Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Kindesmißbrauch.
Ich will nun nicht mehr länger tatenlos herumsitzen und mich nur darüber aufregen ohne etwas dagegen zu tun.
Wer kann mir Infos geben,wie und wo man sich engagieren kann?
Welche Chancen die Opfer haben und wo sie Hilfe bekommen?
soweit ich mich erinnere, habe ich dazu bei zwei urls was gesehen. Mußt halt suchen:
http://www.hausfrauenseiten.de
http://woman.de
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Pro Familia und Zartbitter sind Stellen, die sich für mißbrauchte Kinder einsetzen, letzere speziell für diese. Vielleicht kannst Du bei denen mal anfragen. Gibt es in jeder größeren Stadt.
Die Dunkelziffer besagt übrigens: Jedes dritte Kind wird in irgendeiner Weise sexuell mißbraucht. Schön, daß Du Dich engagieren willst.
Lieben Gruß, Nike
Halle Nina.
Erst einmal finde ich es gut, wenn du sagst, dass du dich für dieses Thema engagieren willst - und ich sage dir: Deine Hilfe wird auch dringend gebraucht! Damit du aber nicht die gleichen Fehler machst, die ich mal vor ein paar Jahren gemacht habe, hier ein paar eindringliche Ratschläge von mir. Gerade das Thema Gewalt - speziell sexuelle Gewalt - an Kindern wird in den letzten Jahren sehr unreflektiert hochgepuscht. Besonders die Medien haben hier ein großes Interesse daran, mit immer neuen Horrormeldungen Panik zu schüren. Ich habe fast das Gefühl, dass alle versuchen, sich mit immer krasseren Statistiken und immer detaillierteren Schilderungen über neue Ungeheuerlichkeiten selbst zu übertreffen. Einer meiner „Vorschreiber“ ist auf dieses Thema ja auch eingegangen und ich frage nur: Was habe ich von Statistiken, außer, dass ich Verfolgungswahn bekomme und an jeder Ecke Opfer und Täter sehe? Nicht umsonst hört man immer wieder auch von Fällen, in denen Leuten ( z.B. von übermotivierten „ZartbitterInnen“ ) ein Missbrauch vorgeworfen wird, eine Megaprozesslawine ins Rollen gerät und der vermeintliche Täter am Ende unschuldig war - ich erinnere mich z. B. an den Prozess gegen den Erzieher eines Montessouri - Kindergartens in Münster der nach drei Jahren, die der Typ in U-Haft war und in denen sich alle Freunde und Bekannte von ihm abgewendet hatten, mit einem zweifelsfreien Freispruch endete. Statistiken behindern mich im objektiven Bearbeiten eines Problems. Glaube mir, dem einzelnen Opfer ist es egal, ob jedes 3., 4. oder 10. Kind vergewaltigt wird.
Leider sind auch diverse Hilfsorganisationen wie z. B. Zartbitter oder Wildwasser lange nicht so gut wie ihr Ruf ( wobei auch hier wohl allmählich hinzu gelernt wird ) und in den Chor der unreflektierten Panikmacher eingefallen. Auf der anderen Seite aber haben sie selber jahrelang die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen. Ich habe z. B. vor ein paar Jahren mal heftigst mit Ursula Enders - Zartbitter - ( Autorin div. Bücher zum Thema ) darüber gestritten, ob nun auch Jungen als Opfer und Frauen als Täterinnen in Betracht zu ziehen sind. Beides wurde kategorisch abgelehnt. Auf einer Veranstaltung von Wildwasser wurde ich dann, als ich die gleiche Frage stellte, des Saales verwiesen. In meiner eigenen Praxis kann ich aber sagen, dass ich mit etwa gleich vielen Jungs und Mädchen als Opfern und Männern und Frauen als Tätern zu tun hatte. Nur die Form, die Qualität der Übergriffe, war in der Regel anders. Mittlerweile, das sei hier noch zur Ehrenrettung von Frau Enders angeführt, hat sie ja auch ein Buch herausgebracht, das sich ausschließlich mit der sex. Gewalt gegen Jungen befasst.
