Kindheitserlebnisse richten meine Zukunft?

Hallo.

Können Kindheitserlebnisse die eigene Zukunft einlenken?

Also, als ich 5 oder 6 Jahre alt war habe ich das erste mal Kriegsfilme gesehen in schwarz/weiß, und das nicht nur einmal wie ich noch zu erinnern vermag(Mein jetziges Alter ist fast 17).
Seitdem habe ich früher schlimme Alpträume davon gehabt habe, habe geträumt, das ich in Scharen von Soldaten marschiere und vom gegnerischem Maschinengewehr niedergeschossen werde, oder das ich als Kind gegen andere Kinder kämpfe und mich einer mit einem Bajonette ersticht usw… .
Diese Alpträume hielten ein paar jahre lang an, so ca. 4 Jahre.
Jedoch kann ich mir jederzet die Bilder im Kopf wiederanschauen, von den Alpträumen.

Aber als ich das erste mal sowas im Fernsehen gesehen habe, interessiere ich mich sehr stark für den 1. und 2. Weltkrieg, aber speziell für den Zweiten.
Ich sammle viel Material drüber, habe so jegliche Kriegsfilme dazugesehen, gehe in Museen, um mir Waffen und Panzer anzuschauen, die es in dieser Zeit gabs, ich schaue wenn es, meine Zeit erlaubt auch, jede Dokumentation von verschiedenen Bereichen des 2. Weltkrieges an.
Nun jedoch interessiere ich mich so für das Thema, dass ich in Betracht ziehen würde, später Geschichtswissenschaft an der Uni zu studieren und als Professor dort gerne tätig werden würde .(Also ich würde gerne meinen Schwerpunkt beim 2 Weltkrieg setzen).

Letztens sprach mich eine Freundin drauf an und sagte mir, dass ich mich einfach nur mit dem Thema sehr stark auseindersetze, damit ich mir selber alles erklären kann, was früher vorgefallen war.(Sie sagt selber, sie ist Hobbypsychologin, darum hat mich ihre Aussage bedenklich gemacht).

Zur Information: Ich bin nicht unwissend, nicht das jetzt jemand denkt, ich würde nur an Waffen und Schlachten denken.
Wenn es darum geht, wie der 2. Weltkrieg entstand, was die verschiedenen Wendepunkte im Krieg waren, darüber weiß ich eigentlich ja alles.

Wie jedoch gesagt, hat mich die Aussage einer Freundin mich stutzig gemacht und ich wollte noch andere dazu hören, was sie dazu sagen.

Mfg Chris

Hi Chris,

ich finde es nicht übertrieben, dass du dich für die beiden WKe interessierst, da gibt es viele, die wissen garnicht das es überhaupt 2 gab :smile:
Vorallem für einen deutschen ist es wichtig viel über die Vergangenheit seines Landes bescheid zu wissen, ich würde sogar behaupten, für jeden der in Europa wohnt ist es wichtig sich mit diesen beiden Kriegen zu beschäftigen, denn nur so kann man verstehen warum die Gegenwart so ist wie sie ist. Dieses Jahr jährt sich zum 60ten mal das Ende des zweiten Weltkrieges. Es wird bald keine lebenden Zeitzeugen mehr geben, die uns von ihm berichten können. Daher ist es wichtig, dass es Leute aus anderen Generationen gibt, die sich dámit beschäftigen. Viele Ereignisse lassen sich schließlich auch auf die Neuzeit übertragen und man kann daraus Lernen. (Hoffen wirs)

Ich Verstehe auch, dass dich dieses Thema interessiert. Ein großer Krieg, der wahnsinnig viele Menschen getötet und die Welt beeinflusst hat, ist anziehend.
Große Veränderungen sind interessante Themen, Kriege auch.
J.R.R. Tolkien ist durch eine Trilogie über einen großen, weltverändernden Krieg berühmt geworden. Sowas hat schon immer Menschen gefesselt und faszieniert.

Vielleicht hast du dich als kleiner Junge beim gucken von Kriegsfilmen einfach nur gefragt: „Warum, machen die das?“ Und als du größer warst hast du dich eingehender damit beschäftigt.

Alles klar? :smile:

Grüße aus Frankfurt,
Sebastian

Seitdem habe ich früher schlimme Alpträume davon gehabt habe,
habe geträumt, das ich in Scharen von Soldaten marschiere und
vom gegnerischem Maschinengewehr niedergeschossen werde, oder
das ich als Kind gegen andere Kinder kämpfe und mich einer
mit einem Bajonette ersticht usw… .
Diese Alpträume hielten ein paar jahre lang an, so ca. 4
Jahre.
Jedoch kann ich mir jederzet die Bilder im Kopf
wiederanschauen, von den Alpträumen.

Umso beachtlicher finde ich, dass du trotz deiner Albträume dich damit beschäftigt hast.
Du konntest dir durch deine Nachforschungen vielleicht einiges besser erklären, dadurch kommt vielleicht dein Interesse.

