Kindesentzug

hallo,
ich hab da mal ne frage. Mein freund hat eine 5 jährige tochter und mit der mutter wurde im scheidungsvertrag festgehalten das die tochter von Sonntag mittag 12 Uhr bis Mitwoch morgen bei uns ist, wir bringen sie dann in den kindergarten und sie holt das kind dann mittags ab.
jetzt fängt die mutter an zu drohen das sie die kleine nicht mehr bringen würde weil ihr würde es schlecht gehen, aber das stimmt einfach nicht Der kleinen geht es super bei uns und wir verstehen uns mit ihr. Jetzt meine Frage was können wir tun wenn sie das kind beim nächsten mal einfach nicht bringt?
Sollen wir dann die Polizei einschalten? Muss man da schon vorher hin?
Oder wie handhaben die das?

Hallo Lisa,

wenn das rechtlich so geregelt ist, wie Du sagst, dann habt Ihr im Fall des Falles die Möglichkeit, das Kind über die Polizei holen zu lassen.

Ob das sinnvoll, klug und dem Kind zuträglich wäre, das ist eine andere Frage. Ich würde Euch eher empfehlen, es nicht so weit kommen zu lassen.

Auch wenn es schwer ist, seht diese Aussagen nicht als persönlichen Angriff der Mutter, denn das macht Euch vermutlich eher handlungsunfähig.

Sucht das Gespräch - und zwar auf verschiedenen Ebenen, und zwar unter der Vorgabe alle wollen das BESTE für das Kind und alle sollten dabei zusammenarbeiten.

  • Gespräch mit den Erzieherinnen im KiGa, wie sich die Veränderung vom Aufenthaltsort (und zwar in beide Richtungen!) beim Kind auswirkt. Was beobachten sie?

  • Gespräch mit der Mutter, wahrscheinlich am Besten unter Beteiligung einer dritten Person (Familienmediation, Familienberatung). Es ist wichtig, daß die Mutter sich mit ihrer Sorge ernst genommen sieht, um unüberlegte Handlungen, die dem Kind schaden, zu vermeiden!

  • Wenn die Mutter sich einem solchen Gespräch verweigert, dann geht ihr zur Familienberatung: Das entlastet Euch und wird auch, wenn es noch zu weiteren Auseinandersetzungen kommt, positiv für Euch sprechen. Wenn sie aber davon spricht, dem Kind gehe es schlecht, bei einer Lösung aber nicht mitarbeitet, dann geht der Schuß für sie nach hinten los.

Alles Gute, viel Kraft, und Gute Nerven wünscht

Iris

Ja wir gehen schon zur Familienberatung es gibt termine mit der mutter und termin die nur ich und mein freund wahrnehmen und termine die die mutter allein wahrnimmt. wir haben echt schon alles versucht und uns ist natürlich auch klar das das für das kind echt beschissen wäre wenn es soweit kommen würde. aber die mutter die treibt ihre aktionen gegen uns immer weiter und ich denke wir haben in der vergangenheit so viel toleriert nur um die situation einigermaßen zu dee4skalieren aber jetzt müssen wir ja auch mal handeln. Die droht auch mit dem kind „weit“ weg zu ziehen.

Hallo Lisa,

vorher habe ich in der Morgenpost einen Artikel aus der Sicht einer heute 20jährigen jungen Frau gelesen, in deren Scheidungsfamilie genau dieses Modell gelebt wurde. Vielleicht ist das interessant für Euch:
Ein Leben zwischen Papa und Mama
http://www.morgenpost.de/familie/article1147666/Ein_…

Ich schließe aus Deinem Posting, daß die Eltern eine gemeinsame elterliche Sorge haben. Wenn daran etwas verändert werden soll, dann geht das nur über das Familiengericht. Das zieht zwecks Gutachten dann die entsprechende zuständige Stelle beim Jugendamt heran.

Wenn Ihr also die Befürchtung habt, die Mutter könnte mit dem Kind „weit weg“ abhauen (Ausland?), dann ist sie zwar formal im Unrecht, aber das Kind ist dann erst mal weg vom Vater. Und in diesem Fall würde die Zeit für die Mutter arbeiten. Von daher wäre zu überlegen, inweiweit Ihr Euch bereits jetzt Kontakt zum Jugendamt aufnehmt.

Die bisherige Strategie mit der Familienberatung scheint ja von Eurer Seite darauf abzuzielen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Wenn das nicht geht, dann ist das bedauerlich, und es läuft auf die Frage raus, wer zuerst Fakten schafft.

Viele Grüße

Iris