Kinderrechte

Die Themen, die hier behandelt werden, scheinen eher „praktische“ Themen zu sein. Deswegen befürchte ich, daß ich mit der folgenden Frage nicht ganz hier her passe, aber egal:

Was meint Ihr, haben Kinder in unserem Staat zu wenig Rechte, und Eltern (den Kindern gegenüber) zu viele? Sollte es eher mehr oder eher weniger (staatliche) Eingriffsmöglichkeiten in die Erziehungsrechte der Eltern geben? Oder ist alles okay?

Gruß
Michael

Hallo Michael,

ich glaube, das die Eingriffsrechte, die der Staat heutzutage in den Familien hat schon sehr gigantisch sind.
Stellt sich nun die Frage, wie Staatlicherseits eingegriffen werden soll.

Wenn eine Frau in der Schwangerschaft raucht z.b, soll man Ihr dann das Kind wegnehmen, oder soll sie zwangsabgetrieben werden?
Tja, die Frage müsste sich dann ja stellen, was soll passieren, wenn…

Und in welchen Bereichen soll noch eigegriffen werden dürfen?
Reicht schon ein nicht vorhandener Ordnungssinn und chaos in der Wohnung, oder erst wenn der Dreck Meterhoch steht.

Dürfen Kinder fernsehen, oder gilt allgemeines fernsehverbot?

Was ist, wenn Kinder mal länger aufbleiben dürfen, als gleichaltrige?
Würde dann ein Staatliches Kommando die Nachtruhevorschriften kontroööieren?

Tja, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr könnte mir nun einfallen, wasdann allesstaatlich überwacht werden könnte.
Natürlich zum Wohle des Kindes…

Übrigends ich war 16 Jahre im Heim, so schlimm hätte niemand zu mir sein können, wie man da zu mir war.

Welch verstöße sollten dann wie geahndet werden?

Und, wer kontrolliert?
Werden dann die Nachbarn gezwungen jeden vermeintlichen Fehler anzuzeigen?

Ja, mich erschreckt doch der Schwanz, der sich daraus ergeben könnte.
Nachbar bespitzelt Nachbar, die Kinder die Eltern, die Schwiegereltern die Schwiegertöchter …
Klingt bekannt.

Aber bei all den Dingen sei am Rande bemerkt, das es für mich viel schlimmere Dinge gibt, als rauchende Schwangere.

Kinder die lange Jahre (wie es so niedlich heißt) mibraucht werden, da wo erheblich viel Schaden entsteht, da greift der Gesetzesgeber fast nicht ein.
Da wo das Gesetz mit all seiner Härte zuschlagen müsste, da passiert in vielen Fällen nichts, und Kinder die sich daraus befreien wollen und weg von dem Ort wollen, werden wieder in die Familie zurück geschickt.
Augen zu man hat nix gehört.
Glauben schenk diesen Kindern ja eh kaum einer.

Leider hat mich der Artikel hier so erregt, das ich endlos lang wurde, um mir das mal so runter zu schreiben.
Sorry dafür, aber meine Meinung dazu ist:

Der, der ohne Fehl und Tadel in der Erziehung seines Kindes ist, der werfe den ersten Stein und ziehle gut, denn es kann sein, das der Stein wie ein Bummerang auf den zurück kommen wird…

Gruß

Sonja

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Hallo,
mir ist noch etwas eingefallen, und auch auf die Gefahr hin nochmal´s gemaßregelt zu werden, schreibe ich es doch:
Haben Eltern das Recht in Gegenwart ihrer Kinder zu rauchen? Oder natürlich Schwangere?
Gruß Susanne

Was meint Ihr, haben Kinder in unserem
Staat zu wenig Rechte, und Eltern (den
Kindern gegenüber) zu viele? Sollte es
eher mehr oder eher weniger (staatliche)
Eingriffsmöglichkeiten in die
Erziehungsrechte der Eltern geben? Oder
ist alles okay?

