen dürfen (schon 15jährige dürfen ohne Wissen der Eltern abtreiben). Sie hat doch sicher ein Krankenkassenkärtchen? Ich hoffe, dass Dir diese Frage hier fachkundig beantwortet wird. Zur Not hilft ja ein Anruf bei der Krankenkasse.
Ich finde es gut, dass Du Dich um das Mädchen kümmerst, sie ist schrecklich allein in dieser Situation…
Wenn Du weitere Fragen hast, würde ich sie im Brett „Sucht und Prävention“ stellen, da findest Du eher Fachleute für dieses Thema.
Liebe Grüße,
Anja

Hallo Anja!

Danke für deine Antwort!

Sie hat einen Vater, der sogar nur ein paar Kilometer weiter weg wohnt. Dort hat sie auch - zusammen mit ihren anderen Geschwistern - ein Zimmer.

Allerdings will er nichts mehr mit seiner Exfrau zu tun haben. Ich weiß nicht, ob er die Problematik, die sich für seine Kinder - insbesondere für das Mädchen - ergeben hat, unterschätzt oder verdrängt. Jedenfalls handelt er nicht!

Drei Mal habe ich bereits eingreifen müssen, d.h. ich habe die Mutter ins Krankenhaus gefahren und mich um die Kinder gekümmert. Das Mädchen hat sogar ein Zeitlang bei mir geschlafen. Ich habe nie verstehen können, warum sich der Vater da überhaupt nicht eingemischt hat. Wären es meine Kinder, hätte ich sie auf alle Fälle zu mir geholt…

Da ich selbst eine alkoholkranke Mutter habe, kenne ich die Situation und die Verhaltensweisen gut - sowohl schlechte als auch angemessene.

Ich denke, dass ich ihr schon eine Menge helfen konnte, indem ich einfach zugehört und ab und zu einen Rat gegeben habe, wenn sie es wollte.

Aber natürlich kann ich keine fundierte psychologische Betreuung ersetzen.

Ich habe mir erstmal die Adressen von Al-Anon ausgedruckt.

Hoffe aber, dass sich vielleicht noch der ein oder andere noch meldet!

Lieben Gruß,

Danielle

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Hallo Danielle

Drei Mal habe ich bereits eingreifen müssen, d.h. ich habe die
Mutter ins Krankenhaus gefahren und mich um die Kinder
gekümmert. Das Mädchen hat sogar ein Zeitlang bei mir
geschlafen. Ich habe nie verstehen können, warum sich der
Vater da überhaupt nicht eingemischt hat.

Fahr sie nicht mehr ins KH - ruf den Rettungsdienst an.
Und solange du dich so gut um das Mädchen kümmerst…besteht für den Vater auch kein Druck aktiv zu werden. Ich würde ihn bei der nächsten Situation sofort anrufen und ihn fragen wie er sich das weitere Vorgehen vorstellt. Wahrscheinlich braucht er mal einen rhetorischen Tritt in den Hintern.
Es ist für das Mädchen nämlich auch nicht gut wenn es in einer Krisensituation den Eindruck hat dass dem Vater alles egal ist.

Liebe Grüße

Sue

Huhu!

Ich fühle mich in klassischen Al-Anon-Meetings immer sehr unwohl, weil da hauptsächlich 45-60 jährige Ehefrauen sitzen, die mich bemuttern.

Anfangs ist das ja ganz nett, aber auf die Dauer sehr nervig.

Such´ mal nach Alateen-Meetings (aber ich glaube, da gibt es nur 2 Deutschlandweit), und nach EKA-Meetings - also Al-Anon-Meetings für Kinder von Alkoholikern. Da habe ich mich immer sehr wohl gefühlt, die sind aber auch sehr selten.

Wenn es in Essen kein EKA-Meeting gegeben hätte, wäre ich nie regelmäßig in Meetings gegangen.

Grüßlis!

Scrabz aka Philipp.

(Es gibt mehr von uns, als wir immer denken :smile:)