Sebastian

Hallo Chris,

also ich mache das ganz anders als Du, denn ich gehe gleich nach dem Mittagessen raus in die herrliche Natur und genieße wiedermal den Gesang der Vögel, das Rauschen der Bäche im Wald, den Wind, den Sonnenschein und das neue Grün und die Blumen, die der Frühling nun hervorbringt.

Gruß Rüdiger

frage:

Hallo Chris,

hallo rüdiger

also ich mache das ganz anders als Du, denn ich gehe gleich
nach dem Mittagessen raus in die herrliche Natur und genieße
wiedermal den Gesang der Vögel, das Rauschen der Bäche im
Wald, den Wind, den Sonnenschein und das neue Grün und die
Blumen, die der Frühling nun hervorbringt.

was hat das mit dem ausgangsposting zu tun?

Gruß Rüdiger

gruß
yvi

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was hat das mit dem ausgangsposting zu tun?

In die Natur zu gehen, schadet niemand, sondern sorgt ganz im Gegenteil für Erholung und Wohlbefinden. Daß jedoch eine chronische Beschäftigung mit Kriegsgeschehen für Wohlbefinden sorgen soll, kann mir keiner erzählen. In diesem Sinne hatte ich mein Posting geschrieben.

Gruß Rüdiger

Lerngeschichte
Hallo,

selbstverständlich richtet sich zukünftiges Verhalten (auch) nach dem bereits erlebten Erfahrungen aus. In der Psychologie spricht man von der Lerngeschichte eines Lebewesens.

Warum solltest Du angeregt durch Dein Kindheitserlebnis Dich nicht mit demjenigen auseinandersetzen, was Dir damals mal Angst gemacht hat? Daraus wurde vermutlich ein immer größeres Interesse, je mehr Du in Erfahrung bringen konntest. Vermutlich hast Du auch mit Menschen gesprochen, die das Thema ebenfalls interessant finden und die sich über Deine Fragen und Interesse freuten. Dies wiederum wird Dein Interesse zumindestens erhalten haben. Dies ist nichts Schlimmes und auch kein Grund, dass Dir jemand einreden könnte, Du würdest ein schlimmes Kindheitserlebnis „aufarbeiten“ müssen.

Hinsichtlich der Hobbypsychologen ist nicht genug Vorsicht walten zu lassen. Viele Menschen fühlen sich berufen, aus falschem Verständnis, nach dem Lesen von einschlägiger „Lebenshilfe“-Literatur oder demjenigen, was in der Buchhandlung unter (angeblicher) „Psychologie“ steht, eigenen Erfahrungen und unausgegorenem philosophischen Gedankengut, anderen Menschen vulgärpsychologisch „helfen“ zu müssen, sie gleichsam zu „analysieren“. Mein Kollege Dörner (ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Psychologischen Gesellschaft) schrieb einmal ganz treffend, dass die meisten befragten Richter jederzeit den ihnen zugewiesenen Gerichtspsychologen selbst ersetzen könnten, sie sich aber nicht zutrauten, den Schlachter um die Ecke zu vertreten. Ich stimme dieser Meinung bezüglich der Hobby- oder besser Vulgärpsychologie zu, daher ist mein Rat an Dich, diese Aussagen zu ignorieren.

Viele Grüße

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was hat das mit dem ausgangsposting zu tun?

In die Natur zu gehen, schadet niemand, sondern sorgt ganz im
Gegenteil für Erholung und Wohlbefinden. Daß jedoch eine
chronische Beschäftigung mit Kriegsgeschehen für Wohlbefinden
sorgen soll, kann mir keiner erzählen. In diesem Sinne hatte
ich mein Posting geschrieben.

sagt wer, dass er das chronisch tut? ich mein, wenn du ständig in die natur gehst, tust du das vielleicht auch chronisch, aber sich einfach nur mit etwas AUS FREIEN STÜCKEN zu beschäftigen, würde ich weder als chronisch noch als wohlbefindlichkeits-schädigend bezeichnen!

Gruß Rüdiger

gruß
yvi

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Hallo

also erstmal vielen dank für die Antworten zu meinem Thema hier.

Doch eigentlich will ich ja auch wissen, ob dieses Interesse, was ich schon lange, ob es sich stark auf meine berufliche Zukunft auswirken wird?
Ob ich sonst eine Alternative gehabt hätte, wenn früher nicht sowas gewesen wäre?

Mfg Chris

Hobbies sind kein Schicksal
Hallo,

also erstmal vielen dank für die Antworten zu meinem Thema
hier.

Bittesehr.

Doch eigentlich will ich ja auch wissen, ob dieses Interesse,
was ich schon lange, ob es sich stark auf meine berufliche
Zukunft auswirken wird?

Das kann so natürlich nicht beantwortet werden - denn eine einfache Prognosebeziehung existiert dazu nicht, egal, was manche Hobbypsychologen vielleicht meinen :wink:

Ob ich sonst eine Alternative gehabt hätte, wenn früher nicht
sowas gewesen wäre?

