Es geht um eine Abmachung.
Ja. Allerdings wissen wir nicht genau, wie die Abmachung ist (ob es überhaupt eine Urlaubsregelung gibt und wie die lautet)
Es geht darum, was notwendig ist, damit eine Abmachung
zwischen mehreren Partnern Gültigkeit hat; ob es ausreicht,
wenn der eine dem anderen seinen Standpunkt mitteilt, und ob
der andere sofort widersprechen muss, oder ansonsten an die
Vorgaben des anderen gebunden ist.
Natürlich. Es gibt aber auch nonverbale Kommunikation. Wenn hier der Vater „mitteilt“, dass er in den ersten 3 Wochen Urlaub hat. Dann wäre unter Kommunikationsgesichtspunkten sicher besser, wenn er diese Aussage mit der Frage verknüpft: Ist dir das recht? Passt es dir? Allerdings genügt in der Situation der Umstand, DASS er das sagt völlig aus, um zu wissen, WAS er damit auch aussagt: Er wird seiner Ex nämlich nicht diese Botschaft übermitteln, um mal nett geplauscht zu haben, sondern weil es eben um das Kind geht.
Und genau diese Botschaft ist jetzt auch beim Empfänger angekommen. Sie hat genau kapiert, worum es ging. Nun konnte sie nix sagen zu dem Zeitpunkt. Anstatt aber genau das zurückzuspiegeln, sagt sie gar nichts.
Der Vater deutet dies als stillschweigende Zustimmung. Sein Fehler: er deutet und holt sich nicht die Bestätigung dieser Deutung durch Nachfrage ab. Allerdings gilt eben auch: Sie hat diese Missdeutung billigend in Kauf genommen. Mir fällt einfach kein vernünftiger Grund für ihr Schweigen ein, der nicht in die Kiste „Machtausspielen“ (weil sie hat das Sorgerecht), „Auflaufen lassen“, „am langen Arm verhungern lassen“ etc. rein passt. Und eines ist ihre Reaktion mit Sicherheit: Sie tut nichts in der Richtung, was sie eigentlich tun müsste: konstruktiv ihren Teil dazu beizutragen, dass der Junge mit seinem Vater in Urlaub fahren kann.
Das bestätigt dann auch ihr nächster Schritt. Sie erfährt, dass sie auch nur Urlaub in der ersten Hälfte macht. Und spricht mit dem Sohn. Das ist bis dahin vielleicht noch in Ordnung. Fragt ihn nach seiner Meinung - auch OK. Aber dann:
Natürlich habe ich ihm auch gesagt, dass es dann sein kann, dass er seinen Papa :nicht sieht.
Wieso das? Wieso diese Lösung, dass er seinen Vater nicht sieht? Wieso nicht die Frage: sach mal, es kann sein, dass wir das so nicht unter einen Hut kriegen und wir ein ander Mal fahren müssen… Sie zieht in dem Moment den Jungen schon auf ihre Seite. Dicker Fehler!
Was du hier meinst, ist die Haltung, die du auf die Beiträge
projezierst, nicht die, die aus ihnen spricht.
Nöö. Was daraus spricht ist: Hier ist jemand, der die Macht (das Sorgerecht) hat. Und der sich auf ganzer Linie auch so verhält. Und auf der anderen Seite steht der, der die Macht nicht hat. Ergebnis der Kommunikation: so eine „Scheiße“, wie die beiden und so viele andere auch abziehen.
Im Kern gebt es aber hier nicht um Machthaben oder Nichtmachthaben, sondern um das Kind. Und da stehen beide Elternteile auf einer Augenhöhe. Hier haben wir es mit jemandem zu tun, der sich seiner Macht, das Sorgerecht zu haben, sehr wohl bewusst ist. Dabei aber nicht nur das Wohl des Kindes außer acht lässt, sondern eben den kleinen, bescheidenen Umstand, dass auch der Vater eigentlich Macht hat. Zumindest Recht, nämlich das Umgangsrecht.
Und in dem Zusammenhang ist es für mich einfach Kindergarten, an dieser Stelle auf ideale Kommunikation zu pochen. Das kann man dann machen, wenn etwas wirklich missverständlich war. Aber hier war es eben nicht missverständlich. Sie wusste zu jeder Zeit, was gemeint war. Ergo kann sie sich nicht mehr auf ein Missverständnis wegen seiner unsauberen Kommunikation berufen!
LG Petra