Kinderwunsch Mann

Liebe/-r Experte/-in,
bei meinem Freund wurde vor einigen Jahren Unfruchtbarkeit diagnostiziert. Vor kurzem hatten wir einen Termin. Der Arzt erklärte mir das die Hoden bei meinem Freund zu klein seien und das zu wenig Spermaproduzierende Stellen im Hoden seien. Ungewöhnlich bei ihm wäre, das es trotzdem noch eine/einige Stellen gab, aus denen per Biopsie Spermien entnommen werden konnten. Jetzt soll er demnächst zur Vorbeugung von Krankheiten, wie z.B. Osteoporose, Spritzen bekommen („Die Pille für den Mann“).
Gibt es bei einer solchen Diagnose keine andere Möglichkeit schwanger zur werden als IVF?
Wie nennt man das im Mediziner-Latein?
Vielen Dank für Eure Antworten.
lg nefilia

Liebe Nefilia,
wurde denn bereits eine Biopsie durchgeführt (das nennt man in der Fachsprache auch TESE)? Und wurden hier wirklich Spermien gefunden? Die Spritzen sind dann sinnvoll, wenn er z.B. unter Testosteronmangel leidet. Das ist nicht bei allen unfruchtbaren Männern so.

Die Frage nach der Schwangerschaft auf natürlichem Wege ist abhängig davon, wie die genaue Diagnose durch die Ärzte lautet - und ob eine reversible oder irreversible Schädigung der Hoden vorliegt. Bei den meisten unfruchtbaren Männern handelt es sich um eine irreversible Erkrankung - und hier ist dann in der Tat nur die ICSI (IVF reicht meistens nicht, sondern ist eigentlich Frauen mit verschlossenen Eileitern vorbehalten, deren Männer ein exzellentes Spermiogramm haben) die einzige Chance auf ein genetisch gemeinsames Kind. Eine ganze Reihe an Paaren entscheiden sich jedoch auch für andere Wege, z.B. Spendersamen, Adoption oder Pflegschaft. Die Gründe hierfür sind vielfältig - Angst vor der Behandlung, Gründe bei der Frau, warum eine Behandlung nicht durchgeführt werden dürfte, ethische Gründe, die gegen eine IVF/ICSI sprechen oder schlichtweg so schlechte Spermienbedingungen, dass eine ICSI gar nicht erst möglich ist.

Du findest mehr über die unterschiedlichen Formen der Unfruchtbarkeit beim Mann z.B. im Theorieteil des Kinderwunschforums www.wunschkinder.net . Gerne stehe ich dir aber auch für weitere Fragen zur Verfügung.

Liebe Grüße,
Claudia

www.kinderwunsch-coach.de

Hallo Nefilia,

Du hast das schon richtig erkannt - ohne Eingriff von außen werdet Ihr keinen Erfolg haben. Allerdings würde ich mehrere Ärzte aufsuchen bei einer solch wichtigen - und vor allem mit viel Geld verbundenen - Entscheidung. Ich weiß, dass das eine sehr nervenaufreibende Zeit ist, wenn man einen Kinderwunsch hat und derart viel dafür tun muss. Versucht trotzdem, auch wenn das sehr schwer ist, Ruhe zu bewahren. Stress ist kein gutes Hilfsmittel, wenn man Schwanger werden möchte.
Hakt nacheinander alle Untersuchungen und Arzttermine (bitte NUR bei ANERKANNTEN Spezialisten, am besten Uniklinik!) ab. DANN könnt Ihr entscheiden, wie Ihr vorgehen wollt.
Das Ganze ist natürlich auch abhängig von Eurem Alter. Bist Du schon weit über 35 Jahre alt, halte ich eine IVF für sehr unsicher und die Erfolgschancen werden lediglich von den Medizinern als gut angesehen, denn sie wollen ja nichts unversucht lassen - das bringt ja nun mal Geld. Der Körper möchte aber in einem solchen Alter nicht mehr so gerne Schwanger werden. Das hat ja seinen Grund. Die Mehrlingsgeburten steigen - auch auf natürlichem Wege - an, die Behinderungen nehmen zu und auch Du selber bist nicht mehr so grenzenlos leistungsfähig, wie mit Mitte Zwanzig. Die Folikel sind älter, der ganze Körper ist eben nicht mehr taufrisch. Deshalb kann ich Dir, aus meiner persönlichen Überzeugung heraus, nur sehr nahe legen, dass Du eine solche Anstrengung nur vor dem 35. Lebensjahr durchziehst. Ich weiß, es gibt SOOOOOOOO viele Frauen, die erst mit 40 anfangen, so etwas zu veranstalten. Aber das endet oft nicht glücklich.
Es ist natürlich EURE Entscheidung. Die Ärzte werden Euch IMMER dazu raten - denk daran.
Ich wünsche Euch jedenfalls viel Erfolg und hoffe, dass doch noch alles klappen wird.