Gruß
Michael

Hallo Michael,
wie Du ja bereits gemerkt hast, geht mir dieses Thema an die Nieren. Ich glaube, daß sehr viel, was mit Kindern passiert nicht OK ist. Ich sehe so oft Kinder, die meiner Meinung nach schlecht behandelt werden. Ich verspüre oft so eine starke Aggression bei Erwachsenen gegenüber Kindern in der Öffentlichkeit, daß ich gar nicht genau darüber nachdenken möchte, was zu Hause so abgeht. Und ich fühle mich ohnmächtig, da ich überhaupt nichts daran ändern kann.
Vielleicht brauchen wir keine gestzlichen Änderungen. Vielleicht sollten die gesetzlichen Rahmen nur besser wahrgenommen werden. Bei uns in Österreich passieren oft Geschichten, die man kaum glauben kann. Da werden Kinder bis auf´s Blut gequält - es gibt Aktenstöße bei den Jugendämtern - und es passiert jahrelang nichts. Bis es dann manchmal zu Tragödien kommt. Dann berichten die Medien - alle leiden mit - Stille. Bis zum nächsten Spektakel. Ich habe einmal einen Spielfilm gesehen, da ließen sich die Eltern scheiden, der Sohn nahm sich einen Anwalt und gewann: er blieb im Elternhaus, die Eltern wohnten wöchentlich alternierend bei ihm. War ja nur ein Film. Ihr in Deutschland habt doch Kinderanwälte, oder? Ich glaube, wir nicht.
Die Frauen erobern ja auch ganz schleichend langsam die Welt - wer weiß, vielleicht gibt es mal einen gesellschaftlichen Wandel, der es den Kindern mehr ermöglicht, sich besser zur Wehr zu setzen.
Liebe Grüße Susanne

Hi Susanne,

Kinderanwälte gibt es, so glaube ich, in Deutschland noch nicht. Es wird aber bei einer Scheidung auch das Kind gefragt, wo es hin will.

Ich finde rauchen sowieso oftmals als Zumutung. Es muß doch wirklich nicht überall der Sucht gefrönt werden z.B. auf dem eng mit Menschen gefüllten Bahnsteig (wo sowieso Rauchverbot ist), auf der Rolltreppe, auf Konzerten, in Restaurants. Ist es nicht viel schöner, seine Zigarette irgendwo in Ruhe zu genießen, als schnell mal eben zwischen Tür und Angel und anderen Menschen den Genuß zu nehmen oder den Atem. Wenn ich erkältet bin, ist damit nicht leicht umzugehen und ich habe dann noch länger dran zu knabbern.

In der Nachbarschaft meiner Mutter schreit oftmals ein Kind, das es einen durch Mark und Bein fährt (viel stärker als ein Kind das aus Protest oder Trotz schreit), es erhöht seinen langen Weinangstschrei dann noch, wenn Du über 20-30 Meter Luftlinie (offenes Fenster) eine Frau vulgär ein Kin namens Alex beschimpfenm hörst manchmal auch noch eine Männerstimme. Bei den Stimmen gefriert mir schon das Blut in den Adern.

Als uns das zum ertsen Mal bewußt wurde (meine Mutter arbeitet ganztags und ich bin nur manchmal am Wochenende da), haben wir mit unseren Nachbarn darüber gesprochen, die das wohl schon mehrmals am Tag erlebt haben mal mehr mal weniger lang oder heftig. Aber sie alle tun nichts - sagten nur, wenn wir was tun, können wir sie erwähnen.

Darauf rief meine Mutter gleich am Montag das Jugenamt an, berichtete alles und nannte Straße und Hausnummer und die vermutete Wohnung (Name ist uns leider unbekannt, da man das an den Briefkästen nicht so ausmachen kann). Die Dame vom Jugendamt war sehr ungehalten und sagte, sie wüßte nicht, ob sie zuständig seien, da sollte doch mal die Polizei nach sehen, wenn wir doch sowieso keinen Namen wüßten, wen solle sie denn da hin schicken!!!

Meine Mutter hatte dann wütend resigniert.

Am letzten Wochenende von Sonntag auf Montag um 2 Uhr morgens bin ich davon wachgeworden!!!, daß ein Kind aus Leibeskräften in höchsten Tönen schrie und eine Frau brüllte:„Hälst Du die Schnauze! Sei still Du Ass! Halt die Schnauze sonst …“. Es war das gleiche Kind, der gleiche Balkon. Ich rief die Polizei. Meine Stimme zitterte richtig, so hat es mich aufgeregt und berührt.

Eine halbe Stunde später klingelte es bei mir, die Polizei kam hoch in die Wohnung. Ich berichtete ihnen von der Nacht und dem vorher Beobachteten und Erlebten - auch vom Jugendamt. Sie sahen den Balkon, wo noch Licht brannte, das Fenster nun geschlossen war, die Stimmen still … so still. Ich weiß nicht, ob jetzt nichts geschieht. Oder ob sie es wirklich einmal selbst hören müssen. Dann sollten sie wirklich schneller hier sein. Andere Nachbarn scheinen zu feige zu sein, um anzurufen. Sie reden nur und machen sich Sorgen und beobachten das Haus und fragen sich, welche Familie es sein könnte.

