Kinderspiel?

Hallo Kerstin,

daß Dir geschilderte Situation Kopfzerbrechen macht kann ich gut verstehen, noch dazu da es sich um einen Bereich handelt, der stark tabuisiert ist - ähnlich wie bei Alkoholismus.

Eine Erfahrung aus der Supervision ist, daß sehr häufig - wenn Helfer eine Suchtproblematik vermuten - auch eine vorhanden ist. Bei sexellem Mißbrauch und anderen Mißhandlungsformen dürfte das nicht viel anders sein.

Der spontane Impuls ist dann, daß man das betroffene Kind so schnell wie möglich „retten“ d.h. aus der Situation herausholen möchte. Das ist jedoch kontraproduktiv und funktioniert kaum. Wichtig wäre, daß Vertrauen zu Mutter und Kind aufgebaut wird, um abklären zu können, was wirklich los ist.

Gibt es in Deiner Institution Supervision? Falls nicht, wäre zu überlegen, ob Du Dir das privat leistest, am Besten mit der Kollegin zusammen, wenn sie mitmacht.

Viele Grüße

Iris