Ich glaube, dass Problem bei den diversen Hilfsorganisationen ist, dass die meisten aus der feministischen Bewegung kommen ( oh, oh, ich hoffe, ich setze mich jetzt nicht bei dir in die Nesseln ) und ihnen mehr die Widerwärtigkeit des Mannes als Solches, als das umsichtige, überlegte Auseinander setzen mit dem Thema Vergewaltigung von Kindern am Herzen liegt.
Ich weiß ja nicht, wo du wohnst, aber wenn du die Möglichkeit hast, dich mal mit der Kinderschutzambulanz in Düsseldorf in Verbindung zu setzen, so ist das sicherlich eine Adresse, in der hochqualifizierte und engagierte Therapeuten / Psychologen arbeiten ( ich habe mal mit einer Fachschulklasse in Köln eine Exkursion dorthin gemacht, die wirklich sehr informativ war. Die Leute waren ausgesprochen kooperativ und können dir bestimmt auch sagen, wie du dich weiter engagieren kannst ).
Gehe dieses sehr emotional fordernde Thema nicht vom Bauch her an, sondern vom Kopf. Wenn du das Gefühl hat, das nicht zu schaffen, lass um Gottes Willen die Finger davon und engagiere dich lieber in einem Bereich, den du besser überblicken kannst. Sonst kann es dir schnell passieren, dass du, bei dem ganzen Scheiß, den du zu sehen und zu hören bekommen wirst kaputt gehst.
P.S. Hier noch ein ganz heißer Tipp von mir. Wenn du dich wirklich voll und ganz für dieses Thema einsetzen willst, checke mal deine Möglichkeiten ab, ob du das nicht beruflich machen kannst - z. B. als Erzieherin. Hier kannst du den Kindern und Jugendlichen nämlich, wie ich finde am Besten helfen - indem du ihnen eine komplett neue, nicht mehr angstbeladene Perspektive aufzeigst, dich ihnen anbietest, ohne sie zu bedrängen und ihnen - und jetzt alle Erzieher/Solzialpädagogen… der Welt mal herhören !!! - ggf. auch gestattest, zu schweigen, verdrängen oder zu vergessen.
Viel Kraft und Erfolg
Frank
Hy Nina, ich bin´s noch mal.
Ich habe gerade noch einen Aufruf von dir gefunden bzgl. Depression und sozialer Phobie. Du solltest, bevor du dich mit dem Thema Missbrauch beschäftigst auf alle Fälle deinen eigenen Probleme aufgearbeitet haben - sonst bist du einem Menschen der dringend eine starke, gefestigte Person braucht, keine Hilfe, sondern eher eine Belastung. Zu dem Thema soziale Phobie noch ein Tipp von mir: Wende dich doch mal an die „CHRISTOPH DORNIER STIFTUNG“ in Marburg oder Münster - die arbeiten mit der Konfrontationstherapie. Das ist zwar sehr anstrengend, aber ausgesprochen erfolgreich.Einer guten Freundin von uns haben die da sehr gut und schnell weiter geholfen.
Eine weitere Möglichkeit sehe in im Neurolinguistischen Programmieren (NLP). Das Problem hierbei ist nur, einen wirklich qualifizierten Therapeuten zu finden. Vielleicht kannst du ja über das Internet hier was in Erfahrung bringen. Abraten möchte ich dir eigentlich von Selbsthilfegruppen - da bemitleidet ihr euch nur gegenseitig und es dauert Jahre, bis sich bei dir was tut.
Tu was!!! Frank
Zustimmung! (ot)
das findet auch
Nike
Terres des homes in Osnabrück
Kinderschutzbund 0800-1110333
weiße Ring
Gruß PiRo
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Das Thema „Kindesmißbrauch“ wird hochgepusht, vielfach mit horrenden Folgen.