Liebe Grüße,
Petra

Hallo Petra, vielen Dank für deine Antwort.
Ich bin noch unter 35. Ob wir uns aber wirklich für einen solchen Schritt entscheiden werden, wissen wir jedoch noch nicht. Wir werden es uns noch überlegen.
Dankeschön.

Hallo Claudia,
vielen Dank für deine Antwort.
Ja, eine Biopsie wurde bereits durchgeführt, aber das liegt schon einige Jahre zurück. Der Arzt sagte, das es damals (untypischer weise) noch ein(ige) Stelle(n) gab, wo Spermien gefunden wurden. Ob das heute immer noch so ist, wüsste er natürlich auch nicht. Im Ejakulat wurden damals keine Spermien gefunden.
Ob er die Spritzen wirklich bekommenn muss, wissen wir nicht. Wennn es soweit ist, werden er nochmal zum Arzt gehen und sich genau informieren lassen.
Der Arzt sagte jedoch, es sei notwendig zur Vorbeugung.
Wie die Diagnose lautet, konnte ich mir leider nicht merken, es war etwas mit „A“, aber da gibt es wohl einiges. Da der Arzt sofort gesagt hat, die einzige Möglichkeit schwanger zu werden wäre über künstliche Befruchtung, gehe ich mal von einer irreversiblen Schädigung aus.
Ist es vielleicht sinnvoll sich hier eine zweite Meinung einzuholen?
Lg Nefilia

Sehr vernünftig!!! Endlich mal jemand, der nicht ausschließlich, ganz egoistisch nur ans Kinderkriegen denkt. Es ist ja mit so viel Verantwortung im Vorfeld und auch danach verbunden. Das weiß man aber leider immer erst dann, wenn etwas passiert. Wägt einfach gut ab und lasst Euch, wie gesagt, beraten. Ich bin sicher, Euer Bauchgefühl wird Euch dann bei der Entscheidung helfen. Ein Lob an so viel Klugheit.
Liebe Grüße,
Petra

Liebe Nefilia,
ich bin etwas erstaunt, dass der Arzt so verwundert war, bei der Biopsie Stellen mit Spermien zu finden - so selten ist das nicht, außer bei wirklich sehr schwerwiegenden Erkrankungen. Hier ist eine Schwangerschaft selbst über künstliche Befruchtung schwierig, aber nicht unmöglich. Viele Paare entscheiden sich jedoch auch für einen anderen Weg, eine Familie zu gründen - sei es mit Spendersamen oder aber im Ausland über Embryonenspende; bzw. natürlich hier oder im Ausland über Adoption oder Pflegekinder. Manche Situationen sind sehr verfahren - und eine Zweitmeinung ist in solchen lebensentscheidenden Bereichen aus meiner Sicht immer sinnvoll.

Manche Erkrankungen jedoch sind hormonell derart schwerwiegend auch unabhängig vom Erreichen einer Schwangerschaft, dass man dem Betroffenen Hormone spritzen muss. Diese sind zur Aufrechterhaltung von Körperfunktionen notwendig - Sexualhormone sind nicht nur zum Kinderkriegen wichtig, sondern auch in anderen Bereichen. Ferner wird durch die Hormonspritzen einer Osteoporose vorgebeugt. Es kann gut sein, dass dies bei deinem Mann geplant und notwendig ist.

LG
Claudia
www.kinderwunsch-coach.de

hallo, ich entschuldige mich für die späte antwort.ich glaubte geantwortet zu haben. ich bin psyhotherpeutin auf hp basis, deshalb nicht mit den physichen themen befasst. trotzdem würde ich sagen - was soll die pille für den mann ? da würde ich mich alternativ erkundigen und keinesfalls abfinden mit der diagnose und auch nicht mit der iuv.
vile erfolg. gruß ey