Ist das nicht alles unerträglich? Ich würde mir so wünschen, daß das Jugendamt, einen Beobachter als Erziehungsbeihilfe oder wie man das nennt in den Haushalt schickt. Vielleicht sind die Eltern überfordert, die Nerven blank. Da muß doch was geschehen. Ich weiß nicht, ob da nur geschrien oder auch geschlagen wird. Aber mir reicht schon dieser blanke Zorn und Haß in der voluminösen Stimme.

Was meint ihr dazu?

Gruß, Faten

Hallo ihr beiden,

ich finde es sehr lieb von Euch, daß ihr mir hier Ratschläge gibt und ich mit Euch hier austauschen kann.

Denn mir kommen natürlich auch Gedanken, weil es mir auch unangenehm ist, mich einzumischen und dabei scheinbar alleine zu sein. Kann ich deswegen auch Schwierigkeiten bekommen? So absurde Fragen tauchen dann auch auf.

Ich werde, wenn meine Mutter in einer Woche aus dem Urlaub kommt, ihr davon berichten und sie bitten, mit den besagten Nachbarn, die tagsüber da sind, zu sprechen.

Klar, werde ich wieder anrufen, wenn ich da bin und es dann geschieht. Nur, ob die Polizei rechtzeitig da ist, um es selbst zu hören? Was geschieht denn dann? Wie wird dann vorgegangen? Wie oft muß ich anrufen? Wenn sie dann immer kommen und nichts mehr hören, ich immer anrufe, kann ich denn dann auch wegen WAS-weiß-Ich belangt werden? Oder Ruf bekommen, jemanden schädigen zu wollen? Denn das will ich ja gerade nicht.

Ich möchte, daß da jemand nachsieht und die Familie angemessene Hilfe bekommt. Aber von anderen Nachbarn rührt sich niemand. Unsere direkte Nachbarin sagte dazu, daß sie es auch furchtbar findet, wie sie beim Jugendamt erwähnen dürfen, sie aber als Polin Angst vor der Polizei hätte und diese nicht anrufen würde, das sollten wir doch bitte unbedingt tun. Nun habe ich als Weggezogene und meine Mutter als Ganztagsberufstätige gar keinen Kontakt zu so vielen Nachbarn geschweige denn Leuten aus dem besagten Haus. Und es mißfällt mir, jemandem hinterher zuspitzeln. Ist das dann nicht Aufgabe der Polizei und des Jugendamtes?

Gruß, Faten

Hallo Faten,
natürlich wäre es vorrangig die Aufgabe des Jugenamtes sich darum zu kümmern. Mir ist da noch etwas eingefallen. Hat das betreffende Haus einen Hauswart? Die sind des öfteren gesprächig. Vielleicht könntest Du so die Wohnung und somit den Namen ausfindig machen. Dann nochmals beim Jugendamt anrufen. Vielleicht meldet sich beim nächsten Mal eine hilfsbereitere Dame. Vielleicht hatte sie nur einen schlechten Tag. So eine Arbeit setzt einem sicher auch zu. Und wie schon gesagt, bei Kinderorganisationen melden.
Liebe Grüße Susanne

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Was meint ihr dazu?

Gruß, Faten

Nicht nachlassen, Faten! Wieder die Polizei rufen, wenn es nochmal vorkommt. Vielleicht auch mal jemanden in dem Haus ansprechen, aus dem das Geschrei kommt. Leider weiß ich nicht, ob das in deren Bereich fällt, aber der Kinderschutzbund

http://www.kinderschutzbund.de/

sollte Dir doch zumindest sagen können, was für Möglichkeiten es sonst noch gibt.

