Hallo,
ich bin etwas besorgt über das Verhalten des 10-j. Jungen der Gastfamilie (USA). Wie ernst soll man das nehmen? …
Der Bub ist scheinbar sehr eifersüchtig?! Seine beiden Brüder haben auch einige Probleme mit ihm; seine ältere Schwester geht seit diesem Jahr auf’s College und deshalb haben seine Eltern eine Austauschschülerin (ATS)aufgenommen. Er stellt alles Mögliche an, um seine Geschwister zu tretzen und der ATS auf die Nerven zu fallen! Es passt es ihm nicht, dass sie da ist (er hat es auch schon öfters laut gesagt)! Anfangs nahm die ATS die Dinge gelassen u dachte, sein Verhalten wird besser je länger sie da ist, aber selbst nach 1 / 4 Jahr änderte sich nichts! Sie war nett zu ihm, hat versucht, sein Verhalten zu ignorieren, hat sich neutral verhalten. Ein anderes mal forderte sie ihn zum (Ball-)spiel auf - danach war er für den Rest des Tages friedlich und zufrieden. Dafür ging der Ärger am nächsten Tag wieder weiter!! Der Jung guckte sie mit einem stechenden unheimlichen! Blick an, als kenne er sie nicht (vllt. kommt sie von nem anderen Planeten?). Er redet nicht mit ihr; antwortet auch nicht, wenn sie mit ihm spricht. Oder er versucht, sich mit ihr zu schlagen!!! Seinen Eltern ggüb zeigt er sich auch so, aber die lassen es sich größtenteils gefallen!
Was meint ihr – ist der Junge normal entwickelt und nur eifersüchtig… oder könnte da mehr dahinter stecken? … und wie würdet ihr an unserer Stelle reagieren?
Danke für’s Lesen und für euere Ratschläge!
Doris
PS ATS hat mit ihren Gasteltern über diese Probleme gesprochen, aber die nehmen das gelassen. Die Mutter redet ein-/ zweimal mit ihrem Sohn und ermahnte ihn – weiter ist nichts passiert.
Er redet
nicht mit ihr; antwortet auch nicht, wenn sie mit ihm spricht.
Oder er versucht, sich mit ihr zu schlagen!!! Seinen Eltern
ggüb zeigt er sich auch so, aber die lassen es sich
größtenteils gefallen!
Nach der kurzen Schilderung würde ich hier die Ursache für das Verhalten sehen.
Kinder gehen ja so weit, wie die Grenzen es erlauben, das ist normal.
Dass dieses Kind so leider von niemanden außer seinen eigenen Eltern akzeptiert werden kann, ist letzteren vielleicht nicht so richtig klar. Oder sie wollen das Kind von sich abhängig machen. Oder sie finden, dass alle anderen Dummköpfe ihr hervorragendes Kind so akzeptieren müssen wie es ist; vielleicht haben sie genug Geld und Macht, dass das auch weitgehend passiert. Oder sie haben das eben nicht und benutzen deshalb ihnen ausgelieferte ausländische Kinder zu diesem Zweck.
Wenn mein Eindruck richtig ist, liegt der Schlüssel bei den Eltern. Wenn die sich nicht ändern, wird der Junge sich auch nicht ändern (höchstens erst irgendwann später als Erwachsener).
und wie würdet ihr an unserer Stelle reagieren?
So weit wie es geht, Druck auf die Eltern ausüben, dass die mal ihr Verhalten überdenken. Es kann was bringen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist. Sonst n. M. eine neue Gastfamilie suchen.
Wenn beides nicht möglich ist, muss die ATS eine Strategie finden, damit klarzukommen. Vielleicht kann man ihr dabei irgendwie helfen durch Austausch, am billigsten per Chat oder irgendein Forum, wenn sie Internetzugang hat.
ich empfehle der Austauschschülerin, darauf zu bestehen, die Familie zu wechseln.
Weshalb Du Dich mit dem Kind, dass Du selbst nicht kennst, etc. beschäftigst, bleibt mir ein Rätsel.
Offensichtlich werden die ernsthaften Belange der Austauschschülerin nicht wahrgenommen.
Ich gehe davon auch, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist, es sei denn, die Austauschschülerin ist schon früher dafür aufgefallen, dass sie sich wegen jeder Kleinigkeit beschwert.
@Thea
DANKE SEHR für deinen Rat! Ich selber hatte zunächst auch auf „verzogen“ getippt aber bei dem Blick (wie wenn er einen töten wollte!) habe ich auch an z.B. Autist oder ADHS gedacht.
@Eencockniedo
die ATS lebt in dem geschilderten Haushalt mit dem auffälligen Kind! Jetzt klarer?
das war ja auch nur ein „z.B.“ …
Kannst du mir sagen, ob dies Verhalten normal ist oder was u.U. dahinter stecken könnte? Mit den Eltern hat die ATS schon geredet - oder es wenigstens versucht; die mauern (oder haben innerlich schon aufgegeben?..)
Freundliche Grüße
Doris
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Kannst du mir sagen, ob dies Verhalten normal ist oder was
u.U. dahinter stecken könnte?
Was heißt normal? Eher nicht, aber ich glaube nicht, dass
ein benennbares Syndrom (oder ‚disorder‘) dahinter steht,
sondern Probleme, die in der Familie zu finden sind (die
Reaktion der Eltern lässt ja ebenfalls darauf schließen).
Einen Tipp habe ich nicht, Erwachsenen könnte man u.U. raten, sie
sollten versuchen die Situation positiv zu beeinflussen,
eine 16jährige ist IMHO damit überfordert.