wer weiß was über Stress den getrenntlebende Kinder aushalten müssen.Mein Sohn 5-jährig lebt bei seiner Mutter,ich sehe ihn sehr oft und gerne.Das Verständnis zwischen seiner Mutter und mir ist eher schlecht,bis nicht vorhanden.
Ich würde gerne wissen wie das bei anderen abläuft.
in einer Elternzeitschrift habe ich einmal gelesen, dass es für Scheidungskinder einfacher ist mit dem Zustand der Trennung zurecht zu kommen, wenn die Eltern unter einander einen vernünftige Form von Verständigung pflegen. Damit ist gemeint, dass gesprächsweise der gegenseitige Groll abgeschlossen sein sollte, und dass man dann neutral miteinander redet.
Besonders kleine Kinder sind für Disharmonien der Eltern sehr empfänglich, und kommen nicht damit zurecht. Das ist für sie bedrohlich, und nicht verständlich. Sie mögen beide Elternteile, dann müssen die sich doch auch mögen.
Kommen wohl möglich noch abfällige Äußerungen seitens des einen oder des anderen Elternteils zu Ohren des Kindes, dann ist die Verwirrung noch größer.
Also, die Diskrepanz zwischen Zuneigung für die Eltern und die Abneigung der Eltern ist für Kinder schwer zu verstehen und zu ertragen.
An Deiner Stelle würde ich mich beraten lassen. Es gibt in größeren Städten kirchliche und städtische Einrichtungen, die sich mit solchen Problemen beschäftigen - beraten Eltern, die sich scheiden lassen wollen, bieten Gespräche an, kennen sich mit den Problemen von Scheidungskinder aus usw…
Wahrscheinlich mußt Du mit Deiner ehem. Frau irgendwann einmal ein offenes Wort sprechen, was nicht so einfach sein dürfte, wenn sie Dir aus dem Weg geht. Ich würde auf jeden Fall alarmiert reagieren, wenn mein Kind von Abfälligkeiten erzählt, die der Partner über mich in Gegenwart des Kindes äußerte. Sie mag über Dich denken was sie will, aber sie ist von Dir geschieden und nicht das Kind von Dir, und so hast Du einen Anspruch auf eine gute Beziehung zu Deinem Kind, die sie nicht einfach untergraben darf, nur um ihre Unzufriedenheit zu kompensieren.
aus meiner jahrelangen Erfahrung, die ich in der „Alleinerziehenden-Arbeit“ (sowohl mit Eltern als auch mit Kindern) gesammelt habe, kann ich folgende Punkte als wensentlich hervorheben:
1.) ACHTUNG: Kinder haben AUCH Stress, wenn sich die Eltern „wegen der Kinder“ nicht trennen - denn Kinder reagieren sehr sensibel auch auf Dinge, die sie vermeintlich nicht mitbekommen-
2.) je selbstverständlicher Eltern mit ihrer Trennung umgehen, um so stressfreier ist es für die Kinder.
3.) ein Kind muss lernen, dass es Streit und Auseinandersetzung und auch mal eine Trennung gibt, in unserem Leben! Es lernt aber auch, dass man damit leben kann!
Und DAS muss klar sein: ein Eltern-Kind-Verhältnis kann nicht seitens der Eltern gelöst werden! Eltern SIND und BLEIBEN Eltern! egal ob sie momentan anwesend sind oder nicht, egal ob geschieden oder nicht, egal ob mit Freund(in) oder solo, egal ob „geliebteres“ Kind oder „vernachlässigteres Kind“ …
Dieses Verständnis MÜSSEN die Eltern den Kindern geben - das ist Erziehungspflicht!
4.) eine Trennung der Eltern hat nichts-absolut NICHTS!!- mit dem Eltern-Kind-Verhältnis zu tun (es sei denn, die Eltern spielen sich gegenseitig aus!)
5.) Wenn absolut klar ist, dass die Kinder nach wie vor Kind beider Elternteile sind (und das MUSS sowohl den Eltern klar sein , als auch den Kindern SO übermittelt werden!) ist der Stressfaktor bei allen Beteiligten wesentlich geringer.
6.) ich weiss, dass dies alles sehr theoretisch und sehr lebensfern scheint, ABER ES IST PRAKTIKABEL! wenn auch erst nach einer gewissen Lernphase …und noch was: diese Lernphase sollte am besten VOR einer evt.Trannung einsetzen. d.h. eine evt.Trennung der Eltern und ein Eltern-Kind-Verhältnis ausserhalb der Ursprungsfamilien-Mauern sollte in unserer Gesellschaftsstruktur grundsätzlich als NORMAL und MÖGLICH angesehen werden, dann wird dass auch im Eintretensfall SO sein!
so jetzt hör ich auf diese Punkte weiter auszulegen…wer Interesse hat, kann sich ja mal bei mir zu einem evt. „Themen-chat“ melden …
Wie es idealerweise in soeiner Situation ablaufen sollte,ist mir natürlich bekannt. Was mich eher interessiert sind z.B. Anzeichen
von Stress etc…Ich denke ich komme recht nahe ans Optimum,in der Beziehung zu meinem Sohn,heran.