Dies klingt so, als sei es eine Art Schicksal, dass Du nun einen entsprechenden Berufswunsch aus Deinem Interessengebiet abgeleitet hättest. Ich gehe allerdings demgegenüber davon aus, dass Dir jederzeit noch weitere „Alternativen“ zur Verfügung stehen, wenn Du noch weitere Interessen hast - abgesehen davon bleibt Dir doch unbenommen, Dich auch noch mit anderen Dingen zu beschäftigen oder Interesse für andere Dinge (neu) zu entwickeln. Du bist nicht gezwungen, Dich mit Deinem Hobby auseinanderzusetzen, es macht Dir doch einfach nur Spass und Du willst es weiter verfolgen. Das ist nichts Schlimmes, ist kein unabwendbares Schicksal und auch nicht unveränderlich, sondern im Gegenteil nur positiv, wenn Du schon früh weisst, was Dich interessiert und wo Du Dich beruflich positionieren möchtest.

Viele Grüße

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Hallo Chris,

Doch eigentlich will ich ja auch wissen, ob dieses Interesse,
was ich schon lange, ob es sich stark auf meine berufliche
Zukunft auswirken wird?

vielleicht, vielleicht auch nicht. Was wäre denn so schlimm daran, wenn es sich auswirken würde?

Ob ich sonst eine Alternative gehabt hätte, wenn früher nicht
sowas gewesen wäre?

Sicherlich. Alles deutet darauf hin, daß das, was wir Menschen tun, nicht ein für alle mal festgelegt ist. Es ist zwar richtig, daß frühere Erfahrungen uns beeinflussen. Kindheitserlebnisse prägen uns besonders. Aber sie legen nicht ein für alle Mal fest, was wir tun. Wenn es so wäre, daß sie es täten, könnte es keine Veränderung geben. Die Persönlichkeitsentwicklung ist mit Ende der Kindheit und Jugend nicht abgeschlossen.

Man kann die Behauptung Deiner Freundin widerlegen, indem man einen Fall findet, in dem es anders war. Bei mir :wink: war es z.B. so, daß ich, bevor ich mich für die Psychologie interessiert habe, bereits ein Interesse für Geschichte hatte. Wenn das Interesse für Geschichte meine Zukunft festgelegt hätte, hätte ich Historiker werden müssen. Ich bin aber Psychologe geworden, aber noch nicht mal so ein Psychologe, wie ich es mir zu Beginn vorgestellt habe.

„Schwer zu sehen ist die Zukunft. In ständiger Bewegung sie ist.“ (Yoda).

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Chris,

Doch eigentlich will ich ja auch wissen, ob dieses Interesse,
was ich schon lange, ob es sich stark auf meine berufliche
Zukunft auswirken wird?

Ich will mal von einer anderen Seite herangehen.

Dadurch, dass Wissen und Gefühle um Schlachten, Gefechte,
Kriege und Feldherren von Anfang an in Deinem Gehirn drin
sind, kann es dazu kommen, dass Du später, wenn Du mal
ein solches Schlachtfeld betrittst, eine sehr starke
emotionale Verbindung zum ehemaligen Geschehen aufbaust.
Dadurch wirst Du einen leichten Zugang zu Fakten und
Zusammenhängen bekommen. Du wirst vielleicht, genau wie
andere das beschrieben, ein tiefes Gefühl von „ich war
dabei“ bekommen. Wer weiss. So wie Patton vielleicht?
Niemand, aber auch gar niemand wird Dir dabei folgen
können, der das nicht erlebt hat.

Die Frage wäre nun, was tust Du mit Deiner spezifischen
Wissensbasis? Wirst Du General? Oder Historiker?
Oder beides (Montgomery)? :wink:

Ob ich sonst eine Alternative gehabt hätte, wenn früher nicht
sowas gewesen wäre?

Von vielen Leuten weiss ich (von mir evtl auch :wink:, dass
vieles, was einen in der Kindheit wirklich ausfüllte, auch
später noch befriedigende Tätigkeit verspricht.

Zu den Gedanken Deines „in Entwicklung befindlichen“
Hobbypsychologen schweigt man halt ehrenvoll. Jeder
sagt mal Dinge, über die er später lacht :wink: Egal.

Grüße

CMБ

Hallo Rüdiger,

In die Natur zu gehen, schadet niemand, sondern sorgt ganz im
Gegenteil für Erholung und Wohlbefinden. Daß jedoch eine
chronische Beschäftigung mit Kriegsgeschehen für Wohlbefinden
sorgen soll, kann mir keiner erzählen. In diesem Sinne hatte
ich mein Posting geschrieben.

Kriegsgeschichte ist beinahe Weltgeschichte und umfasst
Soziologie, Technikgeschichte, Psychologie, Archäologie …
Was bleibt dann noch? Fungesellschaft? Waldspaziergänge?

:wink:

Grüße

CMБ

Hallo Semjon,

das Ausgangsposting war auffälligerweise hier im Psychologiebrett erschienen und auf mich wirkte es ganz einfach besorgniserregend. Und wenn Du Waldspaziergänge mit „Fungesellschaft“ in eine Reihe stellst, dann ist das so daneben, daß man darauf eigentlich gar nicht erst antworten sollte. - Oder willst Du mir damit etwa unterstellen, daß ich mich für die deutsche Geschichte nicht interessiere?

Gruß Rüdiger