Gruß
Michael

Hallo zurück,
das ist was ich meine - wenn ich Deinen Text lese wird mir schlecht. Und es gibt deren Kinder so viel - und vielen geht´s noch viel schlimmer. Ist jetzt leicht für mich das zu schreiben, ich muß es ja nicht tun, aber hast Du Dir schon überlegt damit in die Öffentlichkeit zu gehen? Zur Presse?
Du hast vollkommen recht, es muß da etwas geschehen. Bei uns in Wien gibt es eine Reihe von Notrufen, auch für Kinder. Habt ihr auch sowas? Z.B. Kindertelefon. Versuche es mal dort. Oder mal in einem Frauenhaus um Hilfe fragen. Es ist nicht ganz ungefährlich sich einzumischen. Wenn Du nämlich keinen Erfolg damit hast, könnten die Eltern aufgrund der Störung noch aggressiver reagieren. Oder aber das Gegenteil tritt ein - sie bekommen Angst und reißen sich mehr zusammen. Bitte, resigniere nicht. Vielleicht findest Du eine Hilfsmöglichkeit. Schreibst Du mir, ob sich was getan hat?
Liebe Grüße Susanne

Hallo Michael!
Zunächst freut es mich erst einmal, daß es anscheinend doch noch Menschen gibt, die sich über Kinderrechte Gedanken machen. Die Antwort- Artikel, die bisher gekommen sind, sind alle sehr auf die „extremen“ Fälle bezogen. Aber wie sieht es denn in den sogenannten heilen Familien aus? Wer kennt denn überhaupt Kinderrechte? Ich schreibe im Moment meine Examensarbeit über Janusz Korczak. Er hat drei Grundrechte der Kinder formuliert:

  1. Das Recht des Kindes auf seinen Tod.
  2. Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag
  3. Das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist.

zu 1) Dieses Recht besagt, daß die Kinder eigene Erfahrungen machen dürfen und nicht Überbehütet werden. Überlegt einmal, wie viele Verbote ausgesprochen werden, damit sich das Kind nicht die Klamotten dreckig macht und damit es sich nicht verletzt. Damit ist nicht gemeint, daß man gar nicht aufpassen soll und die Kinder alles machen dürfen. Aber wir sollten den Kindern den Freiraum zum Leben lassen.

zu 2) Ständig heißt es, wenn du erst einmal älter bist, wenn du groß bist. Das Leben eines Kindes besteht aus dem ständigen Warten auf das Erwachsenwerden um dann davon enttäuscht zu werden. (Da darf man nämlich auch nicht alles machen) Die Fähigkeiten und Gefühle des Kindes am heutigen Tage bleiben dabei auf der Strecke. Ich frage euch: Tun die Schmerzen eines Kindes weniger weh als unsere?

zu 3) Die Kinder werden solange geliebt, wie sie nicht stören. Wir schaffen uns ein Idealbild vom Kind und pressen es in unsere Vorstellungen. Immer schön artig und brav sein. Leistungen erbringen usw. Was ist uns denn ein Kind, so wie es ist, wert?

Wenn du dir wirklich einmal Gedanken über Kinderrechte machen möchtest, solltest du vielleicht einmal in die Bücher von Janusz Korczak reinschnuppern. ( „Wie man ein Kind lieben soll“ und/oder "Das Recht des Kindes auf Achtung) Anschließend solltest du dich ruhig auch einmal in den ach so glücklichen Familien umschauen, wie es dort mit der Einhaltung dieser Rechte bestellt ist.
Der Artikel ist jetzt glaube ich ein wenig lang geworden, aber ich mußte das jetzt einmal los werden.
Schönen Gruß
Silvia

Hallo Silvia (Deiner E-Mail-Adresse entnehme
ich, daß wir „Nachbarn“ sind)!

[Silvia:]
Die Antwort- Artikel, die
bisher gekommen sind, sind alle sehr auf
die „extremen“ Fälle bezogen. Aber wie
sieht es denn in den sogenannten heilen
Familien aus? Wer kennt denn überhaupt
Kinderrechte?

Mein Zugang zum Thema ist auch eher ein
„extremer“, nämlich aus der Perspektive
„Menschenrechts-Verletzungen“ heraus. Bei der Gelegenheit muß ich jetzt unbedingt etwas Reklame machen für unsere Koordinationsgruppe bei amnesty international ().

[Silvia:]
Ich schreibe im Moment meine
Examensarbeit über Janusz Korczak.

[…]

Ich bin nicht mit den Schriften Korczaks vertraut,finde die von Dir angeführten drei „Grundrechte“(vorsichtig formuliert) dann doch etwas „provokativ“. Mit anderen Worten, ich kann damit so gut wie nix anfangen (mit Deinen Erläuterungen schon eher, aber
nicht mit dem Wortlaut der Statements). Genau so gut (ich nehme an, Korczak war sich darüber im Klaren) kann ich die Rechte der Kinder auf 1. ihr Leben 2. ihre
Zukunft 3. auf Entwicklung postulieren.