Ich möchte auch gerne mal lesen wie das"Normale"bei anderen abläuft.
Gruß Andreas
darum wäre ich auch dafür, Alleinerziehende …
… grundsätzlich nicht mehr so zu nennen, sondern grundsätzlich „Getrennterziehende“. Wenn das in Einzelfällen nicht klappt, dann sind das die Ausnahmen, die man dann auch wieder Alleinerziehende nennen kann (z.B. wenn sich ein Elternteil vor der Erziehung drückt - was zu verachten ist).
Aber durch den Begriff allein würde die Sache mal so betont werden, wie es sein sollte - und nicht wie es derzeit ist, das zu betonen wie es nicht sein sollte. Und dies damit auch quasi zum Standard zu definieren.
GGE …Gemeinsamerziehende Getrenntlebende Eltern
oder Geimeinsamerziehende Zusammenlebende Eltern…
hm-warum muss man das überhaupt definieren…ELTERN sollten nunmal immer gemeinsam ihre Kinder erziehen -oder?
Dann ist die Lebensform der Eltern ob gemeinsam, oder getrennt, mit oder ohne dem oder einem anderen Partner(in) oder wie auch immer, für die Sicht der Kindererziehung eher nicht so relevant…
und letztendlich erzieht ja auch die sog.Gesellschaft im nicht unerheblichem Maße mit! Tja und da sind wir wieder beim Thema: die Gesellschaft sollte jetzt und ein für alle mal definieren:
Die Erziehungsverantwortung hat nichts mit der Lebensform der Eltern zu tun !
… grundsätzlich nicht mehr so zu nennen, sondern
grundsätzlich „Getrennterziehende“. Wenn das in Einzelfällen
nicht klappt, dann sind das die Ausnahmen, die man dann auch
wieder Alleinerziehende nennen kann (z.B. wenn sich ein
Elternteil vor der Erziehung drückt - was zu verachten ist).
Warum immer stärker separieren? Dann kommt das Stigma „Alleinerziehende“ - und es ist für viele die eine „funktionierende“ Familie leben immer noch ein Stigma, das sie anderen aufdrücken, nur noch denen „zulasten“, die von Partner oder Partnerin verlassen, d.h. im Stich gelassen wurden. Der oder die, die im Stich gelassen haben, denen ist es sicher egal, wie zurückbleibende Ein-Eltern-Familien genannt werden…
Warum immer stärker separieren? Dann kommt das Stigma
„Alleinerziehende“ - und es ist für viele die eine
„funktionierende“ Familie leben immer noch ein Stigma, das sie
anderen aufdrücken, nur noch denen „zulasten“, die von Partner
oder Partnerin verlassen, d.h. im Stich gelassen wurden. Der
oder die, die im Stich gelassen haben, denen ist es sicher
egal, wie zurückbleibende Ein-Eltern-Familien genannt
werden…
ich habe meine Ex-Frau verlassen, weil sich unsere Ehe leider als Fehlentscheidung herausgestellt hat. Weder sie noch ich sind dadurch ein schlechter Mensche. Und mir ist es sicher nicht egal, wie sie ihre Mutterolle definiert. Als Alleinerziehende hieße, ich wäre „Wochenenedpapa“, ich tue aber alles dafür, auch meinen Teil zur Erziehung beizutragen, bin für unsere Tochter immer da. „Getrennt Erziehend“ wäre von daher ein wesentlich besserer Begriff. Und so denken viele getrennt lebende Väter.
ich hatte eine ähnliche situation: kurz nach geburt getrennt und seehr schlechtes verhältnis zum vater.
uns beiden war aber klar, dass das nichts mit dem kind zu tun haben darf. darum sind wir in eine beratung gegangen, um alle strittigen fragen zu klären und auch unsere streitereien auszustragen. wenn jetzt mal spannungen aufkommen, wenn die kleine dabei ist, sagen wir, ok, das besprechen wir am telefon in ruhe. das heißt, die kleine darf schon merken, dass wir unsere streitpunkte haben, aber wir wollen nicht vor ihr lange rumstreiten. ich sage ihr, dass wir sehr verschieden sind und uns in manchen dingen nicht verstehen. für mich ist auch sehr wichtig, nie den vater vor der kleinen schlecht zu machen. die fehler, die ich an ihm finde, sage ich ihm, nicht dem kind und umgekehrt. ich denke, dass bemühen beider teile um das wohl des kindes ist wichtig und dass man akzeptiert, dass das kind den anderen genauso lieben darf wie einen selbst.