In Köln hat sich letztes Jahr ein Bekannter von mir, Grundschullehrer, das Leben genommen, weil er zu Unrecht des Mißbrauchs von etwa zehnjährigen Schülerinnen bezichtigt wurde (anonym). Er ist am Eingang des Schulgebäudes verhaftet worden … seine Witwe hat erst nach seinem Tod Akteneinsicht bekommen - soviel nur in Kürze. Über sowas wird dann in der öffentlichkeit nicht gern geredet - und Kinderporno im Internet wird auch maßlos übertrieben.
Wenn ein Sechzehnjähriger auf seinem PC mit Kinderporno in Berührung kommt, dann kommt der Staatsanwalt und beschlagnahmt ihm den PC - und es ist wieder ein Fall „Kinderpronographie“ mehr für die Statistik.
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Pro Familia und Zartbitter sind Stellen,
die sich für mißbrauchte Kinder
einsetzen, letzere speziell für diese.
Vielleicht kannst Du bei denen mal
anfragen. Gibt es in jeder größeren
Stadt.
Jaja, Zartbitter war auch beteiligt an dem Fall, den ich weiter oben geschildert habe.
Dort gibt es ein paar Übereifrige, die ihre Daseinsberechtung suchen, koste es was es wolle.
ich glaube das das ganze thema gar nicht mehr richtig objektiv behandelt werden kann, da leider auch viele frauen das thema selber missbrauchen.
ich habe in der vergangenheit öfters mal persönlich mitbekommen können, wie manch eine frau, nach/bei der scheidung als es ums (gemeinsame)sorgerecht ging, das als sie sich hätten fügen müssen, dann mal eben der vorwurf des missbrauches in den raum geworfen wurde…
was das für schäden bei den kindern angerichtet hat, darum wurde sich nicht gescherrt…
von dem betroffenen mann gar nicht zu reden, aber wie soll, wenn solche fälle (und die sind gar nicht so selten) rauskommen, wirklich noch ohne misstrauen in bezug auf dieses thema umgegangen werden???
Ist sowas nicht auch missbrauch an den kindern?
das es missbrauch gibt, steht ausser frage, ist schlimm und gruselig, aber oft wird da was in den raum geschrieen, und die betroffenen können auch mit freispruch kein normales leben mehr führen oder unbefangen mit ihren kindern umgehen. bei allem hutabziehen vor allen, die helfen wollen, rate ich dennoch, sich genau anzuschauen, in welcher organisation man helfen will.
ich würde nämlich auch schauen, ob die organisation zum grössten teil aus betroffenen besteht, die da manchmal mehr voreingenommen sind und schneller bereit sind alle männer vorzuverurteilen, oder ob man da wirklich sensibel mit umgeht…
gruß
sonja
die missbrauch am eigenem leibe erfahren hat und trotzdem damit umgehen kann
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Liebe Sonnja
Deine Ansichten zeigen, dass Du Dich mit dem Thema, dass ja leider auch ein Stück Deiner Vergangenheit ist, sehr eingehend auseinander gesetzt hast. Zu der Zeit, als ich mich intensiv mit dem Thema „sexuelle Gewalt an Kindern“ beschäftigt habe (1987 bis 1994), hatte ich mir oft eine Mitstreiterin gewünscht, die Deine Sichtweise hat. Auch anhand anderer Zuschriften in diesem Brett hege ich allmächlich die Hoffnung, dass es doch noch einmal gelingt, dieses Thema sachlich zu betrachten um entstandenes Leid von Kindern nicht noch durch übereifrige Erwachsene zu vergrößern (oder gar erst durch Falschaussagen oder -interpretationen entstehen zu lassen).
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du es schaffst, irgendwie mit Deinen schlimmen Erlebnissen fertig zu werden und wünsche mir, dass Du anderen Betroffenen mit Deiner Erfahrung wirst weiterhelfen können. Danke für Deinen ehrlichen Beitrag hier.
Liebe Grüße, Frank