[Silvia:]
Wenn du dir wirklich einmal Gedanken über
Kinderrechte machen möchtest, solltest du
vielleicht einmal in die Bücher von Janusz
Korczak reinschnuppern.

Wie gesagt, komme ich aus einer bestimmten „Ecke“, und damit ist (im Bereich der Menschenrechtsarbeit) ein -
eher theorieferner - Pragmatismus verbunden. Um mal in die Bücher Korczaks „reinzuschnuppern“ fehlt mir einfach
die Zeit. Wenn Du magst, kannst Du mir aber mal Deine Examensarbeit zu Lesen geben - das würde mich wirklich interessieren (ich stehe im Telefon-Verzeichnis der Uni Bielefeld)

Gruß
Michael

Hallo Sonja,

ich stimme Dir vollkommen zu, daß man, hat man einmal angefangen, sich mit den Individualrechten des Kindes
zu beschäftigen, sehr schnell bei ganz praktischen Fragen danach ankommt, in welchen Situationen eine Verpflichtung besteht, ein Kind vor den eigenen Eltern
zu schützen.

Vielleicht muß man wirklich bei ganz elementaren Fragen beginnen: welche Rechte sollte das Kind als Individuum haben, und wie sind diese Rechte mit den Rechten der
Eltern zu vereinbaren? Sollte es so etwas geben, wie ein „Besitzrecht“ der Eltern auf das Kind? Usw. usw. Ich gebe zu, das sind teilweise schon ziemlich „abgehobene“ Fragen…

[Sonja:]
Und, wer kontrolliert?
Werden dann die Nachbarn gezwungen jeden
vermeintlichen Fehler anzuzeigen?

In einer halbwegs gesunden und funktionierenden Gesellschaft
sollte sich m.E. der Nachbar sehr wohl auch ein wenig für das Wohlergehen „fremder“ Kinder verantwortlich fühlen. Du sagst
ja selbst:

[Sonja:]
Aber bei all den Dingen sei am Rande
bemerkt, das es für mich viel schlimmere
Dinge gibt, als rauchende Schwangere.

Kinder die lange Jahre (wie es so niedlich
heißt) mibraucht werden, da wo erheblich
viel Schaden entsteht, da greift der
Gesetzesgeber fast nicht ein.
[…]
Augen zu man hat nix gehört.
Glauben schenk diesen Kindern ja eh kaum
einer.

Ich halte dieses „sich heraushalten“, aus Angst, als Denunziant dazustehen, für ein Verbrechen (Verzeihung) den betroffenen
Kindern gegenüber. Wo die Grenze zu ziehen ist, an der „der Nachbar“ einzuschreiten hat, ist nicht zuletzt eine Frage
gesellschaftlicher Übereinkunft.

Gruß
Michael

Hallo Susanne!

[Susanne:]
Hallo Michael,
wie Du ja bereits gemerkt hast, geht mir
dieses Thema an die Nieren. Ich glaube, daß
sehr viel, was mit Kindern passiert nicht
OK ist.

Deine Postings waren auch der Anlaß für mich, diese Frage hier zu stellen :sunglasses:

[Susanne:]
Vielleicht sollten die gesetzlichen Rahmen nur besser wahrgenommen werden. Bei uns in Österreich passieren oft Geschichten, die man kaum glauben kann. Da werden Kinder bis auf´s Blut gequält - es gibt Aktenstöße bei den Jugendämtern - und es passiert jahrelang nichts. Bis es dann manchmal zu Tragödien kommt. Dann berichten die Medien - alle leiden mit - Stille. Bis zum nächsten Spektakel.

Solche Geschichten passieren sicher nicht nur in Österreich. Ein Problem, das ich sehe, ist die Furcht der Menschen (der Nachbarn, Freunde, aber auch der „Amtspersonen“) sich in die „inneren“
Angelegenheiten einer Familie einzumischen. Das kann meiner Ansicht nach unter Umständen genau so verhängisvoll sein, wie die Nicht-Einmischungs-Doktrin auf staatlicher Ebene, wenn das Recht eines bestimmten Regimes über die Individualrechte der Bürger gestellt wird.

[Susanne:]
Die Frauen erobern ja auch ganz schleichend
langsam die Welt - […]

Weiter so, kann ich da nur sagen =8-)))

Michael