mittlerweile geht es so gut, dass wir auch wieder gelegentlich gemeinsam etwas unternehmen, was unserer kleinen sehr gefällt. ich finde die lösung sehr gut: sie hat mama und papa, ich nehme mir zeit, habe wirklich frei, wenn sie bei ihm ist (1-2 tage/woche, sie ist jetzt 3j), er nimmt sich zeit für sie, hat sonst frei. wir haben keinen alltagsstress zusammen und sind zumindest in einem punkt immer einer meinung: wir haben das tollste kind auf der welt
ps: kleiner tipp von mutter an vater: es tut seeehr gut, wenn mann auch mal wenigstens ein bisschen anerkennt, dass frau sich nicht nur ein „schönes leben“ auf „seine kosten“ macht, sondern echt sehr viel mehr arbeit und kosten hat, als mann sich das so recht vorstellen will.
cordula
Warum immer stärker separieren? Dann kommt das Stigma
„Alleinerziehende“ - und es ist für viele die eine
„funktionierende“ Familie leben immer noch ein Stigma, das sie
anderen aufdrücken, nur noch denen „zulasten“, die von Partner
oder Partnerin verlassen, d.h. im Stich gelassen wurden. Der
oder die, die im Stich gelassen haben, denen ist es sicher
egal, wie zurückbleibende Ein-Eltern-Familien genannt
werden…
ich habe meine Ex-Frau verlassen, weil sich unsere Ehe leider
als Fehlentscheidung herausgestellt hat. Weder sie noch ich
sind dadurch ein schlechter Mensche. Und mir ist es sicher
nicht egal, wie sie ihre Mutterolle definiert. Als
Alleinerziehende hieße, ich wäre „Wochenenedpapa“, ich tue
aber alles dafür, auch meinen Teil zur Erziehung beizutragen,
bin für unsere Tochter immer da. „Getrennt Erziehend“ wäre von
daher ein wesentlich besserer Begriff. Und so denken viele
getrennt lebende Väter.
6.) ich weiss, dass dies alles sehr theoretisch und sehr
lebensfern scheint,
Das finde ich überhaupt nicht! Es ist nämlich genau so und man kann es auch so praktizieren. Ob es an der Wende lag oder an anderen Dingen mögen Soziologen untersuchen, Fakt ist, hier bei uns im Osten gehören solche Scheidungsfamilien durchaus zum normalen Bild und die von Dir aufgeführten ‚Vernunft-Ideale‘ werden da immer mehr bedacht und zum Vorteil der Kinder umgesetzt.
Besonders beachtenswert finde ich dabei die Eltern, die z.B. trotz Trennung wechselseitig oder auch gemeinsam zu Elternversammlungen der Kinder erscheinen. Wenig begeistert bin ich aber, wenn Kinder zwischen den Elternhäusern hin und her wechseln, ich denke, daß Kinder nur EINEN Platz zu Hause nennen sollten.
Für alle Alleinerziehenden, die Probleme haben, dem Ex-Partner im Sinne der Kinder wenigstens neutral gegenüber zu treten, stellt Euch vor, Euch passiert was, das geht schneller als Ihr denkt, sollen die Kinder in einer solchen Situation zu einem Menschen ziehen müssen, den sie kaum kennen, der ihnen womöglich als schlechter Mensch nahegebracht wurde? Das zu vermeiden hat auch was mit Verantwortung dem Kind gegenüber zu tun.
möchte Dir gerne schreiben, wie es bei mir abläuft. Die Trennung wurde vor einem dreiviertel Jahr vollzogen. Alle drei Kinder (18,16,10) leben bei mir. Die Kinder sehen ihren Vater sooft sie wollen. Seit Beginn der Trennung habe ich die Kinder noch nie ausgefragt. Ich habe im Beisein meiner Kinder noch nie schlecht über meinem Mann geredet. Dies verlangt auch einiges an Disziplin, aber ich bin sehr froh, denn bis jetzt läuft alles gut. Ich glaube, dass es den Kindern auch ein Stück geholfen hat die Trennung ein wenig besser zu verkraften. Mein Mann und ich besprechen uns bei den Fragen die die Kids betreffen, ansonsten haben wir keinerlei Kontakt.Ich würde vielen anderen „Getrennten“ wünschen solch einen Weg zu finden. Keines meiner Kinder hat an der Trennung zu „nagen“ gehabt. Was die finanzielle Seite betrifft, haben wir uns nicht per Anwalt sondern unter uns geeinigt. So haben die Kinder auch nichts von diesem Thema als negatives Ereignis mitbekommen. Ich glaube auch dies ein ein häufiger Streitpunkt, der über die Kinder ausgetragen wird. Ich wünsche Dir viel Kraft und weiterhin alles Gute
Gonzo
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